Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Nicht geeignet für das Arbeitsleben?

Pandas

Mitglied
Ich bin mittlerweile wirklich verzweifelt. In meiner Schulzeit hatte ich nie Probleme und ich wurde stets für meinen Fleiß und meine Arbeitsbereitschaft gelobt. Erste Zweifel ergaben sich in einem Praktikum in der 9. Klasse, welches ich in einer Gärtnerei absolvierte. Die dortige Chefin machte mich schon am ersten Arbeitstag klein und irgendwann war ich so verunsichert, dass ich nur noch Fehler machte. Mein Gehirn war immer in Alarmbereitschaft, da es fest damit rechnete gleich wieder angemeckert zu werden. Da aber einige andere Schüler schon schlechte Erfahrungen in der Gärtnerei machten, dachte ich mir nichts dabei.

Ein paar Jahre später meine erste Ausbildung als Steuerfachangestellte und merkte schnell, dass es mir nicht lag. Von den meisten Kollegen und der Chefin wurde ich gemobbt. Es ging mir so schlecht, dass ich das erste Mal daran dachte mein Leben zu beenden. Ich meldete mich in einer Tagesklinik an und es half mir meine Selbstmordgedanken los zu werden.

Ich entwickelte in der Tagesklinik eine berufliche Alternative und befinde mich seitdem in der Ausbildung zur Kinderpflegerin (Vorstufe zur Erzieherin). Auch wenn der Beruf sehr herausfordernd sein kann, bin ich mit meiner Wahl sehr glücklich. Jeden Tag erlebe ich etwas Neues mit den Kindern und ich bekomme sehr viel Wertschätzung zurück. Zumindest von den Kindern und teilweise auch den Eltern (mit einigen habe ich nichts zu tun als Auszubildende). Leider fühle ich mich unter den Kolleginnen überhaupt nicht wohl. Ich werde von Beobachtungen ausgeschlossen, während diese mit einem Praktikanten geteilt werden. Angebote und Projekte, die ich mit den Kindern mache werden nicht anerkannt und stattdessen zerrissen. Ich bekomme immer nur gesagt, was ich falsch mache und nicht wie ich es richtig mache.

Bei meinem ersten Angebot saß meine Praxisanleiterin dabei und ich war so nervös, dass alles falsch lief. Während des zweiten Angebotes hatte meine Praxisanleiterin keine Zeit. Ich führte das Angebot nur vor meiner Lehrerin durch und es lief hervorragend. Meine ganze Unsicherheit war wie weg geflogen und ich konnte es richtig genießen. Während der Reflexionsrunde konnte ich ihre Kritik gut annehmen. Sie war wertschätzend, nachvollziehbar und hat mich persönlich weiterzubilden gebracht.

Schulisch läuft es ausgezeichnet. Ich stehe in fast allen Fächern auf einer 1. Meinen Kindergarten interessiert es wenig. Für sie bin ich faul und desinteressiert. Ich interagiere viel mit den Kindern und mag es trotzdem sie zu beobachten
Dabei ist es für mich schon anstrengend genug jeden Tag aufzustehen. Ich habe oft keine Kraft, ständig Kopfschmerzen und investiere wirklich viel in meine Ausbildung.

Mein Umfeld sieht leider überhaupt nicht wie schlecht es mir geht. Neulich war ich auf einem Konzert von meiner Lieblingsband und mein erster Gedanke war, dass ich bestimmte Lieder auf meiner Beerdigung spielen lassen möchte. Ich habe mich noch nie zu dieser Gesellschaft zugehörig gefühlt. Schon oft genug musste ich mir anhören wie schlecht und wertlos ich bin. Das ich nie ein gesundes Selbstwertgefühl aufbauen konnte, versteht sich von selbst. Selbst meine eigenen Eltern haben mich immer mit Anderen verglichen und als schlechter empfunden.

Ich bin erst in meinen 20ern, aber habe keine Lust mehr noch mehr Zeit auf dieser Welt zu verplempern. Arbeit ist nunmal der größte Teil des Lebens und durch die Inflation kann ich mir nichtmal mehr meine Freizeit schön gestalten. Ich wüsste beruflich auch gar nicht, was ich anderes machen möchte. Aber wie es aussieht bin ich nicht als Erzieherin geeignet, obwohl es angeblich so dringend gesucht wird.

