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Nach Arztbesuch total entmutigt - hoffnungslos?

Mirtazapin ist ein Antidepressivum mit sedierender, schlafanstoßender Wirkung, das Abends eingenommen wird um zur Ruhe zu kommen, wenn die durch die Depression eine Schlafstörung besteht.

Daneben gibt es aber auch andere Wirkstoffe, die ehe aktivierend, antriebssteigernd wirken. Welcher davon notwendig ist oder ob zB eine Kombination aus beiden Wirkprinzipien bei dir sinnvoll ist, also ein Medikament für die Nacht zum Schlafen, eins für den Tag um genug Energie zu haben, kann nur ein erfahrener Arzt entscheiden. Dafür solltest du zum Psychiater gehen. Mirtazapin ist allerdings dafür bekannt, zu extremen Gewichtszunahmen zu führen - da du damit ein Problem hast, wird ein guter, erfahrener Arzt dir sicherlich einen anderen Wirkstoff heraus suchen. Nicht jeder Wirkstoff sorgt dafür, dass du an Gewicht zulegst! Generell kann man eh nicht sagen, dass jede Patient von einem Medikament jede Nebenwirkung haben wird, es nimmt auch nicht jeder von Mirtazapin zu. Aber eben so viele, dass das in deinem Fall wohl kaum das Mittel der Wahl sein kann.

Daneben muss man beachten, dass Nebenwirkungen wie Unruhe, Müdigkeit, Übelkeit, Schwindel, Kreislaufprobleme, Schlafstörungen etc hauptsächlich in den ersten zwei Wochen vorkommen und dann abklingen und ganz verschwinden. Dass ein Antidepressivum zu Anfang gar keine Nebenwirkungen hat, ist sehr selten. Das sagt aber noch nichts darüber, ob es auf Dauer auch Nebenwirkungen haben wird uns man muss es einfach aushalten/abwarten, wenn das geht.

Ich selbst habe jetzt das 6. Antidepressivum verschrieben bekommen. Zwei habe ich jeweils für zwei Monate genommen und dann gemeinsam mit meinem Arzt beschlossen, dass die dauerhaften Nebenwirkungen zu stark sind bzw der eintretende hilfreiche Effekt nicht ausreichend ist um die Nebenwirkungen zu tolerieren. Drei habe ich schon nach wenigen Tagen abgesetzt, da die Nebenwirkungen zu stark waren um sie für eine Weile auszuhalten. Auch das habe ich jeweils gemeinsam mit meinem Arzt beschlossen. Ich gehe nicht zum Psychiater dafür, sondern habe einen sehr, sehr guten Hausarzt, der sich gut mit Antidepressiva auskennt und sich drauf eingelassen hat, vorsichtig mit mir auszuprobieren, welches Medikament helfen könnte. Da wir in langen Gesprächen festgestellt haben, dass Schlaf nicht mein Problem ist, sondern Energie und Antrieb, war Mirtazapin bei mir zB nie im Gespräch. Nachdem wir beim ersten Versuch, Citalopram, gemerkt haben, dass ich sehr, sehr empfindlich auf das Medikament reagiert habe, hat er mir beim zweiten Versuch schon nicht mehr die Standard-Einstiegsdosis verordnet, sondern für die erste Woche nur die Hälfte der üblichen Anfangsdosis angesetzt um zu verhindern, dass es wieder zu unkontrollierbaren Nebenwirkungen kommt.
Ich weiß von meinem Freund, dass jeder gute Psychiater genau so vorgeht, darum bleibe ich bei meinem Hausarzt. Die Diagnose Depression (und in meinem Fall noch mehr Diagnosen) wurden aber nicht von ihm gestellt sondern an der Uniklinik in der psychiatrischen Ambulanz, um eines sichere Grundlage für die medikamentöse Therapie zu haben.

