interessante zeit diese Michelangelo-Zeit heute im Zeitalter der täglichen Verfügbarkeit von Sexkram durch die Medien sieht die Lage ein wenig anders aus. Die Priester ziehen sich heutzutage ggf Pornos rein und machen mit Missbrauchsskandalen Furore. An sich wäre bei der römisch-katholischen Kirche die Abschaffung des Zölibats sein langem überfällig.
Unterschied zwischen Bordell und Mätresse: Bordell = für Billigsex und Mätressen konnten sich damals nur die Reichen leisten. Eine Mätresse war auch etwas anderes als eine Bordellhure, sie war oft eher eine gebildetete Frau die neben Erotik auch Gesellschaft bot und nicht nur den eher huschiwuschizackzack-Bordellsex.
Damals wie heute lag/liegt der Anteil der Bordellhuren höher als der der Edelhuren.
Irgendwie schreiben wir hier auch aneinander vorbei da sich einige offenbar angegriffen fühlen wenn jemand nicht laut ja und hurra zu Pornos schreit.
Ich bin keine Pornogegnerin...aber ich persönlich mag das Zeugs halt nicht. Während meines Forschungsauftrag zum Thema Pornografie und Sexualkultur habe ich sehr vieles gesehen und fands danach auch nicht besser....eher langweilig da ja oft immer nur dasselbe abläuft.
Der rein aufs Körperliche, also Triebhafte und Tierhafte bezogene Aspekt der menschlichen Sexualtät, der in der Pornografie dargestellt wird ist nicht so mein Ding..ich mag es eher realer, ausgewogener, also eher Richtung Erotik, also 'Verbindung körperlicher und geistiger Aspekte beim Sexspiel. Pornografie ist ja an sich reine Fiktion und Männerfantasie und als Frau finde ich es ein wenig irritierend wenn einige Männer vehement diese Art der Darstellung von Sexualtität verteidigen. Leben diese Männer ausschliesslich im Reich ihrer persönlichen Fantasien frage ich mich, oder: besteht da eine gewisse Abhängigkeit und Realitätsverlust oder starke Ichbezogenheit mit kaum noch Interesse an Erotik? Oder ist es ne Notlösung und Rückzug aufs rein biologisch-funktionale mangels Alternativen? Keine Ahnung das jedenfalls schiesst mir dann spontan in den Kopf.
Im Grunde ist Pornografie auch recht männerfeindlich, denn das dort dargestellte Potenzgehype und Dauerständertum des Mannes reduziert ihn ja selbst auf sone Art Fickmaschine, der ständig spritzbereit sein muss mit seinem cumshotssprühenden (oder eher kleckerndem) Hochleistungsturboschwanz
Irgendwie erinnert mich das Ganze (insbesondere Cumshots etc.) immer ein wenig an Besamungsanstalten, an Viehzuchtstationen bei denen z.B Stieren Samen abgemolken werden...denen stellt man dann diese Schlüsselreizaufsprungböcke hin und die Tiere holen sich einen drauf runter und was rauskommt wird abgepackt.
Der sogenannte Torbogen (sprich Hinterteilbogen) ist übrigens auch bei Menschen Schlüsselreiz...also auch hier ne Parallele zu den Pornodarstellungen. Und oft sieht das Abspritzen auch derart krampfhaft, unlustvoll und gestellt aus dass einem fast Mitleidstränen kommen könnten.
Nuja die Geschmäcker sind da halt verschieden und die Überbetonung des rein tierhaften in den klassischen Männerhardcorepornos trifft meinen Geschmack nicht besonders. Das ist kein Werturteil sondern ein Geschmacksurteil.
Um hier mal mehr Differenzierung rein zu bringen: es gibt ja auch noch andere Pornos...Softpornos oder Frauenpornos und hier kann man durchaus sagen: jo, hier spielt ja auch Erotik mit rein, und das finde ich persönlich schöner. Generell mag ich es jedoch auch nicht in meiner Sexualität angedoct zu sein an Filmvorlagen und Medienkram..ich mag es gerne autonom, direkt aus mir selbst entspringend, kreativ etc. Das war bisher an sich stets sehr erfüllend.
Natürlich prägt das was man körperlich und auch geistig zu sich nimmt das Wesen eines Menschen, sein Weltbild, sein Frauenbild, Männerbild etc. etc. mit und daher ist ein wenig Achtsamkeit ggü dem was man sich körperlich oder geistig reinzieht vorteilhaft.
Tyra