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Probleme mit 19jährigem

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Maren_1962

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Hallo zusammen, brauche mal dringend einen Rat: erziehe meine Kinder seit Jahren allein, meine Tochter ist jetzt fast 17, eigentlich sind beide tolle Kinder. Ich glaub, ich hab ihnen auch immer gezeigt, dass ich hinter ihnen stehe und sie sich felsenfest auf mich verlassen können, und gebrannt hat´s schon oft (vom Vater kam nie Interesse geschweige denn Unterstützung). Leider hab ich auch finanziell - wenn auch mit viel Gemecker - unterstützt, soweit ich konnte, und jetzt hab ich die Quittung: vom Großen fühl ich mich, gelinde gesagt, heftigst ausgenutzt. Der pumpt mich an, zahlt dann nie zurück, sein Auto läuft auch mich, er vergisst, seine Strafzettel zu zahlen, ich überweise natürlich auf seine Versprechungen hin, alles wieder zurückzuzahlen - jetzt geht er in Urlaub, ohne seine SChulden bei mir auch nur zu erwähnen, sein Zimmer sieht aus wie ein Schlachtfeld, demnächst wirds da anfangen zu leben, er vertröstet mich immer auf "morgen", geht aus und ein wie es ihm grad passt - dabei ist er ein Charmebolzen, der mich oft einfach immer wieder um den kleinen Finger wickelt. Aber heut wars mir zuviel und ich hab ihm gesagt, mir wäre es fast recht, er würde sich eine Wohnung suchen, damit ich mich nicht mehr über ihn aufregen muss. Dabei kann er sich in der Ausbildung gar keine leisten, er jobbt sogar nebenher, schmeißt sein Geld aber mit vollen Händen raus ohne zu wissen wohin. Ich will doch nur, dass er Eigenverantwortung übernimmt - bin ich zu hart? Bin ich eine Ego-Mutter, weil ich mein Geld wieder will? (Er gibt auch nichts ab zuhause). Weiß nicht ob ich ein schlechtes Gewissen haben muss oder ob ich recht hab - er fühlt sich offensichtlich völlig genervt von mir. Ich hab ihm sogar angedroht, sein Auto abzumelden - gehe ich zu weit oder ist das nur konsequent? Bin so ratlos. Und außerdem mit den Nerven jetzt völlig zu Fuß. Außerdem ärgern mich seine leeren Versprechungen - für jeden andern springt er, bloß ich muss immer betteln - ist das immer so?
 
Hallo Maren,

nein, du bist weder eine Ego-Mutter, noch eine schlechte Mutter!

Das Auto deines Sohnes läuft auf deinen Namen, obwohl er eine Ausbildung macht und somit selbst (wenn vielleicht auch nicht viel) Geld verdient. Das ist mit Sicherheit keine Selbstverständlichkeit. Die Tatsache, daß er bei dir kostenkos wohnen darf, sollte ihn eigentlich bereits davon überzeugen, wie gut er es hat.

Andere geben mit Ausbildungsbeginn einen monatlichen Obulus für Unterkunft und Verpflegung zuhause ab. In meinem Freundeskreis (alle um die 30 Jahre) war das während der Ausbildungszeit eine Selbstverständlichkeit.
Würde er alleine wohnen, wären seine monatlichen Ausgaben sicherlich ungleich höher (Miete, Strom, Telefon, Zeitung, Lebensmittel etc.) von dem zusätzlichen "Service" (waschen, bügeln, kochen, hinterherräumen etc.) ganz zu schweigen.

Was sagt denn deine Tochter? Versteht Sie dich? Oder hält sie eher zu ihrem großen Bruder?

Mach dir keinen Kopf wenn du jetzt konsequent bist (sein muss). Bleibe bei deiner Meinung und halt durch.

Wünsche dir viel Erfolg!

Grüß dich recht herzlich
Sonja
 
Hallo Maren,

also zunächst einmal: deine Kinder sind keine Kinder mehr und dein Sohn mit seinen 19 müßte an sich schon vollkommen selbständig sein.
Lass dir kein schlechtes Gewissen machen, wenn du Eigenverantwortung von ihm erwartest.
Schwer wird es nur wenn die vorherige Pädagogik nicht schon von vornherein genügend gegenseitige Achtung verlangt und produziert hat.
Es geht in allen Beziehungen ständig um größere oder kleinere Machtrangeleien und Herrschaftsverhältnisse, d.h. darum wer ausnutzt oder ausgenutzt wird, wer das Sagen hat etc. oder ob Demokratie erwartet wird. Entscheide dich für deine Rolle und was du für dich erwartest und setze das dann durch.
Und verkauf dich nicht zu billig für ein charmantes Lächeln oder charmante Worte, oder laß dich durch deine Muttergefühle und/oder Verlustängste korrumpieren, Was zählt sind Taten, insbesondere im Haushaltsbereich....oder später im Berufsleben....es sein denn dein Sohn wird Schauspieler oder Heiratsschwindler....
Mach nen Wochenplan setzte Fristen und wenn es nicht klappt: Kündigung
Stelle Regeln auf, übernimm keinerlei Verantwortung für seine Schulden. Er ist erwachsen und selber zuständig dafür...
Du tust deinem Sohn nicht den allergeringsten Gefallen, wenn er zu Hause "Prinzenstatus" hat und damit draußen in der Welt weiterarbeiten soll....ich glaube das programmiert im Berufsleben und auch anderswo ziemliche Schwierigkeiten vor...
Mach deinen Sohn fit für die Realität und mach nen Schnellkurs in Verantwortungsübernahme mit ihm.
Viel Glück, bzw eher Fürstinnengeschick* und Durchsetzungsvermögen dabei!
Tyra

