S
Seiya
Gast
Hallo,
ich suche hier einige Tipps und Empfehlungen - ich stecke zurzeit im Job in einer zwischenmenschlichen Zwickmühle und suche eine möglichst friedliche und diplomatische Lösung.
Grundlage: Ich arbeite seit über einem Jahr als Büroangestellter in einer kleinen Firma (in der ich sehr glücklich bin!) und bin für den Bereich Buchhaltung zuständig. Mein neuer Kollege hat Anfang des Jahres angefangen, sein Vorgänger, mit dem die Zusammenarbeit hervorragend geklappt hat, musste aus gesundheitlichen Gründen in Frührente. Besagter neuer Kollege (ich nenne ihn mal X) könnte vom Alter her mein Vater sein und hat zuvor ebenfalls in der Buchhaltung gearbeitet. Sein Arbeitsbereich betrifft alle möglichen Verwaltungsbereiche, aber explizit nicht die Buchhaltung.
Persönlich ist X absolut in Ordnung, wir unterhalten uns viel, lachen oft und ich bin absolut dagegen, Streit mit ihm anzufangen. Aber was die Zusammenarbeit angeht, wird X zunehmend problematisch.
Seitdem X in der Firma angefangen hat, hat er bereits viele Änderungen eingeführt. Manche davon finde ich auch richtig gut. Aber leider merke ich immer mehr, dass X - ich nenne es mal so - Bereiche an sich reißt und einen "Ton" an den Tag legt. Das ist insbesondere bei der Buchhaltung der Fall. Ständig möchte er Änderungen durchführen. Eine habe ich bereits eingeführt, weil ich da durchaus einen Sinn gesehen habe (ich muss mich entschuldigen, wenn ich nicht ins Detail gehe, aber das ist für meine Frage auch nicht besonders wichtig), und mein Arbeitsvolumen hat sich dadurch erhöht, aber es kommen ständig neue Änderungen. Selbst wie ich meine Buchhaltung organisiere, soll ich komplett umstellen. Wie ich Buchungen benenne, soll ich ändern, wie viele Buchungsstapel ich verwende, soll ich ändern, etc.
X hat keinen wirklichen Überblick über die Buchhaltung, ist aber ständig hinter mir her, dass ihm die Abläufe, die ich so übernommen habe und die schon seit vielen Jahren so ausgeführt werden, "nicht gefallen" und ich sie ändern soll. Ich sollte vielleicht noch anbei erwähnen, dass X in keinster Form mein Vorgesetzter ist, sondern wir als Team agieren (sollen).
Das ist der eine Punkt.
Der andere ist, dass X mich permanent wegen allen möglichen, teilweise völlig irrelevanten Dingen fragt (sogar, während ich in einem Telefonat bin!). Egal was ich sage (Beispiel: "Was passiert mit dieser E-Mail?" (Offensichtliche Werbe-Email) - "Löschen!" - keine Ahnung, wie oft ich das schon sagen musste), die Reaktion ist immer ein lautes "Nein". Ich könnte mich manchmal selbst ohrfeigen, dass ich darauf noch umfassend reagiere, aber ich kann anscheinend nicht anders. Wenn ich sage "Fragen Sie den Chef" kommt ein "Nein" und es wird eine Entscheidung im eigenen Ermessen gefällt. Sage ich "Da müssen Sie den Bereichsleiter fragen, der hat die Info" kommt ein "Nein" und es passiert dasselbe.
Ich werde im wahrsten Sinne des Wortes für jeden Sch*** gefragt und X erwartet, dass ich die Fragen prompt beantworte. Während ich die Buchhaltung führe, fallen aus heiterem Himmel Fragen wie "Wann wird der gelbe Sack abgeholt?", "Wann haben wir das letzte Mal Toner bestellt?", "Haben wir an Rosenmontag frei?", "Wie viel Euro geben wir jeden Monat für Artikel XY aus?", "Ist Kunde XY eine Frau oder ein Mann?", "Ist Frau XY heute im Büro?" und so weiter, und so weiter. Es ist wirklich ermüdend und eine furchtbare Ablenkung.
Das Schlimmste ist nur - Es ist im Grunde völlig egal, was ich sage, es wird "Nein" gesagt und das Gegenteil gemacht. Wenn ich zum Beispiel auf die Gelbe-Sack-Frage antworte, dass bei der Reinigungskraft ein Kalender aushängt - ein Wink, bitte bei Bedarf da nachzuschauen, kommt zurück "Ja, am 15. oder wann?" und mir wird keine Ruhe gelassen, bis ich den blöden Kalender holen gegangen bin bzw. im Internet nachgesehen habe.
