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Nie wieder Kontakt zur Schwester

cibi

Mitglied
Hi,

ich wollte mal fragen ob jemand eine Ahnung hat wie man sich von Menschen trennen kann, die es einfach nicht verstehen.

Ich bin mitte 20 und möchte bald aus dem Elternhaus ausziehen wenn es denn dann klappt.
Meine Schwester ist grundsätzlich gegen ALLES was ich mache, ich versuche schon mich nicht davon beeinflussen zu lassen aber es geht nicht weil sie mich wirklich immer auf alles anspricht was ich falsch machen würde blablabla... Ich hab keine lust mehr drauf.

Ich verstehe nicht warum sie sich so dermaßen in mein Leben einmischt und es gefällt mir überhaupt nicht. Würde sie wenigstens verständnis dafür zeigen was ich so mache, und ich bin eigentlich ein anständiger Mensch im Gegensatz zu ihr (darauf komme ich gleich nochmal zu sprechen), wäre es ja nicht so schlimm. Aber das hat sie nicht!
Sie hat die schule abgebrochen, ist von zuhause abgehauen und kommt mittlerweile "gut" im leben klar, darauf ist mein vater auch sehr stolz.
ich dagegen habe die realschule abgeschlossen und später noch mein abi nachgeholt und ich bekomme bei weitem weniger "lob" dafür. Jetzt fängt sie schon an zu sagen ich hätte drei jahre meines Lebens wegen abitur verschwendet. :mad:
Ich helfe meinem Vater ständig bei sachen in seinem Haus ect, weil er schlichtweg zu alt ist um für sich zu sorgen,
ich versorge ihn wenn nötig und kümmere mich um ihn wenn er mal da ist und was braucht. Meine Schwester macht NICHTS dergleichen für ihn und wird trotzdem als so toll dargestellt. Auch soll er zu uns ziehen, sie macht keinen finger krumm dafür und mischt sich trotzdem ein. Das macht mich extrem wütend. Wenn man sie darauf ansprechen würde würde sie garantiert ankommen mit ich mach ja so viel, was nicht stimmt. Und dann würde sie auf einem rumhacken und denjenigen fertig machen, so macht sie es immer.
Es regt mich sehr auf wie meine Eltern, meine schwester in den himmel loben, von mir aus können sie mir gestohlen bleiben, alle samt. Am liebsten würde ich so weit weg ziehen dass sie nicht mal hinkommen könnte wenn sie wollte.

Leider bin ich momentan noch auf die Wohnung angewiesen da ich nicht weiß wie ich eine eigene bezahlen soll, da meine ausbildung erst mitte diesen monats anfängt usw. Wenn jemand diesbezüglich rat hat, gerne anbringen!! (Bruder, Mutter, ich leben in einem Hausverbund- Schwester hat ihren eigenen und vater lebt ausserhalb der stadt falls das noch nicht gut genug ausgedrückt war)

Nun wieder zur Beziehung meiner Schwester, sie redet alle kontakte von mir schlecht und alle ex-freunde die ich hatte den jetztigen freund findet sie ok, aber auch nur weil sie ihn nie gesehen hat (ich wünschte er muss nie richtigen Kontakt mit ihr haben!).
Sie akzeptiert meine Lebensweise, meine Denkart, und alles andere nicht. Es regt mich extrem auf, den selben schwachsinn zieht sie bei ihrem Kind ab das nen psychischen Knacks hat deswegen und sie hat ja keine schuld, sondern ihr Kind :mad:!!

Nun habe ich im winter versucht den kontakt abzubrechen, ihr gesagt dass ich nichts mit ihr zutun haben möchte und es geht einfach nicht weil sie das nicht akzeptiert und nicht ernst nimmt und mich dauernd vollsülzen will, obwohl ich das nicht möchte selbst wenn ich ihr das sage. zusätzlich hat meine familie bis auf meinem bruder recht guten kontakt mit ihr, was es noch schwerer macht ihr einfach aus dem weg zu gehen.
Freunde sagen dann immer ja ist nicht so schlimm ect, das wird wieder. aber das sagen sie nur weil die ne gute beziehung zu ihren schwestern haben. Ich will da einfach nurnoch weg, von allen.

Ich will da garkeine Beziehung mehr zu ihr und ich weiß nicht wie ich es vor meiner schwester geheimhalten soll wo ich dann später hinziehe. Auch will ich sie bei meiner Heirat, meiner "Erziehung" nicht dabei haben (sollte ich irgendwann kinder bekommen). Ich will dass meine Familie später NICHTS mit ihr zu tun hat, weil sie einfach keine Empathie zeigt wenn es um wünsche anderer geht. Ich möchte sie vollständig aus meinem Leben haben. Meine Eltern sind da was anderes, die könnten schon zur Hochzeit kommen oder meine kinder sehen aber nicht sie. Aber das würde sie nicht akzeptieren und würde sich einmischen und trotzdem einen weg finden aufzutauchen, also bleibt mir keine andere Wahl als alle aus meinem Leben dann auszuschließen. Ich brauche solche Menschen nicht in meinem Leben, es zieht mich schon seit Jahren runter aber ich weiß seit Jahren keinen Ausweg.

