Ich weiss nicht, ob es dir hilft, aber manchmal lohnt es sich schon über den eigenen Schatten zu springen. Der oft viel grösser erscheint als man selbst.
Ihr ward schon mehrfach in diesem Land, kennt also die Gegebenheit vor Ort besser, als Menschen, die noch nie dort waren. Warum genau ängstigt es dich jetzt? Was ist anders?
Passieren kann schliesslich überall was. Zuhause oder in der Ferne.
Manchmal ist Konfrontation mit den eigenen Ängsten sehr hilfreich. Du schreibst, du bist jung. Also los! Oder willst du dein restliches Leben eingeigelt zuhause verbringen? Und selbst da kannst von der Leiter fallen und dir das Genick brechen.
Wenn man immer nur auf das schielt, was passieren könnte!, nimmt man sich selbst so viel Lebensfreude. Das Leben beinhaltet nun mal Risiken, aber es möchte auch gelebt werden. Und ja, das Leben kann ein Arxxxloch sein.
Aber wie viele tolle Ereignisse verpasst man, wenn man nicht raus geht?
Was passiert? Was ist anders kann nicht genau ausdrücken was passiert. Wir mussten unsere ursprünglichen Reisepläne, in ein anderes Land, aufgeben, wegen einer Reisewarnung.
Das ist schon mal nicht gut. Man macht sich Sorgen.
Diese drei Sachen, Gewalt, Gesundheit, Unfall meines Verwandten, haben meine Gefühle verändert. Mein Verwandter macht schon seit der Kindheit diesen Sport. Man denkt, dass es ist gar kein Risiko. Und doch war es ein Risiko. Das passierte nicht auf einer Reise… aber trotzdem, verstehst du?
Ich hoffe, dass er (emotional) okay ist. Es wirkt so. Ich weiß nicht, ob ich es ansprechen soll. Es klingt so Klischee, aber wir sind Südländer und reden nicht so oft darüber, ob wir emotional okay sind. Wenn der andere nichts sagt, sagen wir auch nichts.
Nicht so als ob wir uns gleichgültig sind oder als ob es uns nicht interessiert. Wir sind immer füreinander da… Aber es ist nicht in unserer Kultur drin, dass wir auf genau diese Art über unsere Gefühle sprechen.
Wir sprechen auf andere Art über unsere Gefühle. Wir sind nicht unemotional oder so, aber man möchte nicht die Gefühle des anderen beleidigen und deswegen fragte ich ihn nicht, ob er emotional okay ist.
In unserer Familie jedenfalls ist das so.