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Pegida

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Hallo mikenull,

schau mal hier: Pegida. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Na gut, dann mach ich mal nackig.

Ich bin in einem nicht sonderlich vornehmen Viertel mit großem Anteil an muslimischen Mitbürgern von Köln großgeworden. Bei uns war immer Stress; schon in der Grundschule gab es einige Jungs aus muslimischen Haushalten, die die ganze Schule in Atem hielten. Ich hab deswegen mal fast ein Auge verloren. Draußen spielen war immer so ne Sache, wenn "die Clique" unterwegs war, suchte man schnell das Weite. Ich bin etliche Male verkloppt worden, weil ich eine "Christenhure" bin - dabei bin ich nicht mal getauft...meine beste Freundin damals, eine Polin und katholisch, hatte es noch schwerer.
Auf unserer Schule, bei der ich dann meinen Abschluß nachholte, standen Sachen auf die Wände geschrieben wie "wir übernehmen euer Land" und "ich töte euch alle! Pitbull-Ali aus Hansaring". Auf dieser Schule war wöchentlich die Polizei; die Krönung war die Verhaftung eines Jungen, der einer Schwangeren in den Bauch getreten hatte. Ein anderer verweigerte nach einer Schlägerei erste Hilfe von mir - ich als Frau habe ihn nicht anzupacken. Ich hatte es schwer; ich war ethnische Minderheit auf dieser Schule, auf 10 Schüler kamen ca. 7 Muslime. Mit meinen pinken Haaren und meinem Status als Frau, die mit einem Mann zusammenlebt, war ich eine H***. Mein Freund hat mich öfter abgeholt, einfach weil er mich schützen wollte.

Eines Tages hatte ein junger Mann auf dieser Schule beschlossen, ich sei seins - es ging soweit, dass er einfach in die Klasse marschierte und dem Lehrer bei Rauswurf mit Prügel drohte. Als er mich mal vor der Toilette abfing und gegen die Wand drückte, kam einer der schlimmsten Schläger der Schule vorbei - er sah dies und hat ihm eine getunkt. Ab da stand ich unter seinem Schutz. Es entwickelte sich eine Freundschaft, er redete mit mmir über seine Gedanken. Sein Vorstrafenregister war so dick wie das Telefonbuch. Er war verliebt in eine Griechin - unmöglich, als ehrenhafter Türke! All seine Freunde sagten ihm, sie gehen "Deutsche" klatschen und "deutsche Huren f****" - und da war nun ich, eine Deutsche, die auf einmal seine Vertraute war. Er war in einem fiesen Dilemma. Als die Schule endete, saß er im Knast. Ich habe ihn danach wiedergesehen. Er hatte eine deutsche Freundin, sein Vater hat ihn verstoßen. Er machte eine Lehre und wollte seine Freundin heiraten; er litt sehr darunter, dass seine Familie sich nicht mit ihm freuen konnte. Nur seine Schwester traf ihn noch heimlich. Er aber blieb bei seiner Freundin; er wollte nicht mehr so leben und in die Moschee gehen, er wollte frei sein. Der Kontakt brach leider irgendwann ab, ich weiß nicht, was aus ihm wurde.

Ich bin schon beschimpft worden auch als Erwachsene, weil ich unverschleiert bin. Ein Bekannter machte mal ein Riesenspektakel, weil ich ihm die Hand gab und er erfuhr, ich hatte meine Regel - er sprach nie wieder mit mir.

Solche Erfahrungen habe ich viele. Einer der besten Freunde meines Exfreundes, selbst Muslim, sagte mal zu uns "ihr Deutschen seid alle bekloppt. Ihr wisst gar nicht, worauf ihr euch einlasst". Ich kenne einen Polizisten, selbst Türke. O-Ton: meine Landsleute sind am schlimmsten.

Ich habe im Zuge meiner Arbeit damals mit Jugendlichen aus muslimischen Familien zu tun gehabt und erlebt, wie verzweifelt sie waren, weil sie nicht streng nach dem Koran leben wollten. Das junge Mädchen Angst hatten, weil sie einen deutschen Freund hatten. Jungs mit zig Vorstrafen, die sich weigerten, mit einer Frau zu reden.

