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Nicht-verzeihen-können und Hass auch nach Tod des Betroffenen

Acromantula74

Sehr aktives Mitglied
Ich knabbere seit inzwischen 11 Jahren immer noch an einer "Männergeschichte" rum.

Das Ganze war 2004. Ich war noch verheiratet, aber meine Ehe war - aufgrund völlig auseinanderlaufender Interessen und Wertevorstellungen - am Ende.

Hab damals in einem Chat einen Mann kennengelernt, der 300 km weit weg wohnte und hatte mit ihm "auf halber Strecke" einen ONS - und hab die sexuelle Anziehung und den Reiz des Neuen mit Liebe verwechselt. 🙄

Der Mann war damals schon schwerkrank - Morbus Crohn in einer extremen Verlaufsform - aufgrunddessen erwerbsunfähig und wohnte noch bei seinen Eltern im Kinderzimmer. Ich glaube im Nachhinein nicht, dass er mich geliebt hat, sondern eher, dass ich sein "Sprungbrett" dort raus war.
Ich war so doof und hab mitgespielt, hab mich von meinem Mann getrennt, mein Pferd verkauft (wäre finanziell nicht mehr drin gewesen) und bin überstürzt mit dem Kerl zusammengezogen. Möbel etc. hab alles ich finanziert.

Ich hab in den folgenden 2,5 Monaten alles getan, um ihm zu helfen und immer für ihn da zu sein, auch wenn mich das an den Rand der Belastungsgrenze getrieben hat. Ich erinnere mich an 2 Wochen, da waren meine Eltern in Urlaub und meine Oma, die damals noch lebte, musste ins Krankenhaus. Parallel musste der Kerl wegen Nierenproblemen auch ins Krankenhaus, allerdings in ein anderes als meine Oma. Meine Tage sahen so aus - arbeiten, ins 1. Krankenhaus zur Oma fahren, weiter ins 2. Krankenhaus und dem Kerl stundenlang die Hand halten, heimfahren, bisschen Essen reinschlingen, das allernötigste an Hausarbeit und ins Bett fallen.
Im Krankenhaus kam dann raus, dass er um eine dauerhafte Dialyse nicht rumkommt und da hat er Hals über Kopf die Entscheidung getroffen, das außerhalb seines gewohnten Umfeldes nicht ertragen zu können und hat sich ebenso überstürzt wieder aus dem Staub gemacht.

Hinterher hat er mich dann in dem Chat und auf seiner Homepage schlechtgemacht, das Ganze dargestellt, als hätte ich mich nicht um ihn gekümmert und sich als das arme Opfer hingestellt, das auf diese böse Frau reingefallen ist.

Nachgetrauert hab ich ihm nicht, weil mir sehr schnell klar geworden ist, dass ich diese Beziehung auf Dauer nicht durchgehalten hätte. Trotzdem war der Hass auf den Kerl immer da und ich konnte ihm das die ganzen Jahre nicht verzeihen. Hatte nach ihm noch ein paar mehr oder weniger genauso kurze Männergeschichten, aber da war im Nachhinein nie so ein lange andauernder Hass.

Ab und zu hab ich den Kerl mal gegoogelt und nun Anfang der Woche rausgefunden, dass er schon vor 2 Jahren gestorben ist. An dem Hass in mir hat das allerdings nichts geändert. Ich hab mich dabei ertappt, dass ich mir wünsche, dass er möglichst qualvoll gestorben ist 😱 und manchmal denke ich mir auch, wenn sein Grab nicht so weit wäre, würde ich - nun ja. 😱

Da ich ja nun die einzige bin, der diese negativen Gefühle schaden, würde ich diesen Hass gerne loswerden, aber ich schaff es nicht. Hatte damals schon symbolisch seine Fotos und die blöden, albernen Diddlmaus-Karten von ihm verbrannt, aber das hat es auch nicht gebracht...
 
Kann es sein, dass ihr eure Vorstellung von Beziehung einfach anders definiert habt?

Vielleicht war er in der Beziehung auch unglücklich und ihr habt es beide überstürzt.

