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Narzisstischer Vater und Kontaktabbruch

fawil

Neues Mitglied
Hallo zusammen


Mich (m. 31j.) beschäftigt derzeit die Beziehung zu meinem Vater. Mein Vater ist narzistisch und hat mich als Kind und auch später als Erwachsener nicht immer gut behandelt. Ich hatte immer in der Schule Leistungsdruck und ich war ihm nie gut genug. Er konnte an einem Tag nett sein und zutraulich und beim nächsten Treffen war er gereizt und hat mich nur noch fertig gemacht. Auch redet er immer nur von sich. Ich wurde viel gemobbt in meiner Schulzeit und er hat sich nie eingesetzt für mich im Gegensatz zu meiner Mutter. Zudem hatte ich vor ca. 3 Jahren Depressionen von welchen er wusste und er hat sich nie um mich gekümmert oder mal gefragt wie es mir geht.


Aus diesen Gründen habe ich mich vor 2 Jahren dazu entschieden den Kontakt zu ihm abzubrechen. Ich habe ihm einen Brief in den Briefkasten gelegt und darin meine Gefühle beschrieben und ihn gebeten mich nicht zu kontaktieren solange ich es nicht möchte.


In den letzten zwei Jahren habe ich durch meine Mutter (die von ihm geschieden ist) erfahren dass er nicht mehr mit seiner Partnerin zusammen ist keine wirklichen Freunde hat und sich eigentlich psychische Hilfe suchen müsste. Meine Achwester die jünger ist war immer sein Lieblingskind und hat immernoch Kontakt zu ihm. Aber auch sie weint bei meiner Mutter dass er anstrengend ist und natürlich ist der Kontaktabbruch nun auch immer wieder ein Thema zwischen meinem Vater und meiner Schwester. Ich habe bis heute mich nicht ausgesprochen mit meinem Vater und seitdem mit meiner Schwester auch nie darüber geredet was mich extrem belastet. Ich bin aber Stand heute auch noch nicht bereit mit ihm zu sprechen.


Ich habe vor ein paar Tagen nun erfahren durch meine Mutter dass mein Vater Speiseröhrenkrebs diagnostiziert bekommen hat und nächste Woche operiert wird. Das Ganze hat mich trotz Kontaktabbruch ziemlich aufgewühlt in den letzten Tagen... Immerhin ist er mein Vater und klar kommt der Gedanke dass er so etwas auch nicht überleben könnte.


Ich habe ein paar Fragen und Gedanken dazu und wäre froh wenn ihr mir da helfen könnten was ich am besten tun sollte:


Soll ich mich bei meinem Vater melden in der Angst dass er die Operation nicht überlebt? Ich habe mir überlegt ein Kärtchen ihm zu schicken und zu schreiben dass ich in Gedanken bei ihm bin und ihm gute Gesundheit und nur das Beste wünsche. Eine Aussprache vor der Operation macht in meinen Augen keinen Sinn.


Zudem weiss ich nicht wie ich mich gegenüber meiner Schwester verhalten soll. Soll ich ihr schreiben und mitteilen dass ich an sie denke und für sie da bin? Ich möchte widerrum nicht als schlechter Bruder dastehen jedoch auch nicht dass das Thema zu Nahe an mich geht da ich nicht bereit bin über das Thema zu sprechen.


Meine Freundin hat mich gefragt ob sie auch meiner Schwester schreiben kann um zu zeigen dass sie auch für sie da ist. Ist das eine gute Idee?


Zudem möchte die Mutter meiner Partnerin mit meinem Vater in Kontakt treten und ihm Kontakte von Verwandten geben die den Krebs überlebt haben um sich auszutauschen. Meiner Meinung nach ist das aber keine gute Idee und würde meinem Vater das Gefühl geben dass er den armen und unschuldigen spielen kann und vielleicht sogar Kontakt zu mir aufnehmen kann.

Ich bin psychisch komplett überfordert mit der Situation und wäte froh um Ratschläge.
 
Ich habe mir überlegt ein Kärtchen ihm zu schicken und zu schreiben dass ich in Gedanken bei ihm bin und ihm gute Gesundheit und nur das Beste wünsche.
Ja, so würde ich es auch machen. Und dann abwarten, wie er reagiert. Wünscht er sich eine Aussprache vor der Operation, dann geh zu ihm. Ansonsten besuche ihn im Krankenhaus, wenn die Operation überstanden ist. Denn, Konflikte hin oder her, schliesslich ist er Dein Vater, und es kommt nun auch auf Dich an, wie Du Dich als Sohn verhältst.
Die Trauer, wenn es dann dazu kommt, ist wesentlich leichter, wenn man weiss, dass man seinen Eltern, trotz aller Schwierigkeiten, Gutes getan hat.
 