Und ich habe wundervolle Menschen kennengelernt. Meine muslimischen Nachbarn damals, so unendlich liebevoll. Sie brachte mir Kuchen, wenn sie gebacken hatte, er reparierte Sachen in meiner Wohnung. Wir haben oft zusammengesessen. Sie trug kein Kopftuch und wurde oft deswegen böse angegangen. Er ließ sie alle wichtigen Entscheidungen treffen und wurde als "kein Mann beschimpft". Sie wünschen mir heute noch schöne Weihnachten und Silvester, obwohl sie es selbst nicht feiern und ich wünsche ihnen ein schönes türkisches Neujahr. Wir wohnen nicht mehr nebeneinander, aber wir mögen uns und reden. Eine meiner liebsten Freundinnen ist Türkin.

Es gibt viele Menschen muslimischen Glaubens, die wunderbar sind - wie überall, in jedem Glauben, jeder Religion und jeder Herkunft. Ich weiß das. Und ich vorverurteile niemanden, jeder ist mir willkommen, egal welcher Herkunft, Hautfarbe, Beschaffenheit oder sexueller Orientierung - so lange er/sie nett ist. Und gerade deshalb sehe ich ganz genau, wenn es nicht so ist. Und oft ist es eben nicht so. Dass hat nichts mit einer Wertung zu tun - es ist Realität. Und mindert in keinster Weise die, die diesem Bild eben nicht entsprechen - aber diese, die dem Bild entsprechen, zu benennen, muss erlaubt sein. Weil diese gerade jene in Verruf bringen, die niemandem etwas Böses wollen.

Danke für den Bericht. Hat mich sehr berührt, wollte ich nur sagen.
 
Was ich meine bzw. sagen will, so lächerlich das auch klingt, ist, dass nur eine einzige Sache langfristig und nachhaltig positiv wirken wird: Fürsorge.

Bei uns gibt es ein altes Sprichwort, das heißt ungefähr so:

Mit gefesselten Handgelenken kannst Du niemand umarmen.

Tsunami, Du umarmst so lange, bis Dir Dein Gegner Dir das Schlüsselbein bricht, danach nicht mehr, weil Du dann die Arme nicht mehr hoch heben kannst, dann kann nur noch der Dich umarmen. Wird er aber nicht tun, weil er dann nicht mehr an Deine Handytasche dran kommt und Deine teure Jacke, die er Dir erst einmal auszieht und mit nimmt.🙄Und was machst Du dann?

(Der Tag fängt schon wieder komisch an, dass sich solche Überlegungen anstelle...)
 
RTL schmeisst den PEGIDA-Undercover-Reporter raus

RTL verhält sich nicht sehr fürsorglich seinen Mitarbeitern gegenüber.

Zitat aus dem von Dir gebrachten Artikel:
Unter den gesendeten Aussagen war inkognito auch der RTL-Reporter, der besonders krasse ausländerfeindliche Äußerungen in die Kamera sprach.

Du findet es also OK, wenn ein Reporter inkognito "besonders krasse ausländerfeindliche Äußerungen" macht?
 
Zitat aus dem von Dir gebrachten Artikel:

Du findet es also OK, wenn ein Reporter inkognito "besonders krasse ausländerfeindliche Äußerungen" macht?

???

Du findest es also OK, verwirrende und unlogische Suggestivfragen zu stellen um eine blöde Antwort bei Deinem gegenüber zu provozieren, die mit der Nazikeule platt gehauen werden kann?

Darf ich Dich mal fragen:


Bist Du Journalist?
 
???

Du findest es also OK, verwirrende und unlogische Suggestivfragen zu stellen um eine blöde Antwort bei Deinem gegenüber zu provozieren, die mit der Nazikeule platt gehauen werden kann?

Darf ich Dich mal fragen:


Bist Du Journalist?

Sorry, aber wenn ich das so lese in dem Artikel, würde ich eher meinen, der RTL Journalist war in seiner Freizeit dort und nicht aus beruflichen Gründen. Wäre er nämlich aus beruflichen Gründen dort gewesen, hätte er das ohne weiteres bekanntgeben können und es würde nun nicht so ausgeschlachtet werden, wie es aktuell eben der Fall ist und das weiß auch jeder der bei den Medien arbeitet.