Morbus Crohn ist auch keine leichte Erkrankung, die man mal eben so auf die leichte Schulter nimmt. Vielleicht hatte er auch sehr viel mit sich selbst zu tun.

Ich kann verstehen, dass er mit Dialyse lieber in seinem gewohnten Umfeld ist, wenn er dort mehr Unterstützung erfährt und sich wohler fühlt. Er war sich sicher bewusst, dass er nicht ewig damit leben wird.

Was mich echt schockiert, ist, dass Du nach der ganzen Zeit immer noch nicht in der Lage bist mit der Situation abzuschließen. Egal, ob der Mann jetzt schon gestorben ist oder nicht.
Wie lange soll das so weitergehen? Noch 20 Jahre oder mehr? Und jeder neue Mensch, der Dich verletzt, erfährt den gleichen Hass?

Du kommst aus dem Hassen gar nicht mehr raus.

Was ist es also, was Dich daran hindert, mit der Sache abzuschließen?
 
Es tut mir sehr Leid für dich, das du auf so einen Kerl reingefallen bist. Und der beste Weg mit dieser Sache ab zu schließen ist, wenn du dir selber verzeihen kannst, das du so viel für ihn getan hast und so wenig zurück bekommen hast. Du anerkennst, das du dich hast von diesen Mann in seinen Bann ziehen lassen, die Vorstellungen von Beziehung jedoch bei euch weit auseinander gingen.

Du hast von ihm nicht das zurück bekommen, was du dir erhofft hast, ja das kommt leider allzu oft vor und das schmerzt ganz besonders, da verstehe ich dich vollkommen. Doch genau das ist das Risiko das wir wenn wir uns für diesen oder jenen Weg entscheiden halt eben auch eingehen, wir können enttäuscht werden, so schmerzhaft dies am Ende auch ist.
Mach deinen Frieden mit dir selbst und lass ihn los, ich wünsche dir dafür wirklich alles alles Gute.:blume:
 
Liebe Acro,

mir wird langsam wirklich klar, weshalb du dich oft so schlecht fühlst bzw. diese Probleme HAST, von denen du immer wieder berichtest. 🙁 :blume: Ich meine das jetzt absolut nicht wertend bzw. als Attacke! :blume:

Dass du mit deinem aktuellen Partner da nicht irgendwie so richtig die Reißleine ziehst, ist mir klar. Du hast ja damals wegen des "Kerls" deine andere Ehe ja schon so leichtfertig aufgegeben - ich denke, das spielt durchaus in deine aktuelle Geschichte rein, oder meinst du nicht?
Es ist ja schon so, dass man nicht an jeder Straßenecke den für einen passenden/richtigen Partner findet. Irgendwas wird dich an dem Aktuellen ja schon halten.
Genauso wie du in dem "längst verstorbenen Mann" ja auch etwas gesehen hast. Andernfalls hättest du wohl kaum damals deinen Mann verlassen, das Pferd verkauft usw. 🙁

Dennoch denke ich, dass du eine viel zu große Opferbereitschaft zeigst/hast, die dir auf Dauer sicherlich nicht gut tut! Normalerweise gibt man nicht innerhalb so kurzer Zeit für jemanden so gut wie alles auf.
Das muss sich auch mal ein bisschen entwickeln, dass man so was überhaupt tut!
Wenn du mit dem ein Jahr zusammen gewesen wärst, hätte ich das mehr verstanden, liebe Acro, aber nicht nach wenigen Wochen oder Monaten.
Man sollte schon dabei differenzieren, ob sich das für jemanden wirklich lohnt, das zu tun. Ich weiß., ich komme damit wieder super egoistisch, pragmatisch und herzlos rüber.
Aber ich habe ja leider z.T. das gleiche Verhalten an den Tag gelegt wie du. Mich für andere aufgegeben, selbst verleugnet usw. Es ist ein langer Weg, um da rauszukommen, dass man sich nicht mehr so aufopfert.

