Unabhängig davon, WER und WARUM nun mit dem Gedanken spielt, Pflegekinder aufzunehmen, möchte ich mal einen Aspekt mit aufzeigen, der der Öffentlichkeit völlig verborgen bleibt: Die Zusammenarbeit von Pflegeeltern / Jugendämtern / sozialen Einrichtungen / richtigen Eltern und ggf. noch anderen involvierten Personen. Diese Zusammenarbeit ist überwiegend mit schlecht noch ganz nett ausgedrückt, vielmehr wird sogar in dieser "Branche" versucht so viel Geld wie möglich mit so wenig Verantwortung wie möglich zu verdienen. Man mag das nicht gerne hören wollen, ist aber so. Üblich ist es z.B. den Pflegeeltern Informationen über das Kind vorzuenthalten (psychische Störungen/Erkrankungen, traumatische Erlebnisse). Die Pflegeeltern kriegen natürlich mit der Zeit mit, dass da was nicht stimmt und stehen nicht selten dann alleine mit dem Problem da. Unterstützung ist oft nicht zu erwarten, Weiterbildung schon gar nicht und wehe es kommt irgendetwas zu Schaden (konkretes Beispiel: Kind hatte schon mehrmals geklaut, was die Pflegeeltern nicht wussten, dementsprechend keine Vorsichtsmaßnahmen zu Hause ergriffen - Kind klaut Auto der Pflegeeltern und fährt insgesamt 4 Autos zu Schrott), Jugendämter und soziale Einrichtungen glänzen auch hier nicht mit Verantwortungsgefühl - weder dem Kind noch den Pflegeeltern gegenüber. Im o.g. Fall dauert der Rechtsstreit, wer den Schaden übernehmen muss übrigens noch an.
Auch ein Problem kann sein, dass die Kinder vorher in einer anderen Pflegefamilie waren, auch mit diesen Leuten muss man sich dann natürlich auseinander setzen. Muss nicht sein, endet aber häufig in erzieherischem Kompetenz-Gerangel.
Die Kinder selbst sind, wie hier schon oft erwähnt wurde, natürlich vielfach "Problemkinder", bleibt nicht aus, wenn man hin und hergeschoben wird. Ein Irrglaube ist aber, zu meinen, dass mit viel Liebe alles zu meistern ist. So manches Kind lehrt seine Pflegeeltern den Selbstzweifel kennen, weil es einfach nur jede erdenkliche Lücke, jedes Angebot ausnutzt und dann hinterher tritt - auch dauerhaft. Hier ist (meiner Meinung nach) eine fachliche Ausbildung absolutes Muss. Zumal wie gesagt die Unterstützung der anderen Organisationen i.d.R. ausbleibt.
Ich bin auch der Meinung, dass man einen Partner nicht "überzeugen" kann, auch nicht einfach davon ausgehen darf, dass er es schon toll finden wird, wenn es mal soweit ist.
Die beste Information, liebes Kücken, wird sein, Dich mit so vielen Pflegeeltern wie möglich zu unterhalten. Denn die reden aus der Praxis, nicht wie es "sein sollte".
Gel06