C
CloudSheep
Gast
Peinlich Peinlich! war der Titel eines Spiels das als handelsübliches Kennenlernspiel von meinem Mentor an der Uni angefangen hatte und sich bei uns im Freundeskreis rasend schnell verselbstständigte.
Es geht dabei darum, dass jeder eine peinliche Geschichte aus seinem Leben erzählt, denn nichts ist amüsanter und gesellschaftlichkeitsfördender, als etwas nachzuempfinden und gemeinsam darüber zu lachen.
Ich fange mal ganz mutig mit einer meiner vielen Peinlichkeiten an:
Nach der 4. Klasse wurden die Grundschulen zusammengelegt und die Klassen nochmals gut durchgemischt. So viele Freunde hatte ich nicht, so dass es mir recht egal war, mit wem ich in welche Klasse kam. Das führte dazu, dass ich in meiner neuen Klasse zuerst gar niemanden richtig kannte.
In den ersten Wochen merkte ich aber schon, dass es neben der Diskussion wer mit welcher Barbie-Puppe spielt oder wer wen an den Haare gezogen hatte, es ein neues Thema gab: Jungs und wer findet wen toll. Da ich erst mal nicht gegen den Strom schwimmen wollte, hängte ich mich an die Hauptmeinung und den Hauptschwarm an, nennen wir ihn einfach mal Hansi. Alle Mädchen fanden Hansi soooooo süß also fand ich das auch einfach mal.
In der nächsten Deutschstunde sollten wir alle unseren Namen auf einen kleinen Zettel schreiben und ihn in einen Hut legen. Danach zog jeder einen Zettel. Unsere Lehrerin erklärte uns, dass wir uns gegenseitig kreative Briefe mit gebastelten Umschlägen und Briefpapier schreiben sollten, um uns besser kennen zu lernen. Ich faltete meinen Zettel auseinander und konnte es nicht fassen – ich hatte Hansi gezogen. Mir war sofort klar, dass das ein Wink des Schicksals sein MUSSTE. Er war für mich bestimmt und ich konnte ihm endlich meine Liebe gestehen.
Sofort nach der Schule schrieb ich einen langen Liebesbrief – meinen aller ersten – schrieb wie süß ich ihn fand, dass wir auch mal zusammen auf den Spiellatz gehen können und ob er mit mir „Gehen“ will. Mit Hingabe bastelte ich einen gelben Roboter aus Pappe, mit Knopfaugen und Wollhaaren – mit soviel Motivation hatte ich eine Hausaufgabe schon lange nicht mehr angegangen.
Am nächsten Tag in der Schule freute ich mich schon auf die Deutschstunde, denn ich hatte erfahren das Hansi meinen Namen gezogen hatte und ich rechnet fest damit, dass auch er mir einen Liebesbrief schreiben würde. Endlich war es so weit und mit hochrotem Kopf gab ich Hansi meinen Roboterumschlag und er mir seinen Puzzle-Brief. Ich steckte ihn mit einem wohligen Gefühl im Bauch tief in die Tasche, um ihn später in der Pause zu lesen. Was für ein schöner Tag, dachte ich mir, und strahlte wie ein Honigkuchenpferd.
„So, liebe Kinder.“, sagte meiner Lehrerin dann „Jetzt liest jeder nach der Reihe seinen Brief mal vor und wir besprechen dann, was alles in einen richtigen Brief gehört.“
Das Strahlen in meinem Gesicht gefror und mir blieb glatt der Atem weg. DAS konnte sie jetzt doch nicht ernst meinen. Ich konnte ihr ohne diese Vorleseaktion sagen, was alles NICHT in einen Brief gehört...z.B. all das, was in MEINEM Brief steht.
Nach und nach lasen alle ihre Briefe vor und ich starrte die Uhr an der Wand an, in der Hoffnung, dass die 45 Minuten einfach rum seien bevor Hansi vorlesen darf...jaaa, aber mein liebes Schicksal hatte andere Pläne.
Die Runde kam bei Hansi an. Auch der hatte den Brief natüüürlich schon gelesen und einen hochroten Kopf. Trotzdem las er ihn ganz tapfer vor und ich glühte wie eine Glühbirne. Die sonst so lebhafte Klasse lauschte bedächtig und ich wünschte mir nur, dass der Boden unter meinen Füßen sich auftäte...
Meine Lehrerin ging glücklicherweise nicht weiter auf meinen Brief ein und auch meine Klassenkameraden ärgerten mich nur kurz damit. Trotzdem wird es mir noch heute heiß und kalt wenn ich an diesen peinlichen Moment denken muss und ich habe niiiiiiieeee wieder einen Liebesbrief geschrieben.
Hansi und ich waren noch bis ins Abitur in der selben Klasse. Er wurde späte sogar mein Nachbar und wir haben uns ganz gut verstanden. Aber über diese Liebesbrief-Aktion haben wir nie wieder ein Wort verloren.