Ich glaube, du machst dir um andere schon tendenziell mehr Gedanken, als sie sich um dich machen würden. Wer ist denn bitte mal bereit, bei dir Opfer zu bringen? Dein aktueller Partner hält dir das ja bestenfalls vor, dass er zu dir gezogen ist. :mad:

Was das mit dem von 2004 angeht: ich würde versuchen, das mit ihm gänzlich ad acta zu legen.

LG
Panthi
 
Ich knabbere seit inzwischen 11 Jahren immer noch an einer "Männergeschichte" rum.

Das Ganze war 2004. Ich war noch verheiratet, aber meine Ehe war - aufgrund völlig auseinanderlaufender Interessen und Wertevorstellungen - am Ende.

Hab damals in einem Chat einen Mann kennengelernt, der 300 km weit weg wohnte und hatte mit ihm "auf halber Strecke" einen ONS - und hab die sexuelle Anziehung und den Reiz des Neuen mit Liebe verwechselt. 🙄

Der Mann war damals schon schwerkrank - Morbus Crohn in einer extremen Verlaufsform - aufgrunddessen erwerbsunfähig und wohnte noch bei seinen Eltern im Kinderzimmer. Ich glaube im Nachhinein nicht, dass er mich geliebt hat, sondern eher, dass ich sein "Sprungbrett" dort raus war.
Ich war so doof und hab mitgespielt, hab mich von meinem Mann getrennt, mein Pferd verkauft (wäre finanziell nicht mehr drin gewesen) und bin überstürzt mit dem Kerl zusammengezogen. Möbel etc. hab alles ich finanziert.

Ich hab in den folgenden 2,5 Monaten alles getan, um ihm zu helfen und immer für ihn da zu sein, auch wenn mich das an den Rand der Belastungsgrenze getrieben hat. Ich erinnere mich an 2 Wochen, da waren meine Eltern in Urlaub und meine Oma, die damals noch lebte, musste ins Krankenhaus. Parallel musste der Kerl wegen Nierenproblemen auch ins Krankenhaus, allerdings in ein anderes als meine Oma. Meine Tage sahen so aus - arbeiten, ins 1. Krankenhaus zur Oma fahren, weiter ins 2. Krankenhaus und dem Kerl stundenlang die Hand halten, heimfahren, bisschen Essen reinschlingen, das allernötigste an Hausarbeit und ins Bett fallen.
Im Krankenhaus kam dann raus, dass er um eine dauerhafte Dialyse nicht rumkommt und da hat er Hals über Kopf die Entscheidung getroffen, das außerhalb seines gewohnten Umfeldes nicht ertragen zu können und hat sich ebenso überstürzt wieder aus dem Staub gemacht.

Hinterher hat er mich dann in dem Chat und auf seiner Homepage schlechtgemacht, das Ganze dargestellt, als hätte ich mich nicht um ihn gekümmert und sich als das arme Opfer hingestellt, das auf diese böse Frau reingefallen ist.

Nachgetrauert hab ich ihm nicht, weil mir sehr schnell klar geworden ist, dass ich diese Beziehung auf Dauer nicht durchgehalten hätte. Trotzdem war der Hass auf den Kerl immer da und ich konnte ihm das die ganzen Jahre nicht verzeihen. Hatte nach ihm noch ein paar mehr oder weniger genauso kurze Männergeschichten, aber da war im Nachhinein nie so ein lange andauernder Hass.

Ab und zu hab ich den Kerl mal gegoogelt und nun Anfang der Woche rausgefunden, dass er schon vor 2 Jahren gestorben ist. An dem Hass in mir hat das allerdings nichts geändert. Ich hab mich dabei ertappt, dass ich mir wünsche, dass er möglichst qualvoll gestorben ist 😱 und manchmal denke ich mir auch, wenn sein Grab nicht so weit wäre, würde ich - nun ja. 😱

Da ich ja nun die einzige bin, der diese negativen Gefühle schaden, würde ich diesen Hass gerne loswerden, aber ich schaff es nicht. Hatte damals schon symbolisch seine Fotos und die blöden, albernen Diddlmaus-Karten von ihm verbrannt, aber das hat es auch nicht gebracht...


