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Probleme mit meinem Coming Out ...

darkfantasy

Mitglied
ich weiß irgendwie nicht, was ich machen soll. Ich bin ungeouteter Schwuler und irgendwie lebt in mir seit Wochen der Wunsch, mich zu outen. Doch ich hab Angst davor und das teils nicht wirklich begründet.
Zunächst einmal möcht ich sagen, dass ich mich voll akzeptiere. Ich weiß es in etwa seit 4 einhalb Jahren, ich habe gelernt damit umzugehen. Es ist ein Teil von mir, ich sehe es als normal an ... ich würde mich niemals dafür hassen, wie ich bin, denn ich kann ncihts dafür und bin mir 100% sicher, dass es ncit bloß eine Phase ist. Ich habe oft gelesen, dass es bei Jugendlichen nur eine Phase sit, doch ich bin mir eig. absolut sicher, dass ich schwul bin.
Nun weiß ich aber nicht ganz, wie ich mit dem Coming-Out umgehen soll, ob ich es überhaupt tun soll, wo und bei wem ... die Situation erschwert sich für mich irgendwie durch einen Klassenkamerad, nenn wir ihn L. L ist auch homosexuell, er hatte sein C.O. vor 2 Jahren, für die Klasse udn alle war es ein Schock, wir haben usn alle mit dem Thema auseinandergesetzt, alle akzeptieren ihn. Ich weiß nicht, ob er aufgrund des C.O.s Diskriminierung erfahren musste, er ist ein furchtbar netter Mensch und kommt auch gut mit der Situation klar. Er hatte auch schon Beziehungen, er spielt Theater, was das Schwul-Sein angeht, hat er ein echt tolles Leben.
UNd so unverständlich das vllt. auch klingt: Mir setzt das zu. Zunächst einmal halt ich mich selber daher manchmal für ein wenig feige, dass ich nciht so mutig wie er bin, ein C.O. zu machen ... aber was mcih noch mehr stört: dadurch habe ich Sorgen, was mein C.O. angehen könnte. Denn sollte ich je den Schritt wagen udn mcih tatsächlich outen, so befürchte ich immer, dass die Leute es dann als "keine große Sache" ansehen. Sie haben das alles schonmal erlebt. Ich habe Angst, sie würden dann nciht wertschätzen, was es für mich für ein großer Schritt ist. Wie belastend es ist, wie viel Mut es erfordert, ich habe da sehr große Sorgen, dass sie nicht verstehen, wie besonders ich das finde ... was mich da noch mehr stört, ist, dass einige es bereits (meist spaßeshalber) vermutet haben und es für sie dadurch auch nicht mehr überaschend kommt ... das macht die Sache irgendwie weniger besonders, aber für mich ist sie besonders, sehr sehr besonders ...
Ich habe mich noch vor niemandem geoutet ... ich will es, aber irgendwie ... ich weiß nicht, es klappt einfach nicht so gut ... ich weiß, dass meine Mutter es sofort verstehen könnte (sie ist sehr tolerant, hat mcih immer unterstützt, mir gesagt (früher), egal wen ich lieben würde, es wäre ok für sie und sie unterstütze mich) ... meinem Vater werd ich es aber nie sagen können (was ich schade finde), denn er versteht andere Menschen nicht, ist sehr ingstirnig, konservativ, hat Probleme mit anderen menschen (und mir) umzugehen oder sich einzufühlen ...
abe rich weiß auch nicht, wie meine Freunde reagieren. Ich könnt mich natürlich vor L outen, der hätte sicher Verständnis ... das Problem ist: ich mag ihn sehr und ich will nichts überstürzen bei ihm ... (wenn ich es genau nehme, glaube ich sogar gefühle für ihn zu haben, ich muss schaun, wie sihc das entwickelt, bevor ich ihn mit sowas überfalle) ...
meiner besten freundin würd ich es serh gerne sagen, doch sie ist seit monaten krank, wenn ich diesen Schritt schon wage, finde ich, es sollte persönlich und an einem besonderen Ort sein ... meiner anderen guten freundin könnt ich es sagen, aber ich möchte einen Menschen, der die Situation sofort gut versteht und mich besser unterstützen kann und beraten kann, als sie ...
generell möcht ich eig. das C.O. vor der gnzen Klasse machen, einfach um mehr ich selbst zu sein ... doch ich bin nicht so beliebt oder nett wie L, ich habe Angst, sie könnten es als Vorwand nehmen um mir mein leben schwer zu machen (auch wenn cih ihnen eig. keine Diskriminierung aufgrund von H.sex. zutraue ...) und da ich nächstes Jahr auch noch in ein Profil mit lauter Menschen komme, von denen ich keine Ahnung ahbe, wie sie zu so etwas stehen bin ich sehr kritisch ...
zusammenfassend: ich will das C.O. umbedingt und ich habe auch keine Angst ich selbst zu sein, für mich einzutreten und auch nicht vor eventueller Diskriminierung ... aber dennoch schaff cih das C.O. nicht, irgendwie bei niemandem ...
Wer kann mir helfen? erfahrungen sagen und Ratschläge geben? was soll ich tun? danke im voraus
 
