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Negative Gedanken dauerhaft los werden

nadja11

Neues Mitglied
Ich denke immer wieder an die Personen in meinem Leben, die mir nicht gut tun (und die damit verbunden Situationen). Mein Problem ist aber, ich habe nicht nur diese negativen Gedanken, sondern ich habe das Gefühl, dass ich absichtlich oder sogar gerne diese Gedanken habe. Als ob ich mich selbst damit quälen will. Sonst würde ich doch nicht immer wieder daran denken. Oder?

Obwohl mir das nicht gut tut, ich mich aufrege, schlecht schlafe, sehr nervös und geschwächt bin – habe ich immer wieder diese Gedanken. Im Prinzip habe ich diese Gedanken, soweit mein Kopf von anderen Gedanken frei ist (wenn ich nicht arbeite, nicht lese, nicht fernsehe, mich nicht mit anderen Menschen unterhalte). Meistens kommt das beim Autofahren, während der Nacht, beim Putzen, beim Sport. Schlaflose Nächte gehören zu meinem Leben.

Ich bin eine selbstbewusste Frau und stehe mitten im Leben. Nur diesen Gedanken-Teufelskreis kann ich nicht durchbrechen. Ich habe aus meinem Leben alle Menschen entfernt, die mir nicht gut getan haben. Aus den Augen – aus dem Sinne. Aber hier spreche ich von der Familie, und die hat man eben Leben lang. Und auch wenn das letzte Familien-Treffen Weihnachten war (3 Wochen her), kann ich nicht aufhören daran zu denken, dass ich mich schon wieder breit geschlagen habe, hin zu fahren und wie unangenehm die Stimmung war und man mir den ganzen Tag nur Schuldgefühle vermittelt wurden.

Ich weiß, ich nehme alles zu sehr zu Herzen. Aber wie mache ich anders, wenn ich sonst ein gefühlstarker und sehr empathischer Mensch bin? Im Prinzip ist mein Ziel: nicht wollen, daran denken zu wollen. Aber wie?
 

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Cinne

Aktives Mitglied
Viele "Freunde" die mir nicht gut taten haben ich auch aussortiert, nur bei der Familie ist es eben etwas anderes.

Ich frage mich auch immer, warum ich meine Mutter überhaupt anrufe? Um mir dann jedesmal vorwürfe machen zu lassen?

Irgendwie bekomme ich es auch nicht hin, abstand zu gewinnen... :/
 
G

GrayBear

Gast
Liebe Nadja,
was sind das für Gedanken? Magst Du vielleicht einige davon schildern? Was waren das für Situationen, die Dir nicht gut tun?

Was aber mir noch wichtiger erscheint: hast Du Hilfe? Kannst Du mit jemandem darüber sprechen? Scheinbar waren es einige Personen, die Dir nicht gut getan haben. Es freut mich zu lesen, dass Du selbstbewußt bist und mittem im Leben stehst und einen Job hast.

Wenn Gedanken immer wiederkehren, sind zumeist ein oder mehrere Gefühle damit verbunden, die Dir helfen können, diese Gedanken besser einzuordnen. Mit Hilfe von Therapeuten kannst Du Dich diesen Gedanken und Gefühlen auf eine sichere Art stellen und mit ihnen arbeiten. Manches sollten wir Menschen nicht alleine durchstehen. Ich habe den Eindruck, dass dies für Dich ein solcher Moment ist. Es geht wohl eher nicht um die Anwendung einer Technik, einer Übung, sondern darum, etwas für Dich zu erkennen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Kreisen der Gedanken zu stoppen, aber mir scheint, dass Du Dir eine Verantwortung und eine Last auflädst, die nicht auf Deine Schultern gehört. Hol Dir Unterstützung, jemand, die/der das an Deiner Seite mit Dir durchsteht und Dir nicht nur Dinge sagt, die Du ohnehin schon weist.

Lass was von Dir hören, würde mich freuen
 
G

Gast

Gast
aus meinem Leben alle Menschen entfernt
Äh, auch aus deinen Gedanken?
Das geht nicht, hast du ja schon gemerkt oder?
Vergessen ist nicht möglich, vergeben eine Möglichkeit!
Das heißt damit abschließen, dich nicht weiter quälen.
Oder kannst du dir auch selber Fehler und Schwächen nicht verzeihen ?
Schmolle und grolle bei Verletzungen, sei nachtragend, lasse andre spüren das du nichts vergessen kannst.
Und betone immer wieder, das ( DIR ( ) das nicht passieren kann.
Weil der andre wird sich nicht Mies und unbarmherzig Fühlen, das tust du dir jetzt nur selber an.
Welchen Schaden du dir dabei selber antust, was macht das mit / bei dem andern ?
 

nadja11

Neues Mitglied
Vielen Dank für die hilfreichen Kommentaren.