Wenn ich eine Entscheidung anhand meiner Erfahrung treffe (Beispiel: Ich gebe einen (kleinen, vielleicht 5-minütigen) Auftrag an den Techniker weiter weil ich aus Erfahrung weiß, dass wir den Vorgang nicht selbst durchführen sollten - es gab bereits technische Schwierigkeiten deswegen - werde ich angeschnauzt, warum ich ihn nicht darauf angesprochen hätte, das wäre Geldverschwendung), werde ich grundsätzlich korrigiert.
X ist, das möchte ich noch einmal erwähnen, erst seit Beginn des Jahres da. Aber es fallen bei Standart-Abläufen schon regelmäßig Sätze wie "Das müssen sie mit mir absprechen" (was nicht so zu verstehen ist, dass X nichts darüber weiß. Wie oben bereits erwähnt, spricht X mich auf so ziemlich alles an, und ich antworte. Zu meinem Leidwesen oft viel zu ausführlich. Viel mehr will X (vermute ich) erst den Ablauf "absegnen", bevor ich ihn ausführe) und "Machen sie das in Zukunft bitte so". X's Tonfall und Gesichtsausdruck dabei sagt mir, dass er sich angegriffen fühlt, weil ich ihn nicht in Azubi-/Praktikantenmanier in alles involviere, was ich tue.
Ein weiterer Ausspruch, den ich in letzter Zeit häufiger höre, ist "Das wollte ich mir eigentlich vorher anschauen". Das bezieht sich zumeist auf die Buchhaltung. Wenn ich z.B. dringende Unterlagen für den Steuerberater fertig mache, die X leicht nachvollziehen könnte, würde er sich nur die Auflistung ansehen, kommt ein enttäuschtes "Das wollte ich mir vorher ansehen" und "Das nächste Mal zeigen sie es mir vorher". Dass die Absendung dringend ist, ist in dem Moment scheinbar unwichtig. X weiß den ganzen Tag, dass ich diesen spezifischen Vorgang fertig mache, sagt aber nicht vorher, dass er ihn sich ansehen will. Vielmehr, das ist meine Vermutung, erwartet er, dass ich ihn selbst liegen lasse.
Ein weiterer Aspekt ist, dass X oft unerwartet mit Neuerungen um die Ecke kommt und sich an Sachen zu schaffen gemacht hat, ohne mich vorher darauf anzusprechen. Also exakt das, was er mir vorwirft. Meine allergrößte Angst ist, dass ich nach meinem baldigen, ersten Urlaub zurück ins Büro komme und X hat sich an der Buchhaltung zu schaffen gemacht. Es war bislang explizit so geregelt, dass NUR ich bzw. mein Vorgänger die Buchhaltung bearbeitet hat und beim Urlaub die Unterlagen schlicht liegen bleiben. Ich weiß aber, dass X (warum auch immer) nur allzu gerne das Ruder bei der Buchhaltung übernehmen würde und befürchte, dass er sich im Urlaub daran setzt. Das Passwort für das EDV-Programm brauche ich X nicht vorzuenthalten, er findet es auch so. Ändern kann ich es nicht.
Ich könnte jetzt noch diverse weitere Beispiele geben, aber ich glaube, ich wiederhole mich nur endlos.
Ich liebe meinen Job und mache ihn sehr gerne. Mein Chef ist großartig, und ich will ihn nicht mit diesem Thema belasten, da zurzeit eine Umstellung in der Firma ansteht und ich nicht mit einem solchen "Käse" um die Ecke kommen will. Viel mehr will ich dieses Problem selbst und ohne Streit und Ärger aus der Welt schaffen. Meine Frage ist nur - wie?
Ich weiß, dass ich viel Schuld daran trage. Ich hätte von Anfang an anders reagieren sollen. X hat sich angewöhnt, dass die Dinge so laufen, und die Rolle meines "Vorgesetzten" an sich genommen. Ich muss zu meiner kleinen Verteidigung sagen, dass es mit X's Vorgänger genauso lief, aber das war dem Umstand geschuldet, dass er schon 15 Jahre im Betrieb war und alle Abläufe mit aufgebaut hat. Ich bin also nahtlos von der Rolle in die nächste hineingeschlüpft, ohne zu merken, dass es nicht gut für mich war.