Habt ihr ähnliche Erlebnisse oder Erfahrungen gemacht? Was hat euch geholfen und wie würdet ihr an meiner stelle vorgehen?

Ich danke allen schonmal für ihre Beiträge und ich hoffe ich stoße hier wenigstens auf Zustimmung oder Verständnis für meine Situation. Abgesehen von meinem Freund und meiner besten Freundin gibt es niemanden und die zwei haben nicht solche argen Probleme mit so einer Person wie meiner Schwester.

Falls unklarheiten herrschen, ich helf gern weiter. Mir wird oft gesagt dass mein Ausdruck nicht verständlich genug ist.

Gruß, Cibi
 

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Burbacher

Aktives Mitglied
Cibi,

seit ich denken kann und an meine Familiengeschichten erinnere, gab es diese Spannungen in den Stammfamilien meiner Eltern. Sie liebten und sie schmähten sich.
Noch vor einigen Tagen berichtete ich über einem Konflikt zwischen meiner Schwester und mir. Ohne ins Detail zu gehen, gab es immer wechselnde Phasen von Nähe und Distanz, von Verstehen und Unverständnis.
Menschen verändern sich, zum Guten wie zum Bösen. Aber, was gut ist oder böse, liegt ja wiederum im Auge des Betrachters.
Halte einfach erst einmal Abstand, regele deine Kontakte zu deinen Eltern, so wie Du es für richtig empfindest und lass deine Schwester machen. Deine Eltern werden beides einordnen.
Es lohnt nicht, sich in einer solchen Geschwister-Rivalität aufzuzehren. Mag sein, dass ihr euch mit wachsendem Alter annähert und euch mit wachsender Erfahrung oder auch mit die Weisheit des Lebens mehr Verständnis zueinander findet.
Dem einen ist das gegeben, den anderen nicht.
Nimm es, wie es ist und du wirst dich weniger aufreiben, was ich dir wünsche.

Burbacher
 
G

GrayBear

Gast
Hallo Cibi,

ja, Menschen, die an allem und jedem etwas auszusetzen haben, kennt jeder. Um damit leichter klar zu kommen, hat mir jemand einen Trick gezeigt: Nimm einmal alles, was sie Dir vorwirft und wende es auf sie an: Du hast Abitur. Sie macht es schlecht, weil sie keines hat (Neid, Angst um die eigene Zukunft?). Auch Du meisterst Dein Leben, hast einen Freund und hilfst Deinen Eltern. Das schmälert ihre Leistung. Sie kann oder will nicht mehr tun, hat vielleicht ein schlechtes Gewissen deswegen, also darf das was Du tust daneben nicht bestehen. Kannst Du sehen, dass eigentlich nicht Du, sondern sie selbst ihr eigenes Ziel ist?

Unser Verstand ist ständig am Vergleichen, um Informationen über den eigenen Zustand daraus zu ziehen. Wenn ich an mir etwas nicht mag, fällt mir genau das an einem anderen Menschen auf und ich lehne es ab, denn es ist viel leichter, jemand anderen zu kritisieren, als mir selbst die Wahrheit über mich einzugestehen. Das bedeutet, dass solche Menschen sehr oft "Selbstgespräche" führen. In dem sie Dich kritisiert, mäkelt sie eigentlich an sich selbst herum und Du bist nur ihr Spiegelbild. Sie überträgt ihren eigenen Selbsthass und die Unzufriedenheit über sich und ihre Situation auf andere. Für Kinder ist es sehr schmerzhaft und folgenschwer, in einem solchen Umfeld aufzuwachsen, da sie eine Last tragen müssen, die nicht auf ihre Schultern gehört.

Eine der schmerzlichen Erfahrungen im Leben ist, dass man mit einigen Menschen nicht reden kann. Es nützt einfach nichts, macht manches nur noch schlimmer, man kommt auf keinen grünen Zweig. Natürlich trägt man selbst auch seinen Teil dazu bei, aber auch diese Einsicht hilft zuweilen nicht weiter. Und so gibt es nur eine Möglichkeit, um sich und das was man liebt zu schützen: eine differenzierte Sicht auf das Problem und Distanz. Zwar tut auch das weh, aber es verschafft wenigstens Dir Freiraum und Entscheidungsspielraum. In dem Du ihr das "Spiegelbild" entziehst, nimmst Du ihr die Möglichkeit, dieses Dauernörgelspiel (wenn es nur ein Spiel wäre!) weiter zu spielen. Dafür wird sie Dich noch weniger leiden können, aber was hat das noch für ein Gewicht? Du wirst nicht beeinflussen können, was sie denkt (Das kann sie offensichtlich selbst nicht), aber Du kannst die Auswirkungen auf Dich und Dein Umfeld beeinflussen.

"Liebe Schwester, ich bin alt und stark genug, um für mich selbst zu sorgen. Ich danke Dir dafür, dass ich an und mit Dir einiges über das Leben lernen durfte und musste. Aber jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ich Deine Zurechtweisungen und Deine Kritik nicht länger akzeptiere und mir auch nicht länger anhören werde. Damit ist ab heute Schluss. Ich verbitte mir jegliche Kritik von Dir, denn dazu hast Du nur dann das Recht, wenn ich es Dir erlaube. Bist Du nicht bereit oder in der Lage, diese Grenze des Anstands und Respekts unter erwachsenen Menschen zu akzeptieren, dann muss ich den Kontakt zu Dir abbrechen, bis Du dazu bereit bist. Hast Du das verstanden?"

