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Probleme mit einer Person

Linda Kremer

Aktives Mitglied
Hi!
Ich wünsche erstmal frohe Weihnachten 🎄

Wie aus der Überschrift zu lesen, habe ich ein Problem mit einer Person (dass ich gerne los hätte).

Wenn ihr meine vorherigen Threads, besonders die ersten kennt, es geht um diese Person, die ich von der Arbeit kenne und mit der ich mich über meine Erlebnisse/mein Leben und Dinge die mich belasten ausgetauscht habe.

Alles fing so an, dass er mich auf die epileptischen Anfälle meines Bruders angesprochen hat. Ich hatte bisher nie davon geredet, eigentlich mit niemandem, weil es mich große Überwindung kostet. Er wusste davon aber über meine Eltern.
Naja, und damals hat mich das irgendwie ziemlich aus der Bahn geworfen. Ich hatte meinen ersten Flashback bei der Arbeit und meine emotionale Stabilität hat rasant stark abgenommen.

Ich versuchte dann ihm zu sagen, dass es mir sehr schlecht damit geht, wenn ich über die Krankheit meines Bruders reden soll und das ich es lieber lassen würde. Das war für ihn auch kein Problem. Hinzu habe ich dann aber noch den Wunsch verspürt (oder eher den immens starken Drang) ihm noch zu sagen, wie schwer die Lage für mich ist, und dass ich irgendwie das Gefühl habe es wäre wie ein großer Damm jetzt gebrochen. Und dann musste ich heulen. Ich hab mich nicht ganz losgelassen und hab dann auch mir es wieder schnell verboten. Naja…

Danach ging es mir noch schlechter jeden Tag. Dadurch, dass er die einzige Person war, bei der ich so offen war, habe ich auch weiter mich bei ihm etwas ausgesprochen bzw hat er meine Laune erlaubt. Bei ihm musste ich mich sozusagen nicht mehr verstellen.

Worauf ich hinaus will ist, dass ich jetzt (oder schon seit Anfang an) bei ihm eine große Angst verspüre. Weil ich das Gefühl habe, er kenn mein wahres ich (was ja auch teilweise stimmt). Da er nicht oft im Büro ist, merke ich den Unterschied zu den Tagen an denen er da ist sehr stark. Und ich ertappe mich auch jeden Morgen zu checken, ob er heute da ist oder nicht.

Es ist ein langer Text geworden und ich weis nicht ob ich diese Sache verständlich erklären konnte. Ich würde gerne wissen, ob ich die Person auf meine Angst ansprechen sollte? Ob jemand sowas kennt?

Ich will noch betonen, er hat mir nichts getan. Und er ist mir nie zu nahe getreten. Ich habe diese Angst nur bei Personen, die meine dunkle Seite kennen.

Ich wünsche euch noch ein frohes Fest💝
 
Verhalte dich ganz normal ihm gegenüber. Du hast nichts falsch gemacht, sondern du hast dich ihm gegenüber geöffnet.

Ich denke er wird das zur Kenntnis genommen haben und dich in Zukunft mit dem belastenden Thema nicht mehr ansprechen.

Niemand muss immer gut drauf sein. So ziemlich die meisten Menschen haben ihre ganz eigenen Sorgen und Herausforderungen. Dir braucht es deshalb nicht unangenehm sein, wenn du Emotionen zu lässt die nicht "purer Sonnenschein" sind.
Wie oft hörst du dir die Probleme anderer Menschen an?
Ich denke manchmal öfter als einem lieb ist.

Du zeigst damit Menschlichkeit und das ist niemals eine Schwäche oder eine "dunkle Seite" deiner Person.

Ich wünsche dir ebenfalls ein schönes Weihnachtsfest 🎄🎁🤗
 
Welche dunkle Seite?
Du hast ihm erzählt, wie sehr dich die Krankheit deines Bruders belastet und warst emotional.
Etwas Dunkles kann ich hier nicht erkennen, weswegen du dir Sorgen machen müsstest.
Ich verstehe ja im Prinzip. Und mit dunkle Seite meine ich eben meine emotionalen Abgründe. Ich war eine Zeit lang ziemlich fertig.
Ich weis aber nicht, wie ich nicht mehr diese Angst haben soll. Ich hab auch das Gefühl, dass ich bei ihm immer in der Gefahr bin, wieder mich „gehen zu lassen“. Und am Ende wieder schwach zu werden.
Meint ihr es wäre gut, es mit ihm zu besprechen?
Linda
 
Ich würde das nicht mit der Person besprechen. Du fühlst ja jetzt schon schlecht, weil du dich ihm geöffnet hast. Ein erneutes Gespräch bringt doch alles wieder hoch.

Belasse es bei einem kollegialen Verhältnis und suche dir für Gespräche über deine Gefühle Personen außerhalb der Arbeit, bestenfalls einen Therapeuten.
 
Arbeit ist Arbeit. Da spricht man am besten nicht über sein innerstes.
Hast Du niemanden außerhalb der Arbeit mit dem Du sprechen kannst?
Ich sehe im übrigen nicht, dass Du was falsch gemacht hast.
Die Info hat er ja von Deinen Eltern. Dein Bruder kann ja nichts für seine Krankheit.
 
