Hallo 🙂
Ich bin mittlerweile 34 und habe ein Kind. Bevor ich Abi gemacht habe, habe ich ein bisschen in der Pflege gearbeitet, das ist jetzt schon über 10 Jahre her. Nach dem Abi habe ich ein Lehramtsstudium begonnen, mein damaliger Freund wünschte sich das und ich fand es nicht so schlecht. Da bin ich dann hängen geblieben, habe viele interessante Sachen gemacht und gelernt (nur so als Beispiel: Ich habe 3 Semester lang im Archiv Briefe von Eichendorff transkribiert. Das war spannend. Oder 4 Semester Impro-Theater gespielt. Ich habe in einem Dom ministriert, habe an einem Schulbuch mitgewirkt, durfte philosophische Gesprächskreise mit Senioren abhalten, usw) Ich bereue keinen Tag dieses Studiums, leider habe ich aber keinen Abschluss erwerben können.
Nun möchte ich wieder in die Pflege, habe auch insgesamt zehn Bewerbungen geschrieben und bisher drei Einladungen zum Vorstellungsgespräch bekommen und zwei Absagen. Eines der Vorstellungsgespräche hatte ich bereits, da meinte die Personalerin, ich passe wohl gut ins Team, leide aber unter einer gewissen Sozialromantik.
Mein Mann wünscht sich sehr ein zweites, vielleicht auch drittes Kind. Ich bin dem nicht abgeneigt, hätte aber wirklich gern etwas in der Hand, falls ihm was passieren würde. Da will ich den Teufel nicht an die Wand malen, aber sein kann immer was. Er verdient gut und wir können gut davon leben, wenn er Alleinverdiener bleibt und ich den Haushalt mache. Sollte ich Arbeiten gehen, bräuchten wir in jedem Fall einen Kitaplatz für unser Kind und wohl auch eine Haushaltshilfe, sowie jemanden für meine pflegebedürftige Mutter. Damit wäre mein Gehalt eigentlich schon weg.
Wir haben uns letzte Woche eine Kinderwunschklinik angeguckt, die sagten, bis 40 würden sie helfen. Also wäre ein zweites Kind auch noch locker drin, denke ich.
Vor einem Jahr sind wir umgezogen, näher zum Job meines Mannes. Da musste meine Mutter schon Abstriche machen, aber es ging einfach nicht anders. Unser Kind hat doch auch das Recht, den Papa öfter mal zu sehen, der ist sowieso so oft auf Geschäftsreise, da ist es doch schön, wenn wenigstens ein paar Abende mit Papa dabei sind.
Ich fühle mich momentan nicht gut, weil ich keinem meiner Lebensbereiche gerecht werden kann. Mir fällt die Decke auf den Kopf, ich würde gerne arbeiten. Andererseits möchte ich auch meinen Mann nicht enttäuschen und auch meine Mutter, die sich sowieso abgeschoben fühlt, seit ich sie einmal die Woche in eine Tagesklinik gebe. Ich brauch halt aber auch mal einen Tag für mich und mein Kind allein... oder ist das schon selbstsüchtig?
Andererseits überlege ich, ob die Pflege das Richtige für mich ist. Ich mach das gerne und habe grad in der häuslichen Pflege sehr viel Erfahrung, aber reicht das auch fürs Krankenhaus? Ich würde gerne ein Praktikum machen, kann aber momentan wegen meiner Mutter nicht. Mein Kind kommt ab September in den Kindergarten. Ich habe mich drum gekümmert, dass es in eine Ganztagesgruppe kommt. Frühdienst kann ich es bringen, die machen um 5:00 auf, hab ich Spätdienst kann mein Mann es holen, bei Nachtdienst gar kein Problem.
Ich würde dann schon gerne ein paar Jahre arbeiten. Bisher bin ich Altenpflegehelferin, mir wurde aber eine Ausbildung im Bereich Krankenpflege in Aussicht gestellt, dauert 1,5 Jahre. Ich bin im Moment total heiß drauf.