Kann das sein, dass er weiterhin Unterstützung von dir erwartet hat, als er in sein gewohntes Umfeld ging ? Und weil das nicht kam, dich dann so schlecht gemacht hat in diesem Chat? Ich gehe auch davon aus, dass dieser Mann wegen seiner Krankheit sehr empfindlich war und damit psychisch auch etwas labil, was eine schwere Krankheit mit sich bringt. Das soll jetzt kein Argument gegen dich sein, sondern nur allgemein, warum er sowas getan haben könnte.

Und ihr wart nur 2,5 Monate zusammen? So wenig also..Das waren also keine langen Jahre. In so kurzer Zeit war dir das schon zu viel. Damit meine ich eigentlich, dass so eine sehr kurze "Beziehung" 11 Jahre lang mit dir trägst? Wenn es längere Jahre gewesen wären, hätte ich es noch nachvollziehen können.

Alles war ja letztendlich deine freie Entscheidung. Du hast dein Mann verlassen, dein Pferd verkauft, weil du es so wolltest. Du wusstest ja auch über seine Lage bescheid, also dass er Krank war und auch nicht erwerbsfähig sein kann. War also keine Überraschung. Mit diesem Wissen hast du dich auf ihn eingelassen. Da kann man von vornherein ja schon gar nicht viel erwarten, von so einer belasteten Person. Ich sehe da eigentlich kein Ausnutzen seinerseits. Ist doch klar, dass er als schwer kranker finanziell nicht viel beitragen kann.

Ich finde auch, dass es kein Grund für einen solchen Hass gibt. Der Mann war schwer krank. Ist dir das bewusst, also weißt du, wie sich eine schwere Krankheit anfühlt? Zusehen ist wieder was ganz anderes.

Auch finde ich es sehr übertrieben, sowas nach 11 Jahren immer noch zu thematisieren. Und das man so einen großen Hass hat, obwohl ich persönlich keinen Grund für irgendeinen Tropfen Hass, erkennen kann.

Ich glaube, du hattest völlig falsche Erwartungen und daran solltest du etwas arbeiten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Gefühle lassen sich leider nicht dadurch bändigen, dass man sie in "sinnvoll" und "nicht sinnvoll" oder in "übertrieben" und "nicht übertrieben" einteilt. Ich denke, wenn es so einfach wäre, dann hätten wir alle es viel leichter im Leben. Ich persönlich kenne keinen Menschen der nicht irgendwelche "wunden Punkte" hat an denen er emotional unlogisch re-agiert.

Das ist mir auch klar. Mir ging es weniger um eine Bewertung, sondern um das Verhältnis. Das war auch gar nicht als negative Kritik gedacht oder noch mal eins draufhauen, sondern eher um das bewusst machen. Ich selber reagiere zum Beispiel auch verletzt auf Dinge, auf die ich eigentlich gar nicht so extrem drauf reagieren sollte. Und dann finde ich es persönlich es gut, wenn mir jemand mal klar macht, dass das doch völlig unnötig ist. Aber gut, nicht jeder Kritikfähig.

Ich denke, dass es für solche Re-Aktionen keines logisch nachvollziehbaren Grundes bedarf, wobei ich hier durchaus einen sehe, nämlich eine extreme Verletzung. Ob diese nun alleine von außen (durch den Mann) oder von innen (aus der TE selbst heraus) entstand, bzw. wie die Anteile dabei verteilt sind, ist im Grunde irrelevant.

Das eine Verletzung ihrerseits vorliegt, ist ja offensichtlich. Darum ging es mir doch auch nicht.

Es geht nur darum, dass die Emotionen abgearbeitet sein wollen und das geht nun einmal nur über Hinterfragung eben dieser. Jedoch nicht danach ob sie berechtigt sind (danach fragt kein Gefühl, das ist einfach da). Sondern danach, was genau da im Argen ist und wie man es lindern kann.

Ich habe nichts über die Berechtigung geschrieben. Jeder darf Tun und Unterlassen, was er will.

