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Planlos

Chribi

Mitglied
Ich weiblich 36 habe ein riesiges Problem mit dem ich einfach nicht mehr weiter komme.
2015 erkrankte ich an Bernout die Ursache war relativ rasch gefunden, damalige Überforderung im Job und in der Beziehung.
Ich nahm mir im Frühjahr darauf hin eine Auszeit über ein halbes Jahr. Um mich selbst wieder zu finden und Energie aufzutanken was mir auch wirklich gut gelang.
Im August fing ich nach meiner Auszeit einen neuen Job (auch der aktuelle in dem ich liebe Kollegen habe und auch zufrieden bin) und es dauerte nicht lange lernte ich hier meinen Mr. Right kennen. Wie soll ich sagen? Ich sah diesen Mann und tausende Blitze durchzogen meinen Körper. Es dauerte nicht lange und es stellte sich heraus, dass auch er meine Nähe suchte und so gingen wir ein paar mal miteinander aus bis wir im November unsere Beziehung fixierten.
Es war liebe auf den ersten Blick. Ich fühlte mich noch nie so wohl mit jemanden.
Im September also in unserer Kennenlernphase hatte mein Freund bereits mit dem Hausbau in der Ortschaft ca. 70km von Wien begonnen. Und als ich ihn das erste mal besuchte standen hier schon die Grundmauern und das Dach war auch schon drauf.
Ich verstand zu diesem Zeitpunkt nicht was dies eigentlich bedeutet und konzentrierte mich nur auf ihm um schöne Stunden mit ihm zu verbringen.
Ich selbst komme aus der Stadt allerdings vom Stadtrand wohne 5 Minuten von meinen Eltern entfernt. Und bin sonst sehr gut im Leben situiert habe eine 60m2 Mietwohnung ein Auto liebe Freunde eine tolle Familie. Ich fühle mich in meinem Umfeld auch wenn es klein und Heimelig ist mehr als wohl und gut aufgehoben.


Es dauerte nicht lange und ich lernte auch seine Familie kennen.
Diese besteht aus Eltern und einer Schwester mit deren Ehemann und den beiden Söhnen.
Ich bekam mit, dass hier die Eltern den Sohn auch beim Hausbau mit aller Kraft unterstützten auch sein Schwager stand so wie ich ein paar Wochen später Wochenende für Wochenende am Bau.


Unter der Woche also von Dienstag bis Freitag verbrachten wir die Zeit in meiner Wohnung, da auch die Arbeit hier näher anzufahren ist. Ursprünglich war es Montag bis Freitag ich wollte aber das Lager am Land auch wegen ihm nicht sofort abbrechen und dass die Wochenenden so abrupt Enden.


Die wenige Freizeit durch den Bau haben wir in seiner Heimatgemeinde in dem Haus seiner Verstorbenen Großmutter gewohnt. Dieses Haus bewohnte er alleine schon Jahre davor. Gehörte jedoch nicht ihm auch hatten seine Eltern hier das sagen mit denen das Verhältnis auch von Zeit zu Zeit schlimmer wurde.
Ich ackerte mir echt die Seele am Bau ab. Seine Eltern akzeptierten mich nur spärlich da ich immer die aus der Stadt war.


Auch kontrollierten sie mich , und seine Mutter tat sich sowieso mehr als schwer damit dass ich jetzt die Frau in seinem Leben bin.
Zusätzlich fand ich heraus, dass er davor schon eine Freundin aus einem anderen Bundesland hatte die aus dem damaligen Haus via Gerichtsbeschluss vertrieben wurde und auch er erzählte mir wie sich seine Eltern in sein damaliges Leben einmischten.


Wie schon geschrieben verfolgte ich mit ihm weiter das Ziel dieses Haus und raus aus der Überwachung fertig zu bauen. Es war nie Thema dass ich mein Lager bei meiner geliebten Familie abbrechen solle und muss!


