Du meinst, populistisch. Weil die Anhänger der alten Fehler sich heute wieder lautstark bemerkbar machen. Aber zum Glück haben die meisten Deutschen doch ein bißchen was aus Geschichtsunterricht in der Schule und einer Geschichts-Doku in den Medien hin und wieder behalten, um nicht mehr drauf hereinzufallen. Lautstärke ist nicht gleich Mehrheit.
Wer von den vermeintlich "guten alten Zeiten" träumt, vor 100 oder mehr Jahren, blendet gern die Realität dieser Zeit aus, als die Gesellschaft in strenge Schichten gespalten war, zwischen denen ein Wechsel so gut wie unmöglich war, Bauer blieb Bauer und Bauernkinder wurden auch nie was anderes als im besten Fall wieder Bauer (sonst nur landloser und praktisch rechtloser Knecht oder Magd) und die oberste Schicht von der gnadenlosen Ausbeutung der untersten Schicht lebte, denn die oberen Zehntausend, der Hochadel, war steuerbefreit und konnte diese Gnade auch auf jeden ausdehnen, der ihnen nützlich war - andere Reiche, Händler, (Waffen-)Fabrikanten und dergleichen, abkassiert wurden die Unterschichten, denen kaum das Hemd auf dem Leib blieb. Und staatliche Hilfen für Arme gab es selbstverständlich nicht, kein Hartz oder Sozialhilfe, wer damals nicht arbeiten wollte oder konnte war auf die Großzügigkeit seiner Verwandtschaft angewiesen (die aber alle selber nicht viel zu beißen hatten) oder konnte auf der Straße betteln oder verhungern.
Das machen leider zu viele, die heute von der vergangenen "Pracht" des Adels träumen, sie vergessen oder ignorieren daß der in vollem Umfang mit Leid und Armut eines großen Teils der Bevölkerung erkauft war. Für die französische Revolution gab es gute Gründe!