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Reaktion der Mitmenschen im Trauerfall

Mir hilft es bei Menschen die mir bei der Trauer helfen wollen, obwohl sie selbst nicht um die Person trauern, ein ehrlich Gemeintes: "Erzähl mir von ihm/ihr!" und geduldiges Zuhören - was ich allerdings selten habe.

Kanja
 
Ratlosigkeit ist doch NORMAL!

Man kann ja fragen:
"Möchtest Du jetzt über ihn reden? Würde Dir dies das jenes denn helfen? Gibt es ganz KONKRETE Probleme --KANN ICH DIR WEGE ABNEHMEN/DICH BEGLEITEN ? Brauchst Du
einen Rat für Traueranzeige,Art der Abschiednahme..."

Oder : " Wann hast Du eigentlich das letzte Mal eine normale Mahlzeit gehabt? Kommst Du zu uns zum Mittagbrot/gehen wir JETZT mal fix in eine Gaststätte--eh Du mir hier umkippst..?!"

Leute,die selbst Kinder hatten , konnten logischerweise gleich gar nicht "angebracht" (WAS ist "angebracht" da überhaupt?!) reagieren --
"Entschuldige,wenn ich erst mal paar Tage nicht anrufen konnte--allein der Gedanke, auch mein Kind hätte diese Erbkrankheit haben können (wenn es Verwandte von mir/dem Kindesvater waren),
löst in mir Panik aus..."

Für den Trauernden ist DER VERLUST furchtbar--ob da die Reaktionen "völlig richtig" sind, kann maximal einem oberflächlichen Mitbürger "wichtig" sein--
denn: wer versucht, sich zurückzunehmen, begreift das doch :
Hauptsache kein VAKUUM nach Tag X !

Und Heuchelei anderer zu deren eigener "Selbsterhöhung" ist das,
was man sich DEUTLICH verbitten sollte/verbitten DARF !

"Auch wenn Dir angeblich nicht danach ist,machen wir eine TrauerFEIER und laden Hinz und Kunz IN EURE WOHNUNG ein ..und ich hab dann auch mal den Pfarrer ÜBERREDET ,die Rede zu halten--auch,wenn Du ja nicht katholisch bist 😱 - aber WAS SOLLEN SONST DIE LEUTE SAGEN ? "

Jepp -- damals hatte ICH ein schlechtes Gewissen,weil ich der "Pseudo-Oma" die Tür vor der Nase zuschlug -- so verkorkst war mein Selbstbewußtsein.

Vielleicht hilft Dir beim Überstehen der jetzt so harten Zeit der Gedanke ,daß Du nicht schwächer oder unwissender wirst - und Dein Papa stolz wäre auf Dich !
 
Ich schreibe nach unseren Trauerdebakeln seit einer Weile quasi an einer Art letzten Willen. Wenn es fertig ist, soll da aufgeführt sein wie ich beigesetzt werde, welchen Bestatter mein Mann nehmen soll (es gibt hier Einige, aber nur zwei Gute), was ich so einen Redner möchte und vor Allem was ich auf keinen Fall in meiner Rede möchte. Am Brief für den Redner tue ich mich derzeit ziemlich schwer, aber ich möchte auf keinen Fall dass die Rede genauso klingt wie die anderen fünf Beerdigungsreden die ich die letzten Jahre hörte. Ich will auch nicht dass bestimmte Leute dabei sind und so tun als wären sie jmd anders nur weil ich tot bin. Ich tue das aber nicht nur weil ich darüber mitbestimmen möchte, sondern auch weil ich weiß dass mein Mann sonst von der Verwandtschaft überrumpelt werden würde und nichts so laufen würde wie es richtig wäre.

Kanja_Ewe
 
ich glaube, was Du da anlässlich Deiner Trauer erlebst, ist ganz normal anlässlich sämtlicher extremer emotionaler Zustände.

Diese Fragen nach dem, was Du jetzt bräuchtest, das Zuhören und Dich in Deiner Trauer wahrnehmen, wie Du bist, sind einfach Kompetenzen, die die wenigsten Menschen haben. Nur wird das in so einer schmerzlichen Situation überdeutlich. Ich glaube nichtmal, dass das viel mit der hier üblichen (quais nicht vorhandenen) Trauerkultur zu tun hat. Das sind Sachen, die auch im alltäglichen Leben wünschenswert sind.

