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ratschläge für störrisches kleinkind?

  • Starter*in Starter*in Angie
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Angie

Gast
hallo!
bei uns fängt jeder morgen mit terror an, wenn meine tochter(3) in den kindergarten soll. es gefällt ihr dort super-das ist es nicht, aber bis wir erstmal dort sind hat sie extrem schlechte laune. sie weigert sich sich anzuziehen, schreit und es ist jedes mal ein kampf bis ich sie angezogen und alles hab. habt ihr einen tipp, wie man den tag positiver beginnen kann und man die selbstständigkeit mehr fördern kann? es wird immer schlimmer und ich weiß nicht mehr, wie ich auf ihr ewiges "NEIN" noch reagieren soll..
schöne grüße,
angie
 
Hi Angie,
also meine tips enstammen zivi-erfahrungsschatz mit hyperaktiven, teils sehr ärgerfreudigen kiddies. Bei einem bin ich aber auch verzweifelt, genau aus deinem Grund. Er konnte sich umziehen innerhalb von 3min, hatte aber geschnallt, dass wir nach einen Besuch im Schwimmbad wenig Zeit hatten, und dass er Leute gut ärgern konnte, wenn er bei jedem Kleidungsstück "geht nicht" sagt. Manchmal dauerte es 10-15min, weil man teils noch einem andern Kind helfen musste, oder peter[Name von der Redaktion verändert] sich jeder hilfe verweigerte, mit einem breiten Grinsen im Gesicht, wenn er merkte, dass man zusehends genervter wurde. Und egal, wie sehr man es verbarg, er wusste ganz genau, dass wir genervt waren. Dass hab ich 3mal mitgemacht, dann hab ich kapituliert, lohnt sich schon wenn man ein Diplom dafür hat, der Erzieher hatte keine Probleme. Aber Peterkönnte auch geschnallt haben, dass es lohnender ist Zivis zu ärgern, weil man die nur ein Jahr sieht.

vielleicht solltest du die klamotten in nen Beutel packen und das Kind in ne Decke wickeln und so ins Auto und den kindergarten bringen. Es kann sich ja dann immer noch überlegen ob es den ganzen Tag im Schlafanzug verbringen will 😉.
Wichtig ist immer sich nicht zu sehr aufzuregen, weil es für ein kind meist schon ein kleiner Triumpf ist wenn sie jemand ärgern können. wenn man gutgelaunt bleibt nimmt man einen Teil des Erfolgserlebnis.

naja, kommt bestimmt noch besseres von den muttis hier. und vielleicht wäre auch www.frag-mutti.de eine adresse für dich.
Gruß Max
 
Hallo Angie,

sage deiner Tochter, wenn sie sich nicht anziehen möchte bleibt sie eben zu Hause und du fährst sie nicht in den Kindergarten. Und beharre auch darauf. Ich bin mir sicher, wenn sie merkt, dass du es ernst meinst, wird sie sich anziehen, da sie den Kindergarten ja so liebt.

Viel Erfolg und einen schönen Gruß

Sue
 
Hallo

also ich würde diese kleine Terroristin auch mal einfach im Nachthemd losschicken...oder es ihr zumindest allen Ernstes anbieten.

Folgende Überlegung:

sie weiß genau, warum man sich anziehen muss

sie hat gelernt, dass sie durch Ungehorsam eine gewisse Macht über ihre Mutter hat

sie muss noch lernen, dass es manchmal besser ist, seinen Willen nicht durchzusetzen, um größere Nachteile zu vermeiden (also von den anderen ausgelacht zu werden)


Im Prinzip ist das wie bei der Herdplatte: Dem Kind zu sagen, dass es nicht auf die Herdplatte fassen soll, weil die heiß sein könnte nützt ihm nur dann etwas, wenn es die Erfahrung heiß = Finger verbrennen = Schmerz bereits gemacht hat. Wer den Begriff "heiß" nicht einzuordnen weiß, kann sich auch nicht vorstellen, warum von einer Herdplatte Gefahr ausgehen soll.
Dabei wär es natürlich besser, diese wichtige Erfahrung nicht an der Herdplatte, sondern z.B. an der heißen Teetasse zu machen...

