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Nach Sylt zum Arbeiten und Leben

  • Starter*in Starter*in Inga22
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  • Stichworte (tags) Stichworte (tags)
    leben
nochmal vielen Dank an alle lieben Schreiber! Immer weiter so! Es hilft sehr! Ich wünsche euch Sommer und viel Freude, bis in ein paar Tagen, Inga
 
@ Gast: Ludwigsfelde kenn ich nur flüchtig, bin aber auch am rande großgeworden, Zehlendorf, Schlachtensee. Ich werde für die ganzen drei MOnate weg sein. Ziemlich lange zeit. Oder auch wieder nicht, wen man bedenkt, dass ich Berlin schon seit zwei Jahren nicht mehr gesehen habe!

Ganz liebe Grüße,

Bis demnächst, Inga
 
Angekommen!
Meine erste Woche hier ist rum - okay, war eigentlich nur ne halbe!
Ich bin an der Fleischteke gelandet - wie konnte das nur passieren?! - und fühle mich dort ganz wohl. Das Team ist sehr nett und ich kann mich zu meiner grenzenlosen Überrraschung super gut einfügen. Das ist mir noch nie irgendwo gelungen. Und das ohne mich irgendwie zu verbiegen! Ich bin einfach wie ich bin und es passt. Das ist sehr ungewohnt für mich, aber schön! Die Arbeit ist sehr anstrengend. Mir tut jeden Abend fast alles weh, weil ich das so nicht gewohnt bin. Aber ich versuche, mir dann etwas gutes zu tun, und meine freie Zeit zu genießen. Das klappt bisher ganz gut. Natürlich war der Anfang schwer. Ich habe fast den ganzen ersten Nachmittag lang geheult und war am Abend drauf und dran Aufzugeben. Ich wollte nicht mal Auspacken. Und auch die ersten zwei Tage waren sehr anstrengend. Ich hatte Heimweh und musste so viel entbehren. Aber ich beginne, das Fehlen von geliebten DIngen entweder zu akzeptieren und mich darauf zu freuen, sie irgendwann wieder zu bekommen oder ich denke mir etwas aus, um sie zu ersetzen. Keine Brotschneidemaschine? Nimm ein messer. Keinn Kochlöffel? Das ende der Suppenkelle tuts auch. Und Fernsehen, Unterhaltungen und so lassen sich zeitweise gut durch Spaziergänge und Selbstgespräche, durch Briefeschreiben und Lesen ersetzen. Ich beginne, zu entdecken, was mit unnötigem Ballast gemeint ist und begreife immer mehr erstaunt, wie wenig ich wirklich brauche um zufrieden zu sein. Natürlich fehlt mir meine Freundin. Und meine Häschen. Ich habe ein paar Fotos bei mir und gelegentlich telefonieren wir. Daran muss ich mich gewöhnen. Und schließlich tröstet mich, das es nicht für immer ist!

Schreibt mir doch gerne mal!
Ich komme alle paar Tage kurz mal an einen PC und würde mich sehr freuen!

Liebe Grüße von der Insel,
Inga
 
Hallo liebe Inga!

Schön von Dir zu lesen! Ja, das kann ich gut nachvollziehen, dass man in den ersten Tagen auch mal einfach "davonlaufen" möchte! Dieses Gefühl kenne ich auch 🙄 aber ich finde es toll dass Du durchgehalten hast und Dich darauf besinnst was Dir wirklich wichtig ist im Leben! Und darauf, was Du ja eigentlich auch damit erreichen wolltest indem Du diesen Schritt gewagt hast!
Und Du wirst sehen: sobald das Wetter erst mal wieder besser wird, wirst Du Dich am Ende vielleicht gar nicht mehr danach zurück sehnen was Du vorher hattest! 😀 Naja, Scherz.

Dass Du Deine Freundin vermisst ist doch ein guter Anfang. Schließlich wolltest Du ja auch genau das heraus finden!?

Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg! Und dass Du Deinen Weg niemals bereuhen musst! Freue mich darauf wieder von Dir zu lesen!

LG Leah
 
Hi Inga,

dein Bericht hört sich ja echt positiv an, auch wenn du Heimweh hattest und die Dinge nicht so wie zu Hause sind. Hauptsache, dir gefällt deine Arbeit, das Umfeld etc.. Es war ein wichtiger Schritt für dich und du hast ihn geschafft. Mach mal weiter so und berichte, wie es dir so ergeht.
 
Liebe Leah, lieber Micky und die anderen!

