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neue Freundin als Kind vergewaltigt

G

Gast

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Hallo zusammen,

Ich hab da ein kleines Problem. Ich hab eine neue Freundin, mit der ich mich super verstehe. Wir sind noch nicht so lange zusammen, aber sind bereits jetzt mittendrin in einer Beziehung.

Angefangen hat es damit, das wir zwar im „ Leben „ eine starke Bindung haben, wie in einer richtigen guten Beziehung, aber leider nicht emotional. Sie zeigt kau Gefuehle, auch wenn ich weiss das sie da sind ! Auch eine Vertrauensbasis auf zu bauen faellt sichtlich schwerr.

Sie steht zwar auf Sex, will aber eigentlich keinen… Ist alles ein bisschen schwierig.

Jedenfalls hat sie letztens, nach dem sie ziemlich betrunken war eine Art Tobsuchtsanfall und Heulanfaelle bekommen, und mir ihre Geschichte erzaehlt.

Sie ist als Kind ( 12 bis 14 ) regelmaessig von dem Freund ihrer Mutter vergewaltgt worden. Teilweise unter Beisein Ihrer Mutter. Auch andere Sachen sind hier noch passiert
Ich bin mir sicher, dass das alles war ist.

Sie ist seid sie 14 ist von daheim weg, hat aber manchmal noch tel. Kontakt zu Ihrer Mutter.

Sie ist eigentlich ein starke Persoehnlichkeit, und ich kann durch meine geduldige Art viel Abfangen ( aeussert sich natuerlich auch im normalen Leben im sinne von kein Vertrauen, immer alles negativ sehen usw. ), aber ich glaube nicht das das reicht.#

Dazu kommt, das Ihre Exfreunde sie auch fast vergewaltigt haben, als sie unter Drogen stand.

Ich verstehe das es für Sie schwer ist wieder jmd. Zu vertrauen, aber ich werde es versuchen.

Hat jemand noch eine Idee, wie ich hier am besten weiter mache ?

Der Text mag ziemlich verwirrend sein, aber ich bin im Moment ziemlich fertig.


Danke schon mal und gruesse
 
Lieber Gast!
Das ist wahrlich eine sehr schwierige Situation, gerade wenn die Liebe noch so jung ist.
Eine Freundin von mir hat ähnliches erlitten. Ich habe über Jahre viel aufgefangen und abgefangen, bis ich völlig erschöpft und müde war und als meine Freundin dann sagte, daß sich in ihrem Innenleben nichts verändert hat in all den Jahren, die wir inniglich befreundet waren, war mir auf einmal schlagartig klar, daß ich ihr nicht helfen kann. Nicht wirklich. Ich habe ihr gesagt, daß sie dringend eine Traumatherapie machen muß, daß ich mich erstmal zurückziehe, da ich ihr nicht mehr helfen kann. Dies ist jetzt 5 Jahre her. Ihr geht es sichtlich besser und ihr zerstörtes Innenleben ist in dieser Traumatherapie "repariert" worden.
Also - mein Tip: eine ausgebildete Traumatherapeutin suchen und los gehts!😉
Diese Aufarbeitung gehört in fachlich geschulte Hände, das habe ich schmerzlich begreifen müssen.
Sei bei ihr und unterstütze sie in diesem Prozeß!😱
Alles erdenklich Gute von Indianerin
 
Hallo,

das auch nach ihrer Kindheit sie EX-Freunde fast vergewaltigt haben ist für mich ein klares Anzeichen, dass sie ihr Kindheitstrauma noch nicht annähernd bearbeitet und überwunden hat und auch ihre Opferhaltung noch nicht.

Sie wird es ohne vernünftige Traumatherapie und harte Arbeit an sich selber, Reflexionsarbeit, Arbeit an ihrem Selbstbewusstsein, viel Veränderung in ihrer Grundhaltung um nachhaltig aus der gestörten Persönlichkeit = Opferhaltung rauszukommen kaum schaffen denke ich.

Das Beste was du tun kannst ist für sie da sein und sie liebevoll aber möglichst konsequent in Richtung Therapie und Kampfsport etc. schieben, damit da Entwicklung stattfindet, sonst bleibt sie lebenslang gefangen in den traumatischen Kindheitsereignissen und der Opferhaltung und somit weiterhin stark gefährdet. Und eure Beziehung nebenher auch zu sehr belastet..was an sich nicht sein muss oder sein sollte.
Ein Gewalttrauma sollte man nie unterschätzen, es kann tödlich wirken..viele Betroffene werden autoaggressiv, depressiv, bringen sich ggf. um oder sterben frühzeitig an Nebenerscheinungen des starken seelischen Stresses. Hier muss viel Therapiearbeit geleistet werden um das zu vermeiden.