Hast Du niemanden außerhalb der Arbeit mit dem Du sprechen kannst?
Nee, nicht wirklich. Und damals erst recht nicht. Ich würde aber so gerne diese Angst los werden, weil es mich immer sehr aus der Ruhe bringt, wenn er mal im Büro ist. Ich werde dann wieder zu dieser Uncoolen Person, die ich damals war und habe Angstatacken und Schweißausbrüche und muss sehr viel Energie aufbringen um nicht ein sehr schräges Verhalten an den Tag zu bringen. Das ist ja nicht normal. Und mir tut die Person auch leid, weil er es garnicht verdient hat, dass ich Angst vor ihm habe.
Es ist aber so als würde meine Maske runterfallen, wenn er da ist, weil ich ihn nicht anlügen kann, so wie ich es sehr erfolgreich mit allen anderen mache. Bzw lüge ich nicht sondern bin eben nur nie die traurige Person, die ich bei ihm war.
Und wenn er dann mal da ist, fühle ich eine sehr starke Unstimmigkeit in mir.
LG
 
Du erwartest, dass die Person deine Gefühle abstellt, wenn du mit ihr sprichst.

Das kannst aber nur du selbst tun, eventuell mit therapeutischer Unterstützung.
 
Meint ihr es wäre gut, es mit ihm zu besprechen?
Das musst du wissen.
Ich würde es nicht, denn ich wüsste nicht, was es darüber zu sprechen gibt. Du hast ihn ja kein Geheimnis anvertraut oder irgendwas Schlechtes, was ein negatives Bild auf dich werfen würde.
Du warst einfach nur emotional, was menschlich ist. Er wollte wahrscheinlich nur etwas Smalltalk betreiben und keinen wunden Punkt bei dir treffen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Leute!
Ich hoffe mein Eintrag erscheint für alle unter den neuen Einträgen und jemand kann mir doch nochmal helfen.

Ich nenne die Person mal N. Mit dieser Person ist mir ganz zu beginn passiert, dass ich über ihm gelästert habe. Also nicht brutal, aber gesagt, dass ich ihn nicht mag. Meinen Eltern habe ich auch von ihm erzählt. Da ist rausgekommen, dass meine Eltern ihn kennen. Ich hatte gerade meinem Vater im Treppenhaus von ihm erzählt, da sagte mir mein Vater, ich solle nicht so über ihn reden. Er hat zwei kranke Kinder. Ich solle ihn einfach nett behandeln.

Ich war ziemlich geschockt und fühlte mich sehr schlecht, als Lästermaul und hatte schon einen Klos im Hals und hätte losheulen können. Mein Vater merkte das nicht und schloss die Wohnungstür auf. Da meine Mutter und mein Bruder schon zuhause waren, habe ich mit aller Kraft mir das Heulen verbissen.

Seit diesem Ereignis kann ich N. nicht mehr normal begegnen. Zudem ist mir seit dem einiges mit ihm passiert. Er hat mich auf die Epilepsie meines Bruders angesprochen, hat mir von seinen Kindern erzählt, auch dass sie krank sind (da habe ich so getan, als hätte ich nichts davon gewusst), ich bin in mein Stimmungstief gerutscht, das über Monate andauerte und habe mich bei ihm manchmal „anlehnen“ können und einmal habe ich eben sogar geheult. Weil ich die ganze Last nicht mehr ausgehalten habe.

N. war nie schlecht zu mir, aber es hat sich eine riesige Angst in mir zu ihm aufgebaut. Ich habe über diese Angst mal mit einem Psychologen geredet und meinem besten Freund gestern. Beide haben unabhängig von einander mich gefragt, ob ich vielleicht in N. verliebt bin. Ich würde es eigentlich verneinen, obwohl ich ihn als Person mag. Aber ich glaube nicht verliebt zu sein.

Andererseits verstehe ich meine extreme Angst vor ihm nicht. Ich kann mit N. chatten. Aber gestern zB habe ich ihn auf unserer Firmenparty getroffen. Ich war so fertig, dass ich kaum normal mit ihm reden geschafft habe. Mein Gesicht verzieht sich immer dann so seltsam, weil ich zu lächeln versuche, aber ich bin mir sicher, er sieht meine extreme Verspannung.

Ich denke manchmal, es wäre gut mit N. darüber zu reden, aber ich habe keine Ahnung ob das helfen kann.

Auch wenn er manchmal ins Office kommt (meistens ist er im Homeoffice) habe ich erhöhte Herzfrequenz, erröten und disse angespannte Mimik, die sich nicht kontrollieren lässt.

Es ist mittlerweile sehr unangenehm für mich, ihn überhaupt zu sehen. Dabei ist er ein netter Kollege, der auch kommunikativ ist. Ich würde eigentlich gerne ganz locker ab und zu, wenn er da ist, mal mich unterhalten. Gerade auch deswegen, weil er mich besser kennt als die meisten (mein Bruder, meine eigenen Gefühle).

Was soll ich tun?
Kennt jemand sowas? Wie beendet man so ein Gefühls Wirrwar? Und ich bin doch nicht verliebt? Ich kenne das Gefühl noch nicht.

Linda
 

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