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Nach gescheiterter Beziehung: Wie wird man(n) den Hass los?

Micha_T

Mitglied
Nach gescheiterter Beziehung: Wie wird man👎 den Hass los?

Ich habe schon einiges in meinem Leben erlebt und es ist leider nicht die erste Beziehung die gescheitert ist, aber in diesem Fall werde ich den Hass nicht los. Tiefe Liebe, die zu Hass wurde. Jetzt werden einige sagen, "komm mal wieder runter, du bist nicht der Einzige, bei dem eine Beziehung zu Ende gegangen ist" und einige werden vielleicht fragen: "Was ist passiert,erzähl mal" ... Das will ich gerne, in der Hoffnung man versteht mich und kann mir zur Selbsthilfe helfen. Also:
Vor ca vier Jahren, fast auf den Tag genau, habe ich sie getroffen. Ich ändere den Namen, nenne sie mal Dorle. Wir haben uns im Internet in einer Partnerschaftsbörse kennengelernt. Nach einer zehntägigen Zeit intensiven Schreibens und telefonieren haben wir uns dann getroffen. Da stand sie, die Frau, die meine Traumfrau war. Sie hatte alles was ich mir als junger Mann gewünscht habe, alles Äußere. Ihre langen dunkelen Haare, die wundervolle Oberweite, ihr lächeln einfach alles war wie im Traum. Ich war im Himmel. Noch am selben Tag wurde aus dem ersten Treffen eine Partnerschaft. Wir waren zusammen. Für den nächsten Tag waren wir bei ihr zuhause verabredet. Dort sollte ich ihre beiden Kinder kennenlernen. Auch dieses Treffen lief gut. Die Kinder hatten scheinbar nix gegen mich. So lief die Beziehung als Pendelbeziehung, da wir ca eine Autostunde voneinander entfernt wohnten. Als ich in ihrer Nähe eine neue Stelle bekam, schlug sie vor zu ihr zu ziehen. Ich packte meine Sachen und war von nun an nur noch bei ihr. Meine Wohnung hatte ich als Notfallösung noch behalten. Sieben Wochen waren wir zusammen, als ich zu ihr ging. Dieses Zusammenleben auf engem Raum klappte gut und wir wollten uns ein Haus suchen. Nach acht Monaten wurden wir fündig und hatten unser gemeinsames Heim. Eine Menge Arbeit lag vor uns. Zwei Wohnungen waren aufzulösen und ein großes Haus musste renoviert werden. Es klappte aber alles ganz gut. Damals fiel mir noch nicht auf, dass schon wärend dieser Zeit alles nur nach ihrer Vorstellung ging.
Als dann das Haus fertig war und wir dort mit ihren beiden Kindern wohnten und die beiden Wohnungen gekündigt waren, zeigte sie ihr anderes, ihr wahres Gesicht.
Vorbei war die Zeit der Zweisamkeit, von nun an war sie der Boss und ich hatte zu spuren. Wenn nicht, dann strafte sich mich mit Liebesentzug und kaltem Schweigen. Das konnte sich über Wochen hinziehen. Diese Phasen habe ich als extrem schmerzlich in Erinnerung. Auch sonst bestimmte sie wann wir zärtlich waren. Wenn ich wollte und sie nicht, wurde Streit daraus, den sie mit einer weiteren "Schweigephase" bestrafte. Sie war auf jede Person eifersüchtig, hetzte gegen meine Familie bis ich den Kontakt nur noch heimlich aufrecht halten konnte. Es gab Situationen, da hat sie mitbekommen, dass meine Schwester mir SMS geschrieben hat. Es folgten dann IMMER "Schweigephasen", weil sie mir den Kontakt zu anderen Frauen unterstellte und dies als hintergehen wertete. Und glaubt mir, es war nur meine Schwester, die sich Sorgen um mich gemacht hat. Ich habe es ertragen, weil ich meine Traumfrau so sehr liebte.
