Mit Wegwerfgesellschaft meine ich noch nichtmals schnell flüchte Kontakte aufbauen und nach erfolgtem Spaß schnell wieder loswerden sondern auch nach intensivem Kennenlernen, mehreren Dates, ja schon länger andauernder Beziehung den andern wieder wegwerfen weil man kein Bock auf Auseinandersetzung mit den dann eintretenden Alltagsproblemen hat.
Das ist echt seltsam- Treue muss doch freiwillig sein und ist doch kein Anrecht, keine Bedingung, die man stellen kann. Falls eine Bindung sich als nicht richtig herausstellt für einen von uns, dann muss jener doch gehen dürfen. ""Das tut man nicht, denn das ist unanständig"" so höre ich öfter.
Ich finde heucheln unanständig und Trennen total legal. Gutes ist nicht leicht zu trennen, ist mir auch aufgefallen und falls das so kommt, dann kommen solche Paare auch immer wieder zusammen.
Aber gegenseitige Treue ist doch ein Versprechen, was man sich gibt in dem Moment wenn man gemeinsam beschließt, eine Beziehung zu haben. Alles Andere bedarf doch Absprachen, z. B. wenn man dann von Anfang an bespricht, die Beziehung nicht exclusiv zu haben.
Naja, aber ansonsten sollte man doch für die gemeinsame Treue zumindest kämpfen und nur dann aufgeben, wenn man dann tatsächlich feststellt, es gibt keinen gemeinsamen Weg mehr.
Dann nämlich erst, hat man nichts einfach so weggeworfen.
Was verstehst du denn unter kämpfen?
Wie sieht das aus?
Kann Kampf etwas besser machen?
Kampf bringt meist (noch mehr) Krampf.
Mich würde das nicht anziehen.
Ich verwendete dieses Wort auch schon, halte es aber im Zusammenhang mit Beziehung für grundverkehrt.
Wenn bereits der Punkt erreicht ist, "den anderen wegzuwerfen", wurde schon sehr viel verpasst.
Das kommt nicht aus dem Nichts.
Kommt es so, passt es nicht.
Daran ändert auch kein wie auch immer gearteter Kampf etwas.
Loslassen.
Beziehungspflege 'im laufenden Betrieb', also immer, nicht erst, wenn sich ein Knirschen im Getriebe bemerkbar macht, zuhören, da sein, nicht nur körperlich anwesend.
Nähe, Intimität schaffen.
Man streitet mal, man versöhnt sich, doch im Grunde läuft es leicht, bereichert, tut gut.
Das können beide miteinander sich erschaffen.
Beide sollten nicht vergessen auch außerhalb der Beziehung zu leben, eigene Inhalte zu haben und auf sich zu achten.
In so einem Hafen bleibt man gerne oder kehrt immer wieder dahin zurück.