In der Zeit erlitt er auch einen Bandscheibenvorfall. Und auch ich stieß geistig und körperlich an meine Grenzen aber wir machten weiter.
Bis auf ein paar Urlaube welche uns von seiner Familienseite auch nicht gegönnt waren.
Meine Familie konnte zum Bau nichts beitragen da meine Mutter berufstätig ist und es bei beiden Elternteil an Erfahrungen fehlt. Meine Eltern sind die typischen Wiener die am Wochenende in ihrem Kleingarten fahren. Auch ich verbrachte meine Wochenenden und den Sommer am Land.


In der sogenannten Bauphase habe ich alle meine Bedürfnisse hinten angestellt und mich auf das Haus sowie meinen Freund fokussiert. Unsere Beziehung leidete darunter überhaupt nicht. Unser Band wurde stärker denn je . Auch Job in dem wir immer noch beide arbeiten funktioniert einwandfrei.
Die Dauerbelastung mit 40 Stunden Job und pendeln zwischen 2 Wohnsitzen meisterten wir ebenso. Heute weis ich, dass ich in einem hamsterrad war. Und unter Dauerstrom stand mithilfe von Post its und Erinnerungen am Handy schafften wir auch diesen Spagat.


Im April 2018 war es dann so weit die Lage mit seinen Eltern spitzte sich zu und wir zogen in das neue Haus. Welches noch nicht zu 100% fertig war aber aber bewohnbar.
Da fing für mich eine nochmalige Herausforderung an. Und das Ausmaß Seereise Riesen Hütte wurde mir noch mehr bewusst. Wir bewohnen am Wochenende 300m2 die wirklich schön sind aber mit Arbeit ohne Ende verbunden ist.

Auch hier versuchte seine Mutter die Oberhand zu gewinnen und kontrollierte wenn wir nicht zuhause waren.


Meine Wochenenden bestehen seither nur von Freitag bis Sonntag eine Riesen Bude zu putzen. Er findet hier seine. Ausgleich aber für mich ist es ein festsitzen ich weis mir in dieser kleinen Ortschaft einfach nichts mehr anzufangen. Seine Eltern sind sehr ländlich. Auch hat er hier keine Freunde. Seine Schwester erzieht ihre Kinder nur für den Musikverein. Und ist auch ansonsten sehr ländlich. Mich erdrückt die Ferne zu meiner Familie und zu dem Leben welches ich hatte. Mir fehlt die Gesellschaft und das teilnehmen daran. Bin hier isoliert.


Vor Weihnachten ist die Lage eskaliert in dem mir mein Freund mitteilte, dass er nur ein Kind haben will wenn es in seinem Haus aufwächst. In seinem Ort zur Schule und in den Kindergarten geht und ich alles aufgeben müsse. Weil ein Kind nicht an 2 Wohnorten aufwachsen kann.


Ich bin mehr als verzweifelt da ich hier und diesem Ort nicht mein Leben lang bleiben will und auch nicht kann. Ich finde hier nicht meinen Platz und werde von seiner Familie immer nur belächelt. Mittlerweile mache ich ich gar nicht mehr schick sondern laufen überfordert nur mehr in Jogginghose herum weil ich mir denke wozu?
Bin einfach nur mehr ausgebrannt und trinke auch mehr Alkohol als sonst.
Zumal kann ich einfach meine Wohnung in meinem sozialen Umfeld nicht hergeben. Auch die Freunde die ich mal hatte sind schon lange nicht mehr da... da ich in der Bauphase einfach keine Zeit hatte und meine Prioritäten einfach andere waren.


Ich wünsche mir fallweise einfach umzufallen damit ich einfach niemanden im Weg stehe. Auch habe ich kurz vor Weihnachten mich einfach in meine kleine Wohnung vertschüsst um mir mit meinen Gedanken klar zu werden. Und Fakt ist ich liebe diesen Mann nur ich kann mein Umfeld nicht einfach so aufgeben.
Es stellte sich heraus, dass er mehr als überfordert alleine ist.
Ich wollte nie so weit am Land leben und so ein großes Haus wo ich bei der Planung auch nicht dabei war.


Wir sind gemeinsam sämtliche Detail durchgegangen und er lässt sich auf nichts ein. Er ist nicht Kompromissbereit.
Ich weis einfach nicht mehr weiter,......... irgendwann ist der Punkt wo man sesshaft werden soll und das will ich auch aber nicht in dieser Ortschaft und mit dem Umfeld. Ich fühle mich hier so alleine...
 