Das nennt man "eine Grenze setzen". Du kannst dies mit technischen Hilfsmitteln unterstützen. Bei den meisten Telefonen kann man bestimmte Nummern autmatisch auf den Anrufbeantworter umleiten. Du kannst in jedem Gespräch ganz deutlich sagen: "Wenn Du mich oder jemanden in meinem Umfeld kritisierst, ist das Gespräch beendet." und dann entsprechend handeln. Dreh den Spieß nicht um, gib kein Contra, argumentiere nicht. Sei (wenigstens nach außen) ruhig, aber bestimmt und Du wirst sehen, wie sie das aus ihrem gewohnten Konzept bringt. Auch Du musst an dieser Situation noch wachsen, vergiss das nicht. Das ist nicht über Nacht zu machen. Dein eigentlicher Wunsch, Dein Verhältnis zu Deiner Schwester zu verbessern, wird Dich immer wieder straucheln oder zu hart werden lassen. Korrigiere solche "Übergriffe", denn es geht nicht um Vergeltung oder Einflussnahme, zumindest sollte es das nicht. Lass die Tür einen Spalt offen, damit erkennbar wird: es ist noch jemand zuhause, die Tür kann auch wieder aufgehen.

Warum das gerade bei Geschwistern immer wieder passiert? Durch Konflikte lernen wir, eigenständige und erwachsene Menschen zu werden. Nicht der Konflikt sollte das Entscheidende sein, sondern wie Du damit umgehst. Bindest Du weiter Deine Kraft im Unvermögen Deiner Schwester oder setzt Du eine für Dich und sie notwendige Grenze, damit ihr euch "entwirren" und eure Verstrickungen JEDE FÜR SICH klären könnt? Du kannst sie nicht ändern, wie Du mit ihr umgehst aber schon. Kühle Deine Wut und tröste Deine Trauer über diesen hoffentlich zeitweiligen Verlust, aber folge Deinem mitfühlenden Herzen mit klarem Verstand. Auch sie ist auf eine Art ihr eigenes Opfer, aber deswegen musst Du nicht mit untergehen. Das macht Dich nicht zu einem schlechten, sondern zu einem lebensfähigen Menschen.

Alles Gute
 

cibi

Mitglied
Du schreibst "..wenn man sie darauf ansprechen würde, würde sie...".
Das heißt, du hast sie noch gar nicht darauf angesprochen?
Mach das doch mal!
Hab Mut, sag ihr, wie bescheuert du sie findest.
Einfach so Kontaktabbruch, ohne sein Herz befreit zu haben, bringt gar nichts.
Du schleppst das dann grollend mit dir rum.
Sag ihr alles, was du hier über sie geschrieben hast.
Es reinigt.
Ja ich habe das bewusst so geschrieben, weil ich sie schon mehrmals darauf angesprochen habe. Ich hab ihr das in nem Brief geschrieben- hat nicht funktionert, hab ihr das telefonisch gesagt- hat nicht funktioniert und auch persönlich funktioniert es nicht weil sie mich immer unterbricht und nicht ausreden lässt. Irgendwann habe ich dann keine lust darauf und gehe, weil ich sonst anfange zu weinen (und das nicht vor ihr sein muss! Einmal ist es so gewesen und ich konnte ihr nicht antworten und das hat im endeffekt nichts gebracht..), weil es mich einfach fertig macht dass sie mir nichtmal zuhört. Es ist im endeffekt egal wie ich es versuche sie versucht sich immer wieder einzumischen, mit mir zu kontakt zu haben. Ich will das aber nicht und sie nimmt das nicht ernst. Letztens kam sogar der Spruch es würde nichts bringen ihr sowas zu sagen, ihr ist das scheiß egal sie wird so weitermachen. Das macht mich fertig, deshalb will ich es am liebesten ganz vermeiden mit ihr als person kontakt zu haben. Das ist mein Letzter Schritt den ich nicht schaffe, weil ich nicht von ihr wegkomme. Warscheinlich nimmt sie mich auch wirklich garnicht ernst.:(
 

cibi

Mitglied
Hallo Cibi,

ja, Menschen, die an allem und jedem etwas auszusetzen haben, kennt jeder. Um damit leichter klar zu kommen, hat mir jemand einen Trick gezeigt: Nimm einmal alles, was sie Dir vorwirft und wende es auf sie an: Du hast Abitur. Sie macht es schlecht, weil sie keines hat (Neid, Angst um die eigene Zukunft?). Auch Du meisterst Dein Leben, hast einen Freund und hilfst Deinen Eltern. Das schmälert ihre Leistung. Sie kann oder will nicht mehr tun, hat vielleicht ein schlechtes Gewissen deswegen, also darf das was Du tust daneben nicht bestehen. Kannst Du sehen, dass eigentlich nicht Du, sondern sie selbst ihr eigenes Ziel ist?

