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noch einer mit falschem Beruf

erst dachte ich, der beitrag stammt von mir ;-), du hast mich haargenau beschrieben. genau das gleiche, ich wurde von meinen eltern in einen sg. "vernünftigen" beruf gesteckt, wo ich nach studiumsende eben tagtäglich mein geld verdiene. ganz gegen meine neigungen war der beruf nicht, aber ich habe auch auf grund von defiziten eben nur durchschnittliche leistungen erreicht und auch überhaupt keinen ehrgeiz besessen "voran" zu kommen. meine interessen lebte ich in hobbys aus mit denen ich auch z.t. geld verdiente nach feierabend. erschwerdend kommt eine absolute dominanz seitens meiner eltern hinzu, die meinten, das und das konnte noch keiner in der familie, lass das lieber bleiben, alles was von der beruflichen familiären normrichtlinie abwich, oder abweichen wollte, wurde negativ geredet, manchmal solange das man es von selber sein hat lassen.
vor 10 jahren fand ich meine traumberufsrichting, ackerte bis zum buchstäblich aus begeisterung, ehrgeiz bis zum umfallen, habe zum gesundheitliche probleme davongetragen, bin in ärztlicher dauerbehandlung, stellte aber fest auch traumjobs können einen ausbrennen, so dass man nicht mehr will und kann. heute bin ich auf der suche nach dem durchschnittsjob, wo ich nicht überfordert werde und ein regelmässiges einkommen habe und einen geregelten feierabend.
 
Hallo Gast,

vielen Dank für Deine interessante Schilderung - vor allem die Beschreibung Deiner Erfahrung, dass auch einen auch ein Traumberuf aufreiben kann.

Bisher hatte ich immer den Eindruck, dass ich mich deshalb aufreibe, weil mir mein Beruf überhaupt keinen Spaß macht und ich mich noch für geringe Aufgaben erst überwinden muss - während meine Kollegen sich voller Begeisterung darauf stürzen. (sie denken: "oh, welch spannende Aufgabe, da möchte ich unbedingt die Lösung finden". ich denke: "oh nein, nicht schon wieder so ein unerklärlicher Rechnerabsturz. Hoffentlich kümmert sich jemand anderes darum").

Auch diese Diskrepanz zwischen meinen begeisterten Kollegen und meiner Lustlosigkeit belastet mich immer mehr. Im Vergleich zu ihnen fühle ich mich als Dauerversager.

Ausserdem bin ich spätestens um 17 Uhr ausgelaugt und möchte nach Hause gehen. Meine Kollegen hingegen würden am liebsten bis in die Nacht hinein weiterarbeiten, weil die Arbeit in ihren Augen so spannend ist. Ich stehe also an jedem Feierabend vor dem Konflikt: entweder ich gehe, und fühle mich als unmotivierter Versager. Oder ich bleibe und fühle mich krank und müde dabei...

Dazu kommt, dass die Ergebnisse meiner Arbeit oft weder mich selbst noch andere zufrieden stellen. Von mir erstellte Programme funktionieren nicht richtig. Von mir betreute Rechner funktionieren nicht richtig. Ich habe kein "Händchen" dafür...

Ich kann es einfach nicht gut...
 
Zuletzt bearbeitet:
Übrigens haben meine Eltern bis heute nicht verstanden, was mich eigentlich umtreibt bzw. warum ich beruflich unglücklich bin.

Standardsprüche machen dies deutlich: "Uns hat früher auch keiner gefragt, ob wir Lust zur Arbeit haben!". "Arbeit muss auch mal weh tun".

Und wenn ich sage, dass ich einfach nicht besonders talentiert bin für den Umgang mit meiner beruflichen Materie, dann heißt es: "Man kann alles lernen, wenn man nur will!"

Dabei habe ich den Eindruck, dass ich sogar eine leichte Form von Dyskalkulie habe (Rechenschwäche). Denn schon seit meiner Kindheit ist es so, dass meine Gedanken förmlich verschwimmen, sobald ich rechnerische oder logische Aufgaben lösen soll. Die Zahlen tanzen in meinem Kopf herum und lassen sich irgendwie nicht bändigen (ich weiß nicht, ob die Beschreibung verständlich ist).
Ich kann schon rechnen, aber es kostet mich mehr Mühe als anderen Menschen. Und meistens benötige ich mehrere Anläufe, weil mir die Zwischenergebnisse sozusagen "entgleiten".

Mit diesen eher ungünstigen Voraussetzungen steht der Beruf des Informatikers unter keinem guten Stern...
 
ne weiss gott nicht, informatiker, da musst du absolut abstrakt denken können ;-) bin das gegenteil, mich faszinierte von anfang an alles was mit computer zu tun hat - wurde schon vor 20 jahren in meinem alten job erkannt und ich wurde "pc lastig" eingesetzt. das internet brach mir buchstäblich (fast) das genick. heute habe ich einen job ohne pc und einen teil verdiene ich immer noch am und mit dem pc. irgendwann werde ich sicher ganz weg aussteigen müssen vom pc, was geld verdienen damit angeht. bitter, wenn du dich nicht auf stellenanzeigen bewerben kannst, die du willst, evt. auch bekommen kannst, aber gesundheitlich nicht packst.
an deiner stelle würde ich einen langsamen kontrollierten ausstieg machen, versuche nebenberuflich geld zu verdienen mit dingen die dir spass machen. manchmal merkst du, der spass ist grösser, wie das, was du an einnahmen hast, was auch frustrieren kann und dir der spass evt vergeht.
 
Hallo Gast,

danke für Deinen Beitrag.

