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passiver Sex durch Traumatisierung

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 123041
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G

Gelöscht 123041

Gast
Hey Leute,

infolge einer komplexen PTBS / komplexen Traumafolgestörung, habe ich eine spezielle Art, Sex zu haben. Es läuft in der Regel so, dass ich nur durch den Partner durch verschiedene Methoden, v.a. mit der Hand, zum Orgasmus gebracht werden kann, ich selbst aber bei ihm nichts machen kann. Er ist in der Folge also dazu "gezwungen", Selbstbefriedigung zu machen, allerdings wenn ich nicht dabei bin, da ich sonst eine Dissoziation bekommen würde. Es geht also auch nicht, dass er direkt im Anschluss an Sex mit mir verschwindet und das im Badezimmer oder so macht, sondern zu irgendeinem anderen Zeitpunkt.
Ich hatte schon mehrere längere Beziehungen, bei denen es so lief. Im Internet finde ich nichts zu diesem Thema, obwohl eine Ex-Freundin von einem meiner Ex-Partner, die auch traumatisiert war, so ähnliche Strukturen hatte, es also noch mehr Menschen geben muss, bei denen es so läuft. Seit einem Jahr bin ich in Therapie, habe aber Angst, dass ich die Art von Sex nicht ablegen kann.
Meine Fragen sind nun
1.) Gibt es hier Frauen, die ähnliche Strukturen haben, oder Männer, die schon mal so eine Freundin hatten?
2.) Ist es legitim, einen Freund zu haben, wenn man solche Strukturen hat, da der Freund sexuell gesehen wie ein Single leben muss, abgesehen von der Art von Sex, die er mit mir hat?
Vielen Dank für die Antworten. LG
 
Hallo,

also das ist schon sehr eigenartig. Wenn du einen Freund findest, der das mitmacht: Okay, super. Andererseits frage ich mich, warum man es mit dem "Sex" dann nicht gleich bleiben lässt? Offensichtlich hast du kein Vergnügen daran?

Der Mann holt dir quasi einen runter, darf sich jedoch währenddessen und auch danach nicht selbst einen runterholen, da du sonst in einen psychischen Ausnahmezustand gerätst? Verstehe ich das richtig?

LG und alles Gute,
SFX
 
@SFX Ich finde Sex total gut, auf diese Weise eben. Ja, du hast es auch genau richtig verstanden. Ich hatte fünf Beziehungen, die immer so liefen und jeweils in etwa vier Jahre gedauert haben. Sie sind letztlich auch nicht am Sex gescheitert, also meine Partner fanden diese Art von Sex mit mir auch ziemlich gut und es gab auch regelmässig und für langjährige Beziehungen wahrscheinlich schon auch viel Sex. Aber klar hätten sie auch gerne mit mir gegenseitigen Sex gehabt.
Das verunsichert mich jetzt mega, dass das wirklich so ungewöhnlich zu sein scheint. Ich finde auch absolut nichts im Internet dazu, obwohl ich wie gesagt mindestens eine Frau persönlich kenne, bei der es genauso läuft. Scheint irgendwie ein Tabuthema zu sein.
Ich hoffe, ich kann diese Grenze bzw. Angst vor dem männlichen Orgasmus irgendwann loslassen.
 
Zuletzt bearbeitet:
also meine Partner fanden diese Art von Sex mit mir auch ziemlich gut
Also wirklich, ganz ehrlich, das kann ich fast nicht glauben.
Es mag ja sein, das dies dir ( auf Nachfrage ) so kommuniziert wurde, allerdings bin ich mir sicher, daß nach dieser Beziehung, alle Partner anschließend den "normalen" Sex weitaus mehr genossen haben, als diesen Akt, und diese Praktik auch nicht mehr weiter praktiziert haben.
Das dies nicht der alleinige Grund für eine Trennung war, glaube ich gerne, allerdings nichts desto trotz wahrscheinlich ein wichtiger.
Für mich wäre dies jedenfalls über längere Zeit nicht befriedigend genug, bzw. wahrscheinlich sogar ein baldiger Trennungsgrund.
Aber, im Vorfeld offen kommuniziert, gibt es sicher potentielle Partner, die damit kein bzw. weniger Problem/e damt haben als ich.

Enthaltsam leben brauchst du deswegen nicht, allerdings sei mir die Frage erlaubt, ob dir Sex nicht trotzdem bei der Überwindung des Traumas, ( da ja scheinbar trotz lanjähriger Therapie keine Fortschritte bzw. "Besserung" erzielt wurde, zumindest hast du nichts dazu geschrieben, aber das kann dir wenn überhaupt nur dein Therapeut sagen kann ), im Weg steht?
 
Hallo Stephanie,

ich finde es beeindruckend, wie klar und unaufgeregt Du eure Situation beschreibst, alle Achtung.

Welche Art von Sex ihr habt, darf eure Sache sein. Aber gerade beim Sex finden die "Interaktionen" ja auf so vielen Ebenen statt. Obwohl wir Männer gerne als vernagelt, penisgesteuert und wenig emphatisch dargestellt werden, gibt es nach meiner Erfahrung sehr viele Männer, die ihre Partnerin nicht einfach nur "benutzen" wollen mit der Betonung auf "nur". Sex kann etwas so Kraftvolles und Wunderbares sein, wenn er gewollt ist und DAS macht dann richtig Spaß, diese Grenzen gemeinsam herauszufinden. Aber in eurem Fall ist diese Ungezwungenheit nicht möglich und das ist mehr als verständlich.

Nun stelle ich es mir als Mann nicht gerade so einfach für Deinen Partner vor, mit Dir etwas "zu tun", das Dich quasi "paralysieren" kann und Dir womöglich Schäden zufügt, die vielleicht nicht gleich erkennbar sind. Meine Ängste dabei wären recht groß und auch die Angst, dass Du Dich überfordern könntest, in dem Versuch etwas für mich zu tun, das quasi zu einem "Opfer" wird. Als ob Männer alles ihren Trieben unterordnen würden, weil sie nun mal Männer sind und nicht anders können oder wollen. Dass es solche Exemplare gibt, bestätigt bei Weitem nicht die Allgemeingültigkeit.

Ich sehe für euch die Chance, dass ihr euer "Sex-Leben" selbst "verhandeln" könnt". Das vielleicht Anstrengende ist, das ihr das aber auch müsst. Was gestern gegolten hat, muss heute nicht mehr gelten und umgekehrt. Das erfordert viel Rücksicht, aber auch Mut und Aufrichtigkeit, zu den eigenen Bedürfnissen zu stehen. Etwas einzufordern kann das Vertrauen beinhalten, dass sich das Gegenüber darauf einlassen kann und will, um etwas Neues zu erfahren. Aber wenn man dabei immer wieder auf Grenzen stößt, die dem anderen seelische Verletzungen zufügen könnten, dann ist dieser Preis womöglich zu hoch und das Bedürfnis nach Sicherheit nimmt euch die Luft zum Atmen.

Dass Du dies hier zur Sprache bringst zeigt mir, dass Du Mut und Kraft hast und auf einem Weg bist, der Dich und Deinen Partner weiter bringen soll. Wie erkundet man neues "Terrain"? Genau so. Danke für Deine inspirierenden Worte.
 
@tomtom1972 Bis auf eine Beziehung ging die Trennung immer von mir aus. Also meine Partner fanden es tatsächlich gut, waren währenddessen auch immer total erregt. Allerdings dachte ich auch, dass es ja an Masochismus grenzt, dass sie immer sich zurückhalten und diese Rücksicht üben mussten. Bei manchen ist z.B. auch in der Vorbeziehung der Sex dann mehr oder weniger eingeschlafen, was ja bei mir nicht der Fall war, da ich durch meine traumabedingten Fantasien immer einen starken Kick bekomme. Ein Ex-Partner von mir hatte schon mal eine Freundin, bei der es jahrelang ähnlich lief.

Ich verstehe aber, dass du das nicht auf Dauer mitmachen würdest. Ich dachte auch immer, ich müsste mir einen Mann suchen, der dominant genug ist, das von mir einzufordern, aber es ist wirklich schwierig, da ich halt diese starke Angst vor dem männlichen Orgasmus habe. Meine Ex-Partner waren auch durchaus keine Softies oder so, sondern durchweg Männer mit gutem Job und Status, die im Außen eher dominant und mit hoher Autorität agiert haben. Im privaten Raum lief es aber wie gesagt so, wobei sie jetzt auch nicht devot veranlagt waren, sondern sie haben es halt notgedrungen akzeptiert.

Das mit dem offen im Vorfeld kommunizieren ist genau mein Problem. Ich bin jetzt 43 und es lief wie gesagt immer so, ich war auch fast immer in einer Beziehung. Am Anfang habe ich jeweils versucht, mit dem Mann zu schlafen, dann aber immer eine Dissoziation bekommen. Nun bin ich seit einem Jahr in Therapie, es ist auch meine erste richtige Therapie. Sollte ich das Thema nicht auflösen können, müsste ich es jedenfalls gleich von Anfang an offen kommunizieren. Ich habe schon noch die Hoffnung, dass ich es zulassen kann, aber ich bin mir nicht sicher. Auch habe ich schon überlegt, in eine Art der "Gemeinschaft mit mehreren" zu gehen, bei der man ein passives Mitglied dann sozusagen mittragen könnte. Also ich hätte kein Problem damit, wenn mein Freund auch mit anderen Frauen Sex hat, mir selbst würde aber ein Liebespartner genügen. Ich würde ihm das aber gerne gönnen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das verunsichert mich jetzt mega, dass das wirklich so ungewöhnlich zu sein scheint. Ich finde auch absolut nichts im Internet dazu, obwohl ich wie gesagt mindestens eine Frau persönlich kenne, bei der es genauso läuft. Scheint irgendwie ein Tabuthema zu sein.
Warum sollte das ein Tabuthema sein? Du wiederholst seit Jahrzehnten eine Missbrauchssituation, in der du ohnmächtig und passiv warst. Der Körper reagiert auf Reize. Du bist auf diese Reize konditioniert worden und hältst das gegenüber automatisch auf Distanz.
Ein guter Analytiker kann dir da viel zu sagen.
Sexualität ist ein Weg zur Selbsterkenntnis.
Kann sehr spannend sein.
 
@Schroti Ja, es ist eine Art Reinszenierung und gleichzeitige Wiedergutmachung des Traumas, die ich immer wiederholen will, das ist mir natürlich klar. Ich habe allerdings nur subtilen, leichten Missbrauch erlebt, aber das hat gereicht, um mich sexuell so auszurichten.
 

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