Ja, ich habe es gepackt. Aber ich habe eine Scheißangst!
Vor allem vor der Freiheit die sich Tag für Tag vor mir erstreckt und mit der ich kaum etwas anfangen kann, weil ich sie in meinem 22-jährigen Leben noch nicht kennengelernt habe. Ich fürchte mich davor, zu eigenständig zu werden, obwohl ich nicht mal weiß, ob das geht oder was daran wirklich so schlimm wäre... Ich fürchte mich vor allem vor einem, leah, du hast es angesprochen: Ich könnte entdecken, dass ich es GENIEßE allein zu sein! Ich könnte entdecken, dass es mir gefällt. Ich habe das nie kennengelernt und ich fühle mich wie eine Verräterin, wie eine Verbrecherin, wenn ich mich dabei - wie heute zum Beispiel - ertappe, dass ich mich wohl fühle und spaß an dem habe was ich tue. Habe ich das überhaupt verdient? Muss ich nicht büßen? Leiden? Wohl nicht, ich weiß, aber es sitzt noch immer in meinem Kopf. Ich weiß, dass es sehr gut für mich ist. Das es schön sein darf und soll. Dass ich es mir erkämpft habe. Dass ich freiheit verdient habe. Endlich verdient!!! Aber ich fühle es oft nicht und das droht mich zu zerreißen. Ein paar Stunden lang fühle ich mich grandios. Dann fällt mir das Auf und ich werde panisch. Ich weine und will mich nur noch verkriechen, weil ich mich schäme. Schizo, ich weiß! Und dennoch! Ich habe alles in meiner Vergangenheit überlebt - um hier her zu kommen und selbst wenn ich wieder für eine Zeit lange Medikamente brauchen sollte um arbeiten zu können - ich ziehe das durch. Mein Mut hat mich hierher gebracht. Mein glaube und meine Kraft werden mich zum Ziel bringen! Es muss so sein!

Ich danke euch, dass ihr meine Reise verfolgt und schreibe euch bald wieder!

God bless you!

Inga
 
Hi Inga,

habe alles bisher geschriebene verfolgt und freue mich für dich. Du fängst jetzt erst mal richtig an "Die Welt" für dich zu entdecken. Ich wünsche dir noch ganz viel spaß, Kraft und Mut dazu und freue mich für dich das es dir auf Sylt so gut geht und dir alles Spaß macht.

Liebe Grüße

Anna35
 
Aloha!

Vielen Dank noch einmal für eure Anteilnahme an meinem Abenteuer - das bereits wieder beendet ist, zumindest auf Sylt. Ich habe mich, rein körperlich, übernommen mit dem Job. Das habe ich mit zwei Tagen Krankenhaus bezahlt, mein Rücken war im Eimer! Natürlich war das einzig vernünftige, abzubrechen, ich hätte den Job nicht weitermachen können und so schnell war kein anderer zu finden. Nun hatte ich ein richtiges Problem. Meine Freundin, die sich aufgrund der riesenkrise, in der unsere Beziehung steckt, so sehr darauf gefreut hatte, 3 Monate Zeit für sich selbst und ihre eigene Entwicklung unabhängig von mir zu haben, konnte sich mit der Aussicht, mich so schnell zurück zu haben, gar nicht abfinden. Und so tat ich das einzig richtige. Einen Befreiungsschlag für mich, Silke und unsere Beziehung. Ich fuhr nicht nach Hause. Ich rief eine alte Freundin in Köln an und die nahm mich bei sich auf. Seit gestern bin ich also Kölnerin. Und jetzt suche ich mir schnellstmöglich eine eigene Wohnung. Ich habe schon drei Besichtigungstermine für Morgen, einen für Montag! Und ich fühle mich.... FREI! So frei wie noch nie! Ich tue endlich das richtige und die Zeit auf Sylt hat das möglich gemacht! Mit der Entscheidun, dorthin zu gehen habe ich Bande zertrennt die schon so lange nicht mehr sicherheit sondern Gefangenschaft für mich bedeutet hatten. Und jetzt bin ich nicht mehr aufzuhalten!!! Natürlich vermisse ich Silke. Natürlich hoffe ich darauf, dass wir irgendwann wieder eine Beziehung zueinander aufnehmen können. ABer momentan geht es um unser beider eigene Leben, wir können uns nicht aneinander klammern, wir müssen fliegen! Irgendwann, da bin ich mir sicher, werden unsere Wege wieder zueinander führen. Und dann sind wir zwei eigenständige Menschen, haben jede ein Leben, das wir teilen können und brauchen keine Symbiose mehr zur Sicherheit! Ich freu mich drauf. Und vor allem freue ich mich auf den Menschen, der ich zu werden im Begriff bin!
Bis demnächst auf diesem Zug!

Eure Inga
 
Hallo Inga, daß Du Dein "Abenteuer" vorzeitig beenden mußtest ist traurig, aber
nicht zu ändern. Dein Post klingt optimistisch. Weiter so, Du bist auf dem rich-
tigen Weg. Entdecke Dich selbst und lerne fliegen, wie Du so bezeichnend selbst
schreibst. Es ist nicht unbedingt einfach, doch der Anfang ist gemacht. Weiter so,
liebe Grüße Caro
 

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