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Panik vor dem Beratungsgespräch

Balance

Neues Mitglied
Hallo Leute,

ich bin etwas aufgewühlt..nahezu panisch…könntet
ihr mir vielleicht ein paar Ratschläge geben?
Uns zwar habe ich am Donnerstag ein Beratungsgespräch beim Arbeitsamt,
weil ich mich fest entschlossen habe beruflich neuzuorientieren.
Ich möchte unbedingt raus aus meinem rein kaufmännisch. Beruf (Controlling),
ich weiß, das ist definitiv nicht meine Berufung, ich möchte
einen Beruf, wo ich Menschen helfen, beraten unterstützen kann…einen Beruf
bei dem ich gezielt den Menschen helfen kann und nicht einem Betrieb..(Menschen beraten, unterstützen->glücklich machen)...ist diese Denkweise vielleicht zu naiv?
Ich will auch keinen falschen Eindruck hinterlassen, ich leide definitiv nicht an einem Helfersyndrom und möchte mich aufopfern um andere Menschen glücklich zu machen.
naja, mein „Problem“ liegt eher an dem Beratungsgespräch, ich bin noch sehr unschlüssig darüber ob ich eine Umschulung
machen möchte oder doch nur ein Arbeitsplatzwechsel in eine andere Branche…es gibt Augenblicke, in denen ich glaube mich festgelegt zu haben aber die Zweifel kommen sehr schnell wieder zurück..und ich stehe wieder am Anfang…so kann ich ja nicht zum Beratungsgespräch gehen?
Ich kann doch nicht sagen,“ ich will was anderes machen aber ich weiß noch nicht was“!!! Die Dame
Wird mich doch auch schräg anschauen….! Einerseits denke ich, dass ist ja nur ein Beratungsgespräch und ich gehe dorthin um mich beraten zu lassen und ein wenig Unschlüssig darf man ja sein…aber
Ich habe das Gefühl, ich weiß noch nicht mal was ich möchte..und das mit 25 Jahren!
Ach ich habe ziemlich viel Hoffnung und Erwartung auf dieses Gespräch gesetzt…und deswegen setze ich mich unter Druck, dadurch werde ich (wie immer) verkrampfen und zu nichts mehr fähig sein…weder werde ich meine Meinung äußern können, noch auf die Fragen eingehen..das wird ein Desaster… ohh man!!!! Ist doch lächerlich, was in mir vorgeht..und womit ich mich(unnötig) beschäftige....:mad:
 
naja, mein „Problem“ liegt eher an dem Beratungsgespräch, ich bin noch sehr unschlüssig darüber ob ich eine Umschulung
machen möchte (...) Einerseits denke ich, dass ist ja nur ein Beratungsgespräch und ich gehe dorthin um mich beraten zu lassen und ein wenig Unschlüssig darf man ja sein…

Hallo Balance,
ich finde es interessant, dass du sowohl dein
Problem als auch den Lösungsansatz schon
beschrieben hast 🙂

Darin will ich dich unterstützen - einerseits
darin, dein Problem zunächst auf das Gespräch
einzugrenzen (wie eine Treppenstufe) und
dann dorthin mit einer "bewusst unschlüssigen"
Haltung zu gehen und eben nicht mit einem
konkreten Ziel. So bist du offen, neugierig und
kannst dich beraten lassen, welche Möglich-
keiten es überhaupt gibt und welche nicht.
Ich kenne das von mir und nenne es die
"Vielleicht-Haltung" - fällt nicht jedem gleich
leicht, aber man kann es trainieren.

Inhaltlich kann ich dich verstehen, denn als
ich in deinem Alter war, hatte ich einen kauf-
männischen Job, wollte aber lieber künstler-
isch arbeiten. Drei Jahre später kam ich über
eine ehrenamtliche Tätigkeit "auf den Ge-
schmack", beratend mit Menschen zu arbei-
ten, habe Abendschule und Zusatzausbildungen
gemacht und so die Fähigkeiten erworben, die
mir bis dahin fehlten und reizten.

Trotzdem ist daraus (Stand heute) kein "Beruf"
geworden, aber durchaus eine "Berufung". Was
ich dir damit sagen möchte: manchmal ist es
auch eine Option, sich in einen neuen Bereich
zu wagen, ohne es auf der beruflichen Ebene
zu tun. Ich habe damals meine Arbeitszeit zu-
rückgefahren, um Zeit für die Weiterbildung
zu bekommen und gemerkt, dass ein Job, der
mit mit 50 Std. in der Woche nervt, mit 30 Std.
völlig okay ist.

