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Probleme einer Angehörigen

Aurelia93

Neues Mitglied
Hallo,
ob ich hier richtig bin, weiß ich nicht. Aber eines weiß ich: Es ist unerträglich.
Mein Mann ist meines Erachtens nach schwer betroffen. Er zerstört am schlimmsten seine Nagelbetten, puhlt aber auch ständig an anderen Körperstellen herum, hat schon überall Narben, reißt oder kaut die Fingernägel bis auf´s Fleisch ab, ist ständig mit den Fingern in der Nase, reißt Häärchen heraus, kratzt intensiv den Kopf, die Arme.... Ich ertrage das nicht mehr!!! Was kann ich tun? Vllt. können mir andere Betroffene erklären, wie es für mich erträglich machen kann. Es tut mir körperlich weh, wenn ich sehe, dass die Nagelbetten offen und blutig sind. Es geht pausenlos, den ganzen Abend... Als ich ihn kennen gelernt habe (vor 36 Jahren), waren die ersten zarten Anzeichen dafür erkennbar. Ich habe das damals nicht als krankhaft erkannt, es war auch nicht halb so schlimm wie jetzt. Mit der Zeit wurde es immer schlimmer und schlimmer. Wenn ich etwas gesagt habe, wurde das ignoriert. Angeboten habe ich, therapeutische Hilfe zu vermitteln, wenn er das möchte. Aber er sagte mir direkt ins Gesicht: Das will ich nicht! Also bleibt es so...
Wenn ich für räumliche Distanz sorgen würde (was in dieser winzigen Übergangswohnung, in der wir noch bis März wohnen, nicht geht), sind wir beide nur noch allein, getrennt. Ist das der einzige Weg?
Wie macht ihr das, wenn eure Partner an ihre Grenzen kommen? Wie kann ich mich selbst schützen? Es stresst mich nur noch.

Meine beste Freundin hat eine Hauterkrankung. Wenn ich neben ihr sitze, was in der Vergangenheit durch eine Bildungsmaßnahme häufig vorkam, popelt sie ebenfalls ständig in ihrem Gesicht herum und versucht, Hautschüppchen abzurupfen. Im Moment sehen wir uns wenig, so dass der Stress dort nicht gegeben ist.

Es würde mich freuen, wenn Betroffene mir raten könnten. Mir fehlen die Ideen... Es gibt auch keine medizinische oder therapeutische Hilfe für Angehörige wie mich.

Aurelia93
 
Hallo @Aurelia93

Es tut mir Leid, dass du dich in dieser Situation befindest.

Es gibt definitiv auch Hilfe für Angehörige.
Schau mal hier:


Als erste Anlaufstelle kannst du auch die Telefonseelsorge anrufen.

Was ich dir ganz dringend mitheben möchte: Unterstütze deinen Mann nur soweit, dass du nicht selbst dabei untergehst. Die Situation ist auch für dich sehr belastend und auch du musst auf deine Bedürfnisse achten. Es obliegt auch deinem Mann, die Situation in den Griff zu bekommen. Du kannst ihn unterstützen; aber es ist nicht deine Verantwortung.

Alles Gute
 
Wenn ich für räumliche Distanz sorgen würde (was in dieser winzigen Übergangswohnung, in der wir noch bis März wohnen, nicht geht), sind wir beide nur noch allein, getrennt. Ist das der einzige Weg?
Dein Mann hat die Wahl. Entweder, er nimmt professionelle Hilfe an. oder er verliert dich.
Als Sofortmaßnahme könnte euer Hausarzt ihm auch ein angstlösendes, leicht sedierendes medikament verschreiben.
Er zerstört am schlimmsten seine Nagelbetten, puhlt aber auch ständig an anderen Körperstellen herum, hat schon überall Narben, reißt oder kaut die Fingernägel bis auf´s Fleisch ab, ist ständig mit den Fingern in der Nase, reißt Häärchen heraus, kratzt intensiv den Kopf, die Arme.... Ich ertrage das nicht mehr!!!
Kein Wunder. Würde ich auch nicht ertragen.
Weiß er, wie abstoßend das für dich ist?
Redet ihr miteinander?
Ich würde mir das keinen Tag länger geben.
Rede direkt morgen mit eurem Hausarzt.
 
