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Preußische Tugenden !

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Wenn in Deutschland wieder eine Hohenzollern-Monarchie eingeführt werden sollte , käme es auch wieder zur Einführung Preußischer Tugenden .

Könntet ihr euch mit Preußischen Tugenden anfreunden ?


Gruß Donanao
Nein. Warum willst Du ständig so altes Zeugs wieder haben?
Was erhoffst Du Dir davon?
Und was sollen diese Tugenden denn sein, Deiner Meinung nach?
 
Stimmt, ein Zurück ins Mittelalter ist nicht.
Wer will schon die ganzen Fehler der Vergangenheit wiederholen?
Wollen will das vielleicht keiner. Trotzdem werden die Fehler der Vergangenheit andauernd wieder gemacht, wenn auch manchmal im Abstand von einigen Generationen.
Zitat ABBA: "The history book on the shelf
is always repeating itself."
 
Du meinst, populistisch. Weil die Anhänger der alten Fehler sich heute wieder lautstark bemerkbar machen. Aber zum Glück haben die meisten Deutschen doch ein bißchen was aus Geschichtsunterricht in der Schule und einer Geschichts-Doku in den Medien hin und wieder behalten, um nicht mehr drauf hereinzufallen. Lautstärke ist nicht gleich Mehrheit.

Wer von den vermeintlich "guten alten Zeiten" träumt, vor 100 oder mehr Jahren, blendet gern die Realität dieser Zeit aus, als die Gesellschaft in strenge Schichten gespalten war, zwischen denen ein Wechsel so gut wie unmöglich war, Bauer blieb Bauer und Bauernkinder wurden auch nie was anderes als im besten Fall wieder Bauer (sonst nur landloser und praktisch rechtloser Knecht oder Magd) und die oberste Schicht von der gnadenlosen Ausbeutung der untersten Schicht lebte, denn die oberen Zehntausend, der Hochadel, war steuerbefreit und konnte diese Gnade auch auf jeden ausdehnen, der ihnen nützlich war - andere Reiche, Händler, (Waffen-)Fabrikanten und dergleichen, abkassiert wurden die Unterschichten, denen kaum das Hemd auf dem Leib blieb. Und staatliche Hilfen für Arme gab es selbstverständlich nicht, kein Hartz oder Sozialhilfe, wer damals nicht arbeiten wollte oder konnte war auf die Großzügigkeit seiner Verwandtschaft angewiesen (die aber alle selber nicht viel zu beißen hatten) oder konnte auf der Straße betteln oder verhungern.
Das machen leider zu viele, die heute von der vergangenen "Pracht" des Adels träumen, sie vergessen oder ignorieren daß der in vollem Umfang mit Leid und Armut eines großen Teils der Bevölkerung erkauft war. Für die französische Revolution gab es gute Gründe!
 
Wollen will das vielleicht keiner. Trotzdem werden die Fehler der Vergangenheit andauernd wieder gemacht, wenn auch manchmal im Abstand von einigen Generationen.
Zitat ABBA: "The history book on the shelf
is always repeating itself."
Das Problem ist, daß das Geschichtsbuch auf dem Regal stehen bleibt und nie gelesen wird.
Man merkt das auch in Diskussionen in Foren immer wieder, daß vor allem junge Leute die heutigen Verhältnisse für so selbstverständlich halten, daß sie glauben, so wäre es schon immer gewesen. Daß die Verhältnisse vor 100 oder 200 Jahren ganz anders waren, wissen sie entweder nicht oder wollen es nicht zur Kenntnis nehmen.
Jedem der mal einen kleinen Einblick in die Zeit vor nur 100 Jahren nehmen will, empfehle ich zum Einstieg das Buch "Herbstmilch". Die wahre Autobiographie einer Magd und Bäuerin, die ihr ganzes frühes Leben in sehr ärmlichen Verhältnissen auf dem Land verbringen mußte. Und ihr Schicksal war keineswegs ein Einzelfall.
 
denn die oberen Zehntausend, der Hochadel, war steuerbefreit und konnte diese Gnade auch auf jeden ausdehnen, der ihnen nützlich war - andere Reiche, Händler, (Waffen-)Fabrikanten und dergleichen,
Daran hat sich aber bis heute nichts geändert.
...abkassiert wurden die Unterschichten, denen kaum das Hemd auf dem Leib blieb...
...sie vergessen oder ignorieren daß der [Reichtum] in vollem Umfang mit Leid und Armut eines großen Teils der Bevölkerung erkauft war.
Gestern war ich auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz. Da gibt es eine Ausstellung über die Räuber der Region (der bekannteste war wohl der Schinderhannes). Da wurde auch sehr deutlich, dass die meisten Räuber Räuber wurden, weil sie gar keine andere Wahl hatten. Weil eben, wie du sagst, die unteren Bevölkerungsschichten vom Adel ausgepresst wurden, welcher selbst, als Folge davon, in Saus und Braus lebte.
 
Zumindest in Süddeutschland waren die Räuber zugleich immer Wilderer, nicht wenige wurden über diesem Weg erst zum Räuber. Zu damaligen Zeiten gehörte alles Hochwild, also Rot-Schwarz-Gams-Muffelwild etc. dem Adel. Und da der auf Jagdgesellschaften auch was zu schießen haben wollte, sorgten die Forstaufseher für einen hohen Wildbestand, und der hatte dummerweise die Neigung, über die Felder der Bauern herzufallen und sie kahlzufressen. Jeder Wilderer galt daher in mehrfacher Hinsicht als Volksheld, erstens weil er gegen obrigkeitlichen Befehl wagte, das Wild wegzuschießen, zweitens weil er dadurch die Felder der Bauern schützte und drittens, weil er das Fleisch öfter mal an die armen Bauern verteilte, aber nicht aus Gutheit sondern aus Eigennutz, weil jeder dieser Räuber und Wilderer mal darauf angewiesen sein konnte, daß ihn einer der Bauern vor den Häschern der Obrigkeit versteckte. Selbstverständlich war auf die Erfassung dieser Räuber ein hohes Kopfgeld ausgesetzt, von dem so ein armer Hauser oder Tagelöhner lang hätte leben können. Viertens gehörte zu so einem Räuberleben nicht nur Notwendigkeit, sondern auch einiges an Mut und Geschicklichkeit (auf der Flucht und bei der Wahl der Verbündeten) dazu, denn wenn sie gefaßt wurden, war ihnen die Hinrichtung sicher.
 
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