Hallo Chribi,

schau mal hier: Planlos. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Hallo,

habe ich das richtig verstanden? Du bist mit ihm befreundet, nicht verheiratet.
Das Haus gehört ihm und er möchte, dass Du seine Wünsche vollständig erfüllst?

Du bist unglücklich und kannst dort mit Deiner aktuellen Perspektive nicht glücklich sein.
Du hast schon erkannt, dass Du in einem "Hamsterrad" gelaufen bist und gibst Dir
selbst schon eine eindeutige Erklärung, warum Du daraus aussteigen musst.

Was möchtest Du da noch an Empfehlungen?
(ist nicht bös gemeint, nur ganz sachlich)

Du hast Sachen mitgemacht, die letztlich insgesamt für Dich nicht passend sind,
evtl. wegen Burn-Out fehlte Dir wohl zeitweise die Beurteilungsfähigkeit.
Es gibt da den Spruch "Besser Ende mit Schmerzen als Schmerzen ohne Ende".

Es kann Dir wohl keiner sagen, ob die Zukunft, egal welche Entscheidung Du triffst,
mehr oder weniger Schmerzen bringen. Auch ich kann Dir diese Antwort nicht liefern.
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke Goldy für deine Rückmeldung du hast vollkommen recht. Nur tut es verdammt weh wieder mal 5 Jahre für nichts gehabt zu haben und seinen Traum aufzugeben.😕
ich habe ihm das Angebot gemacht sich eine Wohnung Haus in der Mitte zu suchen noch dazu war er heute den ganzen Nachmittag bei seinen Eltern und ich wieder mal alleine im Haus am Abend musste er weil sein Vater ein Gebrechen mit der Heizung hatte wieder hin und seine Mutter hatte nichts besseres zu tun als brühwarm mir um die Nase zu reiben dass ihre Tochter ach so toll ist und sie nicht wisse was sie ohne ihr macht... und umgekehrt heben sie sich in den Himmel dass die Türe nicht zu geht... ichhabe schon so einen Hass dass genau sie das alles erleben darf was ich mit meiner Familie nicht darf .....
 
Es klingt für mich so, als hättest du dich in diesen Mann verliebt und ohne darüber groß nachzudenken, was du eigentlich willst und nicht willst, habt ihr zusammen sein Haus gebaut und bezogen.

Du bist doch unzufrieden und du möchtest da nicht leben, aber es gab auch keine Diskussion darüber. Er wollte in der Nähe seiner Eltern ländlich wohnen und deine Wünsche waren uninteressant.Habt ihr einmal davor darüber geredet, was du eigentlich möchtest?

Natürlich kannst du dir Ausgleich schaffen auch auf dem Land, du musst ja da als Stadtmensch nicht verkümmern, aber die Frage ist, ob du auf Dauer etwas machen möchtest und so leben möchtest, wie du es eigentlich nie wolltest. Dann zieht der Mann eben sein Ding durch ohne dich. Denn entweder er nimmt keine Rücksicht auf dich oder es ist ihm egal.
 
Hallo Chribi,

"irgendwann ist der Punkt, wo man sesshaft werden soll". Da mag was dran sein, aber sollte das dann nicht mehr "passen"? Ist der Zeitpunkt wichtig, oder eher das "wie"?

Du wurdest von diesem "Gesamtpaket: großes Haus, Familie, Freund" überrollt. Dann hast Du Dein Bestes gegeben und dabei etwas den Überblick verloren. Vor allem hast Du verdrängt, wer DU bist und was DICH ausmacht. Das passiert nicht gerade selten, denn wenn vieles passt und man viel gibt, nährt das die Hoffnung, dass das der Partner auch so macht und man "zusammen wächst". Aber: fällt aus, wegen iss nich. Auch das ist kein Weltwunder.

Du hast Deine Augen vor einigen, für Dich wesentlichen Faktoren (Seine Ortsgebundenheit, seine Familie, seine Prioritäten, sein Dickschädel, seine Möglichkeiten), verschlossen und nun wirst Du von Dir selbst und Deinen Bedürfnissen eingeholt. Wenn Du nicht so viel "Herzblut und Zeit" investiert hättest, würde es Dir sicher leichter fallen zu sehen, wie verfahren die Situation nun ist.