Es kommt ja auch darauf an, wie nahe Dir die Menschen stehen.

Vielleicht hilft es Dir sogar, zu lernen, Deine Bedürfnisse zu achten und zu artikulieren. Vielleicht erwartest Du auch zu viel von den Leuten.

In Krisen ist man ja nicht gerade objektiv, kritikstabil und gerecht. (übrigens ist das jetzt keine Kritik, nur ein Versuch der Erklärung für das, was ich meine 😉)

Man sucht ja Erleichterung und dabei hat man vll. die Vorstellung, wenn der andere nur dies oder jenes täte oder sagte, ginge es mir besser. Dafür ist es aber Trauer, dass es eben nicht funktioniert.

Erstmal tut es schlimm weh, für sehr lange.

Später wird die Erfahrung eine Erafhrung und auch Bereicherung und die Chance, besser zu sehen.
 
Hallo Weidebirke,

ich habe generell Probleme damit, jemandem zu sagen, was mich stört - so wäre diese Situation ein guter Anlass zum Üben.

Doch habe ich gemerkt, dass ich mich von gewissen Leuten einfach zurückziehe.

Und es stimmt, in solchen Zeiten ist man empfindlicher, das kann ich auch an mir feststellen.

Aber manche Reaktionen waren einfach zu viel für mich,
Z. B. habe ich mich mit einer Freundin kurz nach meinem ersten Geburtstag ohne meinen Vater unterhalten, habe ihr erzählt, wie es war so ohne ihn - da hat sie auf einmal abgelenkt, weil sie draussen am Fenster irgendwas Interessantes gesehen hat.

Oder ein anderes Beispiel: Als ich erzählte, dass er so krank war und gestorben ist, bekam ich zur Antwort "Hoffentlich passiert mir das nie".

Ich finde nicht, dass ich zu empfindlich bin, wenn mich solche Reaktionen enttäuschen und traurig machen.

Und solche Dinge passieren mir öfter. Keine Ahnung, ob das mangelndes Interesse ist, eine grundsätzliche Unfähigkeit, zuzuhören, oder eben das unwohle Gefühl, dass viele kriegen, wenn man über den Tod spricht.

Gott sei Dank gibt es auch einige Personen, mit denen ich gut darüber reden kann. Erstaunlich, dass es oft gerade die sind, von denen ich das gar nicht erwartet hatte!

Liebe Grüsse
 
Hallo!

Ich wollte auch gern kurz was dazu sagen: Vor zwei Jahren wurde die Partnerin eines guten Freundes von mir erschossen! Da ich viel Kontakt mit ihm und meinem Bekanntenkreis hatte kann ich mit Gewissheit sagen: Alle waren tief betroffen und litten mit diesem Freund. Aber kaum einer hat ihn jemals (außer auf der Beerdigung) darauf angesprochen. Jeder tat so als wäre nichts gewesen. Jeder versucht das Thema zu meiden und kam es doch auf wurde es schell beendet. Aber nicht weil sie kaltherzig oder unberührt waren. Sondern weil sie eine rießen Angst vor dem Thema hatten! "Wie kann ich mir anmaßen ihn zu fragen wies ihm geht? Er gibt keinen Zweifel daran dass es ihm schrecklich geht!" "Er muss sich wahrscheinlich jede Sekunde damit auseinadersetzen. Wieso soll ich ihn dann noch zusätzlich belasten?" "Er wird sie niemals vergessen können, ich sollte den Namen wenn möglich erst gar nicht nennen" das sind Gedanken die seine Freunde haben... Womöglich nicht die richtige Entscheidung. Aber wirklich nicht böswillig! Ich will dir damit sagen: Geb deine Freunde nicht auf! Sie reagieren so um dir zu helfen. Du musst ihnen ganz klar und unverblühmt sagen dass du darauf angesprochen werden willst! dass du darüber reden willst und dass du von ihrem jetzigen Verhalten sehr iritiert bist.

Viel Kraft wünsche ich dir und das mit deinem Dad tut mir sehr leid 🙁 Es muss unsagbar schrecklich sein, seine Eltern zu verlieren...
 

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