Es ist alles nur noch ätzend. Ich weiß nicht welchen Rat ich mir erhoffe. Gerade plane ich wieder in Gedanken meine Beerdigung durch, wie andere ihre Hochzeit. Irgendwie ist es beruhigend und weniger kitschig.
 
Hi Pandas,
auch dem Arbeitsmarkt sind Lästern, Konkurrenzdenken, Mobbing, herrische Chefs und Co leider an der Tagesordnung.
Es gibt Ausnahmen, aber die sind schwer zu finden.
Musst du wissen, ob du da weiter kämpfen willst, oder nicht.
Als Alternative würde ich dir aber erst mal nicht Selbstmord empfehlen, sondern dann lieber Bürgergeldempfänger.
Da kann man auch ein schönes Leben haben. Finanziell kann man zwar keine großen Sprünge machen, aber du kannst deinen Hobbys nachgehen und musst dir den Mist auf der Arbeit nicht geben.
Das einzige negative ist, dass du natürlich viel Neid, Missgunst und Hass von den Leuten abkriegst, die für dein Lebensunterhalt arbeiten müssen.
Aber zuhause lässt es sich damit vielleicht immer noch besser leben, als wenn du solchen Menschen jeden Tag auf der Arbeit begegnest und die dich dann da täglich bekritteln.
 
Kannst du den Betrieb wechseln? Damit du deine Ausbildung wo anders beenden kannst?

Leider kommt es vor, dass Lehrlinge schlechte Erfahrungen machen, du stehst da absolut nicht alleine da, ich kenne da einige Geschichten. Keine Ahnung warum manche Auszubildende schlecht behandelt werden, geht wohl um Macht Gefälle.
 
Da es in Gegenwart Deiner Lehrerin funktioniert hat - so lese ich das zumindest raus - bist Du wohl nicht so ungeeignet, wie es Dir gerade vorkommt. Ich kann dieses Gefühl durchaus nachvollziehen, wenn man jeden Tag mehr oder weniger offen gesagt oder gezeigt bekommt, dass man ungeeignet ist. Aber deshalb solltest Du nicht die Flinte ins Korn werfen. Du bist in den 20ern. Da stehen Dir noch viele Möglichkeiten offen. Angefangen vom Wechsel in einen anderen Betrieb oder eine komplette Neuorientierung. Gibt es denn was, dass Du Dir außer Erzieherin vorstellen könntest?

Hi Pandas,
auch dem Arbeitsmarkt sind Lästern, Konkurrenzdenken, Mobbing, herrische Chefs und Co leider an der Tagesordnung.
Es gibt Ausnahmen, aber die sind schwer zu finden.
Musst du wissen, ob du da weiter kämpfen willst, oder nicht.
Als Alternative würde ich dir aber erst mal nicht Selbstmord empfehlen, sondern dann lieber Bürgergeldempfänger.
Da kann man auch ein schönes Leben haben. Finanziell kann man zwar keine großen Sprünge machen, aber du kannst deinen Hobbys nachgehen und musst dir den Mist auf der Arbeit nicht geben.
Das einzige negative ist, dass du natürlich viel Neid, Missgunst und Hass von den Leuten abkriegst, die für dein Lebensunterhalt arbeiten müssen.
Aber zuhause lässt es sich damit vielleicht immer noch besser leben, als wenn du solchen Menschen jeden Tag auf der Arbeit begegnest und die dich dann da täglich bekritteln.
Dieser Rat lässt mir einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Wenn jeder so denken würde, dann wäre unser Staat endgültig am ..... . Ich gönne jedem das Bürgergeld, der nicht in der Lage ist sich selbst zu versorgen. Aber das als "Berufsoption" zu sehen geht mir deutlich zu weit.
 