Unser Verstand ist ständig am Vergleichen, um Informationen über den eigenen Zustand daraus zu ziehen. Wenn ich an mir etwas nicht mag, fällt mir genau das an einem anderen Menschen auf und ich lehne es ab, denn es ist viel leichter, jemand anderen zu kritisieren, als mir selbst die Wahrheit über mich einzugestehen. Das bedeutet, dass solche Menschen sehr oft "Selbstgespräche" führen. In dem sie Dich kritisiert, mäkelt sie eigentlich an sich selbst herum und Du bist nur ihr Spiegelbild. Sie überträgt ihren eigenen Selbsthass und die Unzufriedenheit über sich und ihre Situation auf andere. Für Kinder ist es sehr schmerzhaft und folgenschwer, in einem solchen Umfeld aufzuwachsen, da sie eine Last tragen müssen, die nicht auf ihre Schultern gehört.

Eine der schmerzlichen Erfahrungen im Leben ist, dass man mit einigen Menschen nicht reden kann. Es nützt einfach nichts, macht manches nur noch schlimmer, man kommt auf keinen grünen Zweig. Natürlich trägt man selbst auch seinen Teil dazu bei, aber auch diese Einsicht hilft zuweilen nicht weiter. Und so gibt es nur eine Möglichkeit, um sich und das was man liebt zu schützen: eine differenzierte Sicht auf das Problem und Distanz. Zwar tut auch das weh, aber es verschafft wenigstens Dir Freiraum und Entscheidungsspielraum. In dem Du ihr das "Spiegelbild" entziehst, nimmst Du ihr die Möglichkeit, dieses Dauernörgelspiel (wenn es nur ein Spiel wäre!) weiter zu spielen. Dafür wird sie Dich noch weniger leiden können, aber was hat das noch für ein Gewicht? Du wirst nicht beeinflussen können, was sie denkt (Das kann sie offensichtlich selbst nicht), aber Du kannst die Auswirkungen auf Dich und Dein Umfeld beeinflussen.

"Liebe Schwester, ich bin alt und stark genug, um für mich selbst zu sorgen. Ich danke Dir dafür, dass ich an und mit Dir einiges über das Leben lernen durfte und musste. Aber jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ich Deine Zurechtweisungen und Deine Kritik nicht länger akzeptiere und mir auch nicht länger anhören werde. Damit ist ab heute Schluss. Ich verbitte mir jegliche Kritik von Dir, denn dazu hast Du nur dann das Recht, wenn ich es Dir erlaube. Bist Du nicht bereit oder in der Lage, diese Grenze des Anstands und Respekts unter erwachsenen Menschen zu akzeptieren, dann muss ich den Kontakt zu Dir abbrechen, bis Du dazu bereit bist. Hast Du das verstanden?"

Das nennt man "eine Grenze setzen". Du kannst dies mit technischen Hilfsmitteln unterstützen. Bei den meisten Telefonen kann man bestimmte Nummern autmatisch auf den Anrufbeantworter umleiten. Du kannst in jedem Gespräch ganz deutlich sagen: "Wenn Du mich oder jemanden in meinem Umfeld kritisierst, ist das Gespräch beendet." und dann entsprechend handeln. Dreh den Spieß nicht um, gib kein Contra, argumentiere nicht. Sei (wenigstens nach außen) ruhig, aber bestimmt und Du wirst sehen, wie sie das aus ihrem gewohnten Konzept bringt. Auch Du musst an dieser Situation noch wachsen, vergiss das nicht. Das ist nicht über Nacht zu machen. Dein eigentlicher Wunsch, Dein Verhältnis zu Deiner Schwester zu verbessern, wird Dich immer wieder straucheln oder zu hart werden lassen. Korrigiere solche "Übergriffe", denn es geht nicht um Vergeltung oder Einflussnahme, zumindest sollte es das nicht. Lass die Tür einen Spalt offen, damit erkennbar wird: es ist noch jemand zuhause, die Tür kann auch wieder aufgehen.

Warum das gerade bei Geschwistern immer wieder passiert? Durch Konflikte lernen wir, eigenständige und erwachsene Menschen zu werden. Nicht der Konflikt sollte das Entscheidende sein, sondern wie Du damit umgehst. Bindest Du weiter Deine Kraft im Unvermögen Deiner Schwester oder setzt Du eine für Dich und sie notwendige Grenze, damit ihr euch "entwirren" und eure Verstrickungen JEDE FÜR SICH klären könnt? Du kannst sie nicht ändern, wie Du mit ihr umgehst aber schon. Kühle Deine Wut und tröste Deine Trauer über diesen hoffentlich zeitweiligen Verlust, aber folge Deinem mitfühlenden Herzen mit klarem Verstand. Auch sie ist auf eine Art ihr eigenes Opfer, aber deswegen musst Du nicht mit untergehen. Das macht Dich nicht zu einem schlechten, sondern zu einem lebensfähigen Menschen.

Alles Gute
Vielen Dank für deine Antwort, du scheinst mich verstanden zu haben.

