Putzen und Aufräumen ist auch mein Endgegner.
Jahrelang - nein jahrezehntelang - habe ich das nicht gut hinbekommen.
Inzwischen bin ich auf einem guten Stand.
Mir hat u.a. die Zeit im Wohnmobil geholfen. Ich habe einmal 2 x 1/2 Jahr und 1 x 9 Monate komplett in einem kleinen 5,40 m Kastenwagen gelebt. hatte allerdings weiterhin eine Wohnung, mußte also immer nur das im Womo unterbringen, was gerade saisonal gebraucht wurde. Aber trotzdem eine ziemliche Herausforderung. Ich habe gelernt, alles radikal zu reduzieren auf das Nötigste und daß alles immer seinen festen Platz haben muß. Und auch jeden Abend immer das Womo so herzurichten, alles zu verstauen etc., daß ich jederzeit in der Nacht spontan losfahren könnte, um mich in Sicherheit zu bringen, falls irgendwas Bedrohliches geschieht, da ich überwiegend frei stehe und nicht auf Campingplätzen o.ä. War tatsächlich nur 2 x nötig nachts spontan wegzufahren, aber es war mir zu meiner Sicherheit wichtig darauf vorbereitet zu sein.
Daraus hat sich bei mir zuhause tatsächlich auch die Routine entwickelt, Sachen nach gebrauch an ihren Platz zu räumen.
Also, wenn man etwas nur lange genug macht, dann wird es tatsächlich irgendwann selbstverständlich. Das war für mich eine wichtige Erfahrung, daß es nicht an mir liegt (wobei ich schon ziemlich faul und leicht ablenkbar bin), sondern vor allem an mangelnder Übung. Mir erging es ähnlich wie Arktur, meine Mutter hat viel geputzt und mich da nie rangelassen. Ich mußte mir das nie angewöhnen. Deswegen habe ich als Erwachsene wohl länger gebraucht als andere.
Ich habe aus der Womozeit beibehalten, möglichst wenig Zeug anzusammeln, regelmäßig auszumisten, alles in Schränke und Körbe zu verstauen.
Auch saisonal zu denken. Nur das, was in der Saison gerade gebraucht wird, ist gut erreichbar untergebracht, das andere wird nach hinten oder in den Keller geräumt. Das sind für mich z.B. solche Spezialaufgaben, 2 x im Jahr den Kleiderschrank/Gartenschuppen/Keller saisonal zu ordnen. Winterkleidung nach vorn, Sommerkleidung nach hinten, Gummistiefel, Winterschuhe, Mäntel, Blumentöpfe, Gartenmöbel, Gartengeräte, Deko, Weihnachtskugeln etc. je nach Saison hervorholen oder verstauen. Da hat jeder sicher andere saisonalbedingte Gegenstände, vielleicht auch für Hobbies, die nur saisonal ausgeübt werden oder Einmachgläser oder was auch immer. Und bei diesen saisonalbedingten Umräumaktionen, wird immer überlegt, was ich ausmisten kann, ob ich was wirklich brauche oder sogar ergänzen muß und gesäubert bzw. ordentlich aufgeräumt.
Vorteilhaft ist, daß ich inzwischen ein großes Haus mit viel Platz habe. Damit habe ich auch viel Stauraum. Allerdings ist so ein großes Haus an sich schon viel Arbeit. Da sind eben nicht 5 Fenster zu putzen, sondern 16 etc. Das ist für mich allein nicht so einfach.
Mir hilft sozialer Druck. Ich bin ein sehr geselliger Mensch. Ich habe sehr gern Besuch und in diesem Haus auch die Möglichkeit viel Besuch zu haben, weil ich das Dachgeschoß nicht bewohne und dort zwei Zimmer + Teeküche und Bad habe, wo Freunde übernachten können. Das wird rege genutzt wie eine Ferienwohnung. Ich habe häufig für ein paar Tage Freunde da. Freitag kommt schon wieder eine Freundin für eine Woche. Ich liebe das. Und das ist immer wieder Anlaß für mich gründlich sauber zu machen. Seitdem ich hier vor 5 Jahren ins Haus eingezogen bin, ist es nie wieder so unsauber und unaufgeräumt gewesen wie früher in meinen Wohnungen, eben weil es nicht mehr so zugestellt ist und mich der viele Besuch immer wieder zum Ordnung halten motiviert.
Es ist glaube ich wichtig, die eigenen Motivationsauslöser zu finden, um dranzubleiben und Routinen zu entwickeln.
Für mich war wichtig,
Sicherheit im Womo, um jeden Abend aufräumen zu lernen
Freunde um mich zu haben und das Haus auf einem Stand zu halten, daß sie sich wohl fühlen und gerne kommen
Klarheit und Licht ist mir auch sehr wichtig, deswegen putze ich häufiger mal die Fenster.
Überhaupt finde ich es hilfreich, mir nicht die Arbeit vorzustellen, sondern das Ergebnis. Mir hilft es mir einen aufgeräumten Kleiderschrank vorzustellen, geputzte Fenster, ein übersichtlicher Kühlschrank, ein geordneter Vorratsschrank...