Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Planlos und verzweifelt durch die Welt

  • Starter*in Starter*in Gast999
  • Datum Start Datum Start
G

Gast999

Gast
Hi,
erstma cool das hier Leute die immer gleichen Probleme beantworten und durchlesen.
Zu mir , ich bin momentan in einer beschissenen Lebenslage die mich langsam aber sicher depressiv macht.
Ich bin 25 und studiere BWL im 3. Semester.
Nach dem Abi wusste ich wie noch nie wirklich in meinem Leben,was ich mal werden oder beruflich machen soll.War aber auch nicht weiter schlimm , denn die Bundeswehr stand ja an , wo ich 9+6 Monate Zeit hatte mir was zu überlegen.

Nur es kam nix. Gut, was nun, Büro wollte ich nicht also gehste was im handwerklichen Bereich machen.Nach der Ausbildung die mir auch nie wirklich Spaß gemacht hat , stand ich wieder da. Ich wusste nur das es nix mehr mit Technik zu tun haben soll.Noch 1,5 Jahre durch Arbeitslosigkeit und Zeitarbeitsfirmen geschlängelt.

Also was gibts noch außer Technik , na klar was Wirtschaftliches. Is ja was für Allrounder die sonst nix besseres wissen.
Naja jetzt sitz ich im 3. Semester und merk ``Fu**,das is es nicht``. Der Stoff ist für mich persönlich so dermaßen langweilig,abstrakt und künstlich übertrieben gemacht , dass es mich nur noch ankotzt.Naja es läuft mäßig, vielleicht würd ich mit Fleiß es packen vielleicht auch nicht.
Jetzt könnt ich ja einfach abbrechen und was studieren was mich interressiert, aber ich hab keine Ahnung was mich interessiert.
Sämtliche `´Was studieren-Tests`´im Internet durchgemacht,Studienberater und sonstwas.(Ohne wirkliches Ergebnis)
Kennt jemand das Gefühl mit Mitte 20 dazustehen (zwar mit Abi und einer Ausbildung,die einem aber auch nix bringt) und keine Ahnung hat wie es weitergehen soll?????

Man will doch nur einen halbwegs gut bezahlten Job,Wohnung,eine Freundin , ein Auto und 1 mal im Jahr in Urlaub. Ich wär ja mit Sicherheit auch ehrgeizig wenns mich ma interessieren würde.
Bin für mein Studium extra 300km weit weggezogen, hab viele neue Leute kennengelernt, die Stadt is relativ cool.Ich könnte hier mit Sicherheit eine Hammerzeit haben,aber ohne Spaß am Studium eher nicht.

Jetzt kommt fast noch ein eigenes Thema:
Selbst würde das Studium laufen, fühl ich mich am Studienort nach fast 1,5 Jahren immer noch nicht wirklich zuhause.Ich habe hier zwar soviele Leute kennen gelernt , trotzdem fühl ich mich in meiner Heimat einfach am Wohlsten.(obwohl ich immer ma weg wollte)Ich erlebte hier meinen 2. Disco- und Partylöwenfrühling.Nur ich vermisse meine Kumpels, die ich schon seit Kindergarten,Grundschule,Gymi kenne,wo alle arbeiten,fast fertig mit Studium oder arbeitslos sind aber zumindest in der Heimat wohnen.
Die Entfernung ist auch weit und jedesmal kostet der Sprit ein Vermögen,sodass ich ma alle 5-6 wochen heim kann.Dann baller ich aber nachhause mit soviel Rückenwind und zurück komm ich wieder angeschlichen.Das hat nix in dem Sinn mit anfänglichen Heimweh zu tun, sondern .... keine Ahnung
Sozusagen meine erste Lebenskrise schon so früh.
Also kann man ein Studium ohne wirklich Spaß daran,trotz Sehnsucht nach der Heimat durchziehen oder wäre es das beste ma abzubrechen und über den Sommer ma einen freien kopf zu bekommen ,über alles nachdenken und es ergibt sich was Neues.
Und scheiße 25 is doch noch verdammt jung, bis ich ma 90 bin is die Medizin soweit fortgeschritten, viell. wird man dann schon 120,lebt auf Affenkörpern und muss arbeiten bis 80.Also das Alter macht mir die wenigsten Sorgen.Dankeschön...
 