Das mit dem spiegeln kann ich irgendwie nicht. hab es öfters versucht. letztens im gespräch hatte ich jedoch fortschritte wo ich dachte endlich sag ich mal was dagegen. Sie fing an sich zu beschweren dass sie für bildung zahlen müsse und ich meinte daraufhin dass sie es so wollte und sie damit leben muss. Dann kam jedoch wieder mal sowas wie "und jetzt? hab ich nach deiner Meinung gefragt?" Und ich dann so ja ich sag nichts dagegen aber hör auf dich darüber zu beschweren wo nichts schlimm daran ist. Ich hab das gefühl ich kann nicht so "eiskalt" mit jemandem reden. Irgendwie hab ich angst dass sie mich verletzt, warscheinlich will ich deshalb nicht so "böse" klingen auch wenn es berechtigt ist. Im Gegensatz zu ihr denke ich " du kannst nicht über einen Menschen urteilen, das tut man nicht!"
Ja ich helfe meinen Eltern, aber belohnt wird nur sie dafür, hab ich das Gefühl. Deshalb fustriert mich das ganze auch sehr..
Da könntest du recht haben, aber ich habe eher das Gefühl alsob sie das schamlos ausnutzt, dann hat sie weniger arbeit mit allem, so denkt sie oft. Dass sie ihr eigenes Ziel sein soll, das verstehe ich nicht genau, wenn du mir das nochmal erklären könntest (oder jemand anders je nachdem)? :eek:

Ok, so habe ich das noch nicht betrachtet aber es ergibt Sinn. Ja du hast recht, und es macht mich schon als relativ Erwachsene fertig, da ist es für ihr Kind noch schlimmer. Aber ich muss das schon mitmachen seit ich 14 bin, ich komme einfach nicht aus dem Kreislauf. Ich werde versuchen deine Vorgehensweise auszuprobieren mit dem "wenn sie negatives sagt über meine freunde, dass ich dann sage dass ich dann auflege" als Beispiel. Jedoch weiß ich nicht wie ich mich im Gespräch verhalten soll da sie mich dann immer "dominiert" und ich irgendwann aufgebe weil ich keine lust habe und ihre gegenwart dann vermeide.

Genau das, man (ich) kann nicht mit ihr reden und es kommt nicht auf einen Nenner! Wie bekomme ich es hin die Angelegenheit differenziert zu sehen? Ich werde die Distanz weiterhin wahren, scheinbar war es auch zuvor eine gute Entscheidung.

-"Liebe Schwester, ich bin alt und stark genug, um für mich selbst zu sorgen. Ich danke Dir dafür, dass ich an und mit Dir einiges über das Leben lernen durfte und musste. Aber jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ich Deine Zurechtweisungen und Deine Kritik nicht länger akzeptiere und mir auch nicht länger anhören werde. Damit ist ab heute Schluss. Ich verbitte mir jegliche Kritik von Dir, denn dazu hast Du nur dann das Recht, wenn ich es Dir erlaube. Bist Du nicht bereit oder in der Lage, diese Grenze des Anstands und Respekts unter erwachsenen Menschen zu akzeptieren, dann muss ich den Kontakt zu Dir abbrechen, bis Du dazu bereit bist. Hast Du das verstanden?" -

Das könnte ich niemals persönlich zu ihr sagen.. ich habe irgendwie Angst, da ich schon öfter versucht habe es ihr so zu sagen und es einfach nichts gebracht hat. Ich habe es einmal versucht: ich kann ihre Art nicht leiden kann, ich möchte nichts mehr mit ihr zutun haben und sie aufhören soll mich zu belästigen/sich in mein Leben einzumischen und mich einfach in ruhe lassen soll. Sie hat dann auf mich die ganze zeit eingeredet und sich als Opfer dargestellt. Das war mir in dem Moment egal, ich habe ihr weiterhin gesagt sie soll es lassen und ich werde sie nicht mehr kontaktieren. Nach einigen Monaten kommt sie wieder an und will mit mir reden und ich möchte das nicht, aber sie kommt immer wieder egal wie ich ihr das versuche zu vermitteln.
Es ist ihr so egal was ich sage, deshalb habe ich auch gefragt wie ich von ihr wegkomme. Ich fühle mich nichtmal wie ein Mensch wenn sie so mit mir umgeht wie sie es immer tut. Und ich fühle mich extrem Machtlos dagegen...

Das mit dem Telefon gefällt mir, sollte ich versuchen sobald ich allein wohne. Und im Telefonat so zu reagieren scheint auch ein guter Weg zu sein sie auf Abstand zu halten. Ja ich muss auf jedenfall noch besser werden in solchen Situationen umzugehen, da hast du auch recht.
Gerne würde ich ein normales verhältnis zu ihr haben, aber ich glaube nicht dass ihr Charakter mit meinem irgendwie harmonieren kann.. deshalb will ich sie auch aus meinem leben haben, weil ich einfach nicht mehr kann und will.. Ich kann glaub ich auch nicht damit umgehen so wie ich es gerne hätte.

Ich hoffe ich kann deine Ratschläge gut Umsetzen!
 
G

GrayBear

Gast
Hallo Cibi,

zwischen sich und andere Menschen einen manchmal notwendigen Abstand zu schaffen, ist nicht leicht. Ich habe dazu 45 Jahre meines Lebens gebraucht und auch heute fräst noch so mancher Dummbatz "durch mein innerliches "Erdbeerbeet" (=meine Selbstachtung und mein Selbstwertgefühl) und macht alles platt, was gerade noch kreucht und fleucht. Das Gute ist, es wächst inzwischen schneller nach, wenn das mal passiert.