Hierfür gibt es sehr viele bekannte Beispiele, wo Moderatoren und Journalisten auf die Fresse geflogen sind, weil die offizielle Stellung der Arbeitgeber von (Print)Medien so ausgestaltet ist, dass nichts auf den Sender oder den Verlag zurück zu führen ist, was am besten dadurch passiert, in dem man sich von der betreffenden Person trennt, wie aktuell auch in diesem Falle geschehen.

Also wo ist das Problem und welche Relevanz hat es um das Thema PEDIGA wirklich?

Nichts, aber auch wirklich gar nichts, außer dem Umstand, dass sich wohl offensichtlich auch Journalisten von dieser Welle haben mitreissen lassen, aber das zeigt nur allzu deutlich, wir sind alle nur Menschen und niemand kann sich irgendetwas entziehen.
 
Ich finde diese Pegida-Bewegung beängstigend und es schadet so viel mehr als das es nützt.
Niemals werden alle Ausländer das Land verlassen, aber genauso wird niemals jemand gezwungen werden in die Moschee zu gehen an Weihnachten 🙄
Die Leute, die dort mitmarschieren mögen die unterschiedlichsten Gründe dafür haben. Vielleicht schlechte Erfahrungen gemacht, vielleicht Angst vor dem Fremden...schon Georg Simmel schrieb über den Fremden, allerdings als TEIL einer Gesellschaft.
Ich komme aus einer Landeshauptstadt mit relativ hohem Ausländeranteil und mir ist noch nie aufgefallen, dass die Menschen mit Migrationshintergrund irgendwie böse wären. Ganz ehrlich, noch nie in meinem Leben hat mich jemand angemotzt ich würde kein Kopftuch tragen oder sowas...ich frage mich immer, wann sowas bitte passiert?!
Übrigens radikale Gruppen lachen sich ins Fäustchen, die werden reichen Zulauf haben und Pegida hat dazu beigetragen.
Ich möchte ja gern verstehen, was diese Menschen dazu bewegt auf die Straße zu gehen...aber es ist mir total unverständlich, denn weder ist die Bedrohung real noch gibt es z.B. staatliche Propaganda oder irgendwas vor dem man sich fürchten müsste...ich bin damit überfordert das alles nachzuvollziehen.
 
Hallo Ostergesetz,

ich kann dir da nur zustimmen. In der Pegida-Bewegung sammeln sich- so sehe ich das - Menschen, die sich zu kurz gekommen fühlen und an den Rand gedrängt.
Die Politik der letzten Jahre hat daran ein gerüttelt Maß an Schuld, hat sie doch "die kleinen Leute" immer mehr bluten lassen, während oben abkassiert wurde. Unternehmensgewinne und Vorstandsgehälter stiegen teilweise in nicht erwartete und was die Gehälter angeht, in eine unanständige Höhe.
Vorstände, die versagten, wurden mit unvorstellbaren Abschieds-Prämien bedacht, während Arbeitnehmern Opfer und Lohnverzicht abgepresst wurde.
Und da suchen Menschen Begründungen und finden sie in Asylanten und Ausländern, die zu uns gekommen sind und hier Unterstützung erhalten.
Und jetzt wirft man diese Menschen der Politik zum Fraße vor und die Pegida kocht darauf ihr Süppchen. Bei Hitler waren es die Juden, bei Pegida sind es die Muslime.
Ich frage mich schon länger, wann etwa unser Bundespräsident da mal ein deutliches Wort spricht.

Burbacher
 
Ich denke, dort werden noch mehr Journalisten und natürlich notwendigerweise auch der Verfassungsschutz mitlaufen - oder war´s nicht mitsingen? ( kann mir nicht vorstellen, daß da einer der hochintelligenten Mitläufer einen Text ablesen kann.) Immerhin hat sich heute, neben der Kirche, der rauchende Altbundeskanzler zu Wort gemeldet und einen "Aufstand der Anständigen" gefordert. Ich denke, daß dieser kommen wird.
 
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