So, der nächste bitte 🙂
Es geht dabei darum, dass jeder eine peinliche Geschichte aus seinem Leben erzählt, denn nichts ist amüsanter und gesellschaftlichkeitsfördender, als etwas nachzuempfinden und gemeinsam darüber zu lachen.
Ich fange mal ganz mutig mit einer meiner vielen Peinlichkeiten an:
Nach der 4. Klasse wurden die Grundschulen zusammengelegt und die Klassen nochmals gut durchgemischt. So viele Freunde hatte ich nicht, so dass es mir recht egal war, mit wem ich in welche Klasse kam. Das führte dazu, dass ich in meiner neuen Klasse zuerst gar niemanden richtig kannte.
In den ersten Wochen merkte ich aber schon, dass es neben der Diskussion wer mit welcher Barbie-Puppe spielt oder wer wen an den Haare gezogen hatte, es ein neues Thema gab: Jungs und wer findet wen toll. Da ich erst mal nicht gegen den Strom schwimmen wollte, hängte ich mich an die Hauptmeinung und den Hauptschwarm an, nennen wir ihn einfach mal Hansi. Alle Mädchen fanden Hansi soooooo süß also fand ich das auch einfach mal.
In der nächsten Deutschstunde sollten wir alle unseren Namen auf einen kleinen Zettel schreiben und ihn in einen Hut legen. Danach zog jeder einen Zettel. Unsere Lehrerin erklärte uns, dass wir uns gegenseitig kreative Briefe mit gebastelten Umschlägen und Briefpapier schreiben sollten, um uns besser kennen zu lernen. Ich faltete meinen Zettel auseinander und konnte es nicht fassen – ich hatte Hansi gezogen. Mir war sofort klar, dass das ein Wink des Schicksals sein MUSSTE. Er war für mich bestimmt und ich konnte ihm endlich meine Liebe gestehen.
Sofort nach der Schule schrieb ich einen langen Liebesbrief – meinen aller ersten – schrieb wie süß ich ihn fand, dass wir auch mal zusammen auf den Spiellatz gehen können und ob er mit mir „Gehen“ will. Mit Hingabe bastelte ich einen gelben Roboter aus Pappe, mit Knopfaugen und Wollhaaren – mit soviel Motivation hatte ich eine Hausaufgabe schon lange nicht mehr angegangen.
Am nächsten Tag in der Schule freute ich mich schon auf die Deutschstunde, denn ich hatte erfahren das Hansi meinen Namen gezogen hatte und ich rechnet fest damit, dass auch er mir einen Liebesbrief schreiben würde. Endlich war es so weit und mit hochrotem Kopf gab ich Hansi meinen Roboterumschlag und er mir seinen Puzzle-Brief. Ich steckte ihn mit einem wohligen Gefühl im Bauch tief in die Tasche, um ihn später in der Pause zu lesen. Was für ein schöner Tag, dachte ich mir, und strahlte wie ein Honigkuchenpferd.
„So, liebe Kinder.“, sagte meiner Lehrerin dann „Jetzt liest jeder nach der Reihe seinen Brief mal vor und wir besprechen dann, was alles in einen richtigen Brief gehört.“
Das Strahlen in meinem Gesicht gefror und mir blieb glatt der Atem weg. DAS konnte sie jetzt doch nicht ernst meinen. Ich konnte ihr ohne diese Vorleseaktion sagen, was alles NICHT in einen Brief gehört...z.B. all das, was in MEINEM Brief steht.
Nach und nach lasen alle ihre Briefe vor und ich starrte die Uhr an der Wand an, in der Hoffnung, dass die 45 Minuten einfach rum seien bevor Hansi vorlesen darf...jaaa, aber mein liebes Schicksal hatte andere Pläne.
Die Runde kam bei Hansi an. Auch der hatte den Brief natüüürlich schon gelesen und einen hochroten Kopf. Trotzdem las er ihn ganz tapfer vor und ich glühte wie eine Glühbirne. Die sonst so lebhafte Klasse lauschte bedächtig und ich wünschte mir nur, dass der Boden unter meinen Füßen sich auftäte...
Meine Lehrerin ging glücklicherweise nicht weiter auf meinen Brief ein und auch meine Klassenkameraden ärgerten mich nur kurz damit. Trotzdem wird es mir noch heute heiß und kalt wenn ich an diesen peinlichen Moment denken muss und ich habe niiiiiiieeee wieder einen Liebesbrief geschrieben.
Hansi und ich waren noch bis ins Abitur in der selben Klasse. Er wurde späte sogar mein Nachbar und wir haben uns ganz gut verstanden. Aber über diese Liebesbrief-Aktion haben wir nie wieder ein Wort verloren.
So, der nächste bitte 🙂