Hallo Gast999,
naja, warum sollst du dein Studium nicht auch
ohne Spaß durchziehen können? Arbeit ist nicht
unbedingt zum Spaß da, sondern, damit man
seinen Lebensunterhalt finanzieren kann (in
erster Linie und sozusagen per definitionem).
Wer sonst nichts im Leben hat, das Spaß
macht außer seiner Arbeit, ist womöglich ein
armer Mensch. Klar ist es schön, wenn das,
womit man sein Geld verdient auch noch
sinnvoll ist, Spaß macht oder einem viel posi-
tive Aufmerksamkeit einbringt - aber das ori-
ginäre Ziel ist doch, Zeit gegen Geld zu tau-
schen und das Geld dann gegen Wohung,
Essen, Energie etc.

Meine Vermutung, was du vermisst und was
du ja auch ansprichst wären gute, vertraute
Beziehungen zu Menschen, die dir nahe ste-
hen. Ich glaube, das wäre ein guter Ausgleich
und vielleicht auch ein kleiner Motivations-
schub, wenn du z.B. eine Freundin kennen
lernen und an dich ranlassen würdest (also
wirklich ans Herz und so). Könnte auch der
Grund für deine Lebenskrise sein, dass du
dieses Bedürfnis nicht wahrnimmst?

Gruß, Werner

P.S. Es gibt auch Leute, die machen eine
Studienpause, zuerst eine Ausbildung und
beenden dann das Studium, z.B. auf einer
Fernuni. Zwingen solltest du dich also nicht
um jeden Preis, aber eine attraktive Alterna-
tive zum Studium würde ich zuerst suchen,
bevor du pausierst oder es beendest.
Manchmal hilft auf der Suche nach etwas,
das man "stattdessen" will auch, einfach
anderen Menschen zuzusehen, was die
arbeiten und zu schauen, was davon einem
selbst reizvoll erscheint (also nach Vorbildern
suchen, die konkret aus Fleisch und Blut sind
und nicht abstrakt auf dem Papier).
 
ich verstehe dich zu 100%!!!!!! der wunsch nach einem ganz einfachen leben... 🙂 ich bin auch 25. und studiere bwl. und bin bei meiner bachelorarbeit, die sich einfach nicht schreiben lassen will (bin im 3. semester über regelstudienzeit). habe auch schon mein problem hinsichtlich dieser arbeit hier gepostet (bei: verzweifelt wegen bachelorarbeit).

naja. auf jeden fall möchte ich auch nicht in diese bwl richtung arbeiten gehen. im büro sitzen, zu viel verantwortung haben, immer wachsenden ansprüchen gerecht werden. nein, danke. da krieg ich schon burnout, wenn ich nur darüber nachdenke. das leben ist da, um gelebt zu werden und für mich habe ich festgestellt, dass ich einen job ohne führungsverantwortung, ohne verantwortung über strategische dinge brauche. etwas einfaches, ein job, bei dem ich am abend nach hause komme und abschalten kann. klar gibt es immer etwas, was nicht 100% passt und auch in jedem job situationen, die einem nach feierabend nochmal durch den kopf gehen, aber es gibt halt auch super viele jobs bei denen es keinen feierabend gibt, oder überstunden ohne ende. gerade in die richtung nach dem bwl studium. aber was nützt mir ein job, in dem ich richtig gutes geld verdiene, ich aber keine zeit habe dieses auszugeben für dinge, die mein leben lebenswert machen würden.
letztens habe ich gelesen, dass es nicht der job sein muss, der einen glücklich macht. es geht auch, dass man ein hobby hat, das einen glücklich macht und sich bei der arbeit dann denkt: dadurch verdiene ich mein geld, dass ich für mein hobby ausgeben kann. kommt für mich nicht in frage.
ich suche einen job, der mir spaß macht, mich nicht überfordert und soviel geld bringt, dass es zum leben reicht. ein job sollte nicht nur quälerei sein, da man einfach die meiste zeit des lebens mit arbeiten verbringt.
ich denke mir auch, dass es irgendwo einen job gibt, der zu mir passt. ich habe auch schon einen im auge. 🙂 hoffe, dass es damit klappt und ich diesen in der stadt bekomme, die mir am liebsten ist, weil dort auch mein freund lebt.