Schräg finde ich dass sie noch Kontakt zu ihrer Mutter hat, zumindest dann wenn da keine Klärung stattgefunden hat. An sich hat sich die Mutter ja strafbar gemacht indem sie ihre Tochter prostituiert hat. Ich bin mir nicht sicher ob sich deiner Freundin wirklich der Schwere des Verbrechens der Täter und auch mitwirkend oder duldend ihrer Mutter genau bewusst ist? Sie scheint sich nicht genügend gelöst und abgegrenzt zu haben....typisch Opfer...typisch unterentwickeltes Selbstwertgefühl noch der Mittäterin hinterherzudackeln anstatt ihr die Leviten zu lesen und den Kontakt zu meiden.

Also nochmals: lotse sie in Therapie damit die notwendigen (für sie überlebensnotwendigen und auch für eure Beziehung notwendigen) Reparaturarbeiten an ihrer Seele und ihrer Persönlichkeit so schnell wie möglich beginnen.
Sei für sie da, lass dich jedoch nicht von ihr in die Therapeutenrolle drängen die du nicht leisten kannst und lass auch nicht zu, dass sie eurer Beziehung für zu lange Zeit ein unbearbeitetes Trauma aufbürdet..sie kann was dagegen tun und hat sich selbst und auch dir ggü die Pflicht sich um sich selber zu kümmern und ihre Angelegenheiten zu klären. Hilf ihr, aber achte darauf nur Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, damit sie nicht zu abhängig wird, sondern lernt erwachsen und selbstständig zu werden, zu wachsen und v.a. über die passive Opferhaltung hinauszuwachsen, was dringend notwendig ist.

Viel Erfolg!
Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke schon mal für die Antworten...

Ich dachte mir schon, oder wusste, das wir da nicht drum rum kommen...

Vielleicht noch 2 Fragen:
1. gibts es irgendwas in die Richtung, was kostenlos ist, bzw. wo man sich Beraten lassen kann, oder erste Diagnosen stellen lassen kann, so das man vielleicht auf die Krankenkassen zurueckgreifen kann ? ( Naehe München ? )

2. Gut oder nicht gut: wenn ich von mir aus versuche aktiv, also nicht nur durch Zeit lassen das Vertrauen zu mir zu stärken ?


danke nochmal und grüße
 
Ein Gewalttrauma sollte man nie unterschätzen, es kann tödlich wirken..viele Betroffene werden autoaggressiv, depressiv, bringen sich ggf. um oder sterben frühzeitig an Nebenerscheinungen des starken seelischen Stresses. Hier muss viel Therapiearbeit geleistet werden um das zu vermeiden.

man kanns auch übertreiben..

naja, aber ansonsten ist das natürlich richtig, deine Freundin muss an ihrem Trauma arbeiten.

Zu Deinen Fragen:
Also in München dürfte es kein Problem sein, Beratungsstellen zu finden. Schau mal im Telefonbuch oder in den Gelben Seiten nach Beratungsstellen für Frauen oder Beratungsstellen bei Gewalt oder ähnliches. Da findet man in jeder größeren Stadt eigentlich. Diese Stellen sind in der Regel kostenlos und die können Dir dort auch Therapeuten und ähnliches empfehlen. Im allgemeinen sind dort auch Psychologen tätig, die einige Beratungsstunden anbieten.
Ne Diagnose werden die nicht stellen. Dafür müsste man dann direkt zu einem Therapeuten oder eben zum Hausarzt, der dann weiterleitet. Ne Diagnose hilft aber erstmal auch nicht viel (vermutlich läuft es sowieso auf PTBS? Posttraumatische BElastungsstörung) hinaus. Und dafür bekommt sie eigentlich problemlos von der Krankenkasse die Stunden bezahlt. Sie muss lediglich einen Therapeuten finden, er macht eine Probestunde oder mehere und schreibt dann ein Gutachten für die Kasse.

Deine zweite Frage ist mir nicht ganz klar. Was hast Du vor? Ich denke, wichtig ist beides: auf der einen Seite sehr viel Zeit lassen und Rücksicht nehmen, aber eben auch immer wieder mal sanft nachbohren und versuchen, sie zu überzeugen, dass sie eine Therapie macht.
Ganz wichtig ist auch, dass Du auf Dich und Deine Grenzen achtest und der Missbrauch nicht zentraler Punkt wird, um den sich alles dreht. Denn dann funktioniert das alles nicht. Gegebenenfalls gibt es auch für Dich Selbsthilfegruppen und UNterstützung als Angehöriger. Achte da gut auf Dich! Du hilfst Deiner Freundin nicht, wenn Du Dich kaputt machst!

Sori
 
nein Sori ist nicht übertrieben, das sind die Hard facts, die mir eine befreundete Psychologin in den letzen Tagen bestätigt hat.
Oft spielen Gewaltopfer diese Dinge jedoch gewohnheitsmäßig herunter. Das solltest du nicht außer Acht lassen. Ein Gewalttrauma hinterläßt immer seine Spuren, auch in der Art des Denkens und Bewertens von Dingen.
Ich vermute die Freundin = das Gewaltopfer tut genau dies: sie nimmt ihr Trauma nicht ernst genug, weil ihr Selbstwert immer noch im Keller ist und jahrelanger Stress und Druck durch das Trauma zur Gewohnheit geworden sind und sie das als Normalität definiert..eine Normalität die jedoch nicht selten (manchmal auch erst lange zeit nach den Geschehnissen) in Totalzusammenbrüche und ernshafte psychische oder auch physische Erkrankungen führen kann, denn der Körper vergisst nie und ein unbehandeltes Trauma richtet insbesondere bei sensibleren Menschen nicht selten verheerende Schäden an Körper und Geist an.

Ich würde nach dem Motto: im Zweifelsfall lieber auf Nummer Sicher gehen handeln und rechtzeitig sicherheitshalber mal ne vernünftige Traumatherapie starten und gucken wie man noch so an sich arbeiten kann um sein Allgemeinbefinden weitestgehend wieder zu normalisieren. Gewalttraumata führen ja oft zu Gefühlsblockaden oder Verhaltensstörungen, oder Wahrnehmungsstörungen, der eigene Körper wird als unangenehm und fremd empfunden etc. der Sex macht keinen Spass sondern ist manchmal Horror etc...das alles sollte nicht sein. Ein Trauma sollte geknackt werden damit die Opfer wieder anfangen können zu leben und auch Dinge wie Sex wieder genießen können..sonst siegen die Täter und haben ewig Macht über die Körper ihrer Opfer. Und das fände ich nicht so toll.

Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:
... ok, ich werd mich in die Richtung mal schlau machen, und dann vorsichtig mal versuchen an sie heran zu gehen.

Ich denke das mein Vorteil ist, das sie zumindest in den meissten Situationen wirklich persoehnlichkeit beweisst, und auch ihr selbstwertgefuehl nicht so schlecht ist, wie die meissten hier vermuten würden ( ja ich weiss, jetzt kommt : " das kann taeuschen" etc... ) . Wenn Sie nicht so "stark wäre" denke ich waere sie schon lange kaputt gegangen. aber nichts desto trotz werde ich versuchen sie "sanf" zu einer Therapie zu ueberreden. könnte mir nur vorstellen, das es schwierig wird, hier die richtige zu finden...


danke schon mal für eure Hilfe

lg
 
ja, schwierig ist es schon, einen geeigneten Therapeuten zu finden, denn es ist sehr wichtig, dass die chemie zwischen beiden stimmt.

Deswegen würde ich mich auch zunächst an eine Beratungsstelle wenden, denn die haben in der Regel Adressen von Therapeuten, die auf diese Thematik eingestellt sind. Das wäre schon mal ein guter Anfang.
Und ansonsten muss man sich einfach eingestehen, dass es vielleicht 3 Anläufe braucht, bis man den richtigen Ansprechnpartner gefunden hat.

Ich glaube Dir ohne weiteres, dass Deine Freundin eine starke Persönlichkeit ist. Denn ein Missbrauch schließt das nciht aus, auch wenn viele behaupten, dass nur schwache Menschen zu Opfern werden. Es gibt viele Menschen, die schlimmes erlebt haben und trotzdem stark sind. Einiges hat auch mit Verdrängung zu tun. Aber es gibt manchmal eben auch "zwei Persönlichkeiten in einer" (damit meine ich keine psychische Erkrankung!!). Eben die Person, die super gut ihren Alltag meistert und tough ist und daneben eben das Opfer, dass in einigen Situationen zum Vorschein kommt.
Für sie ist es sicher um so besser, wenn sie schon eine halbwegs stabile Grundlage hat, auf der man dann aufbauen kann.


Ich wünsch Euch viel Erfolg!!

Sori
 
es mag schwierig sein einen geeigneten Therapeuten zu finden aber gewiss nicht unmöglich und ich wünsche dabei viel Erfolg!

Dran bleiben, nicht mit halben Sachen zufrieden geben, sondern zusehen, dass deine Freundin wieder ausreichende Lebensfreude und Lebensqualität und eure Beziehung ausreichende Stabilität erhält, die sie nicht mit einem unverarbeiteten Trauma im Nacken haben kann.
Menschen sind generell gute Schauspieler und gerade Gewaltopfer spielen ihrer Umwelt oft einen vor...bis sie dann zusammenkrachen...hier also genau hingucken...und deine Freundin zu Offenheit und Ehrlichkeit ermutigen und ihr vermitteln, dass sie dir nix vorspielen muss und sie ruhig offen sagen kann dass es ihr mies geht....sie sich mal schwach fühlt etc...

Noch ein Tipp: keine unangemessenen Berührungsängste vor dem Thema haben und offen reden...keine zu große Schonhaltung fahren, die ggf. funktionalisiert wird, was nicht gut ist. Einfach normal damit umgehen...aber auch das will ggf. erstmal gelernt sein...vgl. Soris Tipp zur Angehörigenhilfe...ggf solltest du dich da mal ein wenig kundig machen und dir dort Rat suchen.

Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:
euch allen schon mal vielen Dank!

Ich werde mir die Tipps zu Herzen nehmen und sehen wie weit ich ihr helfen kann!!

glg
 

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