Findet ihr, ich darf auch mit 34 (oder, falls es jetzt nicht klappt, nächstes Jahr mit 35) nochmal durchstarten? So gegen den Willen meiner Mutter und ein bisschen gegen den Strich meines Mannes? Oder sollte ich daheim bleiben? Kinder, Küche, Kirche oder so? Ich könnte mir ja ein paar Ehrenämter suchen.
Mein Herz ist so zerrissen, mir fließen grade so die Tränen, während ich das schreibe, weil ich das Gefühl habe, ich habe so einen Luxus, mich hier zu entscheiden, was ich möchte, was ich brauche. Ich bin meinem Mann dankbar, dass er mich unterstützt, egal in welche Richtung es geht (auch, wenn ich weiß, welche ihm lieber wäre), ich hab Angst vor einem Bruch mit meiner Mutter, ich hab Angst, dass dieser Ausbildungsplatz nichts wird, ich bin dankbar, was ich alles erleben durfte bisher, ich liebe mein Kind und will eine gute Mama sein, aber mir fällt die Decke so auf den Kopf. Ich fühle mich allein, weil wir umgezogen sind und habe Heimweh, aber bin auch froh, hier zu wohnen und dass mein Mann viel daheim sein kann. Wir wohnen wunderschön, ich bin so dankbar und fühle mich undankbar, dass ich jetzt weine. Mein Mann liebt mich so sehr, er würde für mich auf sein zweites Kind verzichten, aber darf ich ihm das einfach nehmen? Lohnen sich solche Gedanken überhaupt jetzt? Wie schalte ich das ab? Ich hab so Angst, ich bin so verwirrt, ich habe so Heimweh und würde am liebsten grade nur mein Kind und meinen Mann knuddeln... aber das geht nicht, Mann arbeitet, Kind schläft und Mutter braucht in 20 Minuten Kaffee und Kuchen.
Danke fürs Lesen. Es geht mir jetzt besser 🙂
Ich bin mittlerweile 34 und habe ein Kind. Bevor ich Abi gemacht habe, habe ich ein bisschen in der Pflege gearbeitet, das ist jetzt schon über 10 Jahre her. Nach dem Abi habe ich ein Lehramtsstudium begonnen, mein damaliger Freund wünschte sich das und ich fand es nicht so schlecht. Da bin ich dann hängen geblieben, habe viele interessante Sachen gemacht und gelernt (nur so als Beispiel: Ich habe 3 Semester lang im Archiv Briefe von Eichendorff transkribiert. Das war spannend. Oder 4 Semester Impro-Theater gespielt. Ich habe in einem Dom ministriert, habe an einem Schulbuch mitgewirkt, durfte philosophische Gesprächskreise mit Senioren abhalten, usw) Ich bereue keinen Tag dieses Studiums, leider habe ich aber keinen Abschluss erwerben können.
Nun möchte ich wieder in die Pflege, habe auch insgesamt zehn Bewerbungen geschrieben und bisher drei Einladungen zum Vorstellungsgespräch bekommen und zwei Absagen. Eines der Vorstellungsgespräche hatte ich bereits, da meinte die Personalerin, ich passe wohl gut ins Team, leide aber unter einer gewissen Sozialromantik.
Mein Mann wünscht sich sehr ein zweites, vielleicht auch drittes Kind. Ich bin dem nicht abgeneigt, hätte aber wirklich gern etwas in der Hand, falls ihm was passieren würde. Da will ich den Teufel nicht an die Wand malen, aber sein kann immer was. Er verdient gut und wir können gut davon leben, wenn er Alleinverdiener bleibt und ich den Haushalt mache. Sollte ich Arbeiten gehen, bräuchten wir in jedem Fall einen Kitaplatz für unser Kind und wohl auch eine Haushaltshilfe, sowie jemanden für meine pflegebedürftige Mutter. Damit wäre mein Gehalt eigentlich schon weg.