Das ging so aber nur, weil ich meinen Hausarzt vorher schon sehr lange kannte und wusste, dass er mir niemals Antidepressiva anbieten würde, wenn er sich nicht sicher wäre, dass er sich gut genug damit auskennt und weil ich ihm schon sehr vertraut habe - und weil die Uniklinik nur die Diagnostik machen konnte, aber keine ambulante Behandlung machen würde und es hier zu wenig Psychiater gibt. Mein Hausarzt meinte halt von Anfang an, dass ich wenn dann jemanden bräuchte wo ich auch kurzfristig wegen Problemen mit dem Medikamenten hingehen kann,weil ich schon bei anderen Medikamenten immer ganz komisch reagiert habe... und das gibt es hier halt nur ganz selten. Mein Freund hat als Privatpatient fünf mal den Psychiater gewechselt bis er bei einem Privatarzt war, mit dem er jetzt zufrieden ist. Alle fünf davor haben sich nicht mal für ihn genug Zeit genommen und ich bin GKV-Patientin, das muss ich also nicht probieren. Aber wenn du keinen guten Hausarzt hast, solltest du echt mal zum Psychiater gehen. Guck am Besten nach Bewertungen im Internet bevor du zu irgendjemandem gehst.

Dass ein Hausarzt, der dich nicht gut kennt, dir nichts für einen Antrag schreibt, ist zwar doof, aber auch irgendwie verständlic. Hausärzte sind nicht so gut darin, nach kurzer Zeit psychische Probleme beurteilen zu können und haben da keine Erfahrung und können das darum gar nicht sinnvoll machen wenn sie dich nicht gut kennen. Ein Psychiater kann das. Ich bekomme jetzt sowas von meinem Hausarzt geschrieben, aber der kennt ich halt schon echt eeeewig.


Hey, auch an Dich herzlichen Dank, grade auch für Deine echte lange Antwort und Deine ausführlichen Erfahrungen - das ist sehr hilfreich für mich.

Ein antriebssteigerndes Medikament wäre mir ehrlich gesagt auch sehr viel lieber... denn ich komme mit meinem Alltag kaum noch zurecht, so müde, schlapp und antriebslos wie ich mich permanent fühle. Das nicht richtig schlafen können verstärkt das natürlich noch, ist aber sicher nicht alleinige Ursache für meine permanente Abgeschlagenheit.

Du hast bestimmt Recht damit, dass ein Arzt der mich noch nicht so lange kennt sich schwerer mit der Behandlung und Diagnose tun muss. Und auch damit, dass ein Psychiater die schlauere Wahl wäre. Aber ich kann ja JETZT nicht mehr weiter... es ist nicht nur die ohnehin schon vorhandene Depression, die nicht verarbeitete Trauer und all das was vorher so schief lief in meinem Leben... sondern ich habe ja zudem auch einen sehr heftigen (ausbeuterischen...) Job mit enorm hohen, kaum zu bewältigenden Anforderungen. In den letzten Monaten habe ich leider gemerkt wie mich grade diese Arbeitsbedingungen kränker und kränker machten... ich hab ewig versucht trotzdem durchzuhalten, hab gekämpft und nur gestrampelt... meine Pflichten aufgeben wollte ich nicht. Doch jetzt geht es wirklich nicht mehr. Ich komme mit meinem Leben nicht mehr klar und stehe direkt vor dem völligen Zusammenbruch. Wenn ich also jetzt nicht von diesem rasenden Zug abspringe, sondern so wie bisher weitermache und erstmal bis August auf einen Psychiater-Termin warte... wo wird das enden?

Ich dachte eigentlich, dass grade dafür die Kliniken gedacht wären: Menschen die JETZT nicht mehr können und am Ende sind aufzufangen? Oder bekomme ich echt erst dann Hilfe wenn ich unmittelbar vor einem Selbstmordversuch stehe oder eine Gefahr für mich und andere darstelle? Dann wäre es doch eigentlich schon zu spät... 😕:wein:
 
Hallo,

das ist ja wirklich ein umfangreiches Krankenbild! Ich verstehe gut, dass du dich völlig überfordert fühlst.

Bevor ein Arzt Tabletten gegen Depression verschreibt, so kenne ich das, wird zunächst geklärt, ob diese organische Ursachen hat. Und nein, mit den Nebenwirkungen muss man nicht leben, dafür gibt es eine große Bandbreite an möglichen Medikamenten und die probiert man in Zusammenarbeit mit dem Arzt durch, bis man das passende hat. In deinem Fall auf jeden Fall eins, bei dem man kein Gewicht ansetzt. Auch die gibt es.