an dich: du bist ja erst im 3. semester. falls du schon die ersten prüfungen verschoben hast oder durchgefallen bist in irgendeiner prüfung, würde ich das studium abbrechen. du hast ja schon eine fertige ausbildung, hab ich das richtig gelesen? bei uns im studium gab es super viele, die von anfang an nicht dahinter gestanden haben (das war bei mir anders), die im endeffekt auch exmatrikuliert wurden, da sie schließlich irgendwelche prüfungen einfach nicht bestanden haben. wenn du jetzt schon weißt, es ist nichts für dich, dann wären jetzt nochmal 1,5 jahre (oder wer weiß wie lange du noch brauchen würdest) weggeworfene lebenszeit!!! und für deine überlegungen, was du danach machst, frag dich, was du besonders gut kannst. und wenn du darauf nur die einfachsten antworten findest, vielleicht bringt es dich weiter. ich habe mir diese frage gestellt und im ersten moment dachte ich: ich kann nix besonders gut. aber in jedem nebenjob, den ich bis jetzt gemacht habe (relativ viele 🙂, daher auch die lange studienzeit), wurde mir gesagt wie super freundlich ich bin und angenehm im umgang mit menschen und dass ich die sonne bin, die aufgeht, wenn ich einen raum betrete. habe erst immer gedacht, dass ist total übertrieben und verarsche, aber da es wirklich überall gesagt wurde, dachte ich: mensch, vielleicht ist da was dran. das sollte ich nutzen, das kann mir irgendwo was bringen. wo kann ich damit hin? bin jetzt auf die richtung service, beratung/verkauf gekommen. suche jetzt in diese richtung und bin auch nicht abgeneigt, wenn gar nix geht, nochmal eine ausbildung zu machen.
und wegen wohnort: du findest sicher etwas in der region, aus der du kommst. musst ja nicht direkt in deine heimatstadt zurück, nur näher ran als 300km würde vielleicht auch schon reichen. geh dort hin, wo du dich am wohlsten fühlst!

und zu dem tipp mit der freundin:
ich muss sagen, dass ich einen freund habe und denke, es wäre in meiner jetzigen situation einfacher keinen zu haben. da ich in meiner "findungsphase" ja doch immer wieder auch rücksicht auf meine beziehung nehmen muss, da ich diese nicht beenden will. also, muss ich gucken, wo ich mich bewerbe zum beispiel.

es gibt ein sprichwort, dass ich sehr nützlich finde auf dem weg der "selbstfindung":
glücklich ist, wer weiß, was er nicht braucht.

ich hoffe für dich du triffst die richtigen entscheidungen!!!
 
Netter Beitrag ``Sonne die aufgeht``,echt sympathisch.
Zum 2.Abschnitt hab ich echt die gleiche Meinung.So ein Job mit zuviel Verantwortung wäre auch nix für mich.Da muss man schon ein wenig der Karrieremensch sein. Allerdings hätte man dann wohl eher eine Ausbildung zum Bürokaufmann machen müssen(Nicht abwertend gemeint!).Im Endeffekt will man ja durchs Studium auch etwas besser verdienen und somit hat man halt etwas Verantwortung und evtl. Stress oder längere Arbeitszeiten.Ein gesunder Mittelweg wäre da wohl das beste , quasi Obersachbearbeiter... .Aber den Glauben an einen Job der wirklich Spaß macht hab ich längst verloren.Denk die wenigsten haben so einen Job.Gibt halt Erträglicheres und weniger Erträglicheres.Man arbeitet halt zum Leben und lebt nicht zum Arbeiten.Wie immer sucht man halt ein Mittelding.Um 17 Uhr nachhause kommen abschalten ,evtl. durch Sport und sonstige Hobbies seinen Ausgleich finden , da kommts wohl drauf an.

