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Nicht-verzeihen-können und Hass auch nach Tod des Betroffenen

[...]

Liebe TE, es ist klar, dass du wütend bist, denn du fühlst dich getäuscht und hast aus deiner Bedürftigkeit heraus grobe Fehler gemacht, die du DIR nun verzeihen solltest.
Lerne aus ihnen, dich nie wieder ausnutzen zu lassen und Liebe zu vermuten, wo Bequemlichkeit wohnt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Acro 🙂

Das ist heftig.

Ich hab auch mal sehr viel Hass in mir gehabt. Es brauchte noch etwas stärkeres, bis mir entlich klar wurde was da bei mir abgeht durch den Hass und wohin der Hass führt -> Gerne zur Selbstablehnung. Denn man ist ja mit dem Extrem emotional extrem Verbunden. Es gibt Dinge die sind und bleiben für den Einzelnen unverzeihlich.
(Hier wird ja gerne alles mögliche moralisch bewertet. Wer meinen Hass bewerten will, der sollte erstmal in meinen Schuhen gelaufen sein. Selbst wenn das mögliche wäre, steht es immer noch niemanden zu! Ist eh nicht zielführend.)

Hass hat mit Schuld zu tun. Wenn es keine Genugtuung geben kann/wird, geht man mit dem Hass "schwanger". Irgendwann über-kommt es einen dann und wann. Ist halt so. Leider unvergesslich.

Ich nehme mal an, dass Du Dich zu wenig ernst nimmst. Der Hass wiederum bestätigt das. Hättest Du Dich damals ernst genug genommen, wäre es nicht soweit gekommen (= relative Selbstaufgabe + Schuldgefühle?). Heißt: Anstatt Grenzen zu setzen, hast Du Verantwortung übernommen. Wenn sich dieses Verhaltens-Muster in der aktuellen Partnerschaft finden läßt, dürfte es Spannungen geben, welch zum Konflikt führen werden. Selbst wenn es "nur" Dein innerer Konflikt mit Dir selber ist.

* Ich fände es durchaus klug, wenn Du mal DEINER leisen inneren Stimme zuhören würdest! Meinst Du nicht auch? Ich mein, die zeigt Dir doch bestimmt den Vogel. 😀

Bei mir löst dieser ganz alte Krempel meist eine art innere Zerrisseheit aus. Ich fühle mich dann wie Heimatlos/nicht angenommen. Ist schwer zu beschreiben. Aber dieses defuse Gefühl ist ein guter Indikator dafür, dass ich mal wieder vergessen habe (mir) Grenzen zu setzen. Die gedankliche vorallem. Endet ja vieles in sinnlosen Selbstworwürfen.
Passiert mir oft, wenn ich zu sehr nach außen fixiert bin, anstatt mich an meinem Inneren zu orientieren. Dort steht meistens ein Nein/Stop. Übergehe ich dieses Stopzeichen, hat auch der Hass Raum. Sicher nicht immer, aber oft genug um sagen zu können: Ich MUSS mehr auf mich achten.

Meine Thera meinte mal, ich hätte allen Grund so viel zu hassen, aber ich habe damit auch allen Grund die Energie aus dem Hass in die richtige Richtung zu kanalisieren. Nach vorne und nicht nach hinten gerichtet. Klingt so einfach, doch es stellte sich als die schwierigste Aufgabe herraus.


Man sagt:
Hass bindet immer an die Vergangenheit, an die Menschen die an uns schuldig geworden sind.
Da ist schon was dran. Wäre super wenn man einfach loslassen könnt und gut. Aber so ist es nun mal nicht.
Wir sollten uns also darum kümmern wie man loslassen kann, nicht darum ob Hass richtig oder falsch ist, oder?

Alles Gute
Paul
 
Ich sollte vielleicht dazu sagen, dass er selbst diese Krankheit in der Kennenlern-Phase immer runtergespielt hat.
Er hatte es immer so dargestellt, als sei er stark, habe das Ganze im Griff, könne alles machen und sei auch gerade dabei, sich eine Existenz als Webdesigner aufzubauen.
Und ich hab es ihm halt geglaubt, weil ich vorher nie Kontakt zu jemandem mit Morbus Crohn hatte.
Im Übrigen gibt es da ja durchaus schwerere und leichtere Verlaufsformen und ich hab inzwischen schon von mehreren Leuten gelesen, die es mit einer Ernährungsumstellung und Cortison gut im Griff haben.

Wenn er von Anfang an mit offenen Karten gespielt hätte, hätte ich mich sowieso niemals darauf eingelassen.
 
Ich finde es schlimm, wie einige hier von einem schwer kranken Mann reden.
Hoffentlich erkrankt dein Partner nicht mal an einer lebensbedrohlichen Erkrankung , damit er sich in so einer Lage nicht auch noch von der Partnerin anhören muss, was für eine Lusche er doch ist.
Und diese "Lusche" hat Acro sicher nicht dazu gezwungen, Mann zu verlassen und Pferd zu verkaufen, für einen Mann, mit dem sie paar ONS hatte und den sie ansonsten kaum kannte.

Wenn mein Freund, mit dem ich (trotz aller Hindernisse) im Herbst 8 Jahre zusammen bin, schwer erkrankt, dann ist das wohl eine KOMPLETT andere Konstellation! :mad: Und ich wäre die letzte, die ihn dann als "Lusche" tituliert.