Hallo,
ob ich hier richtig bin, weiß ich nicht. Aber eines weiß ich: Es ist unerträglich.
Mein Mann ist meines Erachtens nach schwer betroffen. Er zerstört am schlimmsten seine Nagelbetten, puhlt aber auch ständig an anderen Körperstellen herum, hat schon überall Narben, reißt oder kaut die Fingernägel bis auf´s Fleisch ab, ist ständig mit den Fingern in der Nase, reißt Häärchen heraus, kratzt intensiv den Kopf, die Arme.... Ich ertrage das nicht mehr!!! Was kann ich tun? Vllt. können mir andere Betroffene erklären, wie es für mich erträglich machen kann. Es tut mir körperlich weh, wenn ich sehe, dass die Nagelbetten offen und blutig sind. Es geht pausenlos, den ganzen Abend... Als ich ihn kennen gelernt habe (vor 36 Jahren), waren die ersten zarten Anzeichen dafür erkennbar. Ich habe das damals nicht als krankhaft erkannt, es war auch nicht halb so schlimm wie jetzt. Mit der Zeit wurde es immer schlimmer und schlimmer. Wenn ich etwas gesagt habe, wurde das ignoriert. Angeboten habe ich, therapeutische Hilfe zu vermitteln, wenn er das möchte. Aber er sagte mir direkt ins Gesicht: Das will ich nicht! Also bleibt es so...
Wenn ich für räumliche Distanz sorgen würde (was in dieser winzigen Übergangswohnung, in der wir noch bis März wohnen, nicht geht), sind wir beide nur noch allein, getrennt. Ist das der einzige Weg?
Wie macht ihr das, wenn eure Partner an ihre Grenzen kommen? Wie kann ich mich selbst schützen? Es stresst mich nur noch.

Meine beste Freundin hat eine Hauterkrankung. Wenn ich neben ihr sitze, was in der Vergangenheit durch eine Bildungsmaßnahme häufig vorkam, popelt sie ebenfalls ständig in ihrem Gesicht herum und versucht, Hautschüppchen abzurupfen. Im Moment sehen wir uns wenig, so dass der Stress dort nicht gegeben ist.

Es würde mich freuen, wenn Betroffene mir raten könnten. Mir fehlen die Ideen... Es gibt auch keine medizinische oder therapeutische Hilfe für Angehörige wie mich.

Aurelia93

Ist bei deinem Mann eine körperliche Krankheit ausgeschlossen worden?

Es gibt zahlreiche organische Erkrankungen der Haut oder anderer Organe (z B Leber), die Juckreiz (Pruritus) verursachen können.
 
Das ist Selbstverletzung was er macht. Du kannst da sagen was du willst, er wird nichts unternehmen. Erst wenn er völlig am Boden liegt. Wenn er den Scheixx nicht kapiert, den er macht, kannst du gar nichts machen, außer die Flucht ergreifen. Google das Thema.
 
Hallo @Aurelia93 !

Was du beschreibst, lässt sich unter Skin Picking Disorder einordnen.
Schau mal hier: https://www.skin-picking.de/selbsthilfegruppen/
Es gibt Selbsthilfegruppen - auch mit Online-Treffen, in der man sich auch als Angehörige austauschen kann. Für uns ist das sehr hilfreich, wir bekamen auch Empfehlungen für Anlaufstellen bez. Diagnostik und Behandlung, allerdings ist bei uns ein Kind betroffen und dessen Wille zur Therapie ist groß.

Wenn der bei deinem Mann gar nicht vorhanden ist, wird es schwierig. Trotzdem würde ich dir raten, dich mit Betroffenen und auch Angehörigen, denen es ähnlich geht wie dir, auszutauschen. Einfach um für dich einen Umgang damit zu finden.

Alles Gute für euch!
 

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