Ich hab mich entschieden das Studium zu schmeißen und ins Ungewisse zu segeln.Mir gehts aber jetzt wo alles raus ist besser.Ich mach noch die Klausuren mit und geh dann mit erhobenem Haupt unter.(Mach ich aber nur für mich,warum weiß ich auch nicht).Hab einfach keine Motivation mehr.Das Studium war es einfach nicht.Hab gut die Hälfte von dem was ich haben müsste.Dadurch das gefühlte 90% von dem Studium nur pure Auswendiglernerei ist und mich es null interressiert machts mir unmöglich das Ding durchzuziehen.Den Mathekrams und Statistik 1u2 hab ich alles.Komisch da fallen die meisten durch,ich falle bei dem vermeintlich leichten Zeugs halt durch.Ich mach was anderes ,genaues weiß ich noch nicht hab aber paar Ansätze.Hab auch kein Bock mehr auf den Depristudenten der ich geworden bin.Ich wart jetzt die ersten Sonnenstrahlen ab und greif dann nochmal an.

Zu dir , naja 25 is doch noch jung und 3 Semester zuviel ,naja so schlimm ist das doch nicht , kenn da ganz andere Fälle.Kann dir da schwer ein Tipp geben.`` Ziehs durch , das schaffste schon`` ,wirste wohl andauernd hören.Aber wenn du es soweit geschafft hast(mit relativ guten Noten), musst du es doch irgendwie drauf haben???Jemand Außenstehendes kann sich da meistens nur ganz schwer reinversetzen.Im Notfall hutzel doch irgendwas zusammen , und wenns ne lausige Note gibt,den Abschluss haste.(So einfach gehts wohl nicht?)Scheiß Gefühl,kanns verstehen , aber das sind die Dinge wo einem keiner helfen kann, noch einen gescheiten Tipp geben kann.Wieviel Versuche haste? Wenns nicht klappt machste eben nochma eine Ausbbildung .Da kriegste ganz sicher was , gerade oder trotz Studiumsabbruch.Ein Bekannter hat jetzt mit 26 noch eine bekommen im kaufmännischen Bereich und hat vorher WiWi studiert. Da ging auch erstma die Welt unter, ooh er hätte ja versagt und so... . Die Phase hält dann 3 Monate an und dann denkt kein Schwein mehr daran.Heute machen wir Witze drüber.Und der wird auch seinen Weg machen,weil er sich im Leben gut verkaufen kann.Gibt immer mehrer Wege nach Rom.Also Kopf hoch das wird schon.Und vorallem nicht dich selbst hassen, wenn bist du Opfer des Systems!!!
 
Hallo Gast!

Jemand, der zu nichts Lust hat - liebt der überhaupt das Leben?

Ich habe den Verdacht, dass Leute, die mit Mitte zwanzig an nichts im Hinblick auf ihre Berufswahl Interesse haben, irgendetwas falsch machen.

Davon abgesehen: dann solltest Du Dir notfalls eine Beschäftigung suchen, die nicht Spass macht, aber sinnvoll ist. Die zB den Lebensunterhalt sichert und auch sonst im Rahmen der Gesellschaft zweckdienlich ist etc.

Aber die eigentliche Hauptfrage lautet: warum hast Du an nichts Interesse (beruflich gesehen)?
 
Hallo Gast!

Jemand, der zu nichts Lust hat - liebt der überhaupt das Leben?

Ich habe den Verdacht, dass Leute, die mit Mitte zwanzig an nichts im Hinblick auf ihre Berufswahl Interesse haben, irgendetwas falsch machen.

Davon abgesehen: dann solltest Du Dir notfalls eine Beschäftigung suchen, die nicht Spass macht, aber sinnvoll ist. Die zB den Lebensunterhalt sichert und auch sonst im Rahmen der Gesellschaft zweckdienlich ist etc.

Aber die eigentliche Hauptfrage lautet: warum hast Du an nichts Interesse (beruflich gesehen)?