Diese "Lusche" war schon immer sehr geschickt darin, seine Mitmenschen zu manipulieren. Das hab ich im Nachhinein von seinem damals besten Freund (diese langjährige Freundschaft ging kurz nach der "Beziehung" auch in die Brüche) und seinen Eltern gehört und es ging auch aus dem Blog der jungen Frau hervor, in der es stand, dass er gestorben war.
Diese "Lusche" hat mir damals u.a. eingeredet, dass mein Pferd nur ein Ersatz für eine glückliche Beziehung wäre...
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Arco,
ich habe ähnliches wie Du erlebt und kann verstehen, wie Du Dich fühlst.
Auch ich hatte meinen Ehemann, in einer Ehe, die nicht mehr funktionierte, verlassen für einen Mann den ich kaum kannte. Er wohnte in einer anderen Stadt und ich zog zu ihm. Die Beziehung lief nicht gut, da er mich oft schlecht behandelte. daraufhin beschloss ich ihn wieder zu verlassen, wartete nur noch die Kündigungsfrist meiner Arbeit ab. Gesagt hatt ich ihm das noch nicht, denn dann hätte er mich sofort auf die Strasse gesetzt. Samstags wollte ich da weg und am Donnerstag hatte er einen schweren Unfall. Da er keine Freunde oder Verwandte (zumindest in der Nähe) hatte, bin ich geblieben und habe mich die ganzenn Monate, die er im krankenhaus lag und dann auch zu Hause um ihn gekümmert. Das ganze lief dann auch wieder einigermaßen, bis ich schwanger war. Dann lies er mich fallen. Ich lebte mit meinem Kind allein, er kümmerte sich nie, bis eines Tges ein Anruf kam, er wäre krank und bräuchte meine Hilfe. Ich bin wieder gegangen und habe mich gekümmert, 3 Tage später ist er plötzlich gestorben. In seinem Testament hatte er nicht mal sein Kind erwähnt.
In mir war so viel Hass auf ihn und Trauer, dass er so früh gehen musste. Das hat mich lange zerfressen. Leider war es mir alleinerziehend und ohne Kinderbetreuung nicht möglich zu einer Therapie zu gehen. Ich hatte aber wenigstens eine Trauergruppe in der ich mal reden konnte. Irgendwann habe ich das Ganze als Schicksal akzeptiert. Das Schicksal wollte, dass ich ihn kennenlerne und aus ihm lerne. Die Erfahrungen aus dieser Beziehung haben mir tatsächlich schon weiter geholfen. Das Schicksal wollte es aber auch, dass er geht. Das musste ich akzeptieren.
Versuch Du doch auch diese Beziehung als Erfahrung und Schicksal zu akzeptieren. Wie hier schon jemand schrieb, der dies von einem Schamanen gehört hatte. Ich weiss, wie übel es ist, wenn man alles in der Beziehung gibt und das mit Füssen getreten wird. Aber der Mann war nun mal so, warum auch immer, und das Schicksal hat ihn auch dafür gestraft. Sieh es mal so. Wenn Du jetzt Dein Leben mit Hass auf ihn verbringst, wirst Du nicht glücklich und er würde vielleicht, wenn er könnte, darüber lachen, dass Du Dich noch immer über ihn ärgerst. Vielleicht sieht er das ja von oben, willst Du ihm diesen Triumph über Dich gönnen?
Ich hoffe, dass Du bald damit abschliessen kannst und Dein Leben wieder genießt.
 
Ich finde es schlimm, wie einige hier von einem schwer kranken Mann reden. [...]

Mit Krankheit erwerbe ich mir aber doch nicht das Recht mich wie ein A... zu verhalten. Und nur weil er zugegeben schwer Krank ist, muss man ihm doch nicht automatisch alles nachsehen.
Und ich glaube auch nicht, das sein Verhalten nur der Krankheit geschuldet war, ich gehe davon aus, das er schon immer ziemlich Charakterlos war, denn sowas stellt sich meiner Meinung nach nicht erst mit irgend einer Krankheit ein.
 
Diese "Lusche" hat mir damals u.a. eingeredet, dass mein Pferd nur ein Ersatz für eine glückliche Beziehung wäre...

Niemand hier kann jetzt sagen, ob es nicht so war.
Das ist aber auch gar nicht das Problem.
Es ist völlig unerheblich, ob er der größte A**** der Welt war oder ob Du einen Fehler gemacht hast.
Das Problem ist, dass Du nach 11 Jahren immer noch nicht damit abschließen kannst.

Und das ist ein Problem, was Du mit Dir hast. Damit hat der Mann schon gar nichts mehr zu tun.

Also, was hindert Dich darannach 11 Jahren, und obwohl Du seit 8 Jahren eine neue Beziehung hast, damit abzuschließen?
Ist die neue Beziehung nicht glücklich genug, dass Du Dich voll darauf konzentrieren kannst?
Was ist es nur, was diesen Groll in Dir verursacht, dass Du 11 Jahre lang immer mal wieder nach dem Kerl googlest?
Warum siehst Du zurück und lebst nicht im hier und jetzt und siehst in die Zukunft?

Woran glaubst Du, dass es liegt, dass Du das scheinbar nicht kannst?

Machst Du Dir Vorwürfe, dass Du auf den Kerl reingefallen bist?
 
Also, was hindert Dich darannach 11 Jahren, und obwohl Du seit 8 Jahren eine neue Beziehung hast, damit abzuschließen?
Ist die neue Beziehung nicht glücklich genug, dass Du Dich voll darauf konzentrieren kannst?
Was ist es nur, was diesen Groll in Dir verursacht, dass Du 11 Jahre lang immer mal wieder nach dem Kerl googlest?
Warum siehst Du zurück und lebst nicht im hier und jetzt und siehst in die Zukunft?

Genau das weiss ich ja nicht!!!

Woran glaubst Du, dass es liegt, dass Du das scheinbar nicht kannst?

siehe oben, ich weiss es nicht.

Machst Du Dir Vorwürfe, dass Du auf den Kerl reingefallen bist?

Ja, das auf jeden Fall...
 

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