Es geht hier um die Familie meines Mannes. Ich fühle mich mit der Familie nicht wohl und mit der Zeit habe ich angefangen, die Familie seltener zu besuchen (Fahrt einfache Strecke – 230 km). Am Anfang der Beziehung war ich dort 8-10 Mal im Jahr (fast jeden Monat), jetzt nach 8 Jahren besuche ich die Schwiegereltern nur 1-2 Mal im Jahr.
Ich muss mich sehr motivieren hinzufahren, ich lasse mich von meiner Tochter und meinem Mann jedes Mal überreden.

Ich fahre hin und sobald man da ist, bekomme ich gleich schlechte Laune. Es gib sofort Rumgemeckere: wir sind zu spät gekommen, wir kommen zu selten, wir fahren immer zu früh, wir könnten öfters kommen, das Essen ist schon kalt (obwohl ist nicht mal Mittag ist). Warum kann die Schwiegermutter nicht einfach sagen, „schön, dass ihr gekommen seid. Es ist nicht schlimm, dass ihr 10 Minuten später seid.“ Sie verstehen nicht, dass man schon alleine deswegen nicht hin will. Das zweite Problem: es wird immer wieder schlecht über mein Heimatland gesprochen (ich komme aus Russland). Und sowas geht echt nicht.

Deshalb verstehe ich nicht, warum sie nicht begreifen deswegen ich nicht kommen will. Betteln mich aber trotzdem permanent an, sie zu besuchen, und wenn ich nicht tue, sind de total eingeschnappt. Komme ich, wird mir den ganzen Tag schlechtes Gewissen suggeriert. Ist doch total krank.

Ich kann zum Glück darüber mit meinem Mann und meiner erwachsenen Tochter sprechen. Sie verstehen mich zwar, wollen aber, dass ich wenigstens 1-2 Mal im Jahr hinfahre. Mein Mann ist seinen Eltern gegenüber absolut machtlos, er wurde sehr autoritär erzogen. Meine negativen Gedanken drehen sich im Prinzip darum, wie ich es schaffe, das Gleichgewicht in allen Beziehungen aufrecht zu erhalten und trotzdem keine Sekunde mich selbst und mein Wohlbefinden zu vernachlässigen. Ich will, dass meine Tochter mich auch mit ihrem Partner besucht, deshalb will ich für sie auch ein gutes Vorbild sein. Im Prinzip müsste ich mit einem Therapeuten darüber reden, hoffe aber, dass ich auch alleine bewältigen kann. Im Prinzip bleibt der eine Weg – nicht hin zu fahren - basta.
 
G

GrayBear

Gast
Liebe nadja,
in meiner alten Heimat gilt der Wahlspruch: "Nicht geschlagen ist schon zu viel gelobt!". Da wäre nur ein Murren und Knurren eine Geste der Freundlichkeit. Ist nur Spaß. :D