Mein Vater ist narzistisch
Wer nahm die Diagnostik vor?
Du?
Ich habe mir überlegt ein Kärtchen ihm zu schicken und zu schreiben dass ich in Gedanken bei ihm bin und ihm gute Gesundheit und nur das Beste wünsche.
Gute Idee.
Eine Aussprache vor der Operation macht in meinen Augen keinen Sinn.
Stimmt. (Man stirbt auch nicht AN der OP, sondern an den Folgen des Tumors und der Metastasen. Ihr hättet also auch nach der OP noch Zeit für eine eventuelle Begegnung)
Zudem weiss ich nicht wie ich mich gegenüber meiner Schwester verhalten soll. Soll ich ihr schreiben und mitteilen dass ich an sie denke und für sie da bin?
Bist du das denn?
Meine Freundin hat mich gefragt ob sie auch meiner Schwester schreiben kann um zu zeigen dass sie auch für sie da ist. Ist das eine gute Idee?
Nein.
Zudem möchte die Mutter meiner Partnerin mit meinem Vater in Kontakt treten und ihm Kontakte von Verwandten geben die den Krebs überlebt haben um sich auszutauschen.
Schwachsinnige Idee, sorry. Auf keinen Fall machen.
 
Herzlich willkommen im HR!

Du schilderst eine schwierige Situation.
Ich würde Dir empfehlen, das zu tun, mit dem Du Dich am wohlsten fühlst.
 
Die Mutter deiner Partnerin sollte KEINEN Kontakt zu deinem Vater aufnehmen, um ihm Kontakte von (ihren?) Verwandten zukommen zu lassen, weil sie den Krebs überlebt haben…

Hatte die Mutter deiner Freundin überhaupt jemals persönlichen Kontakt zu deinem Vater?
Wenn ja: wie intensiv war dieser denn?

Nee, da würden viel zu viele Menschen sich in Dinge einmischen, die sie nicht wirklich etwas angehen.
Und am Ende kommt da längerfristig nichts Gutes und Sinnvolles dabei heraus und du bekommst womöglich noch Stress (oder gerätst in Streitereien) mit der Mutter deiner Freundin.

Dein Vater ist erwachsen, er kann sich selber Hilfe suchen in einer Selbsthilfegruppe, wenn ihm überhaupt danach sein sollte…

Und warum möchte deine Freundin deiner Schwester schreiben, sie wäre für sie da?
Haben die beiden einen engen und regelmäßigen Kontakt miteinander?
Wenn ja, dann wäre das ja ok.

Ansonsten: Dein Vater wird erstmal operiert.
Danach wird er in eine Reha kommen.

Es bedeutet aber nicht, dass er deshalb bald versterben wird…

Du möchtest ihm eine kleine Karte schreiben mit Genesungswünschen?
Dann tu es!

Alle weitere Entscheidungen triffst du dann, wenn du weißt, wie sich alles entwickelt mit der Genesung deines Vaters und wie du dich zu dem Zeitpunkt jeweils fühlst.

Du musst nichts überstürzen.

Aber die anderen sollen sich raushalten.

Zu viele Köche verderben den Brei…
 
Bloss nicht andere Leute mit reinziehen.
Es besteht die Gefahr, dass er bei der OP stirbt oder an den Folgen der OP oder am Krebs.
Ich hätte mit ihm einen freundlichen friedlichen Kontakt aufgenommen ohne Vorwürfe und Streit bevor es zu spät ist.
 
Ich finde auch, dass das mit der Karte eine gute Idee ist. Sie bietet die Möglichkeit, ein Zeichen zu senden, dass es dir nicht egal ist und dich beschäftigt und trotzdem kannst du Distanz wahren.
Ob eine erzwungene Aussprache, die jetzt innerhalb einer Woche stattfinden müsste und zu der du dich eigentlich nicht bereit fühlst, sinnvoll wäre, stelle ich etwas in Frage. Vielleicht wäre das für euch beide eine Überforderung, auch für deinen Vater.

Dass du nicht möchtest, dass die Mutter deiner Freundin Kontakt aufnimmt, verstehe ich. Mir wäre das auch zu viel und es fühlt sich vielleicht so an, als könnte daraus eine Dynamik entstehen, die sich im Nachhinein schwer kontrollieren lässt? Kennen sich die beiden denn, die Mutter und dein Vater? Oder wäre das der erste Kontakt?
 

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