Hallo darkfantasy,
vielleicht solltest du es selektiv machen und es
nur Einzelnen erzählen, nicht großen Gruppen
gleichzeitig. So kannst du dann auf Fragen ein-
gehen und diejenigen fühlen sich auch ernst
genommen. Irgendwie ist es ja heute schon
fast normal, dass jemand homosexuell ist, da
würde ich keine so große Geschichte daraus
machen und es vor der ganzen Klasse erzählen.
Du bleibst ja trotzdem ein Mensch 🙂 und für
viele Leute ist es unerheblich, wie deine sexu-
elle Orientierung ist (ich tippe mal, für die aller-
meisten). Du erzählst ja auch nicht jedem deine
Blutgruppe ...

Was anderes scheint es mir, wenn jemand sein
Geschlecht wechselt (habe ich im Bekanntenkreis
zweimal erlebt bisher). Das hat schon gewaltige
Veränderungen zur Folge und da fand ich es
gut, dass die sich offen geäußert und die Sache
erklärt haben.

Gruß, Werner
 
Hallo darkfantasy,

Ich kann dir leider keine allumfassende Lösung für dein Problem anbieten, habe aber erst vor kurzem auch einen Schritt in diese Richtung gemacht, und würde dir desweiteren gerne ein paar Fragen stellen, die sich mir aufgetan haben, als ich deinen Text gelesen habe.

Also erstmal zu meiner Situation, meiner Erfahrung bezüglich Coming Out.

Bei uns in der Familie war es immer so, dass ich sehr zurückgezogen gelebt habe, nie richtig verstanden, meistens alleine im Zimmer. Auf emotionaler Ebene hat bei uns in der Familie sehr wenig stattgefunden, aber meine Eltern haben mich immer geliebt, das weiß ich. Es besteht die Möglichkeit, dass die Mutter mit ein Grund für mein "Uferwechseln" war. Die Mutter war immer sehr abgeneigt gegenüber jegliche Art der Bindung zwischen Mann - Frau, Mann - Mann (sie hat 3 Söhne). Immer wenn sich im Fernsehen jemand geküsst hat, musste sie das immer mit Ekelgefühlen kommentieren, und wenn man dann mal ein Schwulenpaar im Fernsehen gesehen hat, hieß es auch schon mal "Pfuiteufel". Bis zu meinem Abitur habe ich zuhause gelebt, und ich glaube, bin mir sogar fast sicher, dass sie mit der Zeit alle irgendwie Verdacht geschöpft haben, ich könnte schwul sein. Also die Grundeinstellung, so wie ich sie damals bei meiner Familie beurteilt habe, war deutlich negativ gegenüber Schwule.

Als ich zu studieren begonnen habe, haben mich meine Eltern finanziell unterstützt. Am Studienort habe ich dann einen mann kennengelernt, mit dem ich nun auch zusammen wohne. Ich bin 24 und dieser Mann ist 51. Wieso ein Älterer? Dafür gibt es Gründe (trage leichte Züge von Autismus und Asperger in mir, und wurde als Hochsensibel eingestuft, weshalb ich mich besser mit älteren Menschen verstehe, und ich ein Gefühl der Sicherheit habe), um die es jetzt aber nicht geht.

Nunja, am Anfang habe ich noch versucht, irgendwie damit klarzukommen, mit einem älteren Mann zusammen zu sein, und gleichzeitig meinen Eltern zu erzählen, ich würde einfach ganz normal in meiner Studentenwohnung studieren. Irgendwann wurde mir der Druck aber zu groß, und es hat mir immer wehgetan, wenn ich meine Eltern anlügen musste, weil ich mich nicht traute, ihnen die Wahrheit zu erzählen.