Das Haus lässt sich nicht versetzen, die Familie nicht ändern, die Zeit nicht zurückdrehen, auch wenn Du Dir noch so viele Gedanken machst. Und "sesshaft werden" ist wichtiger, als alles andere? Ja, Deine Entscheidungen waren in der Gesamtheit etwas naiv und kurzsichtig. Wer hat nicht schon solche Entscheidungen getroffen?

Und nun? Ob er Dir Deine Zeit wohl vergüten wird, Dich aus Dankbarkeit entlohnen, damit Du freier in Deinen Überlegungen sein kannst? Das wäre zwar nobel, aber ist es auch realistisch? Es ist sein Haus, so der rechtliche Stand. Ihr seid nicht verheiratet. Wenn Du vor Gericht klagst, kannst Du Glück haben, aber die Chancen sind nicht sehr groß.

Was also bleibt Dir? Dort weiter auszuharren macht Dich auf Dauer noch unglücklicher. Beide "Welten" zu vereinen scheitert schon an seinen gegensätzlichen Plänen. Er wird das Haus wohl eher nicht zu Deinen Gunsten aufgeben. "Do it, or leave it". Darauf wird es wohl hinaus laufen. Das mag zwar bitter sein, aber ist dieses Zukunftsaussicht in diesem Dorf und mit dieser Familie nicht noch bitterer? Eure Zuneigung reicht schon jetzt nicht aus, das alles auszugleichen. Sich dem Suff zu ergeben und das alles schön zu trinken, funktioniert nur eine gewisse Zeit.

Nach meiner Erfahrung kann man zu zweit einsamer sein, als wenn man alleine ist, denn für die Hoffnung braucht es "Raum". Willst Du wegen Deiner "Augen zu und durch"-Strategie wie Sisyphus leben? Auch der hat sich sehr angestrengt und was blieb ihm?

Vielleicht findet ihr einen gütlichen Weg der Trennung. Und wenn nicht, dann ist ein Ende mit Schrecken noch immer ein Neuanfang mit Hoffnung. Ist das nicht auch etwas wert? Liebe heilt und überbrückt nicht alles. Zumindest ist das meine Erfahrung.

Ich wünsche Dir alles Gute für das neue Jahr und dass Du Entscheidungen triffst mit denen Du leben kannst und willst.
 
Danke Goldy für deine Rückmeldung du hast vollkommen recht. Nur tut es verdammt weh wieder mal 5 Jahre für nichts gehabt zu haben und seinen Traum aufzugeben.😕...

Es war nicht für Nichts, wenn Du nunmehr deutlicher erkennen kannst,
was Dir für Dich langfristig wirklich wichtig ist.

Ja, Träume sind eine sehr riskante und häufig extrem verletzende Angelegenheit. :wein:

Rückblickend habe ich damit auch viele "Fehler" gemacht bzw. Erkenntnisse gewonnen.
Auf einer gewissen Ebene ist aber dennoch alles nachvollziehbar und erklärbar.
Ich nenne diese Krankheit auch "Optimismus".
Letztlich wird man aber immer wieder von der Realität eingeholt.
Daher ist es oft gesünder, möglichst nahe an der Realität zu leben, habe ich nun erkannt.
 
Hallo,
Du hast ihm in den letzten Monaten (Jahren?) das Signal gegeben, dass du dort mit ihm leben möchtest. Du hast dich am Haus au beteiligt. Du hast euer gemeinsames Nest mit geschaffen. Nun sagst du, dass du nicht dort leben möchtest. Das widerspricht sich doch. Verstehe ich nicht.

Gretta
 
Dann musst du bzw er sich entscheiden, in wieweit ihr bereit seid, Kompromisse einzugehen. Kommt ihr auf keinen gemeinsamen Nenner, so werdet ihr euch wohl trennen müssen.
 
Dann musst du bzw er sich entscheiden, in wieweit ihr bereit seid, Kompromisse einzugehen. Kommt ihr auf keinen gemeinsamen Nenner, so werdet ihr euch wohl trennen müssen.
 

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