Ich möchte dieses Problem aus der Welt schaffen, bevor die Angewohnheit zur Selbstverständlichkeit wird und in mir immer mehr die Wut heranwächst. Eine sehr verärgerte, regelrecht enttäuschte Reaktion von ihm heute Mittag hat mich selbst so verärgert, dass ich mich heute Abend zum Schreiben dieses Beitrags entschlossen habe (der Vorgang ist zu kompliziert, um ihn hier auszubreiten, aber um es zu umschreiben: Vorgang begann letztes Jahr, ein Artikel wurde nicht geliefert, der alte Kollege hatte verpasst, mir die Lieferung vor seinem Abtritt mitzuteilen, Betrag wurde noch viel später abgebucht, ich war ahnungslos, wofür die Abbuchung geschah, es gelang mir jedoch, den Vorgang aufzuklären - X macht sich keine Mühe, den Vorgang nachzuvollziehen, wirft mir vor, ich hätte Chaos in der Organisation, macht wilde, genervte Gesten, als ich versuche, eine Lösung für das Problem zu finden, wirft mir grundlos vor, dass Unterlagen fehlen (es fehlte exakt ein Dokument, das sein Vorgänger wohl "verschludert" hatte), reißt den Ordner mit dem Vorgang an sich und gibt mir Anweisung, alles umzuorganisieren.
Als letzten Aspekt möchte ich noch etwas ansprechen, was von Bedeutung sein könnte. Ich habe eine Hörbehinderung - X weiß das - und bin leider in vielen Situationen so eingeschränkt, dass ich nachfragen/näher kommen muss (ich telefoniere deshalb auch mit einem speziellen Headset). Seit meiner Kindheit war es so, dass Leute dieses Verhalten als dümmlich empfunden haben - wobei die Leute zu dieser Zeit oft nicht wussten, woran es lag. X weiß es, und es kommt oft vor, dass er keine Rücksicht nimmt. Ich habe auch das Gefühl, dass es ihn ausgesprochen nervt. Könnte das ein Faktor sein?
Meine größte Sorge ist, dass ich das Klima im Büro "vergifte", was ich auf gar keinen Fall möchte. Ich möchte auch auf gar keinen Fall zum Chef gehen, sondern das Problem mit X selbst regeln. Immerhin ist er noch in der Probezeit. Nur wie? Wie mache ich es diplomatisch?
Ich hoffe, dass jemand einen guten Tipp für mich hat. Vielen Dank bereits im Voraus!
ich suche hier einige Tipps und Empfehlungen - ich stecke zurzeit im Job in einer zwischenmenschlichen Zwickmühle und suche eine möglichst friedliche und diplomatische Lösung.
Grundlage: Ich arbeite seit über einem Jahr als Büroangestellter in einer kleinen Firma (in der ich sehr glücklich bin!) und bin für den Bereich Buchhaltung zuständig. Mein neuer Kollege hat Anfang des Jahres angefangen, sein Vorgänger, mit dem die Zusammenarbeit hervorragend geklappt hat, musste aus gesundheitlichen Gründen in Frührente. Besagter neuer Kollege (ich nenne ihn mal X) könnte vom Alter her mein Vater sein und hat zuvor ebenfalls in der Buchhaltung gearbeitet. Sein Arbeitsbereich betrifft alle möglichen Verwaltungsbereiche, aber explizit nicht die Buchhaltung.
Persönlich ist X absolut in Ordnung, wir unterhalten uns viel, lachen oft und ich bin absolut dagegen, Streit mit ihm anzufangen. Aber was die Zusammenarbeit angeht, wird X zunehmend problematisch.
Seitdem X in der Firma angefangen hat, hat er bereits viele Änderungen eingeführt. Manche davon finde ich auch richtig gut. Aber leider merke ich immer mehr, dass X - ich nenne es mal so - Bereiche an sich reißt und einen "Ton" an den Tag legt. Das ist insbesondere bei der Buchhaltung der Fall. Ständig möchte er Änderungen durchführen. Eine habe ich bereits eingeführt, weil ich da durchaus einen Sinn gesehen habe (ich muss mich entschuldigen, wenn ich nicht ins Detail gehe, aber das ist für meine Frage auch nicht besonders wichtig), und mein Arbeitsvolumen hat sich dadurch erhöht, aber es kommen ständig neue Änderungen. Selbst wie ich meine Buchhaltung organisiere, soll ich komplett umstellen. Wie ich Buchungen benenne, soll ich ändern, wie viele Buchungsstapel ich verwende, soll ich ändern, etc.
