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Probleme mit Motivation bzw. Ziele im Leben haben

Perturabo

Mitglied
Moin moin liebe Community,

ich habe vorher schon ein paar Mal hier geschrieben, meistens über meine allgemeine Depression. Nun diesmal geht es technisch wieder darum, nur bin ich inzwischen ein paar Schritte weiter. Folgende Situation:

Ich bin die Tage 24 geworden und so langsam gerate Ich unter starken Zeitdrang. Mein Studium ist verloren und auch wenn ich es absolut hasse etwas aufzugeben, muss ich leider erstmal einen neuen Weg einschlagen. Deswegen habe ich mich dazu entschieden eine Ausbildung anzufangen. Bin schon seit Oktober fleißig am suchen und habe auch schon ein paar Bewerbungen raus und einige Absagen bekommen. Die Absagen selber haben keinen Einfluss auf meine Moral, sondern ich habe bei den Gesprächen und Besichtigungen erkannt, dass ich nicht wirklich weiß was ich machen will. Aktuell arbeite ich nebenbei als studentische Aushilfe einen langweiligen 450 Euro Job (versuche da auch etwas besseres zu finden, vor allem wegen dem Geld) aber mehr ist bei mir aktuell nicht wirklich los. Ich habe grade extremen Druck von meinem Vater bekommen, was ich einerseits verstehen kann, weil ich seit meinem Abitur vor 5 Jahren keine Ergebnisse vorzeigen kann, gleichzeitig muss ich mich aber zum ersten Mal in meinem Leben gegen meinen Vater stellen, weil ich grade in einer kritischen Orientierungsphase bin in der ich einfach Zeit brauche.

Ich war auch bereits 12 Wochen in einer Tagesklinik, was mir sehr geholfen hat mich selber besser kennenzulernen und mehr über meine "Krankheit" (viele mögen den Ausdruck bei einer Depression nicht) zu lernen. Jetzt stehe ich aber an einem Punkt wo ich mehr machen will, aber weder die Motivation noch Energie aufbringen kann. Es ist ein bisschen schwer dies zu erklären. Ich rede nicht von Motivation morgens aufzustehen oder etwas zu erledigen, sondern ich rede mehr von Lebenszielen und das streben nach höherem. Ich bin mir bewusst dass einem im Leben nicht einfach alles in den Schoß fällt und das erwarte ich auch nicht, aber mir fehlt einfach schlichtweg der Antrieb etwas richtig zu wollen. Meistens sind es bei mir eintägige Stöße wo ich alles erledigen und machen will und am nächsten Tag ist wieder jegliche Motivation weg.

Es klingt etwas übertrieben, aber ich habe mir immer Hobbies, Job und Lebensziele so vorgestellt dass man zu 100% dahinter steht und alles dafür macht diese auch zu erreichen. Aber wenn ich wirklich hart darüber nachdenke, habe ich diese Träume, aber nicht die Energie und Motivation diese auch zu erreichen oder gar anzufangen. Und selbst die Träume und Ziele die ich besitze sind mal da und mal nicht da. Und ich stehe auch so gut wie gar nicht hinter ihnen. Im Grunde kann man sagen dass mir der aktuelle Weg aus der Depression gezeigt hat, warum ich depressiv bin und dass ich endlich raus will, nur weiß ich nicht wie und wohin mit mir selber. Es ist ein Teufelskreis.
 

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Werner

Sehr aktives Mitglied
Aber wenn ich wirklich hart darüber nachdenke, habe ich diese Träume, aber nicht die Energie und Motivation diese auch zu erreichen oder gar anzufangen. Und selbst die Träume und Ziele die ich besitze sind mal da und mal nicht da. Und ich stehe auch so gut wie gar nicht hinter ihnen.
Hallo Perturabo,
auch das Herausfinden, was man NICHT will,
ist ein Fortschritt, weil es ja die Anzahl der
Möglichkeiten einschränkt. Im besten Fall bei
zwei Optionen reduziert sie sich dann auf eine :)

Du willst nicht für 450 Euro jobben und von
deinem Vater abhängig sein. Das ist doch
schon mal eine gute Erkenntnis, die für die
nächsten 24 Jahre weiterhelfen kann.

Nach meiner Erfahrung in der Beratung und
im Coaching hängt Motivation, also anhaltende,
vor allem mit der Attraktivität des Ziels zu-
sammen. Man muss sich ja gegen die ganz
normale Trägheit des Lebens (oder gegen die
Entropie) stellen, seine vorhandene Energie
sinnvoll einsetzen.

Und da ist quasi die Bremse drin, so lange
gar nicht klar ist, wohin die Reise gehen soll
oder für was die Anstrengung dann nützt.

Manche erleben diesen Zustand als De-
pression. Ihre Lebensenergie ist quasi
unterdrückt und das ist sehr unangenehm.

Wie findet man attraktive Ziele? Ich denke,
durch Selbstbeobachtung und dadurch, dass
man sich andere Menschen und deren Tätig-
keit anschaut (oder auch mal mitmacht).

Rein von Natur aus ist ja klar, wofür man
lebt: Überleben, Fortpflanzen, den Nachwuchs
großziehen.

Der Rest – und davon sprichst du hier – ist
Kultur. Also was du aus deiner vorhandenen
Freiheit heraus machen WILLST, was dich
reizt, lockt, herausfordert, animiert, freut etc.

Da die Anzahl der Ausbildungsberufe begrenzt
ist, kannst du dir schlicht die Liste vornehmen
und alle durchstreichen, die für dich NICHT in
Frage kommen. Und beim zweiten Durchgang
die durchstreichen, die du dir eher weniger
vorstellen kannst (also nur zur Not, wenn es
ums existenzielle Überleben ginge). Dann
bleiben vielleicht noch 5-10% übrig. Und da-
von gibt es nur bei der Hälfte vielleicht Aus-
bildungsplätze in deiner Gegend und noch
weniger sind überhaupt frei.

Am Ende bleiben vielleicht zehn Möglichkeiten
oder weniger – und die musst du dir live und
in Farbe anschauen und beobachten, welche
davon dich "anzieht" und attraktiv erscheint.
Also nicht die Ausbildung an sich, die ist fast
immer nervig zu großen Teilen, sondern den
Beruf, den man damit ausüben kann.

Ist schon ein bisschen Arbeit, aber wie ich aus
deinem Posting lese, bist du ja bereit, an dir
und deiner "Kultivierung" zu arbeiten und dir
sogar Hilfe von Experten zu gönnen, was ja
viele nicht schaffen.

Also dranbleiben und Schritt für Schritt vor-
gehen. Nächster Schritt: . . . . . . . . . . . . . ?

Alles Gute,
Werner
 

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