Du musst lernen, Grenzen zu setzen und das heißt auch, dass man Menschen manchmal hochkant aus seinem Leben rauswerfen muss. Mir hat das immer wirklich furchtbare Angst gemacht, weil ich "so einer" nicht sein wollte und ich wußte ja auch nie, was nach kommt. Inzwischen weiß ich: oft kommt etwas Besseres, wenn ich etwas Raum dafür geschaffen habe und manchmal eben nicht, aber so ist das Leben. Prüfe, ob Deine Angst wirkliche Ursachen und Gründe hat und dann handle vernünftig.

Eine Grenze zu setzen bedeutet aber hin und wieder auch, sie bewußt mit Stacheldraht, Mauern und Kanonen zu bewehren. Manche Menschen lassen sich sonst nicht aufhalten. Das ist zwar traurig und die Gefahr besteht, dass man sich selbst "einmauert", aber die Alternative, alles mit sich machen zu lassen, hat auch Einfluss auf die eigene Seele.

Die eigene Schwester aus seinem Leben zu entfernen, ist harte Arbeit. Ein "Bitte" dürfte da nicht reichen. Übergriffige Menschen lassen sich davon nicht beeindrucken. Deswegen hatte ich Dir diesen Text geschrieben: "Liebe Schwester, ich bin alt und stark genug ...". Ich denke, die hast durch diese klaren Worte gespürt, dass sie einen Bruch herbeiführen, einen Graben ziehen und Deine Position erkennbar machen sollen. Ja, das fühlt sich kalt und herzlos an und es fehlt jegliche Verbindlichkeit, aber das ist die Natur einer Grenze. Ohne Deinen Willen, diese Grenze zu verteidigen, kannst Du auch weiterhin mit Wattebäuschchen nach Deiner Schwester werfen.

Ich finde es sehr gut von Dir, dass Du an Dir bemerkst, dass Du Deine Kräft noch nicht soweit gebündelt hast, um eine solche Grenze zu ziehen. Das ist keine Kapitulation, das ist einfach eine zutreffende Situationsanalyse. Du erkennst daran, welche Aufgaben noch vor Dir liegen und kannst prüfen, ob es Dir diesen Aufwand wert ist.

Drei kleine "Grenzübungen", wenn Deine Schwester Dir mal wieder "das Fell über die Ohren ziehen" will:

1. Stufe: Mache selbst größere Pausen in einem Gespräch. Warte 10-20 Sekunden, bevor Du antwortest. Das ist eine lange Zeitspanne. Damit übernimmst Du aber zu einem Teil die Kontrolle über den Verlauf des Gesprächs und nach dieser Zeit hast Du vielleicht mit etwas Übung die Ruhe gefunden, für Dich zu entscheiden, was Du (noch) sagen willst.

2. Stufe: Antworte auf alles, was sie sagt mit: "Das ist ein guter Einwand, ich muss mir das überlegen". Immer und immer wieder. Bleib einfach dabei. Du wirst sehen, das bringt sie völlig aus dem Konzept. Du musst Dir keine Antwort überlegen, sondern kannst sie Dir in Ruhe anschauen, denn darum geht es. Schau Dir an, wie sehr sie im Grunde die Getriebene ihrer selbst ist, wie sehr sie sich geistig nur in dem sich selbst geschaffenen geistigen Gefängnis ihrer Gedanken bewegen kann.

3. Stufe: Antworte einfach nicht mehr. Schau sie an und gib keine Antwort mehr. Das ist etwas härter für Dich, weil es Deine Gefühle ziemlich in Wallung bringen wird und wir ja gelernt haben, wie unhöflich es ist, nicht zu antworten. Aber wenn keine Antwort etwas nützt, wenn kein Wort ankommt, wozu die Mühe? Ziehe eine Grenze, in dem Du nicht mehr antwortest. Nach einer Weile könntest Du zum Beispiel sagen: "Ich würde gerne mit Dir reden, wenn ich den Eindruck hätte, dass Du mich hören und verstehen kannst." oder frage: "Was ist Dein Ziel in diesem Gespräch? Worauf willst Du hinaus?". Eine Grenze! Der Ball ist auf ihrer Seite. Und wenn Sie Dich wieder angreift, dann schweige. Diese Übung nutzt Dir, nicht ihr.

Das Wichtigste ist, ruhig zu bleiben, denn das ist keine Nachmittags-Brüll-mich-nieder-Show für Deppen, sondern eine Übung für Dich, wie es sich anfühlt, nicht mehr nach der Pfeife von jemand anderem zu tanzen und immer wieder auf den selben Zug aufzuspringen, der Dich dahin verschleppt, wo Du nicht hin willst. In dem Du schweigst, kannst Du besser zuhören und Dir Zeit nehmen zu entscheiden, ob und was Du antworten willst.

