moonlife
Aktives Mitglied
Guten Abend liebes Forum,
vor einigen Monaten schrieb ich hier schon mal über meine berufliche Situation, vielen Dank noch mal für die damalige Unterstützung!
Eine kurze Zusammenfassunhg:
Ich habe eine leichte Halbseitenlähmung und eine Art Halbseitenblindheit.
In Israel habe ein, dem deutschen Sozialpädagogik ähnliches Studium gemacht, das in Deutschland nicht anerkannt ist, auf Grund dessen ich aber acht Jahre lang hier mit teilweise schwerst verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen gearbeitet habe. Nachdem immer klarer wurde, dass ich mit einem nicht anerkannten Studium niemals den Arbeitgeber wechseln könnte, entschied ich mich noch die Ausbildung zur Erzieherin zu machen. Nach der theoretischen Ausbildung muss man dann ein Anerkennungsjahr machen. Dieses wollte ich bei der Stadt absolvieren. Dort werden Erzieher auch händeringend gesucht. Doch die lehnten mich "basierend auf den Ergebnissen des amtsärztlichen Gutachtens" ab. Diese Ergebnisse sind meine Behinderung......und größtenteils falsch. (Z.B. steht da, ich könne nicht über zehn Kilo tragen (ich bin mit einem 20 Kilo Rucksack durch Spanien getourt).)
Mit viel Glück und Verspätung ergatterte ich noch eine andere Anerkennungsjahrstelle, wo ich bis heute ohne Schwierigkeiten wegen meiner Behinderung arbeite. Da ich mich diskriminiert fühlte, entschied ich mich zu klagen -und verlor den Prozess letzten Mittwoch.
Die Begründung: Es liegen nicht hinreichend Beweise vor, dass die Stadt gegen das AGG verstoßen habe. Man hat mir ja nicht wegen meiner Behinderung abgesagt, sondern wegen den ergebnissen der amtsärztlichen Untersuchung und davon abgesehen könne man nicht von der Stadt erwarten, dass sie das Gutachten korrekt lese, vielleicht hätte ich ja ein viel schlimmere Beeinträchtigung, die mich daran hindern würde, den Erziehungsdienst korrekt auszuführen.
Tja.....
Ja, ich bin behindert und das geht nun mal nicht ohne Einschränkungen vor, nur schränken die mich nicht beim Erziehungsdienst ein. Und selbst wenn, ich meine,die Stadt schreibt sich auf die Fahne ach so unheimlich behindertenfreundlich zu sein, alles fake.
Das kann man doch immer sagen, sobald eine Behinderung vorliegt......der Mann im Rollstuhl, der EDV Kaufmann ist, kann nicht von ganz oben die Aktenordner runter holen, das gehört aber zum Stellenprofil, also hui, das geht dann nicht, erfüllt Profil nicht, kein Verstoß gegen das AGG.
Nun überlege ich folgende Möglichkeiten:
Berufung: Unwahrscheinlich, habe ich nicht genügend Geld und auch keine Nerven mehr.
Das Gutachten anfechten, hat mir einer der Nebenrichter geraten: Hm.......wackelige Sache, kommt drauf an, wie sehr sich derjenige mit meiner Behinderungsform auskennt und ob er daran glaubt, dass man die Einschränkungen kompensieren kann.
Presse: Deazu rät mir meine Familie und viele Freunde. Damit könnte ich vielleicht für mich am ehesten ein gefühl von Gerechtigkeit erlangen, wenn die Stadt angeprangert wird. Könnte aber auch gegen mich kippen, oder?
Gar nichts tun. Hab schon genügend Zeit und Nerven in die Sache investiert.
Was würdet ihr tun? Hat hier jemand schon Erfahrung mit der Presse gesammelt?
Würde mich sehr über Feedback freuen,
LG
moonlife
vor einigen Monaten schrieb ich hier schon mal über meine berufliche Situation, vielen Dank noch mal für die damalige Unterstützung!
Eine kurze Zusammenfassunhg:
Ich habe eine leichte Halbseitenlähmung und eine Art Halbseitenblindheit.
In Israel habe ein, dem deutschen Sozialpädagogik ähnliches Studium gemacht, das in Deutschland nicht anerkannt ist, auf Grund dessen ich aber acht Jahre lang hier mit teilweise schwerst verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen gearbeitet habe. Nachdem immer klarer wurde, dass ich mit einem nicht anerkannten Studium niemals den Arbeitgeber wechseln könnte, entschied ich mich noch die Ausbildung zur Erzieherin zu machen. Nach der theoretischen Ausbildung muss man dann ein Anerkennungsjahr machen. Dieses wollte ich bei der Stadt absolvieren. Dort werden Erzieher auch händeringend gesucht. Doch die lehnten mich "basierend auf den Ergebnissen des amtsärztlichen Gutachtens" ab. Diese Ergebnisse sind meine Behinderung......und größtenteils falsch. (Z.B. steht da, ich könne nicht über zehn Kilo tragen (ich bin mit einem 20 Kilo Rucksack durch Spanien getourt).)
Mit viel Glück und Verspätung ergatterte ich noch eine andere Anerkennungsjahrstelle, wo ich bis heute ohne Schwierigkeiten wegen meiner Behinderung arbeite. Da ich mich diskriminiert fühlte, entschied ich mich zu klagen -und verlor den Prozess letzten Mittwoch.
Die Begründung: Es liegen nicht hinreichend Beweise vor, dass die Stadt gegen das AGG verstoßen habe. Man hat mir ja nicht wegen meiner Behinderung abgesagt, sondern wegen den ergebnissen der amtsärztlichen Untersuchung und davon abgesehen könne man nicht von der Stadt erwarten, dass sie das Gutachten korrekt lese, vielleicht hätte ich ja ein viel schlimmere Beeinträchtigung, die mich daran hindern würde, den Erziehungsdienst korrekt auszuführen.
Tja.....
Ja, ich bin behindert und das geht nun mal nicht ohne Einschränkungen vor, nur schränken die mich nicht beim Erziehungsdienst ein. Und selbst wenn, ich meine,die Stadt schreibt sich auf die Fahne ach so unheimlich behindertenfreundlich zu sein, alles fake.
Das kann man doch immer sagen, sobald eine Behinderung vorliegt......der Mann im Rollstuhl, der EDV Kaufmann ist, kann nicht von ganz oben die Aktenordner runter holen, das gehört aber zum Stellenprofil, also hui, das geht dann nicht, erfüllt Profil nicht, kein Verstoß gegen das AGG.
Nun überlege ich folgende Möglichkeiten:
Berufung: Unwahrscheinlich, habe ich nicht genügend Geld und auch keine Nerven mehr.
Das Gutachten anfechten, hat mir einer der Nebenrichter geraten: Hm.......wackelige Sache, kommt drauf an, wie sehr sich derjenige mit meiner Behinderungsform auskennt und ob er daran glaubt, dass man die Einschränkungen kompensieren kann.
Presse: Deazu rät mir meine Familie und viele Freunde. Damit könnte ich vielleicht für mich am ehesten ein gefühl von Gerechtigkeit erlangen, wenn die Stadt angeprangert wird. Könnte aber auch gegen mich kippen, oder?
Gar nichts tun. Hab schon genügend Zeit und Nerven in die Sache investiert.
Was würdet ihr tun? Hat hier jemand schon Erfahrung mit der Presse gesammelt?
Würde mich sehr über Feedback freuen,
LG
moonlife