Verwandtschaft kann man sich nicht aussuchen. Nimm diese 1-2 Besuche vielleicht von der sportlichen Seite. Alte Nörgler und Besserwisser wirst Du nicht mehr ändern. Es ist für Dich eine Übungsaufgabe, diese Kritik nicht so sehr an Dich heranzulassen, nach dem Motto: "Was stört es die Eiche, wenn ein Wildschwein sich an ihr kratzt?" Ja, das sagt sich viel leichter, als es sich lebt. Sieh es nochmal von einer anderen Seite: diese Leutchen sind scheinbar nicht in der Lage, das Schöne und Gute zu sehen. Sie nörgeln und beschweren sich und ihnen entgeht Dein Lachen, Deine Freundlichkeit und alles Positive Deiner Gegenwart. Im Grunde sind sie Gefangene ihrer eigenen Befindlichkeiten und das ist eine kleine und enge Welt. Dich davon nicht anstecken und herunterziehen zu lassen, ist Deine sportliche Aufgabe. Manchmal muss man Menschen so sein lassen, wie sie eben sind, da wir alle unsere Macken haben. Aber das Schöne ist: Du hast es nach ein paar Stunden überstanden und bist wieder weg! Und sie müssen bleiben, wo sie sind. Das Schlimmste, was einem Nörgler passieren kann, ist ein freundliches Gesicht, denn damit kann er nicht umgehen. Was ist es, das Dich trifft? Es sind nur Worte, nur warme Luft. Lehn Dich entspannt zurück und geniese das immer gleiche Schauspiel. Stell innerlich den Ton ab und schau Dir einfach nur die Menschen an. Manchmal hilft auch eine Phantasie. Wenn ich mich den Worten einfach nicht entziehen kann, stelle ich mir ein etwa 1 m breites schwarzes Loch vor, in das alle Worte, alle Nadelstiche einfach eingesaugt werden, denn nichts, aber auch garnichts entkommt einem schwarzen Loch. Und ich habe einen Schalter in der Tasche, mit dem ich eines dieser Löcher jederzeit aufmachen und wieder verschwinden lassen kann und ich habe unendlich viele davon. Phantasie und Humor sind die besten Verbündeten. Oder, was auch wirkt: stell Dich auf ihre Seite. Sag: "Ja, wie kann man bei 230km Wegstrecke nur 10 min zu spät kommen! Das geht ja garnicht, da muss man doch etwas tun!". Schimpfe und wettere aus ganzem Herzen und lade Deinen Mann und Deine Tochter dazu ein, mitzumachen. Gut, man sollte es nicht übertreiben, sonst eskaliert das Ganze. Aber lass Dir was einfallen. Sei kreativ, sei humorvoll, sei größer als diese Nörgeltaschen. Da nicht hinzufahren, macht Dich zum Spielverderber, wenn es Deinen Lieben so wichtig ist. Aber es ist natürlich auch eine Option. Nur, dann entgeht Dir ein Haufen Spaß.
Alles Gute
 

Adria78

Aktives Mitglied
Was Du lernen musst, ist Dich innerlich abzugrenzen. Das ist gar nicht so einfach. Ich habe dazu eine Therapie benötigt, allerdings war meine Familie auch extrem problematisch.

Zum einen gehört dazu die ERkenntnis, das man andere Menschen nicht ändern kann. Wenn die bescheuert sind...

Das zweite heißt, nein zu sagen. Man muss sich weder Vorwürfe noch sonstwas anhören. Das kann man lernen, deutlich zu sagen und dann eben auch Konsequenzen zu ziehen.

Schlechtes Gewissen gegenüber anderen: Muss man nicht haben. Man ist nur sich selbst gegenüber verantwortlich, außer man hat Kinder (oder jemand, der wirklich "abhängig" von einem ist. Wie jemanden mit Demenz)

Wenn es einer anderen Person schlecht geht, sie unzufrieden ist, dann ist es nicht Deine Schuld oder Verantwortung. Es liegt 100% bei jedem selbst wie man sich fühlt und etwas an seiner Situation zu ändern.

Negative GEdanken kommen. Man sollte sie zulassen. Und dann "verabschieden". Das ist nicht einfach, ist so eine mentale Technik.

Wie gesagt, das ist jetzt der grobe Umriss, wofür ich einige Zeit in Therapie gebraucht habe. Aber ich denke, jemand der nicht so belastet ist, kann das auch mit einem guten Psychologie Ratgeber lernen.
 
G

Gast

Gast
Sonst würde ich doch nicht immer wieder daran denken
Denken tut jeder, hat nichts mit Selbstbewußtsein oder Stärke zu tun.
Wie kannst du das denken ändern in andre Bahnen lenken?
Durch etwas andres machen oder tun, nur so geht das.
Wie lernt der Mensch, durch etwas Üben, das heißt es tun und immer wieder.
Dadurch ändern sich auch das denken, über Dinge und besonders über Menschen.
Nicht der Mensch ist gut oder Schlecht, sondern wird es durch unsre Bewertung.
Warum sollten andre was ändern, machst du immer was andre wollen, wen die dich kritisieren?
Ich kann nicht andre Menschen oder die Welt ändern, nur mein Verhalten und dadurch mein denken.
Und bei manchen hilft nur ( links liegen lassen, sich trennen ), oder hat jeder 7,4 Milliarden Freunde auf der Welt ?
Es gibt nur ein Problem, das schwieriger ist, als Freunde zu gewinnen: Sie wieder loszuwerden.
 

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