Erwartungshaltung........... hm........ ja. Natürlich. Wenn man alles aufgibt, Ehe, (geliebtes) Tier und weiß Gott was sonst noch, sein ganzes bisheriges Leben quasi und wird dann nach nur 2,5 Monaten verlassen, sollte man das erwarten? Ich denke nicht. Selbst wenn man blauäugig war, so tut das dennoch urisch weh.

Damit meine ich die Erwartungshaltung in dieser Lage und in diesem Verhältnis. Es liegt offensichtlich von Anfang an ein Missverhältnis vor. Sie gibt mehr, er kann aber nicht. Darum ging es mir. Ich erwarte doch auch nicht, dass meine Katze Eier legt, wenn sie es doch offensichtlich nicht kann.
 
Liebe Acro,

ich glaube daran, daß alles in unserem Leben dazu dienen kann, daß wir uns entwickeln.


Du hälst Dich durch Deine Gefühle seit 11 Jahren an einen Mann gekettet. Schau warum das so ist.
Was ist es, was Du nicht loslassen kannst?
Was deckst Du mit Deinem Haß zu? Was ist so ungeheuerlich, daß Du es nicht betrachten kannst?

Daß Du alles aufgegeben hast und Dich in ihm geirrt hast?
Daß er Dich verlassen hat, obwohl Du für ihn da sein wolltest?
Daß er Dich anders dargestellt hat, als Du Dich selbst wahrgenommen hast?
Daß...
Was ist es?

Vielleicht deckst Du auch viel Schmerz durch den Haß zu. Vielleicht kann es Dir heute gelingen, hinter den Haß zu blicken und den Schmerz zuzulassen? Und zu trauern? Du wirst nicht daran zerbrechen.


Wofür kannst Du dankbar sein im Nachhinein? Was kann Dich diese Begegnung für Dein zukünftiges Leben lehren?

Ich spüre ähnlich wie die Vorschreiber, daß Dir diese Episode Deines Lebens vieles über Dich sagen kann. Und Dir viele Hinweise für Veränderungsmöglichkeiten geben kann.

Ich habe letzte Woche einen Schamanen getroffen, der die Auffassung vertrat, daß jeder Partner deshalb in unser Leben tritt, weil er uns in unseren Themen und unserer Entwicklung voranbringt. Und wenn etwas zuende ist, dann ist es eben zuende. Was bleibt, ist die Erfahrung, die man nutzen kann, um weiter und vorwärts zu gehen im Leben.

Ob das so stimmt oder nicht, weiß ich nicht. Aber ich habe den Eindruck als ob diese Sichtweise sehr heilsam ist, um eben nicht über Jahrzehnte voller Haß mit jemandem verbunden zu bleiben und sich durch die negativen Gefühle selbst zu schädigen.


Liebe Acro, ich wünsche Dir, daß Du an dem Punkt an dem Du Dich heute befindest, die Erfahrung für Dich nutzen kannst, es Dir gelingt, ihn loszulassen und Dich selbst liebevoll zu betrachten.
 
Zuletzt bearbeitet:
du fühlst dich von so einer Art Männer anscheinend magisch angezogen.

dein jetziger freund ist doch auch so ein "pflegefall".
 
Hallo Acromantula,
Ich habe auch schon so manche Entscheidungen getroffen, die ich hinterher nicht verstand.
Als ich über die 30 Jahre kam habe ich anfangen mich mit Entscheidungen schwer zu tun, und versucht alles dreimal rumzudrehen und zu beleuchten, bevor ich mich entscheide.
Das hatte den Vorteil für mich, das ich mir die Gründe meiner Entscheidung die bald folgen sollte, einige Zeit vor Augen führte, und so handhabe ich das mit allen für mich wichtigen Entscheidungen von da an. Dauert zwar länger, aber ich erinnere mich noch viele Jahre später aus welchen Gefühlen heraus ich mich für etwas entschieden habe.
Mittlerweile weiß ich ja das ich die Sache mit Entscheidungen so handhabe, und selbst wenn mir die Gründe dann spontan nicht einfallen, weiß ich heute, ich hatte sicher sehr trifftige Gründe.