Ich gab mein Leben auf. Meine Hobbies, meine Freunde, ich lebte so wie sie es wollte. Wenn nicht gab es wieder "Schweigephasen". Ich wurde beklaut, vermutlich von ihrem Sohn. Ich habe es zur Sprache gebracht. "Schweigephase" Ihr Sohn tut so was nicht... Um unsere Wäsche hat sie sich gekümmert. Es gab Phasen in denen sie mich mit Sexentzug in Schach halten wollte. Wenn sie mitbekam, dass ich meinen Druck selbst abgebaut hatte, sortierte sie meine Unterwäsche aus. Zitat: "Deine vollge* Unterhosen kannst du selbst waschen. Diese Unterhosen gab es gar nicht. Das selbst waschen war nicht das Problem. Sie hatte vergnügen mich zu demütigen. Sie wusste, ich war ihr verfallen und hat das ausgenutzt.
Sie hat mein Handy kontrolliert, wenn ich es unbeaufsichtig liegen gelassen habe. Sie wusste Dinge, die ich nicht erzählt habe. Vermutlich hat sie mein Handy überwacht.
Da sie eine Scheidung hinter sich hatte, wollte sie nicht mehr heiraten. Ich war traurig über diese Entscheidung, hatte mich aber damit abgefunden. Sie wusste, dass ich sie heiraten wollte.
Dann plötzlich letztes Jahr im Mai fing sie an davon zu schwärmen, wie toll es wäre wenn wir heiraten würden. Sie hätte sich das nochmal überlegt. Es war ein Urlaub auf den Kanaren geplant, den ich zu einem Antrag nutzen wollte. Vorher haben wir uns Schlösser, Restaurants etc angesehen, wo man eine Hochzeit feiern könnte. Im Urlaub habe ich den Antrag gemacht, den sie angenommen hat. Seit September 2013 waren wir verlobt. Die Hochzeitsplanung ging weiter. Die Zeit von da bis zum Ende war schön, fast wie zu Anfang. Dann kam der große Knall. Am 23.12.2013 bereiteten wir das Weihnachtsfest vor.
Zusammen putzten wir das Haus, bereiteten das Essen vor,schmückten das Haus, der Weihnachtbaum war fertig. Alles gut. Als sie dann am Abend vom Duschen ins Wohnzimmer kam, sagte sie: "Das ist alles nicht ehrlich was du mit mir machst, ich trenne mich von dir. Sehe zu dass du bis zum 31.01.2014 das Haus verlässt." Ich verstand die Welt nicht mehr, dachte es ist wieder eine ihrer schlechten Laune Phase. Nur diesmal war es anders. Sie sprach kein Wort zu mir, wärend der Weihnachtstage herrschte ein eisiges Schweigen. Sylvester ging sie alleine aus, hatte nur eine Jeans, einen schwarzen BH und ein transparentes Top an, aus diesen durchsichtigen Stoff wie eine Gardine. Als sie um 20 Uhr ging, baute sie sich vor mir auf mit den Worten:"Sehe dir an was du verlierst." Sie sah so nuttig aus! So kannte ich sie gar nicht. Ich war alleine Sylvester. Sie hat auswärts übernachtet, keine Ahnung bei wem.
Im Januar habe ich mir dann meine neue Wohnung gesucht. Es hat geklappt und ich war zum 31.01.14 aus dem Haus raus. Dass ich im gleichen Ort geblieben bin war ein Fehler. Sie läuft mir manchmal beim Einkaufen über der Weg und alles bricht wieder los. Ich konnte keine andere Wohnung finden als die die ich jetzt habe. Sie hat ja so viel Druck gemacht und mir gedroht, wenn ich nicht zum Stichtag ausgezogen bin, schaltet sie die Polizei ein und erzählt, ich hätte sie geschlagen. Dass ich Hausarrest bekomme wäre ja klar und dann könnte ich sehen wo ich bleibe. Da ich momentan beruflich in einer Neuorientierung bin, will ich erstmal abwarten wie es im Job läuft und dann aus diesem Ort wegziehen. Ich kann nicht in die Stadt gehen. Immer befürchte ich ihr über den Weg zu laufen.
Wie kann ich den Hass überwinden nachdem was sie mit mir gemacht hat?
 