X hat keinen wirklichen Überblick über die Buchhaltung, ist aber ständig hinter mir her, dass ihm die Abläufe, die ich so übernommen habe und die schon seit vielen Jahren so ausgeführt werden, "nicht gefallen" und ich sie ändern soll. Ich sollte vielleicht noch anbei erwähnen, dass X in keinster Form mein Vorgesetzter ist, sondern wir als Team agieren (sollen).
Das ist der eine Punkt.
Der andere ist, dass X mich permanent wegen allen möglichen, teilweise völlig irrelevanten Dingen fragt (sogar, während ich in einem Telefonat bin!). Egal was ich sage (Beispiel: "Was passiert mit dieser E-Mail?" (Offensichtliche Werbe-Email) - "Löschen!" - keine Ahnung, wie oft ich das schon sagen musste), die Reaktion ist immer ein lautes "Nein". Ich könnte mich manchmal selbst ohrfeigen, dass ich darauf noch umfassend reagiere, aber ich kann anscheinend nicht anders. Wenn ich sage "Fragen Sie den Chef" kommt ein "Nein" und es wird eine Entscheidung im eigenen Ermessen gefällt. Sage ich "Da müssen Sie den Bereichsleiter fragen, der hat die Info" kommt ein "Nein" und es passiert dasselbe.
Ich werde im wahrsten Sinne des Wortes für jeden Sch*** gefragt und X erwartet, dass ich die Fragen prompt beantworte. Während ich die Buchhaltung führe, fallen aus heiterem Himmel Fragen wie "Wann wird der gelbe Sack abgeholt?", "Wann haben wir das letzte Mal Toner bestellt?", "Haben wir an Rosenmontag frei?", "Wie viel Euro geben wir jeden Monat für Artikel XY aus?", "Ist Kunde XY eine Frau oder ein Mann?", "Ist Frau XY heute im Büro?" und so weiter, und so weiter. Es ist wirklich ermüdend und eine furchtbare Ablenkung.
Das Schlimmste ist nur - Es ist im Grunde völlig egal, was ich sage, es wird "Nein" gesagt und das Gegenteil gemacht. Wenn ich zum Beispiel auf die Gelbe-Sack-Frage antworte, dass bei der Reinigungskraft ein Kalender aushängt - ein Wink, bitte bei Bedarf da nachzuschauen, kommt zurück "Ja, am 15. oder wann?" und mir wird keine Ruhe gelassen, bis ich den blöden Kalender holen gegangen bin bzw. im Internet nachgesehen habe.
Wenn ich eine Entscheidung anhand meiner Erfahrung treffe (Beispiel: Ich gebe einen (kleinen, vielleicht 5-minütigen) Auftrag an den Techniker weiter weil ich aus Erfahrung weiß, dass wir den Vorgang nicht selbst durchführen sollten - es gab bereits technische Schwierigkeiten deswegen - werde ich angeschnauzt, warum ich ihn nicht darauf angesprochen hätte, das wäre Geldverschwendung), werde ich grundsätzlich korrigiert.
X ist, das möchte ich noch einmal erwähnen, erst seit Beginn des Jahres da. Aber es fallen bei Standart-Abläufen schon regelmäßig Sätze wie "Das müssen sie mit mir absprechen" (was nicht so zu verstehen ist, dass X nichts darüber weiß. Wie oben bereits erwähnt, spricht X mich auf so ziemlich alles an, und ich antworte. Zu meinem Leidwesen oft viel zu ausführlich. Viel mehr will X (vermute ich) erst den Ablauf "absegnen", bevor ich ihn ausführe) und "Machen sie das in Zukunft bitte so". X's Tonfall und Gesichtsausdruck dabei sagt mir, dass er sich angegriffen fühlt, weil ich ihn nicht in Azubi-/Praktikantenmanier in alles involviere, was ich tue.
Ein weiterer Ausspruch, den ich in letzter Zeit häufiger höre, ist "Das wollte ich mir eigentlich vorher anschauen". Das bezieht sich zumeist auf die Buchhaltung. Wenn ich z.B. dringende Unterlagen für den Steuerberater fertig mache, die X leicht nachvollziehen könnte, würde er sich nur die Auflistung ansehen, kommt ein enttäuschtes "Das wollte ich mir vorher ansehen" und "Das nächste Mal zeigen sie es mir vorher". Dass die Absendung dringend ist, ist in dem Moment scheinbar unwichtig. X weiß den ganzen Tag, dass ich diesen spezifischen Vorgang fertig mache, sagt aber nicht vorher, dass er ihn sich ansehen will. Vielmehr, das ist meine Vermutung, erwartet er, dass ich ihn selbst liegen lasse.
