Wir hadern aktuell noch ein wenig, da es wirklich ein großer Schritt wäre, den wir aber Stand jetzt mehr als bereit sind zu gehen!
Habt ihr eventuell ähnliche Erfahrungen gesammelt und könnt und bei der Entscheidungsfindung ein wenig unterstützen?
Bitte keine Diskussion am TE vorbei 😗
Ihr solltet im Auge behalten, daß deutsche Banken die Geschäftsbeziehung kündigen können, wenn Ihr hier keinen gemeldeten Wohnsitz und auch keine Steuernummer mehr im Inland habt.
Außerdem bitte das Thema "Wegzugbesteuerung" prüfen.
Wertpapier- bzw. Depotüberträge ins Ausland wiederum setzen a) die Handelbarkeit der gehaltenen Titel beim neuen Broker voraus, können b) sehr kostspielig sein und machen c) einen irren Aufwand, falls Anschaffungskosten dabei nicht ordentlich vom alten auf den neuen Broker übertragen werden - und das kann tatsächlich vorkommen. Ist dann nicht so prickelnd, wenn der alte Neobroker keinen telefonisch erreichbaren Kundendienst hat und zudem noch Euer Konto kündigt, ehe Ihr alle Unterlagen heruntergeladen habt... also organisiert das rechtzeitig bzw. erwägt lieber einen Verkauf/Neukauf, auch wenn's Ordergebühren kostet.
Im neuen Land wiederum könnten Euch eine Menge Rückfragen zur Herkunft Eurer Mittel erwarten, da mittlerweile weltweit auf Geldwäsche geachtet wird.
Immobilie würde ich erst mal nur mieten und frühestens nach ein oder zwei Jahren kaufen, wenn Ihr Euch wirklich eingelebt habt.
Gesundheitsversorgung ist auch wichtig - selbst wenn Ihr noch jung seid. Achtet darauf, dass nicht nur Versicherungsschutz besteht, sondern überhaupt eine adäquate Versorgung vor Ort verfügbar ist, ohne daß Ihr dafür erst wohin fliegen müsst. Im Extremfall könnten das sonst genau die Stunden werden, an denen die Rettung dann leider gescheitert ist.
Klima etc spielt natürlich auch eine Rolle. Mir z.B. würde es zusetzen, wenn es im Winter nur noch dunkel bleibt, ständig regnet oder man draussen monatelang mit Erfrierungen rechnen muss, falls man nicht aufpasst. Zuverlässige Energieversorgung spielt insofern eine wichtige Rolle - in heissen Gegenden wäre das umgekehrt die Kombination aus Klimaanlage und Stromverfügbarkeit.
Also um es abzuschließen:
Durchdenkt erst mal die Basics und wählt dann Euer Auswanderungsziel aus - nicht umgekehrt. Meist reduziert das die Qual der Wahl schon so erheblich, dass Ihr sie am Ende locker selbst treffen könnt - oder Deutschland in einem anderen Licht betrachtet.
Hinzu kommt, daß man auch als Westeuropäer in den wenigsten Ländern gleich ein Daueraufenthaltsrecht bekommt - und dass politische Verhältnisse sich ganz fix mal ändern können - etwa was Einreisebestimmungen und Visaregelungen betrifft. Ob man sich ggfs. den kompletten Umzugsaufwand alle Jubeljahre nochmal neu antun will oder sein Vermögen lieber gleich sicher in der Schweiz deponiert, ehe man die Welt erkunden geht, muss jeder selbst entscheiden. Billig wird letzteres sicher nicht, aber langfristig kann es einem vielleicht ruhigen Schlaf sichern helfen.
Kommt halt drauf an, was man mittel- und langfristig noch alles vorhat. Da das individuell variiert, ist es auch unmöglich, da pauschal einen konkreten Rat zu geben.
Allerdings gibt es Anwälte, die sich auf die Auswanderungsthematik spezialisiert haben. Schaut mal nach Podcasts wie "Perspektive Ausland" oder fragt Tante Google, da werdet Ihr rasch fündig. Für digitales Nomadentum könnt Ihr u.a. nach der FB-Gruppe von Christoph Heuermann suchen, dort findet man auch in den Kommentaren viele Tipps.
Ich empfehle aber dringend, erst mal selbst tief in sich zu gehen und das Vorhaben zuende zu denken, damit Ihr dem Berater mit gezielten Fragen kommen könnt. Ansonsten wird der vermutlich nur (s)ein Programm bei Euch abspulen.
Viel Glück dabei.