Ich würde dir raten, mal in die Richtung Alternativmedizin zu gehen. Viele Ärzte haben eine Zusatzausbildung als Homöopath oder Naturmediziner, TMC. Da sie aber als Arzt der Schulmedizin eine Kassenzulassung haben, kann man da auch als normaler Patient hingehen. Nicht, dass du dich mit Homöopathie oder TMC behandeln lassen sollst, es ist nur so, dass diese Ärzte engagiert sind und vor allem sind sie willens, auch mal in andere Richtungen zu denken.

Versuch es mal. Vielleicht findest du jemanden mit offenen Ohren für dein Leid. Ich wünsche es dir!


Tuesday
 
Wenn ich richtig informiert bin ist das so:

Du kannst einfach einen anderen Hausarzt aufsuchen. Mittlerweile ist es sogar möglich, die meisten Fachärzte ohne Überweisung aufzusuchen. Manche Facharztgruppen (z.B. Radiologen) schreiben eine Überw. aber zwingend vor. Manchmal verlangen andere Ärzte auch die Überweisung aus dem Grund, um vom abgebenden Arzt informiert zu werden über bisherige Behandlungsverläufe und Diagnosen. Also wenn ich beispielsweise Krebspatient bin und einfach so zum anderen Arzt laufe, dann will der mit Sicherheit wissen, was bisher so behandelt und besprochen wurde mit dem früheren Arzt. Der will sich a) absichern und b) nicht bei Null anfangen.

Wichtig ist außerdem, dass der neue Arzt eine Kassenzulassung hat (also kein reiner Privatarzt). D.h. dort anrufen und nachfragen, oder bei der Kassenärztlichen Vereinigung anrufen. Davon hat jedes Bundesland eine (NRW hat 2) und dort sind alle zugelassenen Ärzte (normale und Psychotherapeuten) verzeichnet. Ob da auch beisp. Psychiater gelistet sind weiß ich nicht, aber ich glaube schon. Die KVen haben i.d.R. auch eine Hotline. Dort kannst du anrufen und nach bestimmten Arztgruppen fragen. Manche KVen haben auch Listen über freie Therapieplätze bei Psychotherapeuten. In Hessen gibt es das nicht, aber viele andere Bundesländer bieten das an. Ruf doch einfach mal an.

Noch was zum Thema Arztwechsel und Krankenkassen. Da musst du aufpassen. Manche Kassen haben sowas wie eine "hausarztzentrierte Versorgung". D.h. du bist verpflichtet bestimmte Ärzte aufzusuchen. Ob das bei dir so ist, das weiß deine Kasse. Also wenn du Zweifel hast, einfach anrufen. Der Arztwechsel dürfte kein Problem darstellen. Der Kasse ist das letztlich egal, weil die Kosten immer dieselben sind. Arzt A oder Arzt B, die Untersuchung XY kostet überall gleich viel.
Ich rate ich dir trotzdem vorher kurz die Kasse anzurufen. Wenn die rumzicken, erzählen denen einfach das Vertrauensverhältnis ist gestört, weil der Arzt dir die notwendigen(!) Schritte verweigert. Dahingehend, das er z.B. keine Überweisung an den Endokrinologen, Internisten, Therapeuten ausstellt, obwohl du massive Beschwerden hast und er keine ausreichende Behandlung anbietet.

Und auch hier ganz wichtig. Die Kassen wimmeln gerne mal ab und tun so, als wenn der Patient keine Rechte hätte. Lass dich nicht verarschen und bestehe auf deine Rechte! Das mit Arztwechsel steht übrigens im SGB V zum Nachlesen.

Schon mal über einen Therapeuten weiter weg nachgedacht? Nach dem Motto lieber 2 Std. mit Zug zum Therapeuten fahren, anstatt 8 Monate auf den ersten freien Termin zu warten?

Nochmal vielen Dank! Die KV anzurufen ist sicher wirklich die beste Idee - werde ich morgen gleich mal machen. Zumindest die Frage kann ja nicht schaden.