Ein weiterer Aspekt ist, dass X oft unerwartet mit Neuerungen um die Ecke kommt und sich an Sachen zu schaffen gemacht hat, ohne mich vorher darauf anzusprechen. Also exakt das, was er mir vorwirft. Meine allergrößte Angst ist, dass ich nach meinem baldigen, ersten Urlaub zurück ins Büro komme und X hat sich an der Buchhaltung zu schaffen gemacht. Es war bislang explizit so geregelt, dass NUR ich bzw. mein Vorgänger die Buchhaltung bearbeitet hat und beim Urlaub die Unterlagen schlicht liegen bleiben. Ich weiß aber, dass X (warum auch immer) nur allzu gerne das Ruder bei der Buchhaltung übernehmen würde und befürchte, dass er sich im Urlaub daran setzt. Das Passwort für das EDV-Programm brauche ich X nicht vorzuenthalten, er findet es auch so. Ändern kann ich es nicht.
Ich könnte jetzt noch diverse weitere Beispiele geben, aber ich glaube, ich wiederhole mich nur endlos.
Ich liebe meinen Job und mache ihn sehr gerne. Mein Chef ist großartig, und ich will ihn nicht mit diesem Thema belasten, da zurzeit eine Umstellung in der Firma ansteht und ich nicht mit einem solchen "Käse" um die Ecke kommen will. Viel mehr will ich dieses Problem selbst und ohne Streit und Ärger aus der Welt schaffen. Meine Frage ist nur - wie?
Ich weiß, dass ich viel Schuld daran trage. Ich hätte von Anfang an anders reagieren sollen. X hat sich angewöhnt, dass die Dinge so laufen, und die Rolle meines "Vorgesetzten" an sich genommen. Ich muss zu meiner kleinen Verteidigung sagen, dass es mit X's Vorgänger genauso lief, aber das war dem Umstand geschuldet, dass er schon 15 Jahre im Betrieb war und alle Abläufe mit aufgebaut hat. Ich bin also nahtlos von der Rolle in die nächste hineingeschlüpft, ohne zu merken, dass es nicht gut für mich war.
Ich möchte dieses Problem aus der Welt schaffen, bevor die Angewohnheit zur Selbstverständlichkeit wird und in mir immer mehr die Wut heranwächst. Eine sehr verärgerte, regelrecht enttäuschte Reaktion von ihm heute Mittag hat mich selbst so verärgert, dass ich mich heute Abend zum Schreiben dieses Beitrags entschlossen habe (der Vorgang ist zu kompliziert, um ihn hier auszubreiten, aber um es zu umschreiben: Vorgang begann letztes Jahr, ein Artikel wurde nicht geliefert, der alte Kollege hatte verpasst, mir die Lieferung vor seinem Abtritt mitzuteilen, Betrag wurde noch viel später abgebucht, ich war ahnungslos, wofür die Abbuchung geschah, es gelang mir jedoch, den Vorgang aufzuklären - X macht sich keine Mühe, den Vorgang nachzuvollziehen, wirft mir vor, ich hätte Chaos in der Organisation, macht wilde, genervte Gesten, als ich versuche, eine Lösung für das Problem zu finden, wirft mir grundlos vor, dass Unterlagen fehlen (es fehlte exakt ein Dokument, das sein Vorgänger wohl "verschludert" hatte), reißt den Ordner mit dem Vorgang an sich und gibt mir Anweisung, alles umzuorganisieren.
Als letzten Aspekt möchte ich noch etwas ansprechen, was von Bedeutung sein könnte. Ich habe eine Hörbehinderung - X weiß das - und bin leider in vielen Situationen so eingeschränkt, dass ich nachfragen/näher kommen muss (ich telefoniere deshalb auch mit einem speziellen Headset). Seit meiner Kindheit war es so, dass Leute dieses Verhalten als dümmlich empfunden haben - wobei die Leute zu dieser Zeit oft nicht wussten, woran es lag. X weiß es, und es kommt oft vor, dass er keine Rücksicht nimmt. Ich habe auch das Gefühl, dass es ihn ausgesprochen nervt. Könnte das ein Faktor sein?
Meine größte Sorge ist, dass ich das Klima im Büro "vergifte", was ich auf gar keinen Fall möchte. Ich möchte auch auf gar keinen Fall zum Chef gehen, sondern das Problem mit X selbst regeln. Immerhin ist er noch in der Probezeit. Nur wie? Wie mache ich es diplomatisch?
Ich hoffe, dass jemand einen guten Tipp für mich hat. Vielen Dank bereits im Voraus!