Wir haben uns letzte Woche eine Kinderwunschklinik angeguckt, die sagten, bis 40 würden sie helfen. Also wäre ein zweites Kind auch noch locker drin, denke ich.
Vor einem Jahr sind wir umgezogen, näher zum Job meines Mannes. Da musste meine Mutter schon Abstriche machen, aber es ging einfach nicht anders. Unser Kind hat doch auch das Recht, den Papa öfter mal zu sehen, der ist sowieso so oft auf Geschäftsreise, da ist es doch schön, wenn wenigstens ein paar Abende mit Papa dabei sind.
Ich fühle mich momentan nicht gut, weil ich keinem meiner Lebensbereiche gerecht werden kann. Mir fällt die Decke auf den Kopf, ich würde gerne arbeiten. Andererseits möchte ich auch meinen Mann nicht enttäuschen und auch meine Mutter, die sich sowieso abgeschoben fühlt, seit ich sie einmal die Woche in eine Tagesklinik gebe. Ich brauch halt aber auch mal einen Tag für mich und mein Kind allein... oder ist das schon selbstsüchtig?
Andererseits überlege ich, ob die Pflege das Richtige für mich ist. Ich mach das gerne und habe grad in der häuslichen Pflege sehr viel Erfahrung, aber reicht das auch fürs Krankenhaus? Ich würde gerne ein Praktikum machen, kann aber momentan wegen meiner Mutter nicht. Mein Kind kommt ab September in den Kindergarten. Ich habe mich drum gekümmert, dass es in eine Ganztagesgruppe kommt. Frühdienst kann ich es bringen, die machen um 5:00 auf, hab ich Spätdienst kann mein Mann es holen, bei Nachtdienst gar kein Problem.
Ich würde dann schon gerne ein paar Jahre arbeiten. Bisher bin ich Altenpflegehelferin, mir wurde aber eine Ausbildung im Bereich Krankenpflege in Aussicht gestellt, dauert 1,5 Jahre. Ich bin im Moment total heiß drauf.
Findet ihr, ich darf auch mit 34 (oder, falls es jetzt nicht klappt, nächstes Jahr mit 35) nochmal durchstarten? So gegen den Willen meiner Mutter und ein bisschen gegen den Strich meines Mannes? Oder sollte ich daheim bleiben? Kinder, Küche, Kirche oder so? Ich könnte mir ja ein paar Ehrenämter suchen.
Mein Herz ist so zerrissen, mir fließen grade so die Tränen, während ich das schreibe, weil ich das Gefühl habe, ich habe so einen Luxus, mich hier zu entscheiden, was ich möchte, was ich brauche. Ich bin meinem Mann dankbar, dass er mich unterstützt, egal in welche Richtung es geht (auch, wenn ich weiß, welche ihm lieber wäre), ich hab Angst vor einem Bruch mit meiner Mutter, ich hab Angst, dass dieser Ausbildungsplatz nichts wird, ich bin dankbar, was ich alles erleben durfte bisher, ich liebe mein Kind und will eine gute Mama sein, aber mir fällt die Decke so auf den Kopf. Ich fühle mich allein, weil wir umgezogen sind und habe Heimweh, aber bin auch froh, hier zu wohnen und dass mein Mann viel daheim sein kann. Wir wohnen wunderschön, ich bin so dankbar und fühle mich undankbar, dass ich jetzt weine. Mein Mann liebt mich so sehr, er würde für mich auf sein zweites Kind verzichten, aber darf ich ihm das einfach nehmen? Lohnen sich solche Gedanken überhaupt jetzt? Wie schalte ich das ab? Ich hab so Angst, ich bin so verwirrt, ich habe so Heimweh und würde am liebsten grade nur mein Kind und meinen Mann knuddeln... aber das geht nicht, Mann arbeitet, Kind schläft und Mutter braucht in 20 Minuten Kaffee und Kuchen.
Danke fürs Lesen. Es geht mir jetzt besser 🙂