So schnell zusammenziehen (nach 7 Wochen) und die eigene Wohnung aufgeben - da ist es logisch dass das so endet.
Hass muss man allerdings nicht haben. Eine alleinstehende Dame muss ihre 2 Kinder durchbringen, es geht um Nutzen nicht um Liebe.
Als erwachsener Mann sollte man das eigentlich wissen.
 
Wie kann ich den Hass überwinden nachdem was sie mit mir gemacht hat?
Hass ist da, wo es auch Liebe gibt. Es kann aber auch eine Abhängigkeit sein.
Lese deinen Text noch einmal in aller Ruhe durch und schau dir mal an, an wie viele Stellen du dich verbogen hast. Sie hatte etwas, wonach du dich sehntest und doch etwas, was dir nach der Trennung sehr bewusst wurde, dass es dich auch verletzte, so ist mein Eindruck. Aus dieser Erkenntnis, wie sehr sie dich manipulieren konnte, erwächst wohl auch der Hass. Hass schützt. Hass schützt dich davor sich weiter nach ihr zu sehnen. Es hilft dir sie jetzt abzulehnen. Es hilft dir den Abstand zu halten.
Schau dir an, was ihr die Macht über dich gab. Wie sie dich hat so lenken können.Ist es vielleicht, das was du hasst?
Es gab was an ihr, was dich angezogen hat und dich über alles hinwegsehen lies, erkenne was es war.
Hass überwinden, wie kannst du das? Indem du schaust, was hat dich bewegt, trotz allem, solange mit ihr zusammenzubleiben. Was ist dein Teil, was hat dich in der Beziehung gehalten, bis zu dem Tag an dem sie demonstrierte, sie kann alles tun und sie kann auch einfach gehen. Sie hat sich von dir getrennt, trotz dessen, dass du dich sosehr angepasst hast.
Hasst du sie?
Es wird eine Zeit dauern, doch sei ehrlich zu dir. Wie konnte es sein, dass all das was du schreibst möglich wurde? Und lerne daraus.
Verzeih dir, dass du das hast solange zugelassen. Die Gründe, wie es so kam und kommen konnte, schau an, was war und wo dein Stop hätte kommen müssen. Sie ist gegangen, doch dein Gefühl sagt jetzt, du hättest schon viel früher gehen sollen.


Es kann ganz anders sein, doch so ähnlich kenne ich es aus einem Abhängigkeitsverhältnis. Ich schaffte den Absprung, doch ich brauchte die Wut und teilweise den Hass, um mich wirklich aus dieser Abhängigkeit befreien zu können. Nach und nach erkannte ich, wieso es dazu kommen konnte und wie oft meine Grenzen einfach überrannt werden konnten.

Erkenne deinen Anteil an der Beziehung, wie sie gelaufen ist, wie es so kommen konnte wie es kam.
 
Das ist schlimm,habs umgekehrt auch so erlebt. Bin jetzt seit dreieinnhalb monaten getrennt und spüre keinen hass mehr ihn gegenüber ,ich bin die bblöde, das ich meine zeit,energie und geld in diesen mann gesteckt habe. Es ist sehr schmerzlich wenn einem sowas passiert. Ich wünsche dir alles gute und viel kraft 😉
 
Allet viel zu schnell. Fehler.
Wer gemein ist sagt: selber schuld. Aber gut. Das Leben ist dazu da, Fehler zu machen. Und daraus zu lernen.
Der Hass .... ist zerstörerisch und geht letztlich gegen Dich selbst. Er zerfrisst Dich. Nicht sie.
Du bestrafst also Dich selbst (wahrscheinlich für den Fehler, den Du gemacht hast).
Außerdem gibst Du mit dem Hass Macht über Dich selbst ab. An sie.

Verzeihen- und Loslassen-Lernen ist ebenfalls eine Lektion im Leben.
Sie ihr Verhalten als Ihre Schwäche, nicht als ihre Macht.
Hat sie nicht verdient, dass Du Dich jetzt zerfleischst. Strafe sie mit Missachtung und Vergessen. Und damit, dass Du es Dir von nun an besser gehen lässt. Zeig Dir, dass Du Herr über Dich bist und zusiehst, dass es Du Dir von nun an nur noch Gutes tust. Und genau hinschaust, wohin Du Deine guten Energien hintust.

Wenn Du die Aggression rauslassen willst, geh in den Wald und schrei (oder im Auto oder so), hau auf einen Punching Ball, geh Holzhacken. Irgendwann ist gut. Steiger Dich in nichts rein. Das ist sie gewiss nicht wert und schon gar nicht, dass Du Dein Leben zerstörst ihretwegen.

Schreib ihr einen Brief und lass alle Deine Gefühle da raus, Wut, Hass, Zorn. Und verbrenn ihn dann.

Alles Gute
 
Hi Micha,

ich kann sehr gut nachvollziehen, wie es dir geht. das ging mir auch mal so und ich glaube, sehr viele Menschen machen solche Erfahrungen, also die Erfahrung dass Liebe sich eben auch zu Hass verwandeln kann.

so wie Mittendurch kenn ich es auch aus einem Abhängigkeitsverhältnis. Ich kann das nur bestätigen.

