Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Raus aus Afghanistan

  • Starter*in Starter*in Dr. House
  • Datum Start Datum Start
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Ich kann nur empfehlen sich den Beitrag von Georg Schramm aus "Neues aus der Anstalt" vom Dienstag anzusehen. Auch wenn es eigentlich Kabarett ist, so habe ich selten eine so klare und ehrliche Analyse des Afghanistankrieges gehört.

Unter anderem sagt er, dass dieser Krieg sinnlos ist, sogar kontraproduktiv. Aber genau das hat mich ins Grübeln gebracht. Unsere Politiker würden nichts tun was sinnlos ist (vielleicht unabsichtlich, als Nebeneffekt, aber niemals direkt). Wenn wir uns die Begründung für den Krieg anschauen, dann war da zum einen Sicherheit und zum anderen der Aufbau demokratischer Strukturen. Unsere Sicherheit hat durch den Afghansistankrieg eindeutig gelitten. Während wir vor 10 Jahren noch Parkplatz für Schläfer waren, die den bösen Satan angreifen wollten, werden wir inzwischen eindeutig als kleiner verdorbener Bruder eben dieses Satans wargenommen. Machen wir uns nichts vor. Hätten die Anschloge vom 11. September in Deutschland ausgeführt werden sollen, wäre dies sogar einfach gewesen als in den USA. Aber es gab aus Sicht der islamistischen Terroristen keinen Grund dafür. Inzwischen töten wir Afghanische Kinder. Das ist selbst in meinen Augen ein nachvollziehbarer Grund zum Terroristen zu werden.

Was Demokratie in Afghanistan betrifft, muss man zwar sagen, dass durchaus große Anstrengungen unternommen wurden, aber realistischer Weise hat Demokratie in armen Ländern noch nie funktioniert. Es ist ein vollkommen utopisches Ziel, und das ist zumindest den Experten auch klar. Auch unseren Politikern, oder zumindest deren Beratern. Die sind ja nicht auf den Kopf gefallen. Wenn sich die Bevölkerung inzwischen die Taliban zurückwünscht, weil sie die Unsicherheit eines fremden und vollkommen korrupten Systems nicht mehr ertragen, so ist das Vorhaben zu 100% gescheitert.

Beide Entwicklungen waren voraussehbar und sehr warscheinlich. Beides wurde, zumindest teilweise, billigend in Kauf genommen.

In klaren Worten: Unsere Regierung hat von Anfang an den Tod deutscher Soldaten und die Verschlechterung unserer Sicherheitslage BILLIGEND IN KAUF genommen.

Nach wie vor stellt sich die Frage: warum? Ich denke die Antwort darauf ist Bündnistreue. Als Mitglied der NATO mussten wir an diesem Krieg teilnehmen. Mitgehangen, mitgefangen. Einst war die NATO Garant für unsere Sicherheit, als es noch die Sowjetunion gab. Dafür wurde sie gegründet. INzwischen dient die NATO nur noch dazu, Rachefeldzüge und Imperialismus der Amerikaner durch die Teilhabe anderer Länder an diesen Kriegen zu rechtfertigen. Und niemand verwehrt sich dem.

Es ist eine kranke Welt.
 
A

Anzeige

Re: Raus aus Afghanistan
Ja, so denke ich auch. Und ich hatte ja auf diesen glänzenden Beitrag von schramm hingewiesen. Das war eine wirkliche Sternstunde des deutschen ( "altbackenen" ) Fernsehens.

Nehmen wir mal an, daß dieses Töten da unten so weitergeht.
Hält das diese Regierung noch drei Jahre aus?
 
Ja, so denke ich auch. Und ich hatte ja auf diesen glänzenden Beitrag von schramm hingewiesen. Das war eine wirkliche Sternstunde des deutschen ( "altbackenen" ) Fernsehens.

Nehmen wir mal an, daß dieses Töten da unten so weitergeht.
Hält das diese Regierung noch drei Jahre aus?

Ja, unsere Regierung hält das leider aus, davon bin ich überzeugt. Ich bekomme immer mehr Angst vor Guttenberg. Ich habe erst diese Woche wieder ein brilliantes Interview von ihm im heutejournal gesehen. Das macht mir Angst.

Das Problem ist, dass unsere Bevölkerung eigentlich nichts gegen Krieg hat, solange er erfolgreich ist. Das war schon beim 2. Weltkrieg so. Es geht folglich nicht um moralische Argumente, sondern um Erfolg. Und Guttenberg ist leider absolut der richtige Mann dafür 1.Kriegsstimmung zu erzeugen und 2. Solidarität mit den heldenhaften Deutschen Soldaten einzufordern. Er steht da ja auch wirklich dahinter. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass er in Turkmenistan die Arbeit des Außenministers gemacht hat und Verträge unterzeichnet, tritt deutlich das zutage was ich schon befürchtet habe als Guttenberg Kriegsminister wurde. Durch Westerwelles Schwäche reißt er sich die Außenpolitik unter den Nagel, was ihm leicht fällt, da er schon lange in imperialistischen Think-Tanks der Amerikaner aktiv ist. Der Mann ist in Amerika kein unbeschriebenes Blatt und seine Einstellungen gehen den Amis runter wie Öl. Der Mann gefällt denen. Militaristisch, gegen staatliche Kontrolle, ein Macher. Dagegen hat Westerwelle keine Chance.

Spätestens in 7 Jahren wird für Merkel schluss sein. Und der "Verteidiger Deutschlands vom Hidukusch", der "Visionär des westlichen Verteidigungsbündnisses", Superminister in Krieg, Außen und Wirtschaftsachen wird Bundeskanzler. Das ist sein Ziel und er wird es erreichen. Und ich wandere dann aus. Bis dahin bin ich fertig mit der Uni.
 
Jede Woche drei oder vier tote deutsche Soldaten übersteht diese Regierung nicht. Nicht lange zumindest. Man bedenke: Die bundeswehr ist vom Parlament aus dorthin geschickt worden - wenn die SPD umschwenkt ist das Spiel bereits zu Ende. Dann könnte die Kanzlerin zwar am alten Mandat festhalten - aber dieses Festhalten wird sich dann in den Umfragen niederschlagen.

Und Guttenberg Kanzler? Da wird er wohl vorher scheitern.
 
Na ja, der erste Glanz ist bereits ab vielleicht stellt sich noch heraus, daß er gelogen hat - dann darf er auf sein Schloß zurück.
Merkel wird das richten.
 
Nein, ich glaube das er bereits auf die dritte Stelle zurückgeschickt worden. Ist heute Abend nicht Politbarometer?

Na ja, der wird sich abschleifen und - wie jeder Verteidigungsminister vorher - irgendwann gehen müssen. Und Kanzlerkandidat von der CSU? Da gab es bisher nur Strauß - und der ist grandios gescheitert. Sowas wird die CDU nicht nochmal zulassen.
 
Es ist dem Volk leider völlig egal, ob er gelogen hat. Weil, des isch ja scho an fescher Bursche, gell?

Ist er auch.

Ha Ha, ich kann mir so richtig vorstellen, wie dich das nervt. 😀

Ein Adeliger, mit guten Manieren, einem gepflegtem Äußeren, USA-freundlich, offen patriotisch usw. ist der beliebteste Politiker in Deutschland. Schon seit langem.

Elite.

Ja, das meine ich, wenn ich sage, die Realität ist schon weiter. 😎
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben