Mein Partner und ich (w) sind beide Anfang 30 und seit sieben Jahren zusammen. Wir haben uns kennengelernt, als ich in seinem Heimatland studiert habe. Ich habe dort keine Arbeit gefunden, die mich erfüllt hat - schlimmer noch, mein Job dort hat mich depressiv gemacht. Ich bin zurück nach Deutschland gegangen und er kam ein Jahr später nach. Zu dem Zeitpunkt hatte er in seinem Land keinen Job und hat noch bei seinen Eltern gelebt. Hier in Deutschland hat ein Bekannter ihm eine Stelle besorgt, die mit dem, was er studiert hat, aber nichts zu tun hat. Es sollte nur ein Provisorium sein, mittlerweile sind es vier Jahre. Dass er keinen anderen Job findet, frustriert ihn extrem. Ich liege nächtelang wach und überlege, wie ich das ändern kann, aber ich kann es nicht. Er hat außer mir niemanden hier. Keinen eigenen Freundeskreis, nichts. Wir haben unterschiedliche Lebensvorstellungen. Ihm ist Familie sehr wichtig, für mich steht hingegen fest, dass ich keine Kinder möchte. Es ist sehr eindeutig, dass er in dieser Beziehung mehr Opfer gebracht hat als ich. Trotzdem sagt er immer, ich sei das Wichtigste für ihn. Und er hat bereits mehrmals gesagt, dass er sich das Leben nehmen wollte, bevor wir uns kennengelernt haben. Das Problem ist: Ich ertrage diese Ausweglosigkeit nicht mehr. Sein ständiges Suchen nach seinem Traumjob, der nicht kommen wird. Dass es ihm so oft offensichtlich schlecht geht. Trotzdem liebe ich ihn noch. Aber es scheint mir, als rast unser Leben auf einen Abgrund zu und ich kann nichts dagegen tun. Trennen kann ich mich auch nicht. Er wird sich etwas antun, es würde für ihn trotz häufigerer Streits wie aus dem Nichts kommen. Allein, wie ich an sowas nur denken könnte, würde ihm wie ein Verrat vorkommen und für seine Familie wäre ich der A****, für den er alles aufgegeben hat und der trotzdem nie genug bekommen konnte. Wenn er ein gefestigtes soziales Umfeld, einen Job, den er mag - irgendeinen anderen Lebensinhalt außer mir - hätte, wäre es leichter.