Hi Pandas,
auch dem Arbeitsmarkt sind Lästern, Konkurrenzdenken, Mobbing, herrische Chefs und Co leider an der Tagesordnung.
Es gibt Ausnahmen, aber die sind schwer zu finden.
Musst du wissen, ob du da weiter kämpfen willst, oder nicht.
Als Alternative würde ich dir aber erst mal nicht Selbstmord empfehlen, sondern dann lieber Bürgergeldempfänger.
Da kann man auch ein schönes Leben haben. Finanziell kann man zwar keine großen Sprünge machen, aber du kannst deinen Hobbys nachgehen und musst dir den Mist auf der Arbeit nicht geben.
Das einzige negative ist, dass du natürlich viel Neid, Missgunst und Hass von den Leuten abkriegst, die für dein Lebensunterhalt arbeiten müssen.
Aber zuhause lässt es sich damit vielleicht immer noch besser leben, als wenn du solchen Menschen jeden Tag auf der Arbeit begegnest und die dich dann da täglich bekritteln.
Ich verstehe deine Ratschläge sehr gut, nur dann würde ich Leuten auf der Tasche liegen, die Ähnliches oder Schlimmeres erdulden müssen. Außerdem reicht Bürgergeld, wenn überhaupt nur für das Nötigste. Meine Hobbys und Haustiere wären damit nicht finanzierbar. Ich hätte auch Angst noch weiter in die Depressionen abzurutschen, weil ich dann gar keinen Sinn mehr hätte. Es ist wirklich kompliziert.
 
Da es in Gegenwart Deiner Lehrerin funktioniert hat - so lese ich das zumindest raus - bist Du wohl nicht so ungeeignet, wie es Dir gerade vorkommt. Ich kann dieses Gefühl durchaus nachvollziehen, wenn man jeden Tag mehr oder weniger offen gesagt oder gezeigt bekommt, dass man ungeeignet ist. Aber deshalb solltest Du nicht die Flinte ins Korn werfen. Du bist in den 20ern. Da stehen Dir noch viele Möglichkeiten offen. Angefangen vom Wechsel in einen anderen Betrieb oder eine komplette Neuorientierung. Gibt es denn was, dass Du Dir außer Erzieherin vorstellen könntest?


Dieser Rat lässt mir einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Wenn jeder so denken würde, dann wäre unser Staat endgültig am ..... . Ich gönne jedem das Bürgergeld, der nicht in der Lage ist sich selbst zu versorgen. Aber das als "Berufsoption" zu sehen geht mir deutlich zu weit.
Meine finanziellen Mittel sind erschöpft, ich habe so viel Zeit, Nerven und Ersparnisse in die Ausbilfung gesteckt, dass ich nicht wechseln möchte. Noch viel wichtiger ist, dass ich später unbedingt in dem Beruf arbeiten möchte. Ausbildungsstellen sind bei mir rar und oft nicht vergütet. Ich überlege nur wie ich das letzte Jahr noch rum bekomme.
 
Hallo Pandas,

Das liest sich alles ziemlich frustrierend. Hast du eine Idee, warum du die ganze Zeit nicht wertgeschätzt wirst? Oder hat es vielleicht andere Gründe?

Du schreibst, dass du seht gut mit den Kindern zurechtkommst und viel Spaß dabei hast. Das ist für die Kinder insbesondere sehr wichtig. Und es ist ja so, dass du den Stoff kannst und auch sehr engagiert bist. Auch wenn die Kollegen dich offenbar nicht mögen.

Unabhängig davon:

Ich kann verstehen, dass es schwer ist, wenn man immer nur hört, dass man unerwünscht ist und abgelehnt wird.
Doch du bist in keinster Weise wertlos und es hat einen Sinn, dass du da bist. Auch wenn du das vielleicht jetzt grade nicht so siehst. Du bist wunderbar gemacht, so wie du bist.

Wenn du schreiben willst, schreib ruhig jederzeit gerne 🙂

Liebe Grüße
 
Bei meinem ersten Angebot saß meine Praxisanleiterin dabei und ich war so nervös, dass alles falsch lief. Während des zweiten Angebotes hatte meine Praxisanleiterin keine Zeit. Ich führte das Angebot nur vor meiner Lehrerin durch und es lief hervorragend. Meine ganze Unsicherheit war wie weg geflogen und ich konnte es richtig genießen. Während der Reflexionsrunde konnte ich ihre Kritik gut annehmen. Sie war wertschätzend, nachvollziehbar und hat mich persönlich weiterzubilden gebracht.

Schulisch läuft es ausgezeichnet. Ich stehe in fast allen Fächern auf einer 1. Meinen Kindergarten interessiert es wenig. Für sie bin ich faul und desinteressiert.
Mehr brauch ich gar nicht mehr zu lesen.
Wenn das so stimmt, solltest Du Dich darin wieder erkennen.

