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Panik vor Bewerbungsgespräch

zer.o

Mitglied
Ich habe morgen ein Bewerbungsgespräch per webcam mit Teams und fühle mich angespannt und planlos.
Seit einer Woche will ich mich nochmal schlau machen, aber ich schiebe es ständig vor mir her.
Mir geht soviel unwichtiges durch den Kopf das ich lieber mache.

Es geht um eine Stelle als Sachbearbeiter im Vertrieb bei einem der drei größten Unternehmen der Region, aber ich habe keine Ahnung, was ich sagen oder antworten soll.
Ich hatte nur zwei Bewerbungsgespräche in meinem Leben und die sind auch schon ein paar Jahre her.

Der Grund für meine Bewerbung ist das, dass Unternehmen, bei dem ich bislang arbeitete, zum Jahresende aufhört.
Da mir die Aufgaben der Stelle zusagten habe ich mich mal beworben und auf das beste gehoft.
Am Gespräch beteiligt sind der Personaler und der Abteilungsleiter, aber neben fehlenden Antworten auf mögliche Fragen, fehlen mir passende Gegenfragen.

Dann ist da noch die Sache mit dem Gehalt. Keine Ahnung was gerechtfertigt ist.
Meine Erfahrung im Vertrieb sind, Angebotserstellung, Auftragserfassung und bearbeitung. Kundenkontakt hatte ich keinen.
Aktuell verdiene ich 2.600€ Brutto im Monat und bin inkl. Ausbildung 16 Jahre beim selben Unternehmen tätig.
Außerdem sagte mir der Chef mal im Mitarbeitergespräch, das ich am geringsten von allen verdiene, aber da er geizig war gab es selten Gehaltserhöhungen.

Persönlich hätte ich gerne >3.000€ Brutto im Monat, so dass ich auf etwa 300€ mehr Netto komme.
Aber ich will auch nicht unverschämt sein und das Gefühl vermitteln ich bewerbe mich in erwartung auf ein hohes Gehalt.
Als zusatzqualifikation habe ich vor ein paar Jahren den Fachwirt an der IHK gemacht.

Außerdem fand vor ein paar Monaten ich zufällig heraus, dass ein Kollege mit ähnlichen Aufgaben 2011 bereits 3.200€ verdiente. Wir haben zwar ähnliche Aufgaben, aber er hat mehr Verantwortung.
2011 war er inkl. Ausbildung etwa 12-13 Jahre im Unternehmen, während ich damals gerade mit der Ausbildung fertig war.
 
Deine Panik ist ja völlig berechtigt, wenn du dich nicht vorbereitet hast.

Was erwartest du von uns? Du willst den Job, also bereite du dich vor.
 
Hey Du,

verständlich dass du aufgeregt bist, Bewerbungsgespräche sind ja auch eine nicht ganz leichte Situation. Aber für mich klingt alles ziemlich gut:
-Du hast viel Berufserfahrung
-Du hast einen soliden Grund für den Wechsel

Ich bin bei meinem sozialen Träger häufig bei Bewerbungsgesprächen als Betriebsrätin dabei, kenne also die "andere Seite" recht gut. Ich bin mir allerdings nicht sicher, wie gut sich meine Erfahrungen auf größere Unternehmen übertragen lassen, bei uns läuft alles sehr locker. Ich erzähle trotzdem mal ein bisschen was.

Insgesamt gibt es Personalmangel und viele offene Stellen, wir sind also schonmal froh über jede halbwegs solide Bewerbung, die eingeht. Die Grundhaltung ist dann immer, dass wir uns freuen und wir tatsächlich die Bewerber*innen eher überzeugen wollen, dass sie zu uns kommen, außer sie machen einen sehr merkwürdigen Eindruck, was aber selten vorkommt (damit meine ich nicht Schüchternheit, das ist okay. Aber eine Frau hat zB mal von ihren vermeintlich autistischen Katzen erzählt, was nicht so gut ankam, wenn man mit Menschen mit Behinderungen arbeiten will).
Es fängt immer so an, dass die Bewerber*in aufgefordert wird, etwas von sich zu erzählen. Meist wird dann ungefähr das erzählt, was auch in Lebenslauf und Anschreiben steht:
-Berufserfahrung, Qualifikationen, so generell der Werdegang
-Wieso wird eine neue Stelle gesucht
-Wieso interessiert man sich für unseren Träger, unser Klientel
-Gibts besondere Wünsche zB sowas wie "Mittwochs kann ich nicht wegen einem berufsbegleitenden Studium" (kommt sehr oft vor, dass Bewerber*innen solche anderen Verpflichtungen haben)

Danach erzählt die Gesprächsleitung etwas über unseren Träger, wie gearbeitet wird, etc.