Viele Grüße,
Jens
 
tja und was macht man, wenn das kind mit 9 noch so ist? und auch durchgesetzte Konsequenzen (wie z.B. dann eben nicht in den kindergarten) zwar für viel Frust beim Kind sorgen, mit Gestrampel und Schreierei enden, aber dadurch kein "Lernerfolg" eintreten will?

Ich kenn da nämlich jemanden, der die Nerven mittlerweile nicht mehr hat :O(

Gel06
 
Hallo Gel06,

das Kind ist mit 9 Jahren immer noch so?? Hm, mit 9 ist man doch schon halb erwachsen, zumindest vom Alter her...
Also da würd' ich den Nachwuchs mal beim Kinderarzt vorstellen, vielleicht ist das ja organisch bedingt?! Auch wenn AD(H)S als Modediagnose in Verruf ist, kommt diese Störung ja doch hin und wieder mal vor.

Viele Grüße,
Jens
 
Hallo Jens,

genau damit habe ich meine Probleme. Da ich selbst als Kind so war wie die Kleine und auch weiß, dass sie selbst nicht so wirklich weiß, warum sie das macht, beschäftige ich mich schon sehr lange mit möglichen Ursachen auch ADHS.

Es gibt nun zwei Aspekte, die mich immernoch davon abhalten einen Arzt auf zu suchen:

1. Wie Du schon sagst "Modediagnose". Ich habe Angst, dass zu vorschnell diagnostiziert wird, egal welche Diagnose nun bei rum käme. ADHS z.B., wenn die Diagnose lautet "ja, ADHS", was dann? Ich bin strikt gegen die Behandlung mit Ritalin, wenn die Diagnose "nein, kein ADHS", was dann? In beiden Fällen könnte eine Therapie hilfreich sein, doch auch die richtet sich nach der Diagnose... und wenn die zu vorschnell war? Eben weil ADHS ein zweischneidiges Schwert ist, selbst unter Psychologen... Und bei einer Fehltherapierung würde ich mir mehr Vorwürfe machen als jetzt. Ich bin Patient mit dem berüchtigten gefährlichen Halb- bzw. hier Dreiviertel-Wissen;O)

2. Die Angst vor mir selbst. Wie gesagt kenne ich viele ihrer Probleme von mir selber, mit ihr zum arzt zu gehen, hieße auch mich mit mir auseinander zu setzen. Äh, sozusagen würde ich eine Diagnose in zweifacher Hinsicht bewerten, nämlich auch geltend für mich. Noch schlimmer, wenn die falsch wäre... Das hieße aber eben auch, dass ich, wenn ich denn die Diagnose als richtig so "annehmen" würde, ich mich nicht nur mit der Kleinen und ihrer Therapie auseinandersetzen müssste, ich müsste es sozusagen gleich mitmachen. Ist ja nicht so, dass ich alle Probleme in den Griff bekommen habe, gehe eben nur anders damit um. Um aber wiederum selbst eine Therapie zu machen, bin ich für mich gesehen zu skeptisch in der Diagnostik. Ich für mich habe beschlossen selber damit klarzukommen, habe ja auch vieles bereits erfolgreich geschafft - aber wenn mir natürlich ein Arzt eine Diagnose in die Hand drückt, ist die Gefahr doch viel zu groß, dass man sich erleichert, der Verantwortung für die Probleme entrückt, zurücksinken lässt und einfach aus Erschöpftheit wirklich dann doch alles Vertrauen in den Arzt und seine Therapien und Vorschläge steckt.

Dieses Thema bei der Kleinen und bei mir zu trennen will mir nicht ganz gelingen.

Hoffe Du verstehst das Wirrwarr bei mir - ich gehöre zu den Anwärtern, die selber Psychologie studieren möchten, nicht weil ich sie so toll, sondern in vielen Dingen bedenklich finde, wie sie gelehrt und praktiziert wird.

