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Persönlichkeitswandel nach Autismus-Vordiagnose

Seit Mittwoch, seit Ben wieder gesund ist, kommt er zu mir und fragt mich wie lange ich noch vor habe krank zu sein, das es ja nicht sein kann dass ich länger krank bin als er und das ich ja langsam mal wieder gesund werden sollte damit ich den Haushalt wieder machen kann. Soetwas meine ich mit kalt und empathielos.
Sorry, da überlegst Du noch, laufe so schnell Du kannst, lasse ihn mit seinem neuen selbst glücklich werden und werde Du ohne ihn auch wieder glücklich.
 
Das tut mir sehr leid für Dich.
Allerdings solltest Du dann auch wissen, was zu tun ist.
Der „alte Ben“ war Dir ein guter Partner, aber er will ihn nicht mehr.
Der „neue Ben“ ist alles andere als ein guter Partner.
Aus meiner Sicht wird es Zeit für Dich zu gehen, vielleicht denkt er dann über sein Verhalten nach.
Auch Du hast nur ein Leben und erlebst jeden Tag nur einmal.

Ich wünsche Dir alles Gute.
Es fällt mir sehr schwer zu gehen. Ben ist nicht jemand mit dem ich erst seit einem Jahr zusammen bin und über den ich schnell hinwegkommen kann. Ben und ich kennen uns seit 2012, wir sind die besten freunde gewesen zuanfangs und von diesen 12 Jahren die wir uns kennen sind wir bereits seit 9 Jahren zusammen.
 
Ich will hier mal vorsichtig anmerken, daß Autisten gerne mal "masken". Wenn sie dann über Autismus lernen, sich selbst verstehen, können sie dieses masking auch mal lassen und ja da kommt es oft mal vor das sie wie ausgewechselt wirken.

Autisten haben mit unter Probleme mit Empathie, emotionale schwingungsfähigkeit und können auch mal sehr egoistisch wirken.

Falls der Verdacht der Autismus Diagnose also stimmt, könnte sein Verhalten darin begründet sein das er jetzt einfach anfängt "sich selbst" zu sein und sich nicht mehr sozial anpasst.
Ich weiß was du meinst. Ich habe mich viel mit Autismus beschäftigt seit Ben seine Vordiagnose bekommen hat und habe mich auch über das masking informiert. Aber genau darin sehe ich eben das Problem. Ben war vorher nie Empathielos oder kalt. Er konnte Gefühle zeigen und er war sehr Empathievoll. Er hatte großes Mitgefühl, nichtnur bei Leuten die er lange kannte sondern auch bei Leuten die er erst kurz kannte. Er hat Leuten geholfen die er kaum kannte und hatte auch viele enge Freunde. Er hat sich erst mit der Vordiagnose drastisch geändert. Als ob er einen Leitfaden gelesen hätte wie Autisten sind und dann dieses Verhalten angenommen hat. Das war zu anfangs sogar exakt so, kurz nach seiner Vordiagnose hatte Ben eine Reportage über einen Autisten aus Hanau in Hessen gesehen. Dieser Autist war sehr 'roboterhaft' und hatte eben diese typischen Verhaltensmuster eines Autisten. Kurz darauf hat Ben plötzlich angefangen sich exakt so 'roboterhaft' zu verhalten wie dieser Autist aus der Reportage, als ober er Infos gesammelt hätte die er nun anwendet. Das hat Ben dann allerdings abgelegt weil er diese Gefühllosigkeit nicht aufrechterhalten konnte und schließlich einen Zusammenbruch hatte.
 
Er hat Leuten geholfen die er kaum kannte und hatte auch viele enge Freunde. Er hat sich erst mit der Vordiagnose drastisch geändert. Als ob er einen Leitfaden gelesen hätte wie Autisten sind und dann dieses Verhalten angenommen hat.

Kann sich um soziale Erschöpfung oder um einen shut down handeln. Aber Spekulationen helfen ja leider nicht weiter. Wenn die Personen sich so stark verändern, und er ja keine Therapie machen will, würde ich mich fragen ob du noch glücklich mit ihm bist.

Egal ob Diagnose oder nicht, letztlich kommt es darauf an wie man behandelt wird. Ist er so kalt zu dir musst du dir das nicht geben.

Vielleicht ist auch Abstand erst mal besser. Du kannst dich ordnen und sehen wie er sich weiter entwickelt.
 
Man kann nicht mit einem Menschen Zusammenleben der meint, sich selbst finden zu müssen. Beziehung heisst immer, bestimmte Entwicklungen gemeinsam zu vollziehen. In Autonomie, aber gemeinsam. Wenn da einer plötzlich nur noch sich sieht geht es bergab, und so ist es ja offenbar auch.

Bei der Diagnose Autismus wäre ich skeptisch. Er bleibt doch, was er vorher auch war. Es sei denn, er hat bisher nicht aus Überzeugung, sondern anderen Gründen mit dir zusammengelebt.

Es klingt jedenfalls nach einer Lebenskrise die Ben hat.
 
Tut mir Leid, aber das klingt für mich eher so als hätte Ben sich einfach zu einem A**** entwickelt. Was das nun mit der Diagnose zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht. Und ein bisschen Autist zu spielen, damit man sich schlecht benehmen darf, finde ich das Letzte. So klingt das jedenfalls für mich.
Stimmt, das wird leider in vielen Medien auch so gehandhabt, daß vermeintlicher oder wirklicher Autismus als Erklärung oder Rechtfertigung für Egoismus, Gefühlskälte und schlechtes Benehmen gebraucht wird.
Vor allem bei gewissen Promis...

Dabei ist es einfach nicht wahr, daß Autisten empathie- und gefühllose Menschen sind, denen Liebe und Freundschaft nichts bedeuten, aber leider ist dieses Klischee immer noch weit verbreitet.
Der Freund vom TE glaubt ja vielleicht, daß so ein Leben als Klischee-Autist einfacher ist, und daß er so leichter irgendwelche Ziele erreichen kann, wenn ihm andere Menschen total gleichgültig sind, und er auf die Gefühle anderer keine Rücksicht mehr nehmen braucht.
Aber ich kann mir nicht vorstellen, daß so ein Leben auf Dauer befriedigend sein wird, egal welche Diagnose er nun bekommt...
 
Ich danke euch allen für eure Antworten. Ich hab viel nachgedacht über das was ihr alle geschrieben habt, auch wenn vieles nicht einfach zu verkraften war. Aber es hat mir geholfen klarer zu sehen und mir auch die Augen etwas geöffnet. Ich muss jetzt alles verarbeiten und einen neuen Weg für mich finden. Ich habe beschlossen noch ein letztes Mal mit Ben zu reden um zu sehen ob es noch eine Zukunft geben kann. Wenn es nicht funktioniert, dann weiß ich jetzt wenigstens das ich von dann an meinen Weg alleine finden und gehen muss. Ich danke euch allen.
 

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