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Nicht mehr aktuell

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Re: Nicht mehr aktuell
Hallo Paulinchen,

schau mal hier:
Nicht mehr aktuell. Hier findest du vielleicht was du suchst.
Seit meiner Kindheit ziehe ich immer wieder Menschen an, die sehr träge und bequem sind, keine Tätigkeiten von sich aus aktiv in die Hand nehmen und alle anfallenden Arbeiten mir überlassen. Sowohl beruflich, als auch privat bin ich schon mehrmals an solche Personen geraten. Wie kann man so etwas vermeiden und dafür sorgen, dass sie andere Seite sich auch bemüht und aktiv ist?
Vielleicht bemühst Du Dich einfach zu sehr.
 
Ich denke nicht, dass ich zu bemüht oder zu stark engagiert bin. Ja, ich bin aktiv und packe die Dinge an, aber ich übertreibe es nicht.

Mir ist aufgefallen, dass die bequemen Menschen in meinem Leben eine Gemeinsamkeit hatten: Sie waren alle sehr lieb zu mir und ich konnte mit ihnen wundervolle Gespräche führen. Weil ich sie deswegen im Laufe der Zeit lieb gewonnen hatte, hat es entsprechend lange gedauert, bis mir ihre Trägheit überhaupt mal aufgefallen ist.

Mit meiner aktuellen Kollegin im Büro hatte ich niemals privaten Kontakt, sie war schon immer "nur" eine Kollegin. Das Problem ist, dass sie wegen ihrer lieben Art beim Chef und den anderen im Team einen Stein im Brett hat und die Leute deshalb nicht nachvollziehen können, dass ich mich von ihr ausgenutzt fühle.

Meine ehemalige beste Freundin habe ich in der Berufsschule kennengelernt, sie war meine Banknachbarin. Wir haben uns damals schnell angefreundet und verstanden uns großartig. Nach dem Ende der Ausbildung musste ich enttäuscht feststellen, dass unsere Treffen nur zustande kamen, wenn ich sie als Erste kontaktierte und einen Vorschlag bzgl. Termin und Aktivität machte. Von ihr kam nie was. Trotzdem habe ich viele Jahre an dem Kontakt festgehalten, weil sie so lieb war und wir immer eine schöne Zeit miteinander hatten, wenn wir uns mal trafen.
Und das meinte ich mich zu bemüht. Du strengst Dich zu sehr an und die anderen dann gar nicht mehr. Weil sie es nicht müssen. Du nimmst denen zu viel ab.
 
Ich weiß nicht, ob du "bequeme Menschen" anziehst, und ich weiß auch nicht, ob du jemandem was abnimmst. Schaue einfach für dich, mit wem du kannst und mit wem nicht.
 
Ich habe meine Freundin einige Male auf die Probe gestellt und mich auch mal längere Zeit nicht gemeldet. Mit dem Ergebnis, dass von ihr dann auch nichts kam und wir uns monatelang weder gesehen noch gesprochen hatten. Das war natürlich nicht das, was ich wollte.
Dann hättest Du es nicht getan. Keine Antwort ist auch eine Antwort und bedeutet, dass es ihr nicht wichtig war.


Zum Vergleich: Meine ehemalige Freundin und ich sind beide verheiratet, haben beide keine Kinder und arbeiten beide in Vollzeit. Während sie einen Job in der Nähe ihres Wohnortes hatte und fast jeden Tag pünktlich Feierabend machen konnte, musste ich einen langen Weg zu meiner damaligen Arbeitsstelle in Kauf nehmen und zahlreiche Überstunden machen. Ich hatte berufsbedingt unter der Woche deutlich mehr Stress und weniger Zeit als sie. Trotzdem hat sie immer darauf beharrt, dass ihr Leben ach so stressig war und von mir verlangt, dass ich die ganze Arbeit auf mich nahm.

Auch das hättest Du nicht tun müssen. Du förderst so ein Verhalten damit nur.
Natürlich gab es auch Phasen, in denen sie ein paar Tage am Stück nicht am Arbeitsplatz war... Urlaub oder Erkältung oder was auch immer. Glaubt ihr, dass sie sich an solchen Tagen von sich aus gemeldet hat? Nicht die Spur. Wenn ich ihr dann gesagt habe, dass ich das schwach von ihr fand, jammerte sie mich wieder voll, von wegen sie hätte soooo viel Stress und keine Minute Zeit gehabt. Irgendwann hatte ich keine Kraft mehr und habe sie in den Wind geschossen, weil ich mich nur noch ausgenutzt fühlte.
Wieso hätte sie sich innerhalb der paar Tage melden müssen? Das ist doch keine Ewigkeit.
 
Ganz am Anfang, als wir uns in der Ausbildung kennengelernt hatten, war ihr Terminplan ein gutes Stück voller als meiner. Sie hatte einen großen Freundeskreis und viel Kontakt zu Personen aus ihrer Verwandtschaft. Ich hatte deutlich weniger Kontakt mit Verwandten (meine Familie wohnt größtenteils weit weg) und sie war meine einzige Freundin. Es war wirklich so, dass ich am Anfang viel mehr Zeit hatte als sie und v. a. viel öfter zu Hause war (damals gab es noch keine Handys, wir waren nur zu Hause auf dem Festnetz erreichbar).