Bis ich eines Tages dann einen Brief geschrieben habe, in dem ich mich erklärt habe. Den Brief habe ich an meinen Vater geschickt. Habe ihn darin gebeten, die Sache ein paar Tage auf sich Ruhen zu lassen, damit er sich eine Meinung dazu bilden kann um es dann auch den Rest der Familie zu erzählen.
Ich habe mir natürlich gedacht, die Mutter würde völlig ausrasten, aber erstaunlicherweise war sie diejenige, die damit am besten umgehen konnte. Aber auch bei meinem Vater hatte ich Angst, dass er Probleme mit dem großen Altersunterschied hat. Das hatte er zu Beginn auch. Aber mit der Zeit konnte er gut damit leben.

So haben sie mich nun akzeptiert, und mir ist damals endlich der große Druck von den Schultern genommen worden.

Ich wäre aber niemals auf die Idee gekommen, mich vor meiner kompletten Klasse oder vor meinen ganzen Studienkollegen zu outen. Die Menschen, die mir wichtig sind, wissen, dass ich schwul bin. Wenn der Rest es vermutet, dann sollen sie das tun. Wenn die irgendwie negativ dem gegenüber eingestellt sind, dann ist mir das egal.

Wieso sollte ich Leuten, mit denen ich nichts zu tun habe, etwas persönliches und intimes über mich erzählen. Wenn sie es akzeptieren, dann ist es ihnen egal. Aber wenn sie ein Problem damit haben, dann lassen sie dich das auch spüren.

Meine Meinung:

Rede mit den Leuten, die dir wichtig sind. Erklär ihnen die Situation, beantworte ihre Fragen. Der Rest kann sich ja denken was er will. Was erwartest du dir denn für eine Reaktion von den Menschen? Es ist doch gut, wenn sie keine große Sache draus machen oder nicht?


Du schreibst, dass du dich vor der ganzen Klasse outen willst, um einfach mehr du selbst sein zu können.
Denkst du denn, dass du dich momentan irgendwie verstellst?
Was würde sich an deinem Verhalten ändern, wenn die Menschen über deine Homosexualität Bescheid wüssten?

Falls diese Fragen zu persönlich sind, dann entschuldige ich mich. Würde mich einfach mal interessieren, um das mit mir selbst zu vergleichen

Viele Grüße
 
danke werner und dem anonymen Gast ...
also es verlangt mir schon einiges ab, dass ich irgendwie nicht bekennender Schwuler bin, einfach weil ich finde, dass man so man selbst ist und zu sich steht. Ich glaube, dass ich dieses Bedürfnis habe, mich selbst anderen zu offenbaren, liegt einfach an mir. Ich bin eig. schon immer so gewesen. Geheimnsse von anderen, kein Problem, aber meine Geheimnisse ... ich mag es eig mehr, ein offener Mensch zu sein ...
@ werner: naja, nur weil andere das nicht offenlegen, heißt das nicht, dass man es nicht tun sollte, weil es ja auch Selbstverwirklichung bedeutet und (wenn meine Blutgruppe besonders wäre, würd ich es vllt schon erzählen, so bin ich nun mal ...) zumindest werd ich es einzelnen erzählen, ich weiß nur nicht wie oder wann, cih möcht es aber unbedingt, weil ich menschen möchte, mit denen ich mich darüber austauschen kann ...
@ gast :also ich finde einen so imensen Altersunterschied zwar ungewohnt, aber wenn es echte Liebe ist, dann geht es doch eig. voll in Ordnung, da ihr beide erwachsen seid 🙂 ...also deinen Rat, gegenüber Menschen, mit denen ich nichts zu tn habe, teile ich eig, und kann ihn auch voll verstehen, nur es hat ja auch was vonwegen proud to be gay und zu sich selbst stehen, daher meine Zweifel ...
ich weiß ehrlich gesagt nichtmal, ob ich mcih verstelle. Ich denke schon, ja. Ich meide abichtlich immer solche Themen bei anderen, da ich irgendwie auch etwas unsicher in bezug auf mein Äußeres bin und dann denke,d ass eh nie jemand mit mir zusammen sein könnte, weswegen die Sache mit dem Ungeouteten das noch irgendwie verstärkt ...
ich weiß nicht, was sich an meinem Verhalten ändern würde, ehrlich gesagt, amch ich sowas zum ersten mal ... aber ich weiß, dass ich mcih befreiter fühlen würde, ehrlicher, mehr wie ich ... dass eine Art Geheimnis von mri genommen würde, was mich nciht mehr belasten würde und ich würde mich ehrlich gesagt (klingt komisch) gern darauf einlassen, dass einige homophob sind, einfach, weil ich dann stolz und ich selbst wäre ... sie würden es mich spüren lassen, da hast du recht, aber ich glaube, und das klingt beängstigend, irgendwie will ich das auf eine verquere Art, damit ich ihnen zeigen kann, wie normal udn toll es eig. ist ... hm
 

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