Ich weiß nicht, was dem 999er Gast fehlt, aber ich kann sein Problem verstehen. Du übertreibst hier maßlos, dass hört sich ja fast so an, als wenn man ein schlechter Mensch ist, wenn man nicht weiß, was man machen will. Die Probleme liegen dabei doch auf der Hand. Die wirklich interessanten Fächer (Geisteswissenschaften) finden laut dem Klischee keine Arbeit.

Firmen stellen heutzutage ungern Praktikanten ein. Wo soll man mal reinschnuppern? Auf dem Gymnasium lernt man doch heutzutage nichts mehr, was die Arbeitgeber interessiert.
Das ist der Verfall der Gesellschaft...

Aber im Studium hat man das gleiche Problem: An vielen Unis gibt es kein Schnupperstudium. Man kann sich nirgendswo mal reinseitzen und auf "Probe" studieren. Das fängt ja schon damit an, dass man ohne Account nicht mal an die Lernunterlagen rankommt. Und seien wir mal ehrlich: Die Dozenten des Elfenbeinturms mögen schöne und blumige Texte als Studienbeschreibung erstellen, aber was hat das mit der Realität zu tun? Die Uni ist weit weg vom Arbeitsmarkt.

Oder BWL, auch so ein Beispiel. Es gibt BWL nicht mal als Schulfach. Die Schulen nennen das dann Politik und Wirtschaft oder so ähnlich. Die Lehrer haben aber nicht die Qualifikation. Warum gibt es z.B. keine Lagrange im Abitur? Aber beim Abitur gilt eh Masse statt klasse, dass die Leute später klaglich versagen, ist egal. Hauptsache die Quote der Schüler mit Abitur ist hoch.

Aber da ist noch ein anderes Problem. Dann gibt es das Schweinezyklusphänome. Man weiß als junger Mensch nicht mehr, was man studieren soll. Was ist gut, was ist schlecht? Was sind die Kriterien? Das Beste war ja noch mein Termin bei der Studienberatung. Ich habe gefragt, bis wann man sich anmelden muss. Was macht die Dame aus der Studienberatung? Bei so einer tendentiell leichten Frage muss sich kurz ihre Kollegin anrufen, damit sie nichts falsches sagt. Daran kannst du dir auch in etwa die Qualität der Studienberatung ausmalen.

BWL (also höhere Mathematik für Blender) ist übrigens ein widersprüchliche Fach - man geht davon aus, Betriebswirte ausbilden zu können, die dann Unternehmen ökonomisch sinnvoll führen können. Aber würde das dann nicht bedeuten, dass die gesamte Wirtschaft berechenbar ist, man eine Formel aufstellen könnte und damit alle Parameterveränderungen durchrechnen kann? In der BWL/VWL geht man tatsächlich von so einem Wirtschaftsmodell aus und legitimiert sich als Wirtschaftserklärer mit einen Standardwerk an Formel. Aber die Realität sieht dann doch anders aus und die Historiker erklären ex post, was Sache ist und erklären z.B., warum die Wirtschaft zu einer bestimmten Zeit so und so funktioniert hat. Die BWLer basteln dann an ihren Formeln rum. Dann bekommen so Leute wie Krugmann dafür ein Nobelpreis. Die Formel gelten dann so lange gelten, bis es mal wieder eine Wirtschaftskrise gibt.
Aber ich weiche vom Thema ab.

Woher soll man wissen, mit welchem Studienfach man zurechtkommt?
Man kann ja schlecht 20 Studiengänge nach und nach anfangen und sich dann einen aussuchen. Dort scheitern sämtliche Institutionen (Agentur für Arbeit, Schulen, Unis und die FHs) in der Aufklärungsarbeit.
Dann die vorhin angesprochenden Schweinezyklen - man weiß nicht, was sicher ist. Man weiß nur ganz genau, dass ein Studium auch in der Arbeitslosigkeit enden kann, Tendenz steigend.
Und dann die Arbeitsstellen - in den Geisteswissenschaften eiern die Profs. rum - sie können kein klares Berufsfeld definieren.
Woher weiß ich, ob ein Studium oder Beruf gut oder schlecht ist? Wenn ich nicht weiß, was mir entgeht, dann weiß ich doch auch nicht, wie gut oder schlecht ich es getroffen habe und habe gewisse Zweifel?
Es fehlen die Informationsquellen. Könntest du, lieber Eu-Frank, z.B. eine Rezension zu einen Buch schreiben, das du noch nie gelesen hast?
So ähnlich musst du dir heute die Berufs u. Studienwahl vorstellen.
Übrigens sind Prof. Wissenschaftler - das sind Forscher und Drittmitteleintreiber - keine Lehrkräfte. Die Fähigkeiten der Wissensvermittlung sind deshalb nicht immer so rosig.
 
