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Perfektionismus

  • Starter*in Starter*in Weisswolf
  • Datum Start Datum Start
W

Weisswolf

Gast
Dies mag für den einen oder anderen kein Problem darstellen, für mich persönlich ist es eins. Ich bin ein Perfektionist, was auf die Dauer sehr nervig sein kann.
Wenn ich etwas mache, muss es nicht gut, nicht besonders gut sein, sondern spitzenklasse. Für mich gibt es nicht hundertprozentig sondern hundertfünfzigprozentig. Dabei spielt es keine Rolle in welcher Situation.

Selbst wenn ich einen Brief schreibe, dulde ich keine Schreibfehler. Mechanische Arbeiten müssen perfekt ausgeführt werden. Da darf es keinen Millimeter Abweichung geben. Wenn ich am PC arbeite, ich mache gerne Diashows von meinen Photos, so muss das absolut professionell gestaltet sein. Ich akzeptiere nicht, wenn es nicht so ganz hin haut, wie ich das wollte.

Wenn etwas nicht gleich hinhaut, denke ich ach lass es, gehe eine Zigarette rauchen, und noch bevor sie zu ende geraucht ist, mache ich mich schon wieder ran, denn es muss ja funktionieren. Es muss doch perfekt gestaltet werden können.

Habe ich es mal geschafft, kommen schon wieder neue Ideen, wie man es noch besser machen könnte und das ganze Spiel beginnt von vorne.

Wie geht Ihr damit um, wie kann man dies im inneren eines selbst wieder abstellen?

Der verzweifelte perfekte Weisswolf.
 
Ja, das ist ein wirklich schwieriges Thema. Ich neige auch zum Perfektionismus, bin aber natürlich auch kein Perfektionist - und das ist auch gut so.

Bei mir ist das leider oft so:
Wenn ich auch nur den geringsten Zweifel hege, daß ich eine bestimmte Sache bzw. Arbeit nicht zu 100 % erledigen kann, dann lass´ ich lieber gleich die Finger davon. Das ist zwar nicht die beste Einstellung, aber sie bewirkt, daß ich nicht ständig kurz vor dem "Durchdrehen" stehe, wenn mir denn irgendetwas nicht gelingen sollte.

Tja, und wenn mir dann wirklich ein Fehler etc. unterläuft, dann drehe ich eben fast durch. So etwas macht sích bei mir dann sehr stark durch Aggressionen, schlechte Laune und Ungerechtigkeiten anderen gegenüber bemerkbar.

Den richtigen Weg, um besser damit umgehen zu können, habe ich aber auch noch nicht gefunden.

LG Sehnsüchtige
 
Das Problem bei mir ist ja auch das, dass ich eben nie im vornherein sage das geht nicht, oder könnte nicht klappen. Ich gehe alles ohne wenn und aber an. Aber es muss perfekt sein, trotz alledem. Wenn mir einer eine Aufgabe stellt hege ich nie Zweifel. Ich nehme die Aufgabe an und sie muss perfekt erledigt werden. Das ist wie eine Sucht. Ja ich glaube so könnte man es nennen.
 
Ich würde es eher als Zwangs-Neurose bezeichnen!

Ich war auch mal Perfektionist und weiß, wie sehr dieser Zustand einen nervt.

Glücklicherweise hab ich es fast ganz überwunden. Wie? Genauso wie man andere Neurosen behandelt: Ich hab mich gezwungen, eine Sache nicht immer und immer wieder zu überarbeiten. Diesen Zwingen dauert allerdings schon nen paar Monate und man fühlt sich manchmal richtig am Boden zerstört, aber irgendwann "fruchtet es". Holle Dir notfalls Hilfe bei einem Therapeuten!

Hast Du denn ansonsten noch irgendwelches Zwangsverhalten? Also: ist der Herd aus? Hab ich abgeschlossen? Ist der Wecker auch wirklich gestellt?
 

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