Meine KV hat im Internet eine Liste aller zugelassenen Psychotherapeuten und Psychiater. Die habe ich schon rausgesucht und einige angerufen - wie gesagt leider mit dem Ergebnis solch langer Wartelisten auf einen Termin... 🙁 So eine Liste mit freien Therapieplätzen konnte ich für meine Region leider nicht finden - wäre natürlich super!

Länger fahren zu einem anderen Therapeuten würde ich ansich schon. Allerdings arbeite ich ja leider im Schichtbetrieb (6 verschiedene Schichten, ständiger Wechsel), weswegen es ohne permanente Krankschreibung so schon sehr schwierig ist einen einfachen Arzttermin hier vor Ort zeitlich hinzukriegen. Und ich verdiene sehr schlecht.... hätte ich also einmal wöchentlich einen Termin beim Psychotherapeuten, könnte ich mir die Fahrtkosten wohl leider nicht leisten. Zudem wohne ich schon in einer Großstadt und so wie ich gehört habe ist die Versorgung mit Therapieplätzen je weiter man aus den Städten raus ist, eher noch schlechter.

Was mir ansonsten grade noch so durch den Kopf geht wäre mich evtl. erstmal an die psychiatrische Ambulanz eines großen Krankenhauses hier in der Stadt zu wenden... vielleicht gibt es da die Möglichkeit nach offizieller Diagnosestellung eher an eine richtige Klinik überwiesen zu werden...?
 
Nimm dir das mal für die nächsten Tage vor. KV anrufen, Krankenkasse anrufen, vielleicht noch ein paar Therapeuten abklappern.

Und ja, das mit der Ambulanz ist eine gute Idee. Dafür sind die Ambulanzen ja schließlich da. Und mehr als nein sagen können sie nicht.

Ist schon scheiße in Deutschland. Ich arbeite selbst im Gesundheitswesen und ich muss sagen ich hätte Therapeut werden sollen, wenn ich mal witzig sein darf, obwohl es nicht witzig ist. Unterhalte mich oftmals mit Ärzten aller Coleur und alle sagen mir dasselbe. Die Nachfrage nach Therapieplätzen steigt so schnell an, dass eine normale Versorgung gar nicht mehr möglich ist. Man sieht's ja an den Wartelisten. Genau aus diesem Grunde sind ja bereits einige Kassen dazu übergegangen die Kosten für nicht kassenzugelassene Therapeuten zu übernehmen, um den Ansturm zu bewältigen.
 
Die Ambulanzen der Kliniken sind auf jeden Fall eine gute Idee! Oder schau mal nach einer Tagesklinik bei dir in der Nähe, die haben oft auch nicht so lange Wartezeiten. Psychosomatische Kliniken sind für sub-akute Fälle gedacht und haben auch oft lange Wartezeiten auf die Aufnahme. Für ganz akuten Behandlungsbedarf ist leider wirklich die Psychiatrie vor Ort zuständig. Alle anderen Kliniken verlangen eigentlich immer dass du schon in Behandlung bist um abschätzen zu können ob ihre Therapie überhaupt für dich geeignet ist. Du kannst übrigens auch einfach zur nächstgelegenen psychiatrischen Praxis in deiner Wohngegend gehen, ganz früh morgens zu Sprechstundenbeginn und sagen, wie schlecht es dir geht und darum bitten, dazwischen geschoben zu werden. Meistens darf man sich dann direkt ins Wartezimmer setzen, muss aber viel, viel Geduld und Zeit mitbringen. Oder du gehst noch mal zu der Hausärztin und bittest sie darum, dir dabei zu helfen zu einem Psychiater zu gehen. Dass sie zB eine Praxis anruft und dich dort anmeldet wäre vielleicht eine Idee, mit der es schneller gehen könnte.

Wenn du erst einmal in der Ambulanz einer Klinik oder so einen niedergelassenen Arzt hast, der deine Problematik behandelt, kannst du auch noch mal nach psychosomatischen Akut-Kliniken schauen. Die nehmen einen mit einer Einweisung vom Arzt und ohne Antrag an die Krankenkasse auf, haben aber nur sehr begrenzt Platz und ggf auch wieder Warteliste. In Nord-Hessen ist da zB die hier: Übersicht - MediClin Klinik für Akutpsychosomatik und Reha-Zentrum am Hahnberg Aber ich weiß ja nicht wo du her kommst. In Schleswig-Holstein wüsste ich auch noch eine (einfach Segeberger-Kliniken + Akutpsychosomatik googlen), die auch gut sein soll. Aber auch dafür brauchst du zu Hause erst mal einen ärztlichen Behandler oder Therapeuten.

Mein Problem mit Antidepressiva ist übrigens, dass ich chronische Magen-Darm-Probleme habe und darum nichts nehmen darf, was die verschlimmert. Das kommt aber oft vor und wenn man nur die in die Auswahl nimmt, die das nur selten tun können, muss das Medikament ja auch immer noch dann wirken und keine anderen Nebenwirkungen haben. Dass man mit Nebenwirkungen einfach leben muss stimmt wirklich nur sehr, sehr begrenzt. Dass man am Ende ein Medikament findet, das optimal wirkt und gar keine Nebenwirkungen hat, ist nicht immer der Fall aber es ist nicht so, dass man jegliche Nebenwirkungen aushalten muss. Zb hat mein jetziges Antidepressivum, mit dem ich ganz zufrieden bin, die Nebenwirkung, dass ich einen etwas zu niedrigen Blutdruck davon habe. Damit kann ich aber gut leben, weil es mir andererseits genug hilft - vorher ging es mir so wie dir, der Alltag hat gar nicht geklappt. Jetzt fange ich wieder langsam an zurück ins Leben zu finden. Dafür komme ich damit gut zurecht, dass mir halt beim Aufstehen mal schwarz vor Augen wird und ich so Tropfen immer mit mir rumtrage, für den Notfall. Aber wenn es mir auf den Magen schlagen würde, müsste ich wirklich nicht darüber nachdenken ob ich es weiter nehme.
 
@kannja

mache einfach einen termin bei einem arzt deiner wahl.
egal ob internist, neurologe etc etc... anrufen , termn machen, hingehen, fertig.

FALLS, die sprechstundenhilfe nach einer überweisung fragt sagst du schlichtweg.

hab ich keine!


gib ihr deine kk-karte und gut ist.

probiers!

e.
 
Euch allen nochmal vielen, lieben Dank für alle Beiträge und Ratschläge!

@Elucard: Das Ding ist ja leider, dass Termine erst in vielen Monaten zu bekommen sind. Habe ich ja versucht! Teils laufen sogar Anrufbeantworter bei denen man gleich zu hören kriegt, dass derzeit gar keine, neuen Kassenpatienten behandelt werden. *kopfschüttel*

Glück im Unglück war jetzt aber zumindest, dass meine Hausärztin sich, netterweise und zu meiner Überraschung, um einen Termin bei einem Psychiater/Neurologen Anfang Juni für mich gekümmert hat. Oder besser gesagt die Ärztin die meine eigentliche Hausärztin derzeit vertritt... Ich war grade nochmal bei ihr, da schlug sie vor ich solle doch das Psychopharmakum (Mirtazapin) welches ich ja schon vor einiger Zeit bekommen und absolut nicht vertragen hatte, doch weiter ausprobieren. Ich erzählte ihr daraufhin nochmals, dass ich so schon mit am meisten unter meiner kompletten Antriebsschwäche die mich so lähmt und der ständigen, bleiernden Müdigkeit leide, was ja durch das Medikament noch sehr verstärkt wurde. Damit kann ich erst recht nicht mehr im Alltag funktionieren. Zudem sagte ich der Ärztin auch, dass ich mit meinem PCO Syndrom und der Insulinresistenz große Bedenken habe gerade DIESES Antidepressivum, welches, selbst bei Leuten die nicht meine Stoffwechselstörung haben, für massivste Gewichtszunahmen sorgt, einzunehmen. Darauf antwortete sie "Die Tablette hat genau eine Kalorie! Wer davon zunimmt ist nur selbst schuld und isst einfach zu viel." - Das fand ich echt total unsensibel und fachlich sicher auch nicht korrekt. Ich habe schon mehrere Menschen gekannt die sogar von Natur aus immer schlank waren und dann mit Beginn der Psychopharmaka-Einnahme plötzlich extrem zunahmen, bis hin zu starkem Übergewicht. Da durch das PCO-Syndrom sowieso eine Neigung zu Übergewicht besteht und gerade dies die Symptome im Teufelskreis umso mehr verschlimmert, ist es völlig ab von Eitelkeit echt sehr wichtig für mich mein Normalgewicht zu halten.

Da wollte sie von mir wissen bei welchem Endokrinologen ich denn diagnostiziert worden sei und sie wolle da jetzt erstmal einen Bericht über mich anfordern... als denke ich mir meine Diagnose nur aus.😕:mad:

Genauso sagte sie auch sie könne mir auf keinen Fall ein anderes Psychopharmakum als das Mirtazapin verschreiben... wieso wurde mir nicht so recht klar. Ich fragte nochmal ob denn bei meinen Problemen überhaupt den Alltag zu bewältigen nicht eher etwas antriebssteigerndes besser für mich wäre (Mirtazapin wirkt sedierend, dabei bin ich so schon sehr ruhig, kann eben nur nicht schlafen). Nein, meinte die Ärztin, so lange meine Diagnose Depression gar nicht bewiesen wäre durch einen Neurologen, könne ich nur Mirtazapin bekommen, nichts anderes. Dabei ist gerade dieses Medikament, sowie ich im Internet las, keineswegs etwa eines der harmlosesten oder unumstrittensten. Ich verstehe die Ärztin an dieser Stelle also echt nicht...

Überhaupt ritt die Hausärztin immer weiter nur auf dem Thema "Depression = Medikamente" herum... sie scheint das ganze rein organisch zu betrachten. Meine Versuche ihr mitzuteilen, dass in meinem Leben einfach auch zu viele, zu schlimme Dinge passiert sind und große Belastungen durch Job, Einsamkeit, etc bestehen WESWEGEN es mir ja psychisch so schlecht geht, schmetterte sie einfach total ab, bzw. überging das komplett. Als könnte ich alles was an ganz realen Verletzungen und Problemen besteht einfach mit ein paar Psychopharmaka herunterschlucken und mehr brauche ich nicht. Das kann es doch nicht sein???:wein:


@Weidenkätzchen: Ich danke Dir sehr für Deine Tipps mit den Akutkliniken! Vielleicht kann ich da einfach mal direkt anrufen und nachfragen welche Vorraussetzungen genau ich erfüllen müsste um dort aufgenommen zu werden.

In meiner Stadt ist es leider so, dass die Tageskliniken einen GANZ unguten ruf haben... Laut den Bewertungen die ich las, findet da Psychotherapeutisch eigentlich NICHTS statt und das sonstige Programm ist wohl auch alles andere als ausgefüllt oder sinnvoll. Naja, und die eigentlichen Psychiatrien der Krankenhäuser sind ja ohnehin nochmal etwas ganz anderes, was mir wohl in miener persönlichen Situation gar nicht helfen würde... Deshalb brauche ich halt wirklich eine spezialisierte Klinik außerhalb.

Meine Krankschreibung geht jetzt erstmal noch 1,5 Wochen, danach hätte ich sowieso eine Woche Urlaub... Aber danach muss ich also wieder an diesen Horror-Arbeitsplatz zurück und ich habe solche Angst davor, wenn ich es vorher nicht geregelt bekomme einen Klinikplatz zu finden. Ich halte diesen Druck und Stress dort einfach nicht mehr aus...:wein: Zudem habe ich grade von einem Kollegen gehört, dass die Stimmung an unserem Standort jetzt erst Recht im Keller ist und der (Existenz-...) Druck für alle Mitarbeiter grade nochmal kräftig erhöht wurde. Vier Kollegen sind jetzt zum Monatsanfang weggegangen und sollen einfach nicht ersetzt werden... Dabei hatten wir vorher schon solch einen Stress und Druck, dass es alle kaum noch schaffen konnten und dass es mich so endgültig krank gemacht hat...
 
liebe kannja,

dein leid geht mir nah. ja es gibt manchmal ärzte denen fehlen die nötige sorgfalt und das figerspitzengefühl zu sehen welchem menschen es wirklich dreckig geht.
es ist zwar die minderheit aber es gibt sie leider.

das problem, die richtig guten (menschlichen ärzte) sind oftmals leider dicht (ausgebucht) und können beim besten willen keine neuen patienten annehmen, nicht weil sie nicht wollen sondern weil diese einfach nicht mehr können (zeit und eigene gesundheit).

zu deiner ärztin die da begründete dass deine pille nur eine kalorie hat und due selber schuld wärst mit der gewichtszunahme etc... ist natürlich totaler quatsch und ich muss sagen dass aus meiner sicht so eine aussage fahrlässig ist.

es ist sehr wohl bekannt dass nicht die kalorie zählt sondern eine biochemische kettenreaktion bei manchen menschen durch derartige medikamente ausgelöst werden kann, noch dazu in deinem speziellen falle, wie aufgeführt.
gewichtszunahme ist daher in deinem falle selbstverständlich zu erwarten.

aber all das löst dein problem nicht.
ich muss mir mal gedanken machen ob ich was herausfinden kann.

ich meld mich per pn bei dir.

e.
 
Hallo Kannja,

ich habe sehr viele Stunden in Wartezimmern zugebracht und dabei viele
Patienten gesprochen, die ebenfalls mit dem Wirkstoff Mirtazapin behandelt
wurden. Einige davon hatten Gewichtszunahme unter der Behandlung, ich
leider auch. Die Mehrzahl kam damit jedoch zurecht. Es muss eben ausge-
testet werden. Jeder Körper reagiert etwas anders auf ADs; manche auch
gar nicht. Bei den von Gewichtszunahmen Betroffenen hört man immer,
dass Mirtazapin zu extremem Hießhunger führen kann, der natürlich durch
höhere Nahrungsaufnahme ausgeglichen wird.

ADs sollen die Behandlung unterstützen - mehr nicht. Sie können Dich nicht
heilen. Deshalb brauchst Du eine Therapie. Deine Hausärztin kann diese Be-
handlung nicht durchführen und macht daher auch keine Experimente, um
verschiedene ADs zu testen. Erst recht wird sie keine Diagnose stellen. Da-
zu sind spezielle Untersuchnungen und Kenntisse notwendig.

Sprich bitte mal die Krankenkasse darauf an, dass Du dringend Hilfe brauchst,
aber trotz intensiver Bemühungen nichts findest.

LG, Jan
 
Hallo,

bei mir ist es auch so.....habe seit 2009 eine sehr schlimme Zeit hinter mir.....Scheiss Ehe, Psycho-Terror mit dem Ehemann, Trennung, Scheidung.....meine Tochter (13 Jahre) lebt seit der Trennung bei dem Exmann:wein: mein Sohn (11 Jahre) lebt bei mir 🙂 Ich habe versucht seitdem mein Leben gebacken zu kriegen.....mehr schlecht als recht. Ich war schuldenfrei, mußte aber bei der Trennung Schulden machen....Ich wohne leider mit dem Exmann noch in einem Haus....habe aber einen eigenen Eingang.....Der Vater kümmert sich seit ca. 1 1/2 Jahren null um unseren Sohn....die Tochter bekommt nur Markensachen....das Haus gehört meinem Ex-Schwiegervater, ist somit mein Vermieter.....Mein Exmann zahlt natürlich keine Miete....hat auch nie Unterhalt gezahlt......geht aber arbeiten !! Mir geht es finanziell seit der Trennung total schlecht.....Im Moment kann ich noch nicht mal mehr die Miete bezahlen 🙁 Gestern war ich bei meinem Hausarzt und er hat eine akute psychische Dekompensation festgestellt und mir eine Überweisung für den Neurologen gegeben.....und welch Glück.....heute morgen gleich einen Termin bekommen, weil jemand anders abgesagt hat......ich erzähle ihm mehr oder weniger meine Probleme.... und er gibt mir den Rat zu einer Schuldnerberatung zu gehen....kein neuer Termin.... gar nichts !!!! Ich bin emotional so fertig.....erschöpft....brauche einfach nur Ruhe.....aber krank schreiben wollte er mich nicht !!!! Ich verstehe das nicht :mad:
 

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