Bis 10 h ist ja jetzt schon erlaubt...
Als Schichtarbeiter ist es jetzt schon möglich 9-10 Tage a 8 h arbeiten zu gehen....
Das frei gibt es dann etwas später.
12 h Schichten plus jeweils 1 h hin und zurück= kein Leben an Arbeitstagen.
Wir würden auch keine 12 h Schichten schaffen mit einer Kindbetreuung?
( Hab deshalb schon Jobs abgesagt...)
Fazit nicht so toll bzw schon jetzt teilweise möglich.
Was machen dann angehende Ärzte mit Bereitschaftsdienst, bei denen 16-Stunden-Tage keine Seltenheit und sogar erlaubt sind?
https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/TV_L-42 Die haben null Privatleben und können sich logischerweise auch keine Kinder leisten in dieser Zeit, weil sie für die gar keine Zeit übrig hätten.
Wer aber unbedingt auf 4-Tage-Woche rauswill (bei gleichen und nicht gekürzten Gesamtarbeitszeiten!) muß logischerweise die bisherige feste 10-Stunden-Grenze für die meisten Angestelltenberufe abschaffen. Denn in den 4 x 10 Stunden sind dann noch nicht die vorgeschriebenen Pausen enthalten, die kommen zusätzlich drauf. Macht insgesamt mindestens 11 Stunden plus Fahrtzeiten die noch dazukommen, je nach Fahrtzeit also locker 12 - 13 Stunden je Arbeitstag. Da bleibt dann vom Privatleben an diesen 4 Tagen auch nicht mehr viel übrig. Aber man möchte das ja so, damit man dann als Ausgleich einen freien Tag pro Woche zusätzlich zu den Wochenenden hat.
Egal wie, Abstriche muß man immer irgendwo machen, wenn man anderswo was besseres haben will. Wer weniger als 40 Stunden in den 4 Tagen arbeiten will, bitte, gibt es auch, dann muß halt ein entsprechender Arbeitsvertrag abgeschlossen werden, dann verdient man für 32 Stunden Arbeit auch nur das übliche Gehalt für 32 Stunden.
Flexible Arbeitszeiten?
Muss man nicht in manchen Berufssparten (Pflege, Erzieher, Lehrer usw.) froh sein, wenn noch ausreichend Kräfte vorhanden sind?
Da sehe ich dann ganz schnell Gründe um die Gesetze wieder entsprechende anzupassen. S.o.
Schlechte Beispiele, denn gerade Lehrer und Erzieher müssen zu festen Kernzeiten anwesend sein, sonst stehen die Kinder zuhause vor der Tür wenn die Eltern noch auf der Arbeit sind. Bei Corona hat man ja gemerkt wie die Eltern ins Schleudern kamen, wenn der Staat nicht mehr für die tägliche zeitlich festgelegte Bespaßung des Nachwuchses zur Verfügung stand.
In der Pflege ist flexible Schichtarbeit (mit möglichen Überstunden) seit jeher üblich, weil Kranke und Alte halt auch in der Nacht und an Wochenenden und Feiertagen betreut werden müssen.
Für alle Berufe wo bisher schon sehr viel Flexibilität und individuelle Vereinbarungen zwischen AG und AN galten, ist das geplante neue Gesetz daher ohnehin nur kalter Kaffee. Völlig sinnlos sich darüber zu ereifern.