Hallo!
Der Ruf des Vaters ist meiner Ansicht nach nicht von Belang. Sein "Ruf" ist das Produkt seiner Umgebung und dementsprechend nur dann durch das Sexualverhalten seiners Tochter beeinflusst, wenn sein Umfeld auf die Sexualität seiner Tochter streng konservativ reagiert.
Mit streng konservativ meine ich, wenn die Menschen seines Umfeldes die Entscheidungen seiner Tochter an einem Moralstandard messen, der besagt, dass man nur genau einen Sexualpartner zur selben Zeit haben darf, dem man treu bleibt. Diese Einschränkung gilt aber viel zu oft ausschließlich für Frauen und Mädchen, deren Entscheidungen, ihre Sexualität frei auszuleben, missbilligend beäugt werden, während es für Männer und Jungs meist so einen Standard nicht gibt.
Abgesehen davon drängt imho diese Ansicht eine Frau/ein Mädchen in eine Opferrolle, weil es eine angeborene devote Grundhaltung und eine im Vergleich zu Männern/Jungs niedrigere Libido annimmt.
Diese Annahme wiederum muss bei einer Frau oder einem Mädchen, das seine Sexualität ebenso frei ausleben will, wie es Männer und Jungs schon immer getan haben, dazu führen, dass sie als "nicht normal" angesehen wird.
Dieser streng konservativen Grundhaltung möchte ich energisch entgegentreten, weil sie imho ein antiquiertes Rollenverständnis zwischen Mann und Frau zementieren will, dass in einer modernen, aufgeklärten Gesellschaft einfach keinen Platz mehr hat.
Abgesehen davon bin ich der Meinung, dass ein Vater seiner Umgebung nichts schuldet, was die Freiheit seiner Tochter in irgendeiner Hinsicht beschränkt und er ihr als erwachsene Frau die gleichen Rechte zugestehen muss, von denen er bei sich und seinen "Jungs", d.h. seinen Spielern, selbstverständlich ausgeht.
Just my 2 cents.
Nagelring