Gel06
 
ach so, ich füge dem noch hinzu, dass sich die schreierei und strampelei mittlerweile in Grenzen hält, so seit nem jahr... aber man merkt, dass sie es krampfhaft unterdrückt und dann auch wirklich nicht weiß wohin mit der Energie :O(
 
Hallo Gel06,

ja, ich kann deine Bedenken und Ängste gut verstehen und ich habe auch was gegen das Motto: "Lieber eine schlechte/falsche Therapie als gar keine".

Hm, bloß wie die Gradwanderung zwischen Fehldiagnose und vorsätzlicher Therapieverweigerung hinbekommen? Zu 10 Ärzten gehen und wenn 8 mal die gleiche Diagnose kommt, sich schließlich dem Schicksal fügen?? Ich weiß es nicht...

Medizinische Maßnahmen sollten jedenfalls immer einer Nutzen-Risiken-Abwägung zu Grunde liegen und nur durchgeführt werden, wenn der Nutzen wesentlich überwiegt. In so fern halte ich eine Behandlung mit Ritalin durchaus für sinnvoll, aber eben nur, wenn sie ganz sicher hilfreich wäre...

Und was dich selbst betrifft bezüglich einer möglichen Mit-Therapie:
Es ist nicht so, dass du nicht fähig wärst, dein Kind "richtig" zu erziehen. Vielleicht weißt du nur nicht wirklich wie, aufgrund deiner ähnlichen Vorbelastung. Du hast also inzwischen einen Weg für dich gefunden, damit umzugehen...und für dein Kind?

Ich habe das eben Geschriebene mir nicht selbst überlegt, sondern von einer privaten Webseite einer betroffenen Familie. Ich selbst bin auch nicht betroffen, aber ich finde diese Seite sehr gut gemacht und lese dort gerne mal herum. Die Adresse ist: http://www.addwildcat.de
Ein besonderer Tipp von mir ist der Punkt "ADHS Humor" - genau das Richtige wenn man mal 'nen schlechten Tag hat. Die Geschichten sind einfach köstlich, finde ich ;-))

Viele Grüße,
Jens
 
hi Jens,

danke für die Seite :O)

"Es ist nicht so, dass du nicht fähig wärst, dein Kind "richtig" zu erziehen. Vielleicht weißt du nur nicht wirklich wie, aufgrund deiner ähnlichen Vorbelastung. Du hast also inzwischen einen Weg für dich gefunden, damit umzugehen...und für dein Kind?"

genau das ist der springende Punkt der Verzweiflung, ich kann sie verstehen, kämpfe selber oft noch mit mir und dachte immer, ich kann ihr meine Wege mitgeben. Aber das funktioniert nicht so ganz will mir scheinen, sie ist ja ein Kind - die Abwägung erfolgt nun in der Regel zwischen dem Therapieproblem und na ich sag mal "aussitzen" bis sie größer ist und auch meine Wege verstehen und annehmen kann.
Obwohl mir schon klar ist, dass ich zwangsläufig den zweiten Weg gehe, solange ich nicht bewusst den anderen wähle.

Aber Du beruhigst mich, dass Du meine Skepsis bzgl. einer Therapie verstehen kannst, manchmal stecke ich mich schon in so eine Rabenmutterschublade, weil ich es nicht schon längst getan hab. Als sie 5 war habe ich mal einen kleinen Schritt gewagt, der hat mich dann aber eher wieder von der Idee weit weggebracht als dahin.

Habe jetzt noch was auf der Seite gestöbert... toll, dass dort auch was zum thema "wie sage ich es meinem kind" steht :O) wenn die kleine mich so selbstverzweifelt anguckt weiß ich auch nie, wie ich das jetzt erklären soll. Wenn man sie erlebt würde man einfach sagen "das gehirn hüpft planlos energiegeladen in einem viel zu kleinen Raum rum - der körper macht mit". Ist ja auch nicht gerade kindgerecht und ich bin dagegen ihr einfach nur eine "entschuldigung" für die Dinge zu geben, die sie nun mal nicht im griff hat.

He danke Jens... tut gut, habe bisher nicht häufig drüber reden können - mit andern Eltern geht das leider ja schon mal gar nicht. Jetzt musste es mal so rausplatzen.

Gel06
 
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