Manchmal werden noch Fragen zu zB herausfordernden Situationen gestellt, also wie geht man zB mit Aggressionen von Seiten der Klient*innen um.

Am Schluss geht es um Formalien, Einladung zur Hospitation (Probearbeiten), Gehalt, Urlaub, etc. Da bei uns nach Tarif gezahlt wird, gibt's da aber keinen Verhandlungsspielraum.

Mir kommt dein Wunsch von 3000€ nicht viel vor, ich hab allerdings auch keine Ahnung von deiner Branche. Ich denke aber, wenn du den Wunsch freundlich und selbstbewusst äußerst, ist das bestimmt okay.

So, wie gesagt, kann bei dir alles anders laufen, aber vielleicht hilft es trotzdem ein bisschen🙂 und denk dran, fast überall werden Fachkräfte dringend gesucht, ich vermute, dass sie dich eh wollen. 🙂
 
Meiner Tochter würde ich jetzt sagen "Das fällt dir ja früh ein, dass du nach Tipps fragst!" 🙄

Es ist wirklich schade, dass du damit so spät anfängst. Im Netz finden sich zig Informationen zum Verhalten im Bewerbungsgespräch. Einmal mehr, wenn du auf dem Gebiet unerfahren bist. Wenn man sich rechtzeitig informiert kann man solche Gespräche auch trainieren, sie einfach mal mit einem Freund oder dem Partner/der Partnerin üben. Nützt alles nichts, mach jetzt einfach das Beste daraus. Wird schon schief gehen.

Was du auf jeden Fall tun solltest ist dich über die HP des Unternehmens zu informieren, damit du nicht kalt erwischt wirst, indem sich schnell zeigt, dass du völlig unwissend bist, bei was für einem Unternehmen du dich überhaupt bewirbst. Such dir 1 - 2 Punkte heraus, die dich besonders ansprechen; die haust du nicht planlos raus, sondern streust sie ein, wenn es gerade passt.

Google auch mal bei kununu nach dem Unternehmen. Wie wird es bewertet, was schreiben ehemalige Mitarbeiter. Auch das kannst du einfließen lassen als etwas, was du gehört hast - natürilch nur positive Aspekte.

Das Unternehmen möchte vor allem wissen, warum es dich einstellen sollte. Also was bringst du mit, das dem Unternehmen nützt. Mach da nicht den Fehler und stapel tief, erzähl nicht direkt, was du alles nicht kannst. Stell heraus, was du durch 16 Jahre Erfahrung alles vorweisen kannst und geh dabei auch gerne ein bisschen ins Detail. Womit konntest du besonders glänzen, worin lagen deine Stärken? Sicherlich haben dir Kunden oft zurückgespielt, dass sie gerne mit dir zusammenarbeiten. Du genau arbeitest und verlässlich bist. 😉
Falls offenbar wird, dass du etwas nicht kannst kannst du das selbstverständlich jederzeit lernen, denn es fällt dir leicht, dich in neue Sachverhalte schnell einzuarbeiten und für dich ist wichtig, dass du nicht stehen bleibst, sondern immer auf dem aktuellen Stand bist, um deinen Job professionell machen zu können. Wichtig wäre, dass du rüberbringst, dass du Lust an der Arbeit dort hast und auch gerne im Team arbeitest.

Nach deinem Thread hier nehme ich an, dass du eher jemand bist, der tiefstapelt. Das solltest du im Gespräch keinesfalls tun. Mach dir klar, dass überall nur mit Wasser gekocht wird. Ein Unternehmen möchte aber logischerweise keinen Schlurfi einstellen, sondern einen Mitarbeiter, der etwas drauf hat: Also DICH! Verkauf dich selbstbewusst als jemand, der ein gutes Aushängeschild für seinen Arbeitgeber ist.

Bzgl. deines Verdienstes würde ich auf jeden Fall höher gehen als 3.000 Euro pro Monat. Schau mal hier: https://de.jobted.com/gehalt/vertriebsmitarbeiter
Du hast 16 (!!!) Jahre Erfahrung vorzuweisen. Tatsächlich empfinde ich deinen Verdient als deutlich zu niedrig. Hier darfst du ruhig für die Zukunft im Kopf behalten, dass man nach Gehaltserhöhungen aktiv fragen muss und danach, was fehlt, um sich weiterzuentwickeln. Sonst gehst du mit dem Gehalt in den Ruhestand. Passiven Mitarbeitern wird i. d. R.. nichts geschenkt.

