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Nicht voll belastbar, nur Teilzeitarbeit möglich

Sbiggy

Mitglied
Hallo,
es wurmt mich total, dass ich quasi schon mein Leben lang nicht voll belastbar bin und daher nur Teilzeit arbeiten kann. Während meiner Schulzeit war noch alles ok, aber ich habe das frühe Aufstehen gehasst und meine Berufswahl dann daran orientiert in welchen Berufen man morgens lange schlafen kann.
Im Studium hatte ich dann arge Probleme, habe das normale Pensum nicht geschafft und viel länger studiert als andere.
Danach scheiterte ich dann in meiner ersten Vollzeit-Arbeitsstelle weil ich nur noch geschlafen und gearbeitet habe und keine Zeit für Erholung blieb. Ich war total gestresst.
Danach war ich dann jahrelang arbeitslos, habe immer mal Minijobs ausprobiert, aber selbst da scheiterte ich oft weil ich morgens nicht aus dem Bett kam oder die Arbeitstage nicht durchgestanden habe.
Seit 5 Jahren habe ich nun eine Arbeitsstelle wo ich im Durchschnitt 25 Stunden die Woche arbeite. Macht mir auch viel Freude und der Job ist nicht übermäßig stressig. Aber sobald ich versuche eine Zeit lang mehr Stunden zu arbeiten fühle ich mich schnell ausgelaugt, gestresst und nicht erholt.
Das ärgert mich total. Ich würde gerne wenigstens auf 30 Stunden erhöhen, aber dazu bin ich einfach nicht belastbar genug. Und ich weiß halt überhaupt nicht warum. Ich habe auch keine Kinder oder Partner die mir auf die Nerven gehen, nicht mal einen Hund. Also mein Leben ist eigentlich sehr entspannt. Dennoch bin ich halt nur eingeschränkt belastbar.
Geht das noch jemandem so? Wie kann ich das hinkriegen meine Arbeitszeit zu erhöhen?
MfG
 
Du hast doch eine chronische Krankheit, die unter aderem zu Kraftlosigkeit und Müdigkeit führt, oder? Dann ist das doch total verständlich, dass nicht mehr geht.

Ich verstehe aber schon, dass Dich das ärgert, denn wahrscheinlich kommst Du immer nur knapp über die Runden.
 
Warum genau willst du mehr arbeiten, wenn es dich so erschöpft?
Doch, natürlich weißt du warum.

Hast du schon mal eine Reha gemacht und einen Antrag auf teilweise EU gestellt?
 
Zuletzt bearbeitet:
Manchmal denke ich, es wäre für dich gut, diese Frage vielleicht in einem noch größeren Forum zu stellen, wo viele mitschreiben, die Vollzeit arbeiten, aber auch Phasen hatten, wo es weniger war.
Die also da sind, wo du hin möchtest.
 
@weidebirke:
Das hat mir kein Arzt wirklich bestätigt, dass ich eine Krankheit habe die zu Müdigkeit und Kraftlosigkeit führt.

@Buntehäsin:
Damit die Rente später zum Leben reicht, ich mal richtig in Urlaub fahren kann, ich mir ein Auto kaufen kann wenn meines kaputt geht, ich Reserven für meine Wohnung habe, etc.
Reha müsste ich selber bezahlen da die Kostenübernahme abgelehnt wurde. Das Geld habe ich nicht. Antrag auf EU Rente hatte ich gestellt, wurde abgelehnt.

@Vogelfrei:
Darf ich dann fragen wie es bei dir später mit der Rente aussieht? Laut aktuellem Rentenbescheid würde ich rund 700 Euro Rente kriegen. Das reicht leider nicht wirklich für ein Leben in Deutschland. Und ich möchte nicht unbedingt gezwungen sein nach Bulgarien oder sonst wohin auszuwandern.
 
Das hat mir kein Arzt wirklich bestätigt, dass ich eine Krankheit habe die zu Müdigkeit und Kraftlosigkeit führt.
In deinem anderen Faden schreibst du, dass bei dir eine zerebrale Mikroangiopathie diagnostiziert wurde.
Natürlich führt diese zu Müdigkeit und verminderter Kraft.
Setz dich nicht unter Druck, Gesundheit geht vor.
 
Darf ich dann fragen wie es bei dir später mit der Rente aussieht? Laut aktuellem Rentenbescheid würde ich rund 700 Euro Rente kriegen. Das reicht leider nicht wirklich für ein Leben in Deutschland. Und ich möchte nicht unbedingt gezwungen sein nach Bulgarien oder sonst wohin auszuwandern.
Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, aber ich bin in meinem Leben noch nie davon ausgegangen, langfristig in finanzieller Sicherheit zu leben, irgendwie werde ich mich wohl durchwursteln.
 
Hallo Sbiggy,

ich persönlich glaube, es geht einer ganzen Reihe Menschen so. Und ich finde, dass mit dem System etwas nicht in Ordnung ist, nicht mit uns Menschen. Wir sind halt auch alle verschieden, auch, was den Schlaf- und Biorythmus angeht - und das ist doch ok. Das System ist aber leider für den "Durchschnitt" gemacht - genau wie Schuhe, Kleidung, etc. und da findet jemand z. B. mit sehr großen Füßen dann auch nur mit Mühe Schuhe, die wirklich gut passen...

Ich z. B. habe früher Vollzeit gearbeitet. Mit viel Freude. Heute bin ich krankheitsbedingt erwerbsunfähig. Für viele Menschen scheint das "Urteil" dazu zu lauten, mit mir stimmt was nicht. Stichpunkt "Lebensleistung" z. B. Da heißt es dann "Lebensleistung muss anerkannt werden". Meine Lebensleistung war eben unter 20 Jahren Arbeitstätigkeit. Aber aufgrund der Erwerbsunfähigkeit bleibt es bei dieser Lebensleistung. Das ist meine persönliche Lebensleistung. Und mit krank sein oder werden ist nichts falsch. Es ist menschlich. Das System ist es oft nicht.

Was ich damit sagen will, ist: ich glaube nicht, dass die Lösung ist, sich selbst "irgendwie dazu zu kriegen", 5 Stunden mehr zu schaffen - das sind ja auch jede Woche 5 Stunden mehr! Denn - so kommt das, was du oben schreibst bei mir an - dazu müsstest du dich quälen und es hätte wohl gesundheitliche Einbußen.

Manchmal möchte man etwas haben, das man nicht haben kann... Leider. Das ist traurig, das wurmt einen - und man muss lernen, das zu akzeptieren, immer wieder neu. Man kann natürlich auch dagegen gehen und sich überfordern - ich persönlich glaube aber, das ist für einen selbst nicht gut.

Man kann auch eine Zwischenlösung suchen: Akzeptanz plus Hoffnung. Trauer darüber, dass es *jetzt* nicht geht, aber anerkennen, dass "jetzt nicht" nicht "nie" heißt... Ich z. B. möchte vom Amt unabhängig werden, also so viel zur Rente dazu arbeiten, dass ich nicht aufstocken muss, was mit einem Mini-Job möglich wäre. Immer wieder, wenn der Wunsch hochkommt, schaue ich, wie es gerade ist, schaue nach, ob es eine für mich gangbare Stelle gibt. Wenn es dann wieder nicht möglich ist, akzeptiere ich es wieder, trauere auch wieder darum, und schaue dann später wieder neu.

Ich wünsche dir, dass du einen guten Weg für dich findest.
 

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