Viele Grüße und berichte mal, was du gehört
hast!
Werner
 
Ich möchte kurz mein Gefühlszustand beschreiben: bevor ich deinen Beitrag gelesen habe, war ich angespannt (denn das Beratungsgespräch rückt näher) aber jetzt, schon während ich deinen Beitrag gelesen habe, habe ich bemerkt wie entspannt ich auf einmal wurde..Zeile für Zeile…vielen Dank Werner für deine unterstützenden Worte
Es ist mir gar nicht aufgefallen, dass ich für mich schon einen Lösungsansatz geliefert habe…leider
fällt es mir schwer, mich daran zu halten….aber ich weiß. ich sollte offen sein für das was ich zu hören bekommen werde und mich nicht unbedingt an dieses Gespräch klammern. Dieser Gedanke verschafft in mir eine Lockerheit (die mir gefällt)…Ich werde an meiner „vielleicht-haltung“ arbeiten, sobald ich wieder mit der verzweifelten Grübelei anfange, werde ich das innerlich mit einem STOP Schild abbrechen…stop bis hier her und nicht weiter…sonst nimmt das kein Ende..
Du beschreibst, dass du in meinem Alter in derselben Situation warst, darf ich fragen, wie du die 3 Jahre bis zu der Veränderung erlebt hast? Warst du wie ich darauf fixiert eine berufliche Erneuerung zu erschaffen oder hast du dir eher alle Wege offen gelassen und alles hat seinen Lauf genommen? Ich weiß es ist unrealistisch, die gewünschten Veränderungen gleich in ein paar Monaten zu erwarten aber da ich in Bezug auf mich ungeduldig bin, am liebsten hätte ich all die Veränderungen in meinem Leben schon erreicht....noch eine Situation wo ich locker werden sollte…

Danke nochmals, ich werde berichten..🙂
 
Guten Morgen, Balance,
vielen Dank für dein Feedback. Das freut mich 🙂

Es ist mir gar nicht aufgefallen, dass ich für mich schon einen Lösungsansatz geliefert habe…leider

Deshalb bin ja ich das 😉 um darauf zu achten,
wo bereits ein Lösungsansatz da ist, den du
ausbauen kannst. Nein, im ernst mal: ich erle-
be ganz oft, dass jemand in der Masse der Ge-
danken diejenigen übersieht, die ihn weiter
bringen. Geht sogar mir selbst so, obwohl ich
ja "trainiert" bin.

Dieser Gedanke verschafft in mir eine Lockerheit (die mir gefällt)…Ich werde an meiner „vielleicht-haltung“ arbeiten, sobald ich wieder mit der verzweifelten Grübelei anfange, werde ich das innerlich mit einem STOP Schild abbrechen…stop bis hier her und nicht weiter…sonst nimmt das kein Ende..
)

Da du jetzt weißt, wo dieser Vielleicht-Muskel
sitzt, kannst du ihn gezielt und regelmäßig
trainieren. Es müssen dabei nicht die großen
Hürden und Themen sein, das geht auch vor
dem Kühlschrank oder beim Einkauf. Einfach die
Informationen auf dich wirken lassen ohne Ja
oder Nein zu entscheiden, alle Alternativen
neutral wahrnehmen, sachlich bewerten und
dann eine nach der anderen ablegen, wenn sie
deiner Prüfung nicht standhält. So bleibt am
Ende entweder eine "richtig gute" übrig oder
du musst nochmal nach neuen Alternativen
suchen, wenn alle im Test durchfallen.

Du beschreibst, dass du in meinem Alter in derselben Situation warst, darf ich fragen, wie du die 3 Jahre bis zu der Veränderung erlebt hast? Warst du wie ich darauf fixiert eine berufliche Erneuerung zu erschaffen oder hast du dir eher alle Wege offen gelassen und alles hat seinen Lauf genommen?
)

Es wird dich vermutlich erschrecken: es waren
nicht nur drei Jahre ... wobei die "Veränderung"
langsam verlief und sich Schritt für Schritt vom
inneren Wunsch und unrealistischen Ideen in
Richtung Realität vorgearbeitet hat. Wobei an-
dererseits im Rückblick klar wird, dass schon die
ersten Schritte (bei mir die ehrenamtliche Tätig-
keit) sehr wertvoll und voller Lernerfahrung wa-
ren, ebenso die Zusatzausbildungen, die Übungs-
gruppen usw.
Ich bin den Weg gegangen, bewusst weniger zu
arbeiten (und zu verdienen), um Zeit für die Wei-
terbildung und alles zu haben. Das heißt: obwohl
es insgesamt viele Jahre gedauert hat, von A
nach B zu kommen, war doch der Weg selbst be-
reits wichtig und wertvoll.

Insofern, wer weiß, wird vielleicht dein Posting
hier im Rückblick schon die "erste Lektion" gewe-
sen sein 🙂

Viele Grüße,
Werner
 
hallo balance
ich denke werner hat dir schon eine "abzweigung" gezeigt, die sich für dich ganz gut anfühlt.

ich möchte nur mehr etwas ergänzen, was deine haltung bezüglich des gesprächs betrifft.

wenn du da zum amt gehst, zur BERATUNG, dann bist du die KUNDIN. kundinnen die sich beraten lassen sind naturgemäß unschlüssig, sonst würden sie ja nicht zur beratung gehen.
du kannst also davon ausgehen, dass die beraterin damit RECHNET, dass su nicht wirklich weisst wohin die reise gehen soll.

du bist in dem fall die einzige, die diese erwartung in dich setzt und wenn du versuchst, dieser erwartung zu entsprechen schwinden die chancen offen zu sein, zuzuhören, aufzunehmen usw.
der termin ist für DICH nicht um die beraterin zufriedenzustellen.

viel spaß
 

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