Als Fragen könntest du noch die Teamgröße ins Spiel bringen, ob dich jemand bei der Einarbeitung unterstützt, ob es die Regel ist, ausschließlich vor Ort zu arbeiten oder ob gelegentlich Home Office möglich ist. Wie sieht es mit Dienstreisen aus? Sind die geplant, falls ja wie häufig, in In oder gar Ausland? Interessant ist auch die Frage auch nach besonderen Angeboten für Mitarbeiter: Gibt es z. B. eine Betriebsrente, falls du Öffi-Nutzer bist wie sieht es mit dem Jobticket aus, wie wichtig ist dem Arbeitgeber eine gute Work-Life-Balance?

Fragen, auf die du vorbereitet sein solltest (und die ich völlig panne finde, die aber vorkommen): Nenne 3 Stärken und 3 Schwächen. Oder wie würden dich deine Freunde beschreiben. Google dazu am besten mal bei YouTube, dazu gibt es ganz gute Videos. Da solltest du nicht erst beim Termin anfangen müssen zu überlegen, sonst gibt es ein einziges Gestammel und du bist raus.

Verabschieden ist auch immer so eine Sache. Frag dann einfach, wie es jetzt weiter geht und bis wann du mit einer Entscheidung rechnen kannst. Tritt nicht verhuscht auf, sondern ruhig selbstbewusst. Du kannst schließlich auch entscheiden, ob du dort arbeiten möchtest.

Am nächsten Tag kannst du dich dort noch einmal melden. Schreib eine E-Mail hin, bedanke dich für das informative Gespräch in angenehmer Atmosphäre und dann kannst du auch schon platzieren, dass du alles noch einmal hast Revue passieren lassen und zum Entschluss gekommen bist, dort gerne arbeiten zu wollen. Und natürlich dass du überzeugt bist, einen wertvollen Beitrag leisten zu können und dich über eine positive Nachricht sehr freust.

Was mich wundert ist, dass du erst jetzt anfängst mit Bewerbungen. Dass dein Arbeitgeber zum Jahresende dicht macht weißt du doch sicherlich nicht erst seit gestern. Es ist schon wichtig, dass du dich aus einem bestehenden Beschäftitungsverhältnis heraus bewirbst, da der Rechtfertigungsdruck danach größer wird, warum du noch nichts Neues gefunden hast.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Z.,

dass du 16 Jahre lang beim selben Unternehmen warst, das geht aus deinem Lebenslauf hervor und ist ein sehr guter Fakt, den der Arbeitgeber von dir weiß. Das heißt du bist Loyal, verlässlich und erfahren.

Ich würde mir die Homepage des Unternehmes genau ansehen und mir die Schwerpunkte merken, wie sich das Unternehmen selbst beschreibt. Dann kannst du deine Argumentationsweise besser ausrichten und wissen, was gut kommt und was nicht so wichtig ist.

Ich wünsch dir jedenfalls viel Glück.

Achte auf den Hintergrund deiner Webcam!
 
Ach ja: Ich würde dem Unternehmen auch nicht sagen, was du aktuell verdienst. Sonst bekommst du nur geringfügig mehr und das ist bei deiner Erfahrung m. E. doch arg wenig.
Und vergiss auch nicht zu fragen, ob es 12 oder 13 Gehälter gibt - das macht schon noch einen Unterschied, wenn du von einem Jahresgehalt sprechen solltest.
Ich würde dir eher empfehlen, das angestrebte Monatsgehalt zu thematisieren. Das ist im Tarifbereich ohnehin eher üblich.
 
Persönlich hätte ich gerne >3.000€ Brutto im Monat,
Dann sage 3200€
Außerdem sagte mir der Chef mal im Mitarbeitergespräch, das ich am geringsten von allen verdiene, aber da er geizig war gab es selten Gehaltserhöhungen.
Das würde ich im Bewerbungsgespräch nicht erwähnen. Du scheinst Dich schlecht zu verkaufen.
Mir geht soviel unwichtiges durch den Kopf das ich lieber mache.
Informiere Dich über die Firma. Desinteresse kommt gar nicht an.
 

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