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Negativstress

Milkyway

Mitglied
Hallo liebe Leser,

so richtig weiß ich nicht, wo ich anfangen soll. Ich hoffe, ich kann mich kurz fassen und dennoch auf den Punkt bringen, was mich beschäftigt.

Ich bin seit ca. 7 Jahren in einem Unternehmen beschäftigt (Büro). Ich habe mich dort immer sehr wohl gefühlt - die Arbeit machte Spaß und das Drumherum (Kollegen) stimmte ebenfalls. Im Sommer hat das Unternehmen Insolvenz angemeldet. Daraufhin wurde ein Großteil der Leute entlassen, mit denen ich meine "Zeit verbrachte", die mir wichtig waren und die meine Ansprechpartner gewesen sind. Okay, das war eine große Umstellung, aber ich war froh, meinen Job noch behalten zu können.

Seit ca. 4 Monaten ist es aber so, dass ich morgens schon mit Magenschmerzen ins Büro fahre. Der Grund: Ich habe NICHTS zu tun. Es ist die Hölle. Neun Stunden Tag für Tag NICHTSTUN! Ich merke, dass ich aggressiv werde, ich habe schlechte Laune und übertrage die auch in mein Privatleben. Mein Puls rast und ich schwitze, als würde ich unter totalem Stress stehen. Wahrscheinlich ist es das auch: Negativstress!

Es ist ja nicht nur, dass ich nichts zu tun habe - ich habe auch niemanden zum reden, weil ja alle fort sind. Ich sitze dort mit einer Kollegin, mit der ich noch nie klar kam. Wir sind einfach zu verschieden. Sie hat ebenfalls nichts zu tun, füllt ihren Tag aber mit Alibiarbeit. Sprich: Sie schustert sich morgens den Schreibtisch mit Akten voll und blättert wie wild, sobald der Chef vorbei kommt. Lächerlich!

Ich bewerbe mich, aber es ist nicht so leicht, etwas Neues zu finden.

Ich weiß, dass ich in diesem Unternehmen keine Zukunft habe. Die Kündigung kommt spätestens im März für Ende Juni. Das ist sicher und wurde mir auch so kommuniziert. Ich weiß nicht, wie ich die Zeit herumkriegen soll. Ich weiß nicht, warum ich mir das antue. Hätte ich nicht dieses besch**** Pflichtbewusstsein, dann würde ich mir immer mal wieder einen Schein nehmen. Aber das ist auch keine Lösung, da ich ja nach Auslaufen des Krankenscheins wieder ins Büro muss - und dort stehe ich dann alleine und muss mir die Sprüche und Blicke antun. Andererseits: Warum ist mir das nicht egal? Von dem Unternehmen habe ich nichts mehr zu erwarten, so könnte es mir doch egal sein, oder?

Ich bin total durcheinander. Einerseits denke ich mir: Hey, bleib zu Hause, Scheiß drauf!
Andererseits habe ich ein schlechtes Gewissen.

Aber mir graut es schon wieder vor morgen....Wieder kostbare Zeit des Lebens dumm rumsitzend verschwenden. Ich könnte kotzen. Mit meinem Chef kann ich nicht darüber sprechen, da er sich persönlich angegriffen fühlt, wenn man ihm sagt, dass man nichts zu tun hat (da das ja wieder auf ihn zurückfällt: wenn ER was zu tun hätte, hätte ich es auch). Aber er rennt wie Mr. Wichtig durch die Gegend, ähnlich wie meine Kollegin, und tut so, als sei er schwer beschäftigt. Klar, die haben alle Schiss, dass die Kündigung früher als erwartet kommt und wollen sich unabkömmlich machen. Für mich kann die Kündigung gar nicht früh genug kommen...

Danke für´s Zuhören! Ich musste das einfach mal los werden, auch, wenn ihr wahrscheinlich keinen Rat für mich habt...

Liebe Grüße und gute Nacht,
Milky
 

Hallo Milkyway,

schau mal hier: Negativstress. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Hallo, ich kann Dich sehr gut verstehen. Kannst Du die Zeit nicht irgendwie mit privatem Kram füllen? Auf Stellenbörsen surfen, Bewerbungen während der Arbeitszeit schreiben, was lernen oder sinnvoll im Internet surfen?
 
sowas Ähnliches wollte ich Dir auch gerade raten...

Was ich aber nicht verstehe, es ist doch allgemein bekannt, dass keine Arbeit da ist, oder? Warum braucht Deine Kollegin "Alibiarbeit", um arbeitend auszusehen? Was soll sie denn arbeiten, wenn nix da ist? Wundert sich der Chef nicht auch, was sie da eigentlich den ganzen Tag macht? Warum kriegst Du Blicke und Sprüche, wenn Du nach Krankheit wieder kommst? Wissen die anderen nicht, wie es um das Unternehmen bestellt ist?

Kannst Du den Chef nicht um was anderes so lange bitten? Sag ihm doch, dass Dir die Decke auf den Kopf fällt. Vll. findet sich was, was aufgeräumt, sortiert oder so werden muss...
 

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