BennyPenny
Aktives Mitglied
Angelehnt an verschiedene Threads hier möchte ich gerne eine Diskussion starten.
Ist es möglich, sich selbst seine emotionale Pubertät zu verweigern?
Als ich 11/12 Jahre alt war, habe ich zu mir gesagt: „Ich mache meinen Eltern wegen meine Pubertät nicht zur Belastung.“
Das hat sich dann auf meiner Festplatte eingebrannt.
Ich ging nicht wie andere Jugendliche nach der Schule irgendwo noch hin zu Freunden, obwohl ich mit 15/16 durchaus eingeladen wurde. Mein Argument war, da würde ich bereits früh schwach werden gegenüber Drogen, und das konnten ja meine Eltern nicht wollen.
Alkohol war bis zu meinem 16. Geburtstag ein riesiges Tabu, weil ich würde ja sonst in Konflikt mit dem Gesetz kommen (?), und dann würde das Jugendamt einschreiten, meinen Eltern gegenüber war das nicht zumutbar. Heute weiß ich, dass das recht großer Quatsch ist.
Mit 17 Jahren kam dann Covid, und danach war eh alles futsch, was ich von wenigen Freunden noch hatte. Die meisten Gleichaltrigen hatten wegen meiner „Langweiligkeit“ kein Interesse an mir.
Soweit ich denken kann, hatte ich bis 17 nie irgendeinen größeren Streit mit meinen Eltern. Warum? Streit ist für mich die Konsequenz und Form der Verweigerung von Loyalität und Vertrauen. Gab es mal einen Konflikt, so lag ich abends heulend in meinem Bett und fragte mich, warum ich das ihnen angetan habe.
3 Wochen nach meinem 18. Geburtstag bekam ich den Führerschein. Damit gab man mir die Möglichkeit, mich noch mehr meinen Eltern zu „unterwerfen“. Ihr fragt euch wie? Statt dass, wie eher üblich, die Eltern ihre Kinder von Partys abholen, bin ich die halbe Nacht lang wach geblieben, um sie abzuholen. Ich wollte einfach ein gutes Kind sein, das immer für seine Eltern da ist.
Mit 19 Abi gemacht, dann in eine fremde Stadt studieren gegangen. Wohnungssuche natürlich mit Eltern, sie musste ja ihnen gefallen. Haben mir dementsprechend auch beim Umziehen geholfen, worauf es ein größeres Weihnachtsgeschenk von mir gegeben hat, weil ich ja noch immer der Mensch sein wollte, der ihnen das Leben angenehmer macht.
Heute bin ich 10 Jahre älter als der Junge, der sich das damals eingeredet hat. So langsam bin ich jetzt endlich auch in meiner emotionalen Pubertät angelangt.
Habt ihr selbst auch solche Erfahrungen gemacht?
Ist es möglich, sich selbst seine emotionale Pubertät zu verweigern?
Als ich 11/12 Jahre alt war, habe ich zu mir gesagt: „Ich mache meinen Eltern wegen meine Pubertät nicht zur Belastung.“
Das hat sich dann auf meiner Festplatte eingebrannt.
Ich ging nicht wie andere Jugendliche nach der Schule irgendwo noch hin zu Freunden, obwohl ich mit 15/16 durchaus eingeladen wurde. Mein Argument war, da würde ich bereits früh schwach werden gegenüber Drogen, und das konnten ja meine Eltern nicht wollen.
Alkohol war bis zu meinem 16. Geburtstag ein riesiges Tabu, weil ich würde ja sonst in Konflikt mit dem Gesetz kommen (?), und dann würde das Jugendamt einschreiten, meinen Eltern gegenüber war das nicht zumutbar. Heute weiß ich, dass das recht großer Quatsch ist.
Mit 17 Jahren kam dann Covid, und danach war eh alles futsch, was ich von wenigen Freunden noch hatte. Die meisten Gleichaltrigen hatten wegen meiner „Langweiligkeit“ kein Interesse an mir.
Soweit ich denken kann, hatte ich bis 17 nie irgendeinen größeren Streit mit meinen Eltern. Warum? Streit ist für mich die Konsequenz und Form der Verweigerung von Loyalität und Vertrauen. Gab es mal einen Konflikt, so lag ich abends heulend in meinem Bett und fragte mich, warum ich das ihnen angetan habe.
3 Wochen nach meinem 18. Geburtstag bekam ich den Führerschein. Damit gab man mir die Möglichkeit, mich noch mehr meinen Eltern zu „unterwerfen“. Ihr fragt euch wie? Statt dass, wie eher üblich, die Eltern ihre Kinder von Partys abholen, bin ich die halbe Nacht lang wach geblieben, um sie abzuholen. Ich wollte einfach ein gutes Kind sein, das immer für seine Eltern da ist.
Mit 19 Abi gemacht, dann in eine fremde Stadt studieren gegangen. Wohnungssuche natürlich mit Eltern, sie musste ja ihnen gefallen. Haben mir dementsprechend auch beim Umziehen geholfen, worauf es ein größeres Weihnachtsgeschenk von mir gegeben hat, weil ich ja noch immer der Mensch sein wollte, der ihnen das Leben angenehmer macht.
Heute bin ich 10 Jahre älter als der Junge, der sich das damals eingeredet hat. So langsam bin ich jetzt endlich auch in meiner emotionalen Pubertät angelangt.
Habt ihr selbst auch solche Erfahrungen gemacht?