Du wirst eine gewisse "Konkurrenz" haben, die versucht, Dich klein zu machen um sich selber größer darzustellen!
Das ist real ein Problem - ich weiss.
Es kommt aber entscheidend darauf an, ob Du Dir den Schuh anziehst oder so weiter zu machen, als würde es Dich nicht interessieren.

Leute, die schulisch eins stehen und bei kompetenten Vorgesetzten gute Kritiken erhalten, gehören nicht zu der Sorte Mensch, die nichts können und ans Aufgeben denken.
Lass das. Um Deiner selbst Willen.

Im Arbeitsleben läuft das so:
Am Anfang kann man gar nichts und steht dumm rum.
Danach tut man was man soll, und das klappt entweder - oder nicht. Wenn es aber klappt, bekommt man das entsprechende feedback - wie Du.

Darauf baut man auf; man bekommt die nächste Aufgabe.
Da in einer Ausbildung alle Aufgaben so gestellt werden, dass jeder Auszubildende allein schon vom Schulabschluss her sie hin bekommt, erreicht man das nächste Ziel fast automatisch, und lässt sich dies bescheinigen.
Aber bitte nicht das Gegenteil ,von Leuten, die selbst eher wenig Ahnung haben, zum Beispiel davon, dass Unterstützung nicht gebraucht werden kann?!

Zuletzt hat man es dann geschafft, wie etliche andere auch.
***************
Sicherlich kannst Du Deine Beerdigung planen - das halte ich für gut und richtig: es hat aber nichts damit zu tun, wann diese eintritt!
***************
Solltest Du Dich selbst reflektieren oder jemand Dich diagnostizieren und das Ergebnis sein, dass Du depressiv bist, dann melde Dich einfach mal.

Bei mir hat ein zündender Satz meines Arztes, dem ich mehr vertraute als mir selbst, ausgereicht: "weg mit Schaden".
Als Lösung klingt dies allerdings bei weitem zu einfach: es kann ja nur weitaus komplizierter sein, wenn man selbst nicht drauf kommt.
Tatsächlich?
 
Liebe Pandas,

als ich in der Situation war wie Du, musste ich mir regelmäßig anhören, dass "Ausbildungsjahre keine Herrenjahre" sind. Und das ist leider so. Wie lange hast Du in dem Kindergarten noch vor Dir? Ist das der Beruf, den Du später ausüben möchtest? Du musst Dir ja klar machen, dass Du nicht ewig die Azubine bleibst und nach Deiner Ausbildung Deine eigenen Projekte in einer anderen Betreuungsstätte starten kannst. Lenke doch Deine Gedanken eher in diese Richtung und frage dich, ob Du Dir diesen Job auf Dauer vorstellen kannst. Dann hast Du auch ein Ziel und mit einem Ziel übersteht man üble Zeiten besser.
Was ich nicht empfehle, ist die Ausbildungsstätte zu wechseln. Du solltest lernen, Dich an einer Stelle durchzubeißen und zu behaupten. Die Wahrscheinlichkeit, dass Du in der anderen Ausbildungsstätte wieder was findest und wieder abbrichst oder wechselst und nie etwas durchziehst, ist meiner Ansicht nach zu groß. Außerdem wirst Du hinterher nicht unerheblich stolz auf Dich sein können, wenn Du sagen kannst, "Diese Zeit war ein Albtraum aber ich habe es geschafft!"
Du scheinst clever zu sein. Hast Du Abi? Wie wäre es mit einem Pädagogik-Studium im Anschluss? Es gibt auch Hochschulen, wo Du ohne Abi studieren kannst. Vielleicht wäre das im Anschluss an die Ausbildung! etwas für dich.

Und noch etwas anderes:
Da Du die gleichen schlechten Erfahrungen in dieser Gärtnerei gemacht hast und nicht weißt, woran es liegt, kann eine Verhaltenstherapie empfehlenswert sein. Erzähle Deinem Hausarzt von Deinen Problemen und lass Dir eine Überweisung für eine solche Therapie geben. In jungen Jahren kannst Du an Dir noch gut arbeiten, später wird das immer schwieriger.

Liebe Grüße
 
Zuletzt bearbeitet:
Auf den Arbeitsplätzen wird leider häufig gemobbt.

Hilfen gegen Mobbing kannst du im Internet finden.

Um einen geeigneten Job zu finden, könntest du dich beim Arbeitsamt beraten lassen.
Dort gibt es umfangreiche Eignungstest.
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben