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Nach Arztbesuch total entmutigt - hoffnungslos?

Kannja

Aktives Mitglied
Hey... Also ich bin jetzt echt nur noch ratlos und platt... War vorgestern beim Hausarzt wegen meiner immer schlimmer werdenden Depression, bzw. weil ich ja jetzt definitiv in eine Klinik möchte, um endlich etwas an meiner Situation ändern zu können. Und so wie sich die Ärztin äußerte, habe ich null Chancen in eine Klinik zur Therapie zu kommen...:wein:

Muss dazu sagen, dass meine eigentliche Hausärztin nicht da war, sondern nur die andere Ärztin mit der sie in einer Gemeinschaftspraxis ist... ich hatte aber keine Wahl als trotzdem jetzt einen Termin zu machen, weil ich ja auch die Krankschreibung für die Arbeit brauchte. Also schilderte ich - in Kurzfassung, da sie sehr hektisch war - jener Ärztin meine Lage und die Vorgeschichte die dazu führte. Sagte auch klar, dass ich einfach nicht mehr kann, keine Nacht mehr schlafe, mich hundeelend fühle, nur müde, schlapp und traurig... und vor allem wie lange das schon so geht. Ihre erste Reaktion war aber "Ist denn bei Ihnen überhaupt die Diagnose Depression gestellt worden, oder legen Sie sich das nur selbst zurecht?" und fuhr fort, dass man überhaupt erstmal durch einen Neurologen/Psychiater klären lassen müsse, OB ich überhaupt Depressionen HABE. Und wenn dem so sein sollte, dann bräuchte ich auf jeden Fall in erster Linie Medikamente - ohne würde eh gar nichts gehen.

Ich glaub ich fall' vom Stuhl... ich hab jahrelange, extrem niederschlagende Traurigkeit hinter mir, heftige Schicksalsschläge, bin nur noch antriebslos, müde und habe kaum noch soziale Kontakte - aber es ist ja dennoch zweifelhaft ob ich überhaupt eine Depression habe???

Ich hab dann mehrfach gesagt, dass ich gern in eine Klinik gehen möchte und dies momentan für den einzig richtigen Weg für mich halte, weil es eben so schlimm ist und ich ernsthaft daran arbeiten möchte, aber Hilfe dabei brauche. Doch eine ausgesuchte Klinik dieser Art zur Psychotherapie winkte die Ärztin gleich total ab - ohne richtige Begründung. Sie fragte noch wörtlich (ohne mich dabei wenigstens anzugucken) ob ich mich jetzt akut umbringen wolle und schlug ansonsten nur vor ich könne eventuell in die Psychiatrie des regional zuständigen Krankenhauses gehen um mich dort in erster Linie erstmal auf Medikamente einstellen zu lassen. Dieses Krankenhaus, bzw. speziell die Psychiatrie dort hat einen extrem schlimmen Ruf und selbst bei der sozialpsychiatrischen Beratungsstelle riet man mir massiv davon ab und stattdessen zu einer psychosomatischen Therapie von 6-8 Wochen in einer Klinik die ich mir selbst aussuche und die zu mir passt. Außerdem wurde mir gesagt, dass auf jenen psychiatrischen Auffangstationen solcher Krankenhäuser im Grunde gar keine Psychotherapie stattfindet - nur Medikamente und ruhig gestellt werden... Das hilft mir doch nicht?!😕:wein:

Auch das mit dem auf Medikamente setzen ist mir sehr suspekt. Jedenfalls wenn NUR das die Antwort auf all meine Probleme sein soll. Ich habe ja bereits Mirtazapin ausprobiert und habe mich dabei überhaupt nicht mehr lebensfähig gefühlt... Schwindel, Benommenheit, noch viel extremere Müdigkeit als so schon. So schaffe ich erst recht mein Leben nicht mehr - habe so ja schon große Schwierigkeiten meinen Alltag zu packen. Zudem leide ich ja unter einer Stoffwechselstörung (PCO-Syndrom) mit Insulinresistenz: Das bedeutet ich halte eine extrem strenge Diät, mit der ich mich über die letzten Monate hinweg sehr mühsam um einige Kilos heruntergehungert habe. Nicht nur aus Eitelkeit, sondern weil beim PCO-Syndrom komplizierte Wechselwirkungen im Körper dafür sorgen, dass man a) massiv zu Übergewicht neigt und dieses kaum abbauen kann, aber b) genau jenes Übergewicht die sonstigen Symptome in einem Teufelskreis immer weiter verschlimmert. Ich habe es so mühsam nun zu einem Normalgewicht geschafft und habe endlich z.B. einen fast normalen Zyklus - worüber ich unendlich froh bin, da ich später auch mal Kinder haben möchte... zumal das PCO-Syndrom neben Unfruchtbarkeit auch ein enorm vergrößertes Risiko für Schlaganfälle, Herzinfarkte, Krebs etc mit sich bringt und den Körper vermännlichen lässt. Das einzige was dagegen hilft ist die strikte Vermeidung von Übergewicht bzw. eine straffe Gewichtsreduktion. Durch Psychopharmaka nehmen jedoch die meisten normalen Menschen schon extrem zu - wie wäre das dann erst mit meinem ohnehin kranken Stoffwechsel und der Insulinresistenz? Ich glaube kaum, dass ich dank Psychopharmaka glücklicher werde, wenn dafür meine körperliche Krankheit massiv verschlimmert wird und meine ganzen, hart erarbeiteten Verbesserungen damit binnen kürzester Zeit zunichte gemacht werden. Versteht mich nicht falsch: Wenn ein Arzt mir hierbei richtig zuhören und dem entsprechend VORSICHTIG möglichst individuell geeignete Psychopharmaka verschriebe, würde ich sie natürlich ausprobieren. Aber ich habe bislang den Eindruck man sagt "Depression" und bekommt daraufhin einfach das erstbeste Medikament aufs Auge geklatscht. Folgen und Nebenwirkungen: egal! Als ich z.B. jetzt der Ärztin mitteilte wie funktionsunfähig und schlecht ich mich mit dem Mirtazapin gefühlt hatte, sagte sie einfach, dass ich mit den Nebenwirkungen nunmal leben müsse. Punkt. Kann es das wirklich sein???

Übrigens habe ich direkt nach dem Tod meines Vaters vor zwei Jahren schonmal auf Anraten einer Notfall-Psychologin versucht so einen psychosomatischen Klinikaufenthalt zur Trauerbewältigung zu bekommen - grade weil ich ja völlig ohne jeden Rückhalt von Anfang an ganz allein damit und komplett überfordert und verzweifelt war. Ich bin damals zu DREI verschiedenen Hausärzten mit der Bitte um ein Schreiben welches ich jenem Antrag an die Krankenkasse hätte beilegen müssen. Und von allen dreien wurde ich pauschal abgewiesen - ich hätte sowieso keine Chance auf Genehmigung. Punkt. Wieso stellen sich die Ärzte von vornherein so dagegen? Überall hängen jetzt Broschüren des "Bündnis gegen Depression" aus, überall sind hoffnungsvoll und groß die Sätze "Depressionen sind behandelbar, vertrauen sie sich ihrem Arzt an!" in den Wartezimmern zu lesen... Doch wenn man dies dann wirklich tut, wird man eigentlich nur abgeschmettert bzw. auf Medikamente verwiesen - das war's. Ich hab langsam das total hilflose Gefühl, dass ich nirgendwo Hilfe bekommen werde... mir ist irgendwie schon fast alle Hoffnung darauf, dass sich meine Lage bessern könnte genommen. :wein:🙁😕

Könnt Ihr mir bitte helfen? Was kann ich bloß tun um doch in eine für mich geeignete Klinik gehen zu können? Kennt sich einer von Euch vielleicht mit der Antragsstellung aus oder dem rechtlichen Teil dahinter?
 
Hallo Kannja,
lass dir von deiner Hausärztin eine Überweisung zu einem Psychiater geben und besprich deine psychischen Probleme mit diesem Spezialisten. Der/Die kann auch das mit der psychosomatischen Klinik oder einer Therapie mit dir besprechen, in der Regel haben Hausärzte logischerweise in diesem Bereich keine allzu große Erfahrung. Ansonsten, vermutlich wirst du an Medikamenten nicht vorbei kommen, aber mittlerweile gibt es ganz gute, die tatsächlich unterstützend wirken.
viel Erfolg
marut
 
Hallo,

bist Du schon mal zum Endokrinologen überwiesen worden? Meistens ist ja das PCO und die Insulinrestenz nur eine Nebenbaustelle anderer endokrinologischer Probleme.

Ganz oben stehen immer Schilddrüse und Nebennieren.

Manche Ärzte prüfen allerdings die Nebennieren gar nicht. Und auch für die Schilddrüse werden teils noch alte Werte herangezogen oder es wird nicht ausführlich genug geprüft. Manchmal ist das auch so latent, dass ein Hausarzt das nicht sehen und einschätzen kann. Deshalb sollte man das auf jeden Fall vom Facharzt prüfen lassen.

Bevor Du also von einem psychischen Problem ausgehst solltest Du erst einmal das untersuchen lassen. Denn beides kann unbehandelt zu schweren Depressionen führen.

Am besten suchst Du Dir auch einen Endokrinologen, der darauf spezialisiert ist. Und wenn Du dort bist, dann sag, dem Arzt, falls Du Antidepressiva nimmst. Denn auch Antidepressiva verfälschen das Ergebnis.
 
Ich hoffe, ich hab jetzt nicht was überlesen, aber warst du schon einmal bei nem anderen (Haus-)Arzt? Gott sei Dank herrscht freie Arztwahl in Deutschland und auf dich bezogen würde ich dir raten einfach mal woanders vorstellig zu werden. Und das mit Nachdruck. Lass dich nicht abwimmeln, lass dir keinen Schmarren erzählen oder dich zwischen Tür und Angel mit einer 0815-Diagnose abspeisen.

Hausärzte sind halt Hausärzte. Die sind gut auf ihrem Gebiet, aber nicht umsonst gibt es Spezialisten wie Therapeuten oder sonstige psychatrisch spezialisierte Ärzte. Die wissen dann auch mehr als nur die Basics was Diagnose, Behandlung und Medikamente angeht.

Das du mit den Nebenwirkungen leben musst, das kann schon sein. Grundsätzlich ist es ja so, je wirksamer und "stärker" das Medikament, desto größer die Wahrscheinlichkeit für unschöne Nebenwirkungen. Aber da gibt es oftmals keine Musterlösungen. Hängt viel vom Menschen ab, der sie einnimmt. Manche können kiloweise Zeugs schlucken und sind putzmunter, andere fallen nach der ersten Tablette vom Stuhl. Wie gesagt, der entsprechende Arzt kann dich da ausführlich beraten, sofern du ihm deine Probleme auch ausreichend darlegst.

Das viele Ärzte nicht mehr so hilfsbereit erscheinen wie man sich das vorstellt, das ist leider so. Darum kann ich dir nur raten Druck zu machen. Sag denen deutlich und klar das du massive(!) Probleme hast und dringend(!) Hilfe benötigst.
 
Hallo,

bist Du schon mal zum Endokrinologen überwiesen worden? Meistens ist ja das PCO und die Insulinrestenz nur eine Nebenbaustelle anderer endokrinologischer Probleme.

Ganz oben stehen immer Schilddrüse und Nebennieren.

Manche Ärzte prüfen allerdings die Nebennieren gar nicht. Und auch für die Schilddrüse werden teils noch alte Werte herangezogen oder es wird nicht ausführlich genug geprüft. Manchmal ist das auch so latent, dass ein Hausarzt das nicht sehen und einschätzen kann. Deshalb sollte man das auf jeden Fall vom Facharzt prüfen lassen.

Bevor Du also von einem psychischen Problem ausgehst solltest Du erst einmal das untersuchen lassen. Denn beides kann unbehandelt zu schweren Depressionen führen.

Am besten suchst Du Dir auch einen Endokrinologen, der darauf spezialisiert ist. Und wenn Du dort bist, dann sag, dem Arzt, falls Du Antidepressiva nimmst. Denn auch Antidepressiva verfälschen das Ergebnis.


Hey!

Vielen, lieben Dank für Deinen Rat! Ich war schon beim Endokrinologen - auf eigene Faust, da Gynäkologen mir über all die Jahre immer gesagt hatten, das mit den ausbleibenden Regelblutungen, der unreinen Haut, dem gestörten Hormonspiegel sei alles nur eine unwichtige Kleinigkeit. Ich solle einfach immer die Pille nehmen und alles sei ok. War es aber nicht... die körperlichen Symptome nahmen immer mehr zu - und ich übrigens auch. Obwohl ich immer strenger, immer weniger und wirklich gesund gegessen habe. Da ich zu dem Zeitpunkt auch schon mit dieser bleiernden Müdigkeit, fehlenden Energie und Schlappheit zu kämpfen hatte, habe ich mich irgendwann selbst schlau gemacht und dachte auch erstmal an die Schilddrüse. Laut Endokrinologen ist die aber ok, ebenso wie die Nebennieren. "Nur" das PCO-Syndrom habe ich halt wie aus dem Bilderbuch zweifelsfrei. Ich weiß, dass das allein auch schon zu Depressionen, der Schlappheit etc. führen kann. Allerdings habe ich eine sowas von beladene, komplizierte Lebensgeschichte mit so viel Schwierigkeiten und Verletzungen hinter mir, dass es praktisch ein unrealistisches Wunder wäre, wenn ich aus all dem ohne psychische Probleme hervorgegangen wäre.. Deshalb bin ich mir schon sicher, dass meine Schwierigkeiten wesentlich tiefer gehen und nicht nur organische Ursachen haben. Ich hab das ja lange nicht so recht wahrhaben wollen, sondern immer weiter gegen mich selbst gekämpft und mich immer nur weiter selbst an den Haaren vorwärts gezogen... was mich nun an diesen Punkt gebracht hat. Es wäre echt schön, wenn all dies nur eine organische Krankheit wäre, ich ein paar Tabletten nehmen und mich wieder normal fühlen könnte... aber leider weiß ich inzwischen sehr sicher, dass ich an die echte Wurzel meiner Probleme heran muss.
 
Mirtazapin ist ein Antidepressivum mit sedierender, schlafanstoßender Wirkung, das Abends eingenommen wird um zur Ruhe zu kommen, wenn die durch die Depression eine Schlafstörung besteht.

Daneben gibt es aber auch andere Wirkstoffe, die ehe aktivierend, antriebssteigernd wirken. Welcher davon notwendig ist oder ob zB eine Kombination aus beiden Wirkprinzipien bei dir sinnvoll ist, also ein Medikament für die Nacht zum Schlafen, eins für den Tag um genug Energie zu haben, kann nur ein erfahrener Arzt entscheiden. Dafür solltest du zum Psychiater gehen. Mirtazapin ist allerdings dafür bekannt, zu extremen Gewichtszunahmen zu führen - da du damit ein Problem hast, wird ein guter, erfahrener Arzt dir sicherlich einen anderen Wirkstoff heraus suchen. Nicht jeder Wirkstoff sorgt dafür, dass du an Gewicht zulegst! Generell kann man eh nicht sagen, dass jede Patient von einem Medikament jede Nebenwirkung haben wird, es nimmt auch nicht jeder von Mirtazapin zu. Aber eben so viele, dass das in deinem Fall wohl kaum das Mittel der Wahl sein kann.

Daneben muss man beachten, dass Nebenwirkungen wie Unruhe, Müdigkeit, Übelkeit, Schwindel, Kreislaufprobleme, Schlafstörungen etc hauptsächlich in den ersten zwei Wochen vorkommen und dann abklingen und ganz verschwinden. Dass ein Antidepressivum zu Anfang gar keine Nebenwirkungen hat, ist sehr selten. Das sagt aber noch nichts darüber, ob es auf Dauer auch Nebenwirkungen haben wird uns man muss es einfach aushalten/abwarten, wenn das geht.

Ich selbst habe jetzt das 6. Antidepressivum verschrieben bekommen. Zwei habe ich jeweils für zwei Monate genommen und dann gemeinsam mit meinem Arzt beschlossen, dass die dauerhaften Nebenwirkungen zu stark sind bzw der eintretende hilfreiche Effekt nicht ausreichend ist um die Nebenwirkungen zu tolerieren. Drei habe ich schon nach wenigen Tagen abgesetzt, da die Nebenwirkungen zu stark waren um sie für eine Weile auszuhalten. Auch das habe ich jeweils gemeinsam mit meinem Arzt beschlossen. Ich gehe nicht zum Psychiater dafür, sondern habe einen sehr, sehr guten Hausarzt, der sich gut mit Antidepressiva auskennt und sich drauf eingelassen hat, vorsichtig mit mir auszuprobieren, welches Medikament helfen könnte. Da wir in langen Gesprächen festgestellt haben, dass Schlaf nicht mein Problem ist, sondern Energie und Antrieb, war Mirtazapin bei mir zB nie im Gespräch. Nachdem wir beim ersten Versuch, Citalopram, gemerkt haben, dass ich sehr, sehr empfindlich auf das Medikament reagiert habe, hat er mir beim zweiten Versuch schon nicht mehr die Standard-Einstiegsdosis verordnet, sondern für die erste Woche nur die Hälfte der üblichen Anfangsdosis angesetzt um zu verhindern, dass es wieder zu unkontrollierbaren Nebenwirkungen kommt.
Ich weiß von meinem Freund, dass jeder gute Psychiater genau so vorgeht, darum bleibe ich bei meinem Hausarzt. Die Diagnose Depression (und in meinem Fall noch mehr Diagnosen) wurden aber nicht von ihm gestellt sondern an der Uniklinik in der psychiatrischen Ambulanz, um eines sichere Grundlage für die medikamentöse Therapie zu haben.

Das ging so aber nur, weil ich meinen Hausarzt vorher schon sehr lange kannte und wusste, dass er mir niemals Antidepressiva anbieten würde, wenn er sich nicht sicher wäre, dass er sich gut genug damit auskennt und weil ich ihm schon sehr vertraut habe - und weil die Uniklinik nur die Diagnostik machen konnte, aber keine ambulante Behandlung machen würde und es hier zu wenig Psychiater gibt. Mein Hausarzt meinte halt von Anfang an, dass ich wenn dann jemanden bräuchte wo ich auch kurzfristig wegen Problemen mit dem Medikamenten hingehen kann,weil ich schon bei anderen Medikamenten immer ganz komisch reagiert habe... und das gibt es hier halt nur ganz selten. Mein Freund hat als Privatpatient fünf mal den Psychiater gewechselt bis er bei einem Privatarzt war, mit dem er jetzt zufrieden ist. Alle fünf davor haben sich nicht mal für ihn genug Zeit genommen und ich bin GKV-Patientin, das muss ich also nicht probieren. Aber wenn du keinen guten Hausarzt hast, solltest du echt mal zum Psychiater gehen. Guck am Besten nach Bewertungen im Internet bevor du zu irgendjemandem gehst.

Dass ein Hausarzt, der dich nicht gut kennt, dir nichts für einen Antrag schreibt, ist zwar doof, aber auch irgendwie verständlic. Hausärzte sind nicht so gut darin, nach kurzer Zeit psychische Probleme beurteilen zu können und haben da keine Erfahrung und können das darum gar nicht sinnvoll machen wenn sie dich nicht gut kennen. Ein Psychiater kann das. Ich bekomme jetzt sowas von meinem Hausarzt geschrieben, aber der kennt ich halt schon echt eeeewig.
 
Ich hoffe, ich hab jetzt nicht was überlesen, aber warst du schon einmal bei nem anderen (Haus-)Arzt? Gott sei Dank herrscht freie Arztwahl in Deutschland und auf dich bezogen würde ich dir raten einfach mal woanders vorstellig zu werden. Und das mit Nachdruck. Lass dich nicht abwimmeln, lass dir keinen Schmarren erzählen oder dich zwischen Tür und Angel mit einer 0815-Diagnose abspeisen.

Hausärzte sind halt Hausärzte. Die sind gut auf ihrem Gebiet, aber nicht umsonst gibt es Spezialisten wie Therapeuten oder sonstige psychatrisch spezialisierte Ärzte. Die wissen dann auch mehr als nur die Basics was Diagnose, Behandlung und Medikamente angeht.

Das du mit den Nebenwirkungen leben musst, das kann schon sein. Grundsätzlich ist es ja so, je wirksamer und "stärker" das Medikament, desto größer die Wahrscheinlichkeit für unschöne Nebenwirkungen. Aber da gibt es oftmals keine Musterlösungen. Hängt viel vom Menschen ab, der sie einnimmt. Manche können kiloweise Zeugs schlucken und sind putzmunter, andere fallen nach der ersten Tablette vom Stuhl. Wie gesagt, der entsprechende Arzt kann dich da ausführlich beraten, sofern du ihm deine Probleme auch ausreichend darlegst.

Das viele Ärzte nicht mehr so hilfsbereit erscheinen wie man sich das vorstellt, das ist leider so. Darum kann ich dir nur raten Druck zu machen. Sag denen deutlich und klar das du massive(!) Probleme hast und dringend(!) Hilfe benötigst.

Vielen Dank auch an Dich!
Ja, ich war schon als mein Dad gestorben ist bei drei anderen Ärzten um Hilfe für die Genehmigung eines Klinikaufenthaltes zu bekommen - wurde direkt abgewimmelt. Du hast sicherlich Recht damit, dass man mit einem Psychologen/Psychiater in diesem Fall besser beraten wäre- leider haben die bloß so ewig lange Wartelisten. Der früheste Termin den ich da bekam, ist im August. Aber ich gehe ja jetzt unter und mein Job macht mich jeden Tag kränker und kränker... wenn ich jetzt keine Hilfe bekomme, weiß ich nicht wie ich das noch irgendwie packen soll. Grade deshalb möchte ich ja in eine Klinik.

Und jetzt zu einem anderen Hausarzt gehen, der vielleicht mehr Verständnis hat... Kann ich das? Bin nicht sicher wie das jetzt im laufenden Quartal ist, also ob ich da ein Recht seitens der KV habe zu einem weiteren Hausarzt zu gehen? Auch grade in Bezug darauf, dass ich ja von der jetzigen Ärztin aktuell krankgeschrieben bin. Kennt sich da einer von Euch mit aus?

Es ist sowieso so eine Sache als psychisch erkrankter Mensch von einem Arzt richtig angehört zu werden... ich habe ja z.B. chronisch Migräne, seit Wochen ganz stark geschwollene Lymphknoten, schlimmen Haarausfall, die bleiernde Müdigkeit, schlafe nicht und habe im Halbschlaf oft das Gefühl keine Luft zu kriegen, bzw. dass mein Atem aussetzt und ich davon wach werde, zudem häufig ein plötzliches Stechen in der Brust bei dem ich keine Luft mehr kriege, bzw. nicht einatmen kann und dann merke wie mein Herz deutlich stolpert... Ich bin echt kein Hypochonder, grade deshalb tu ich mich sehr schwer damit diese Dinge hier auszusprechen, geschweige denn sie einem Arzt aufzuzählen. Ich habe es teils versucht und der Arzt hat es total übergangen.. nach dem Motto: Wenn man psychisch Probleme hat ist das eh alles zugehörig dazu und körperliche Symptome sind entweder komplett eingebildet oder eben bloß psychosomatische Erscheinungen die man nicht weiter untersuchen braucht. Zudem bin ich ja laut den Ärzten "noch so jung", da nehmen sie offenbar bei mir eh nicht an, dass ich ernsthaft untersuchungsbedürftig sein könnte. Mir geht da schon manchmal durch den Kopf: Was ist, wenn ich tatsächlich körperlich krank sein sollte? Keiner würde es herausfinden, weil ich ja Depressionen habe und die scheinbar alles andere erklären...
 
Hallo KAnnja,

du kannst auf jeden Fall auch innerhalb eines Quartas den HAusarzt wechseln, das ist kein Problem, hatte ich auch vor kurzem. Wenn du ANgst vor Konsequenzen hast dann sag deiner KK BEscheid daß du dich bei deiner jetzigen Ärztin extrem schlecht aufgehoben fühlst, das dir nicht geholfen wird.- Evtl. können die dir auch gleich einen Facharzt für Psychotherapie sagen der in deiner Nähe ist, KK haben normalerweise Listen von zugelassenen Ärzten.

Es stimmt übrigens daß eine Depression erstmal ärztlich festgestellt werden muss bevor du in eine Klinik deines Vertrauens gehen kannst, asonsten bleibt dir wirklich nur die Ambulanz
 
Hallo KAnnja,

du kannst auf jeden Fall auch innerhalb eines Quartas den HAusarzt wechseln, das ist kein Problem, hatte ich auch vor kurzem. Wenn du ANgst vor Konsequenzen hast dann sag deiner KK BEscheid daß du dich bei deiner jetzigen Ärztin extrem schlecht aufgehoben fühlst, das dir nicht geholfen wird.- Evtl. können die dir auch gleich einen Facharzt für Psychotherapie sagen der in deiner Nähe ist, KK haben normalerweise Listen von zugelassenen Ärzten.

Es stimmt übrigens daß eine Depression erstmal ärztlich festgestellt werden muss bevor du in eine Klinik deines Vertrauens gehen kannst, asonsten bleibt dir wirklich nur die Ambulanz

Huhu! Also meine eigentliche Ärztin hat ja vor ein paar Wochen schon die Diagnose "reaktive Depression" auf eine Überweisung zu einem Psychologen geschrieben. Ihre jetzige Vertretung hat davon offenbar nichts in meiner Patientenakte gesehen oder aber es zählt von einem Hausarzt nicht als "echte" Diagnose? Muss die denn von einem Psychiater gestellt werden?

Ich WILL ja auch am liebsten direkt zu einem Psychiater/Psychologen, - nur deren Wartelisten sind wie gesagt leider ewig lang (oft 6 Monate und mehr). Ich hätte jetzt einen Termin Ende August. Grade deshalb wollte ich ja jetzt akut in eine Klinik, weil ich wirklich nicht mehr kann. Irgendwie frage ich mich beim Lesen von z.B. Klinikbewertungen ob es schlauer gewesen wäre alle Probleme NUR in Verbindung mit der Arbeit zu nennen... denn all die "Burn out" Kandidaten scheinen ja massenweise Plätze in den Kliniken zu bekommen. Habe den Eindruck wenn man neben den heftigen Arbeitsbedingungen ohnehin psychische Probleme hat, bzw. vor dem völlig überlastenden Job schon welche hatte, dann bekommt man paradoxerweise weniger Hilfe als wenn man nur ein überlasteter Arbeits-Held ist. Komisch...
 
Wenn ich richtig informiert bin ist das so:

Du kannst einfach einen anderen Hausarzt aufsuchen. Mittlerweile ist es sogar möglich, die meisten Fachärzte ohne Überweisung aufzusuchen. Manche Facharztgruppen (z.B. Radiologen) schreiben eine Überw. aber zwingend vor. Manchmal verlangen andere Ärzte auch die Überweisung aus dem Grund, um vom abgebenden Arzt informiert zu werden über bisherige Behandlungsverläufe und Diagnosen. Also wenn ich beispielsweise Krebspatient bin und einfach so zum anderen Arzt laufe, dann will der mit Sicherheit wissen, was bisher so behandelt und besprochen wurde mit dem früheren Arzt. Der will sich a) absichern und b) nicht bei Null anfangen.

Wichtig ist außerdem, dass der neue Arzt eine Kassenzulassung hat (also kein reiner Privatarzt). D.h. dort anrufen und nachfragen, oder bei der Kassenärztlichen Vereinigung anrufen. Davon hat jedes Bundesland eine (NRW hat 2) und dort sind alle zugelassenen Ärzte (normale und Psychotherapeuten) verzeichnet. Ob da auch beisp. Psychiater gelistet sind weiß ich nicht, aber ich glaube schon. Die KVen haben i.d.R. auch eine Hotline. Dort kannst du anrufen und nach bestimmten Arztgruppen fragen. Manche KVen haben auch Listen über freie Therapieplätze bei Psychotherapeuten. In Hessen gibt es das nicht, aber viele andere Bundesländer bieten das an. Ruf doch einfach mal an.

Noch was zum Thema Arztwechsel und Krankenkassen. Da musst du aufpassen. Manche Kassen haben sowas wie eine "hausarztzentrierte Versorgung". D.h. du bist verpflichtet bestimmte Ärzte aufzusuchen. Ob das bei dir so ist, das weiß deine Kasse. Also wenn du Zweifel hast, einfach anrufen. Der Arztwechsel dürfte kein Problem darstellen. Der Kasse ist das letztlich egal, weil die Kosten immer dieselben sind. Arzt A oder Arzt B, die Untersuchung XY kostet überall gleich viel.
Ich rate ich dir trotzdem vorher kurz die Kasse anzurufen. Wenn die rumzicken, erzählen denen einfach das Vertrauensverhältnis ist gestört, weil der Arzt dir die notwendigen(!) Schritte verweigert. Dahingehend, das er z.B. keine Überweisung an den Endokrinologen, Internisten, Therapeuten ausstellt, obwohl du massive Beschwerden hast und er keine ausreichende Behandlung anbietet.

Und auch hier ganz wichtig. Die Kassen wimmeln gerne mal ab und tun so, als wenn der Patient keine Rechte hätte. Lass dich nicht verarschen und bestehe auf deine Rechte! Das mit Arztwechsel steht übrigens im SGB V zum Nachlesen.

Schon mal über einen Therapeuten weiter weg nachgedacht? Nach dem Motto lieber 2 Std. mit Zug zum Therapeuten fahren, anstatt 8 Monate auf den ersten freien Termin zu warten?
 

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