Denn eines was mich immer an mir genervt hatte, das ich spontan Entscheidungen traf, für die ich mir später dann Vorwürfe machte. Das kann mir schon lange nicht mehr passieren, und das fühlt sich ganz gut an.


Wenn ich das so betrachte was du schreibst, hast du doch auch die Situation mit ihm unbewußt als Sprungbrett genutzt.
Klar die Entscheidung mit deinem Pferd war sicher die schwerste, und die Situation mit deiner Ehe, wäre sowieso zu keinem anderen Ende gekommen. Zumindest nicht zu diesem Zeitpunkt.
Ich denke wenn du genau hinschaust, ohne Selbstvorwürfe, dann warst du bereit dazu, sonst hättest du es nicht getan🙂

Das Einzige was bei dieser 2,5 Monatsbeziehung wirklich verletzend und traurig ist, ist das er so schlecht über dich geschrieben hat.
Daran erkennst du aber, das er dich gar nicht so gesehen hat, mit allem drum und dran. Und das mag schon viel damit zu tun haben, das er diese Krankheit hatte.
Welche sein Bewußtsein eingeschränkt hat.

Du hast die Geschichte in den letzten Jahren bestimmt schon Hundert mal durchgekaut,
Ja, was ist es, das dich so wütend sein lässt und dir eigentlich immer noch die Stimmung vermiest.
Bist du vielleicht auch bei Menschen aufgewachsen, die dir dauernd begegnet sind mit so Sätzen, "hättest du doch nicht dies und hättest du doch nicht jenes, Kind warum hast du dich für so einen entschieden....."

Du hast dich so entschieden, und hast deine Gefühle gelebt, ist doch einfach und schlicht in Ordnung, darauf hast du ein Recht, gestehe es dir zu. Und wenn das Liebesglück nur 2,5 Monate gedauert hat, oder eben einen Monat, ist doch nicht wichtig. Hauptsache du hast getan was du für richtig hieltest damals.
Und wenn es das nicht Wert gewesen ist, dann erinnere dich heute, wenn du in so eine ähnliche Situation gerätst, mit demselben Gefühl, dann sei wachsam.

Erfahrungen die wir machen, ob Gute oder Schlechte, sollten wir Menschen immer dankbar annehmen, na Klar manchmal kommt der Frust nochmal hoch, aber im Grunde auch die Schlechten haben einem was beigebracht.

Lass einfach los, mach dich frei, in 8 Tagen ist Sonnenwende, mach dir ein kleines Lagerfeuer schöne Musik, und tanze und befreie dich von den wütenden Gefühlen, den Traurigen und Schmerzlichen.
Mach dich frei, du bist im Hier und Jetzt, was vergangen ist vergangen, ist nur noch ein Schatten. Füttere diesen Schatten nicht, lass die Sonne in dein Herz, jeder Tag ist ein Neuer Tag und ein Guter Tag.

Entscheide dich endlich dir zu verzeihen. Es gibt keinen anderen guten Weg.

Ich hatte soviele schmerzvolle Erfahrungen in meinem Leben, irgendwann ist auch mal Schluß, wie bei einer Fete früher bei Mutti, da war auch mal Ende angesagt, Schluß mit den Selbstvorwürfen, und dem Hass.
Du behälst es ja in Erinnerung und zählst es zu den unangenehmen Erfahrungen, es muß nicht ständig präsent sein.

Schau nach vorne, und gestalte dir deine Gegenwart so schön und liebevoll wie du es dir wünscht.

Mehr kann ich dir nicht schreiben. Es gibt keine Cleaner wie bei Charmed, also genieße jeden Tag, denn morgen ist "Heute" schon gestern, und vergangen, lass es einen schönen vergangenen Tag werden.

Das sind keine Phrasen, ich lebe das auch so, habe zwar auch Tiefpunkte, aber die sind unerheblich, wenn ich zurück blicke.

Liebe Grüße Pecky
 

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