Es kann ganz anders sein, doch so ähnlich kenne ich es aus einem Abhängigkeitsverhältnis. Ich schaffte den Absprung, doch ich brauchte die Wut und teilweise den Hass, um mich wirklich aus dieser Abhängigkeit befreien zu können. Nach und nach erkannte ich, wieso es dazu kommen konnte und wie oft meine Grenzen einfach überrannt werden konnten.

Erkenne deinen Anteil an der Beziehung, wie sie gelaufen ist, wie es so kommen konnte wie es kam.

irgendwann sieht man dann auch ein, dass die ganze Sache nicht so weit gekommen wäre, wenn man selber frühzeitig gesagt hätte, Schluß hier, mit mir nicht. Also seine eigenen Grenzen gesetzt und geschützt hätte, so wie man es schlicht und ergreifend einfach tun muss, wenn man solche Übergriffe nicht will.
Bei mir war - und ist es zum Teil - immer noch so, dass ich es sehr schwer finde, die Grenze überhaupt zu identifizieren. aber nachdem ich angefangen habe, mich damit und mit mir zu beschäftigen, wurde es eigentlich schnell besser mit dem Hass, dafür tauchten dann zwar andere Dinge auf. die waren dann zum Teil auch nicht so besonders erfreulich, aber insgesamt deutlich positiver für mich. Hass spüre ich nun nicht mehr, aber auch keine positiven oder gar freundschaftlichen Gefühle für diese Person. "Geh weg" antworte ich reflexartig auf "alte" Gedanken. Geht dann auch weg, und kommt mit der Zeit immer seltener vor. Ich glaube, so einen Reflex kann man sich mit Disziplin durchaus angewöhnen.
Wirklich schwierig und langwierig war es solange wie ich von mir weggeguckt habe. vielleicht hätte ich mir da einige Zeit "sparen" können, wenn ich früher angefangen hätte zu mir zu schauen und auf mich zu achten. ich denke schon, dass mir da einiges erspart geblieben wäre. aber so what. nun ist es auch vorbei und ich bin mir sicher, mein Lehrgeld habe ich vollständig beglichen und diese Lektion habe ich nun gelernt. ist doch auch was 😉 damit kann ich heute ganz gut wieder nach vorne schauen. und das ist ein wirklich sehr viel besseres Gefühl als Hass.
Alles Gute!
 
" Ihre langen dunkelen Haare, die wundervolle Oberweite, ihr lächeln einfach alles war wie im Traum. Ich war im Himmel. Noch am selben Tag wurde aus dem ersten Treffen eine Partnerschaft."

Du kommst aus dem Hass raus, indem du dir selbst verzeihst. Als erwachsener mann eine "Beziehung" auf der Grundlage von Brustqualität und haarfarbe beim ersten date einzugehen ist schlichtweg irre.
Wie soll das klappen?
Guck besser hin in Zukunft und verbuche die Zeit mit ihr unter Lebenserfahrung.
 
@ unlimited:
Ich war blind, habe nichts gesehen als sie,meine Träume in sie projeziert. Du hast Recht: es ging NUR um Nutzen,mit Liebe hatte das bei ihr gar nichts zu tun. Hinterher ist man immer schlauer.
 
Ich danke allen für Eure Gedanken, besonders "Mittendurch" hat mich sehr aufgebaut. Ich habe mein Lehrgeld vollständig bezahlt, der Hass ist Selbstbestrafung, dass ich es habe so lange mit mir machen lassen. Ich sehe meinen Weg vor mir und fühle wie ich den Hass überwinde und wieder glücklich werde.
Aus heutiger Sicht ist es sicher irre, wie ich gehandelt habe, aber es ist passiert. Ich verzeihe es mir.
Danke für Eure Worte!
 
Kann es sein, daß Du eigentlich auf Dich selbst sauer bist, daß Du das alles mit Dir hast machen lassen? Und daß Du das auf sie projizierst?

Hass bringt Dich aber nicht weiter. Im Gegenteil, er zerfrisst Dich. Sei mit Recht sauer auf sie, aber nutze das, um Dich auf DEINE EIGENEN Füße zu stellen. Nicht Du hast was verloren, sondern SIE. Nämlich einen Partner, der loyal war und ihr den Rücken freihalten wollte. ;-)
 

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