Ich denke, so werde ich es wohl angehen müssen - in meiner Freizeit Aktivitäten entwickeln, die mir wirklich Spaß machen. Und vielleicht entwickelt sich im Lauf der Zeit ein neuer Beruf daraus...

Wie gesagt faszinieren mich Computer höchstens aus einer gewissen Distanz heraus. Es ist unglaublich, welche Möglichkeiten sie bieten. Und ich nutze die Möglichkeiten auch gern (Internet, Bildverarbeitung, etc.). Aber wie ein Computer genau funktioniert will ich eigentlich gar nicht wissen.

Doch genau das ist die Kernaufgabe eines Informatikers. Insofern bin ich eine völlige Fehlbesetzung.

Meine emotionalen Defizite beruhen darauf, dass ich mich mit der Rolle des beruflichen Minderleisters nicht abfinden kann und will....
 
Meine emotionalen Defizite beruhen darauf, dass ich mich mit der Rolle des beruflichen Minderleisters nicht abfinden kann und will....

Da verstehe ich dich sehr gut. Ich habe oft den Eindruck, dass an dieser Stelle das Leben will, dass ich etwas dazulerne, dass ich buchstäblich über meinen eigenen Schatten springe. Ich bin auch ein ehrgeiziger Mensch, und wollte das, was ich tat, gut machen. Aber es gelingt mir nicht. Im Moment sieht es eher so aus, dass ich kurz davor bin, gegen die Wand zu rennen, aufzugeben, nicht mehr weiter zu wollen.
 
Hallöchen Knuddel,

auch ich fühle mich nicht sonderlich wohl in meinem Beruf. Obwohl er mir doch grossteils Spass macht. Aber ich spreche 4 Sprachen (alle so wie meine Muttersprache) und wollte schon IMMER etwas damit machen. Nur damals auf der Schule war ich zu faul. Zur Fremdsprachen-dingens musste man Abi haben! Da war mir ja nu gar nicht danach.

Jetzt fange ich an übers Internet ein Fernstudium zu machen bzw. ich wühle mich mal durch die ganze Infos was man da so tun kann. Damit ich dann doch mal was mit meinen Sprachen anfangen kann wie zb. Übersetzen oder was auch immer. Schaden kanns auf jeden Fall mal nicht!!!!!!
Ob ich dann letztendlich was anderes arbeiten werde, wenn ich das mit dem Fernstudium durchgezogen haben, steht momentan auf einem anderen Blatt.


Versuch doch auch so was ähnliches, wenn Dich Sprachen interessieren.
Oder etwas anderes in der Richtung. Und versuche Dir eventuell "nebenher" dann damit Geld zu verdienen, ohne erstmal den Hauptberuf gleich aufzugeben.
Dann stehst Du zumindest nicht gleich auf der STrasse, wenn es denn nicht gleich mit dem Traumberuf klappt.

Leider konnte ich Dir jetzt damit auch nicht wirklich helfen, aber wie Du siehst, haben viele das gleiche Problem. Du stehst nicht alleine da.

Grüssle mermaid
 
Hallo Mermaid,

vielen Dank für die Antwort. Ja, irgendwas nebenher anzufangen - daran habe ich auch schon gedacht.

Ich weiß nur nicht, welche Arten von Fernstudiengängen im Bereich Sprachen es gibt. Die Fernuni Hagen bietet sowas leider nicht an... Und es müsste natürlich ein anerkannter Ausbildungsbetrieb sein, dessen Zeugnisse auch tatsächlich einen Wert haben...
 
Oje,das ist net so leicht.
einfach mal "Fernstudium" eingeben im google oder so und sich dann durchwühlen 🙂
Das gleiche mach ich au grad. Ist zwar bissle anstrengend, aber ich denke mal, es lohnt sich. Wenn ich was gutes hab, sag ich es Dir.

Treffe mich am WE mit Bekannten, die mir da hoffentlich au weiterhelfen können.

grüssle mermaid
 
Es gibt den Studiengang Wirtschaftsübersetzen an der AKAD. Das Programm macht einen sehr soliden Eindruck. Kostet allerdings eine Stange Geld, ist aber sicher ein guter Abschluss. Die AKAD ist auch fast die einzige Fernhochschule, die Studiengänge außerhalb der üblichen und typischen Fernstudienbereiche Mathematik/Informatik/BWL/Elektrotechnik anbietet. Ein Blick ins Programm lohnte sich, fand ich.

Dann die Fernausbildung beim ILS (auch nicht ganz billig, wie mir gesagt wurde) zur Fremdsprachenkorrespondentin (IHK-Prüfung - das ist also auf jeden Fall eine anerkannte Ausbildung).

Was mich betrifft, spukt mir aber eher noch die Rolle des "beruflichen Minderleisters" im Kopf herum. Vielleicht ist das zu eindimensional gedacht: Es gibt z.B. in meinem Beruf Bereiche, in denen ich sehr gut bin, aber insgesamt rangiere ich höchstens unter Mittelmaß. Was das Leben will, das ich lerne, ist wohl: Alles im Leben hat seine guten Seiten, und alles im Leben hat seine Kosten. Deswegen kann man nicht alles hinwerfen. Oder auch, wie sagte vorhin Heike Makatsch als Margarethe Steiff so gut: Selbst wenn ich im Leben nicht alle Möglichkeiten hatte, was bringt es mir, dem nachzutrauern. Damit mache ich mir noch die Lebensmöglichkeiten kaputt, die mir bleiben.

knuddel40 - könntest du nicht für ein PC-Magazin oder eine populärwissenschaftliche Zeitung schreiben/fotografieren? Scheint mir zu deinen Talenten zu passen. Grüße.
 

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