* Buchemfehlung: Harriet Rubin: Machiavelli für Frauen
 
Vielen Dank für Euren schnellen Rat. Ich glaub, der weiß schon, wie gut er es eigentlich hat. Die eigentliche Problematik liegt wahrscheinlich an meiner eigenen Harmoniebedürftigkeit und an diesem "Alleinerziehendem-Syndrom" (ewiges Schuldbewußtsein wegen Scheidung und schuld sein und den Kindern alles mögliche deswegen abnehmen wollen) Meine Tochter ist mit ihrer eigenen Pubertiererei so mit sich selbst beschäftigt, dass sie das meiste auch gar nicht mitbekommt. Letztendlich muss ich wohl erst mal mich selbst erziehen und Konsequenz üben.
 
Du bist keineswegs hart...eher sehr inkonsequent.
Deine Kinder nehmen nur,was Du anbietest.Warum sollen sie ab jetzt anders reagieren?
Dein Sohn ist erwachsen.Du gibst freiwillig Deinen Unterhaltsanteil in Naturalien.WARUM??
Ihm steht eine bestimmte Summe monatlich zu...von Dir UND!!! dem Vater.
Sein eigenes Einkommem wird eingerechnet.Ein geordnetes Zusammenleben funktioniert nicht.Glaub nicht an Wunder!!!
Ein Feilschen und Betteln ist unsinnig.
Handle ruhig...aber konsequent.Die Aufwendungen f.Auto sind AUCH Unterhalt---oder halt Geschenk.
Er kommt bald auch allein klar...gib ihm die Chance.Vom Vater u.Dir je nach Einkommen ein Teil..dazu das Kindergeld...er verdient selbst--- gut.
Hilf bei eigener Bude.Sonst lernt er es nie.
Sein Zimmer ist eigentlich ab 18 tabu fuer Dich.Wenn er jedoch drin TIERE zuechtet...ein Grund mehr zum Rauswurf aus Eurer Wohngemeinschaft....
Du bist NICHT mehr verantwortlich . Er muss endlich selbst lernen ,Haushalt zu betreiben.
Das geht oft NUR in eigner Bude.Was erwartest Du....
Auf Deine Kappe geht,dass er nicht begriff,dass es Euer GEMEINSAMER Haushalt ist.
Eher Arbeiten und Verantwortung fuer Gesamtzustand der Wohnung delegieren...er ist volljaehrig. lass ihn doch mal ALLES regeln.Er muesste es normalerweise ab 18 koennen..da kann er ja auch heiraten...Kinder erziehen...

Wen Du jetzt sagst.....na HILFE...dann hast Du was falsch gemacht...wer sonst...er nimmt die ganze Hand...weil er Dich kennt...und Du nicht nur den kleinen Finger meintest bisher.
 
Es steht ihm insgesamt 640 Eu zu.
Evl.noch Ausb.beihilfe.
Angesichts der Hoehe des ALG2 ist das auch ausreichend.
 
Hi nochmal,

mit deinem Alleinerziehendensyndrömchen hast du bestimmt recht. Du versuchst evtll aus unterbewußten Schuldgefühlen od.ä. auszugleichen und deinen Kids die normalen Härten des Lebens -inklusive Hausarbeiten etc.- zu ersparen.....Das hilft den Kids aber nicht, sondern die entwickeln sich allenfalls zu recht verwöhnten Bälgern, die in Mami ne bequeme Haussklavin sehen...
Wissenschaftliche Forschungen haben übrigens ergeben, dass alleinerziehende Mütter gerade ihren Söhnen ggü stets zu nachsichtig und verwöhnend ggü stehen....Da hilft nur: bewußter auf die eigenen Handlungen gucken und ein bißchen mehr nach dem Motto: "Fordern statt Verwöhnen" zu agieren.

Wünsche dir dazu genügend Konsequenz und Selbstwertgefühl. Mach dir das Leben leichter und bequemer und laß die Kinder mal ein bißchen für dich springen...eine Hand wäscht schließlich die andere!

Gruß
Tyra
 
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