Im Laufe der Jahre habe ich mir einen stabilen, männlichen Freundeskreis aufgebaut, war auch öfters mal verabredet und hatte beruflich ganz schön viel zu tun. Irgendwann war ich diejenige, die seltener zu Hause war und weniger Zeit hatte. Deshalb war das für mich klar, dass meine Freundin sich mehr bemühen würde und nicht erwarten, dass ich mich nach einem harten 10-Stunden-Arbeitstag und 2 Stunden Bahnfahrt noch als Erste meldete. Tja, falsch gedacht.




Weil meine Freundin es als zu großen Stress empfand, sich nach Feierabend noch aktiv bei mir zu melden, hatte ich gehofft, sie würde es an einem freien Tag machen. Hat sie aber genauso wenig wie nach Arbeitstagen.
Es heißt nicht umsonst "Wie man es anfängt , so muss man es treiben."
Die sind das so gewöhnt und es klappt ja auch, warum also ändern?
 
Bei unserem Kennenlernen waren wir noch jung, ich hatte wenig Erfahrung mit Menschenkontakt. Außerdem haben mich meine Eltern beigebracht, dass ich nicht nur nehmen sollte, sondern auch für meine Mitmenschen etwas tun.

Meine Eltern hatten übrigens das gleiche Problem wie ich. Wenn ein Schulfest geplant war, war es fast immer meine Mutter, die den Kuchen gebacken hat. Sie hat sich als Erste freiwillig dafür gemeldet und ist davon ausgegangen, dass andere Mütter für die kommenden Feste backen würden. Als für die nächste Feier niemand gefunden wurde, wurde meine Mutter ganz höflich gebeten, ob sie noch ein zweites Mal backen könnte, weil die anderen Mütter alle so sehr im Stress waren und keine Zeit hatten. Weil sie uns Kindern nicht die Freude vermiesen sollte, hat sie es gemacht. Nachdem sie sich auch ein drittes Mal darauf eingelassen hatte, blieb diese Aufgabe komplett an ihr hängen.

Wenn mein Bruder oder ich mit unseren Schulfreunden ins Kino oder sonstwohin wollten, war es immer unser Vater, der uns mit dem Auto hinfuhr und wieder abholte. Natürlich hat er unseren Freunden mal gesagt, sie sollten ihre Eltern fragen, ob man sich mit der Fahrerei abwechseln wollte. Aber die haben sich geweigert und er hat es dann weiter gemacht.

Ich könnte mir niemals auf Kosten eines anderen Menschen ein bequemes Leben machen. Für mich ist das ganz natürlich, dass beide Seiten sich engagieren - egal ob in der Partnerschaft, in einer Freundschaft oder auf beruflicher Ebene.

Meine ehemalige Freundin gehört zur Sorte Mensch, die das mitnimmt, was ihr am Bequemsten erscheint. Als wir noch relativ viel Kontakt hatten, waren wir gemeinsam in der Ausbildung und arbeiteten später noch einige Jahre in der gleichen Stadt. Unsere Treffen machten wir aus, wenn wir uns während der Bahnfahrt begegneten. Sie musste mich nicht anrufen oder anschreiben, weil wir oft mit dem gleichen Zug fuhren.

Sie sucht in erster Linie Kontakt zu Menschen, die schnell erreichbar sind. Freunde in der Nachbarschaft und Arbeitskollegen aus der gleichen Abteilung haben bei ihr die besten Chancen. Unser Kontakt wurde weniger, nachdem sie jobtechnisch tagsüber in einer anderen Stadt war. Unsere Wohnorte lagen ca. 15 km auseinander. Das war für mich keine weite Entfernung, aber ihr wäre es nicht im Traum eingefallen, mich mal zu kontaktieren und einfach so ein Treffen vorzuschlagen. Wenige Jahre vor dem Ende unserer Freundschaft machte sie eine 2-jährige abendschulische Weiterbildung. Erst gegen Ende der Weiterbildung erfuhr ich, dass diese Abendschule in meinem damaligen Wohnort war. Als ich sie fragte, ob sie in dieser Zeit kein einziges Mal auf die Idee gekommen war, nach dem Unterricht mal kurz bei mir vorbeizuschauen, zog sie wieder ihr dümmliches Unschuldsgesicht und meinte mit tieftrauriger Stimme: "Aber ich hab' doch eine Fahrgemeinschaft mit zwei Mädels aus meiner Klasse und müsste alles umorganisieren, wenn ich dich mal besuchen wollte." Ja, das war ihr mal wieder "zu stressig". Ich war stinksauer.
Es passiert Dir ja immer wieder. Vielleicht solltest Du lernen nicht immer ja zu sagen und Dich zu kümmern und warten bis die anderen was beisteuern.
 
Außerdem habe ich mir den Mund fusselig geredet, dass ich mir wünschte, auch mal kontaktiert zu werden und nicht immer den ersten Schritt machen zu müssen.

Wenn ich derart datum betteln müsste, dass eine Freundin mit mir Kontakt hält, würde ich es echt bleiben lassen.

Der Wunsch nach Kontakt sollte von beiden Seiten kommen, sonst ist es in meinen Augen keine echte Freundschaft.
 

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