Hallo Gast!

Aus dem Bauch heraus möchte ich Dir darin Recht geben, dass junge Menschen in unserem Land schlecht auf mögliche Berufs- oder Tätigkeitsfelder vorbereitet werden.

Aber: mit 18 weiß man eigentlich schon, was man will. Dass sich diese Entscheidung dann mangels Information als falsche herausstellen kann, ist eine ganz andere Sache.
 
Zitat:
"Aber: mit 18 weiß man eigentlich schon, was man will. Dass sich diese Entscheidung dann mangels Information als falsche herausstellen kann, ist eine ganz andere Sache."

Wer legt das fest, was "man" zu einem bestimmten Zeitpunkt wissen sollte?

Ich finde, du bist ganz schön herabwürdigend gegenüber all denen, die eben nicht in die Norm passen.
 
Hallo Gast!

Aus dem Bauch heraus möchte ich Dir darin Recht geben, dass junge Menschen in unserem Land schlecht auf mögliche Berufs- oder Tätigkeitsfelder vorbereitet werden.

Aber: mit 18 weiß man eigentlich schon, was man will. Dass sich diese Entscheidung dann mangels Information als falsche herausstellen kann, ist eine ganz andere Sache.

Interessant. Ob es die richtige oder die falsche Entscheidung ist, lassen wir also mal im Modell offen. Dann stellt sich mir nur noch die Frage, an welchen Kriterium ich festmachen soll, was ich will. Woher weiß ich, was ich will und kann? Schau ich ins Horoskop? Würfel ich das aus?
Schreibe ich alle Berufe, die es gibt, auf ein Plakat, pinne das an die Wand, verbinde mir die Augen und werfe einen Dartpfeil orientierungslos auf das Plakat und der Beruf bzw. das Studium, auf den der Dartpfeil landet, ist dann mein Beruf?
Eigentlich weiß man doch i.d.R. nur, dass man einen Beruf möchte,
- in den man nicht Aufstocken musst
- i.d.R. keine Beruf, bei dem man sich körperliche Höchstbelastungen aussetzen muss (z.B. kein Hilfsarbeiter auf den Bau, der 2-3 50 kg Zementsäcke aufeinmal auf die Schulter nimmt und damit ein Gerüst hochklettert)
- die Ausbildung, das Studium und der spätere Beruf sollten die geistigen Fähigkeiten nicht überschreiten.

Und dann? Es bleiben hunderte von Kombinationen über. Die stehen alle irgendwie nebeneinander, man könnte sagen, die Alternativen sind für den jungen Menschen indifferent.

Nun fehlt also noch der letzte Schritt - die Idee, was man möchte. Wie kommt man also dahin?
 

Aber: mit 18 weiß man eigentlich schon, was man will. Dass sich diese Entscheidung dann mangels Information als falsche herausstellen kann, ist eine ganz andere Sache.

ich würde vermuten, dass du hier zu sehr von deiner eigenen situation auf andere schließt. wahrscheinlich hast du mit 18 schon gewusst, wo du mal hin möchtest und das ist ja auch prima - leider geht das aber bei weitem nicht allen so und die situation hat sich in den letzten jahren sehr verändert. da muss man sich nur jugendforschungen zum thema perspektivlosigkeit anschauen und man wird merken, dass unzählige faktoren eine rolle spielen, warum viele 18-jährige heutzutage noch lange nicht wissen, wo es hingehen soll.
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
L Ich suche verzweifelt nach eurer Unterstützung Studium 2

Ähnliche Themen

Thema gelesen (Total: 0) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben