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Ich leide an Schizophrenie und depressive Phasen da geht nicht mehr viel.
Hast Du es versucht?Am Arbeitsmarkt kann ich nicht mehr mithalten.
So gern ich auch will, kann ich nicht.
Wurde das ärztlich diagnostiziert?
Hast Du es versucht?
Letztendlich werde ich akzeptieren müssen wie ich bin, auch, wenn mir das nicht gefällt.
Wann eine psychische Erkrankung vorliegt oder "nur" die Disziplin und der Durchhaltewille fehlen, ist nicht so einfach zu beurteilen und Außenstehende wissen es sowieso immer besser, das ist schon klar. Aber zwei Dinge sind mir dabei noch wichtig:
1. Was macht mich glücklich?
Etwas (Geld, Macht, Intelligenz, Ruhm, was auch immer) haben zu wollen, ist eines. Das kann motivieren, das Feuer unter dem Hintern schüren und mich voranbringen. Wenn ich "es" aber dann "habe", bin ich dann glücklicher? Vor vielen Jahren stand ich vor einer Disko und ein Lambo fuhr mit einem goldkettchenbehangenen Vollhonk, nebst greller Blondine, in eine noch freie Parklücke direkt am Eingang vor. Der Honk drückte dem Angestellten großkotzig 100,-DM in die Hand und wollte an allen vorbeimarschieren. Der Angestellte bat den Honk, sein Fahrzeug zu entfernen, da der Platz reserviert sei. Dieser zog nochmal 100,-DM und meinte: "Das hat sich dann jetzt wohl erledigt". In dem Moment für ein weiterer Lambo vor, neben dem der erste wie ein Kleinwagen aussah. Der smarte junge Mann und seine atemberaubend aussehende Begleiterin gingen lächelnd in die Disko und der Honk nebst Freundin standen mit offener Klappe da. Die Leute in der Schlange lachten alle und die bissigen Kommentare sorgten dafür, dass Honk und gelber Lambo quitschend davonrasten. Das Glück ist ein launisches Wesen und schnell wird aus einem Lambo-Fahrer ein armes Würstchen.
Was also macht mich wirklich glücklich? Und was passiert, wenn´s passiert?
2. Was fehlt mir?
Es ist so einfach, sich etwas zu erträumen. Viele Menschen übersehen die notwendigen "Zwischenschritte" und die Hartnäckigkeit und Geduld, die dafür erforderlich waren oder sind. Ein ehemaliger Studienkollege fuhr einen Porsche. Wo immer er "aufschlug" gab es ein großes Hallo, er war beliebt und ein richtiger Partytiger. Irgendwann im 4. Semester war er plötzlich verschwunden. Es hatte sich gezeigt, dass der "arme" Kerl jede freie Minute gearbeitet hat, oft bis spät in die Nacht, um sein teures Hobby zu finanzieren. Er wohnte in einem Drecksloch und schlief auf einer versifften Matratze und ist dann irgendwann zusammengebrochen. Er hat für seinen "Auftritt" alles gegeben und den Preis bezahlt. Ja, da war auch Glück dabei, aber vor allem ein Engagement und ein Wille die ihn fast das Leben gekostet haben. Was bin ich bereit aufzugeben? Meine Faulheit, meine Streicheleinheiten für den inneren Schweinehund? Mein "Klein-spielen", wie es einmal Nelson Mandela nannte? Wie wichtig ist mir meine "Komfort-Zone"?
Lieber HESBACK,
würde es Dir wirklich an Intelligenz und Fähigkeiten fehlen, dann sähen Deine Beiträge anders aus. Ich werde wahrscheinlich nie einen Porsche fahren. Gut, heute ist mir das nicht mehr wichtig, denn auch Wünsche und Ziele verändern sich. Aber ich habe schmerzlich gelernt, dass es sehr wohl einen Unterschied macht, wie viel ich bereit bin zu geben. Ja, wenn ich einen Film über Richard Brenson sehe, wie er cool lächelnd auf seiner Insel in seinem fantastischen Haus über seine Strategien plaudert, dann möchte ich auch gerne so ein tolles Haus haben und bin auch neidisch. Aber ich darf auch nicht übersehen, wie oft er schon bedroht wurde, vor der Pleite stand und völlig verzweifelt war. So viele Neider haben eine völlig verzerrte Wahrnehmung, weil sie nicht sehen WOLLEN, was die ganze Wahrheit ist: Erfolg hat auch viel mit Glück zu tun, das stimmt. Aber um der Glückliche zu sein, der ganz vorne in der Schlange steht, muss ich Prioritäten setzen, Entscheidungen fällen und früh aufstehen. Ich muss kämpfen, meine Niederlagen verkraften und auch einen Plan B haben, wenn ich eben niemals DER GLÜCKLICHE sein werde. Was soll ich nur tun? Was soll ich nur tun? Finde es heraus. Dazu musst Du Fehler machen, Dich irren, Dich beleidigen, belächeln und für doof halten lassen, Ängste aushalten, nicht weiter wissen und der Verzweiflung stand halten. Und trotzdem weiter machen. Ein ehemaliger Kollege verlor alles, was er hatte durch Pech, falsche Entscheidungen und Hochmut. Als er nichts mehr zu essen hatte, jobbte er in einem Würstchenstand. Heute ist er Besitzer von drei Verkaufs-Wagen und ist zufrieden, weil er leben und arbeiten, und für seinen Sohn da sein kann. Der schämt sich etwas für seinen "Papa Knackwurst", wie er ihn manchmal betitelt und ist undankbar, wie alle in seinem Alter. Auch deswegen, weil er nicht kapieren kann, was es seinen Vater gekostet hat, wieder auf die Beine zu kommen.
Wenn Du Dich nicht Deinen schlimmsten Ängsten stellst und nicht bereit bist, darüber hinaus zu gehen, dann wirst Du immer schon am "Warum ..." hängen bleiben. Ja, Du wirst in jedem Fall auch weiterhin auf die Fresse fallen, denn leicht wird es nie. Aber ob Deine Pläne aufgehen könnten oder nicht, wirst Du mit Deinem Verhalten und Deiner Einstellung nie erfahren. Vielleicht schrecken Dich Niederlagen (und die kommen sicher) so sehr, dass Du es erst gar nicht versuchst. Zu erkennen, wo man steht und was "ist", ist schon einmal was. Aber jetzt kommt der nächste und der nächste Schritt. Träumen können die meisten. Sei mutig. Angst sollte Dich wach machen und aufmerksam, aber sie darf Dich nicht abhalten. Ich anerkenne Deine Sorgen, Deine Befürchtungen und Deine schmerzvollen Erfahrungen. Aber sie zahlen Deine und meine Miete nicht. "What ever it takes ...", darum geht es. Einzelne Steine und viele Schritte sind notwendig, um etwas aufzubauen.
Hab einen guten Tag
Glück ist kein Status, den man irgendwann zu 100% erreicht und dann ist alles gut.
Glück ist eher ein variabler Zustand. Deswegen ist die Aussage jemand könne nie glücklich sein schon unlogisch. Jeder ist mal glücklich und mal unglücklich.
annakarina hat auch schon gut angesprochen worauf ich mit "Glück" hinauswollte. Ich glaube um Neid geht es hier nicht primär, sondern um Glücklich-sein. Neid scheint mir nur ein Ventil dafür zu sein nicht zu sehr über sich selber nachzudenken. Wenn man seine Wut und Enttäuschung über sich selber auf Neid und Abneigung gegen andere umleitet, ist das kurzfristig ein gutes Gefühl. Aus "warum habe ich das bloß verdient?" wird "warum haben die anderen mehr verdient?". Dahinter steckt m.E. Enttäuschung und Selbstmitleid bis hin zu einem Fatalismus, man könne nie was ändern und nie glücklich sein.
Viele Menschen glauben zB an Schicksal. Für mich ist Schicksal vor allem eine Ausrede es nicht einmal zu versuchen, denn es habe ja eh keinen Sinn. Wer glücklich sein will und nicht neidzerfressen, der muss m.E. erst einmal bereit sein zu glauben, dass man nicht fremdgesteuert ist, sondern sein Leben selber verändern kann.
Ja ich weiß ich bin mehr oder weniger durchschnittlich begabt, sowie jeder andere auch.
Das reicht mir nicht.
Es gibt nichts was ich sehr gut kann, ich schwimme so mit und das langweilt mich.
Es geht auch darum sein Lebensunterhalt zu bestreiten mit seinen Begabungen.
Für dich ist es unlogisch. Für mich ist es hingegen sehr logisch.
Beispiel: Stell dir vor, du hast dir schon immer eine Familie gewünscht, ein anderes Lebensmodell kannst du dir nicht vorstellen und willst du auch nicht leben.
Du gewinnst aber irgendwann im Lotto. Du bist zwar, wie du es sagtest, für den Moment glücklich. Wirklich glücklich bist du aber nicht, denn dieser Lottogewinn ist nicht das, was dich ausfüllt.
Und dieses ausgefüllte Leben ist sehr wohl etwas, das sehr vielen verwehrt bleibt.
Da kann man 10 mal für den Moment glücklich sein. Dieser Moment verschwindet aber wieder.
Wenn ich immer etwas hinterherjage, was ich nicht haben kann, habe ich die Wahl: ich passe meine Ziele an oder bleibe halt unglücklich. Your Choice.
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