Was bedeutet Spiegeln? Es ist nichts, was Du tun sollst, sondern was Deine Schwester schon mit Dir tut. Ich versuche, es besser an einem (natürlich fiktiven) Beispiel zu erklären:

Ich komme nach einem anstrengenden Tag nach Hause und mir fällt auf dem Weg vom Auto zur Wohnung noch ein, dass ich die Wäsche noch nicht aufgehängt, die Kiste Sprudel vergessen und den Geburtstag meiner Schwiegermutter verdaddelt habe. Beim Betreten der Wohnung "sticht mir ins Auge", dass überall Spielzeug rumliegt, Licht im Wohnzimmer brennt, das die Stechmücken anlockt und ich auch noch über den Schulranzen meiner Tochter stolpere. Statt über diese "Kleinigkeiten" zu lächeln, mache ich meiner Tochter Vorwürfe, warum sie NIE auf mich hört, warum meine Partnerin so achtlos ist und nachher über die Mückenstiche jammert und wieso hier so wenig Rücksicht auf gewisse Mitglieder dieser Familie (also mich) genommen wird. Ich übertrage meinen Ärger über mich selbst, mein Versagen, Vergessen und mein schlechtes Gewissen auf meine Tochter und meine Partnerin, damit ich meinen Mist nicht anschauen muss. Mir fällt an anderen (meinem Spiegelbild) auf, was ich an mir selbst kritisieren sollte und dadurch umgehe. Mit dem provozierten Ärger strafe ich mich zusätzlich quasi selbst, weil ich nach dieser "Vorstellung" garantiert keine Umarmung bekomme. Ich werfe also meinem Gegenüber vor, was ich selbst nicht zustande bringe. Ich sollte mich an der eigenen Nase fassen, statt anderen die Hölle heiß zu machen. Was ich zu meiner Partnerin und zu meiner Tochter sage, sollte ich also eher zu mir selbst sagen. In der Bibel ist das die Sache mit dem Splitter im Auge des anderen und dem Balken im eigenen Auge, der mich blind macht.

Wenn mir jemand sagt: "Du hörst mir nicht zu und verdrehst meine Worte!", dann überlege ich zuerst einmal, ob er selbst meine Worte verdreht und nicht zuhört, und er seine Eigenschaften nur auf mich spiegelt. Trifft das zu, kann ich mir eher in Ruhe anschauen, ob es auch auf mich zutrifft und ich kann ruhiger bleiben. Wenn also Deine Schwester etwas von Dir behauptet, schau erst einmal, ob ihre Aussage nicht eher auf sie selbst zutrifft, Du also nur ihr Spiegelbild für ihre "Selbstgespräche" bist. Das trifft leider häufiger zu, als einem lieb sein kann. Ich hoffe, ich konnte etwas besser beschreiben, was ich gemeint habe.

Schaffe etwas "inneren" Abstand zu ihr und übe Dich im "angemessene Grenzen setzen". Das braucht man sein ganzes Leben lang. Verzeih, dass ich so viele Worte hierfür gebraucht habe.

Alles Gute
 
Zuletzt bearbeitet:

Burbacher

Aktives Mitglied
Cibi,

schon viel wurde zu Deinem Problem hier gesagt, und ich denke, es war auch das Wesentliche. Solche merkwürdigen Geschwister-Rivalitäten sind zudem nicht selten, sondern man trifft sie in vielen Familien an.
Ich gestatte mir gleichwohl noch eine (für mich schmerzhafte) Anmerkung.

Neben meiner Schwester, die noch äußerst vital ist und mit der ich mich auch immer wieder mal fetze, hatte ich noch einen jüngeren Bruder. Er war unser Jüngster und wurde zunächst von meinen Eltern (besonders meiner Mutter) gehätschelt und verwöhnt.

Schon früh sprach er dem Alkohol zu und meine Eltern entschuldigten das auch viel zu oft. Er lernte das Dachdecker-Handwerk und in meinem Heimatort stehen heute noch alte geschieferte Häuser, die seine Handschrift tragen. Dann heiratete er und das mit gerade 19 Jahren, weil ein Kind unterwegs war.

Die Ehe ging schief, und das nach nur wenigen Jahren.

Manchmal hatte ich Zugang zu ihm, wenn ich später meine Eltern besuchte, die ihn wieder ins Elternhaus aufgenommen hatten.
Das aber war eher die Ausnahme, trübte doch der Alkohol seinen Geist und immer mehr war sein Wesen von wahnhaften Zügen bestimmt. Kurzum: Man erreichte ihn nicht mehr.

Die Nachricht von seinem Tod erreichte mich in der Klinik, in der ich mich von einem schweren Unfall erholte. Er wurde nur 49 Jahre. Als ich von meinem Unfall genesen war, besuchte ich meine Mutter und fuhr mit ihr an Vaters und Bruders Grab.

Da wurde mir sehr wohl bewusst, dass ich mich damals von meinem Vater nur einen Tag vor seinem unerwarteten Tod (ohne es zu wissen) verabschieden konnte. Unser letztes Gespräch war liebevoll, ja sehr heiter und noch heute erinnere fast jedes Wort. Mein letztes - mir erinnerbares- Gespräch mit meinem Bruder war grausam dagegen.

In seinem Alkohol-Wahn schrie er, drohte Gott und der Welt und war doch so weit weg.
Ich habe mir danach oft gewünscht, ihm noch einmal gegenüber zu sitzen, wie damals, als wir uns noch verstanden, miteinander redeten: Er, der so praktisch begabte Mensch, der Dinge schaffte, die ich mit meinen beiden linken Händen nie hinbekommen hätte. Da gab es dann auch die Situationen, in denen ich seine Anerkennung spürte, er mich nach meinem Urteil fragte. Wir hätten uns eigentlich gut ergänzen können mit unseren unterschiedlichen Charakteren und Begabungen.

Wir können das nicht mehr. Er ist tot.

Ihr habt noch die Möglichkeit- nicht jetzt, aber vielleicht später.
Darüber solltest Du trotz aller Unterschiedlichkeit, trotz allen Zwistes immer denken.

Wenn Du jetzt keinen Kontakt zu Deiner Schwester hast oder keinen guten, dann warte ab.
Vielleicht erfahrt Ihr beide später, was es heißt, Euch noch zu haben.

Das wünsche ich Dir.

Burbacher
 
Liebe Cibi,
vielleicht ist es nicht ganz okay mit der eigenen Geschichte in Deinem Thread anzufangen, aber was Du schreibst, kommt mir alles sehr bekannt vor. Meine Schwester hat mich auch „terrorisiert“. Ich habe das lange Zeit hingenommen, sie sogar noch geschützt (weil sie die Jüngere ist) und hatte Mitleid mit ihr (weil sie gesundheitliche Probleme hatte). Für mich war unser Verhältnis normal. Ich kann nicht genau sagen, warum (ist aber auch nicht wichtig), aber irgendwann fing sie an mich zu nerven, und ich sah unser Verhältnis in einem anderen Licht. Ich wollte mir nicht mehr alles von ihr gefallen lassen. Und fand auch nicht mehr normal, wie sie mit mir umgeht.

Ich habe es mit Abstand probiert, was dazu führte, dass sie mich irgendwann fragte, was los sei. Und genau wie Du, konnte ich ihr das in einem persönlichen Gespräch nicht vermitteln, was mir nicht passt, und ihr keine klaren Grenzen setzen. Ich habe es dann in mehreren Briefen versucht, ihr schonend zu erklären. Das war sehr aufreibend und hat mich viele Tränen gekostet.

Geklärt war das Thema aber trotzdem danach nie richtig. Irgendwie gab es da ja auch nichts zu klären. Sie hat ihre Grenze mir gegenüber ständig überschritten und sich dauernd eingemischt. Ich kam mit ihrer dominanten Art und dass sie immer im Mittelpunkt stehen will und andere Meinungen nicht gelten lässt, nicht klar. So brodelte unser Konflikt immer weiter vor sich hin, und es kam, wie es kommen musste: es eskalierte irgendwann. Sie machte etwas, was sie immer schon tat, nämlich mich wie ihre Leibeigene behandeln. Doch zum ersten Mal ist mir da der Kragen geplatzt und ich habe zurückgeblafft, was ich vorher nie getan habe. Das ist mir in dem Moment leicht gefallen, weil es über E-Mail und nicht im persönlichen Gespräch stattfand.

Mein Verhalten hat sie dermaßen irritiert, dass sie daraufhin den Kontakt zu mir abgebrochen hat. Sie sei verletzt, weil ich so grob war. Ich habe sie quasi mit ihren eigenen Waffen geschlagen. Wir haben mehrere Monate nicht mehr miteinander geredet.
Mittlerweile haben wir wieder Kontakt. Sie ist vorsichtiger geworden, weil sie anscheinend gemerkt hat, dass ich auch ohne sie klarkomme. Ich versuche sie aber auf Abstand zu halten. Dadurch ertrage ich sie besser als früher, aber sobald wir mal wieder mehr Kontakt haben, wird es für mich gleich wieder unerträglich. Ich habe dann Angst in alte Verhaltensweisen zurückzufallen. Ich habe Angst, sie zu nah an mich heranzulassen. Aber mit jedem Zusammentreffen werde ich sicherer. Allerdings war/ist das ein langer Prozess.

Ich habe gelernt, dass ich sie nicht ändern kann. Dass ich deshalb meine Haltung ihr gegenüber ändern muss. Dass es mir gar nicht hilft, wenn ich mich über sie aufrege. Und dass ich Geduld mit mir selbst haben muss. Unser Verhältnis hat sich ja über Jahrzehnte geformt und deshalb dauert es eben eine Weile bis sich etwas verändert. Sowas geht nicht von heute auf morgen.
Ich hatte auch immer die Hoffnung, dass Außenstehende mir dabei helfen könnten. Dass ihr doch mal jemand von außen sagen müsste, wie unmöglich sie sich verhält. Aber da hätte ich lange warten können. Das musste ich leider selbst erledigen. Von außen kam da leider gar nichts. Es traute sich keiner ihr zu widersprechen.


Was ich eigentlich sagen will: Abstand ist auf jeden Fall gut. Und irgendwann nach und nach lernen Kontra zu geben. In ganz kleinen Schritten. Hab Geduld!

Neulich hatte ich meine Schwester sogar soweit, dass sie sich für ihr unmögliches Verhalten entschuldigt hat.
Ich drück Dir die Daumen und wünsche Dir ganz viel Kraft. Das wird schon.
 

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