G
GrayBear
Gast
Hallo,
verzeih mir, aber als "Etwas" möchte ich Dich nicht anreden, das klingt mir zu abfällig.
Solche Streitereien sind schädlich für alle und im Grunde müssen sie alle "ausbaden", am meisten Du. Warum Deine Mutter Dich so beschimpft und abwertet, kann ich nicht nachvollziehen und wenn, es ist einfach nicht OK, so mit seinem Kind zu reden. Ob sie einfach nicht intelligent genug ist (verzeih mir bitte), ob sie keinen Anstand besitzt, oder sich so in die Enge getrieben fühlt, dass sie nur noch um sich schlägt, das kann ich nicht beurteilen.
Aber als Vater weiß ich, wie furchtbar bedrohlich und beängstigend es sich anfühlt, wenn man befürchten muss, sein Kind zu verlieren. In der Pubertät kommt es vermehrt zu Streitereien aus so vielen Gründen. Oft ist man nicht wachsam und weise genug, die Anfänge zu erkennen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen und der Zorn gewinnt die Oberhand, befeuert von der Angst zu verlieren. Und am Ende verlieren alle, egal wer am lautesten gebrüllt hat.
In der Diplomatie lernt man, dass "recht haben" Beziehungen eher trennt, als festigt. Diplomatie ist die Kunst, Kompromisse zu vermitteln, die sich wie Siege anfühlen. Wie schon geschrieben wurde: brich nicht mit Deiner Mutter, denn Familie ist wichtig. Abgesehen von den rechtlichen Gegebenheiten (Haben Deine Eltern das gemeinsame Sorgerecht für Dich? Dein Eigentum bleibt Dein Eigentum und es kann herausgeklagt werden, aber das dauert.) sollte es immer auch darum gehen, andere Menschen nicht zu sehr zu verletzen. Man weiß nie, was noch kommt.
Die ganze Situation hat sich aus vielen Ereignissen und Entscheidungen so ergeben. Ich verstehe gut, dass Du eine schnelle Lösung erreichen möchtest, weil auch Dich das alles sehr belastet, aber das wird wohl eher nicht geschehen. Wenn ihr das Gericht oder das Jugendamt einschaltet, können sich ebenfalls Entscheidungen ergeben, die nicht in Deinem Sinn sind. Z.B. müssen Deine beiden Eltern einen Schulwechsel zustimmen. Hat diese nur Dein Vater entschieden? Dann kann das rückgängig gemacht werden. Auch Dein Wohnungswechseln kann rückgängig gemacht werden. Ab dem Alter von 14 hast Du nach meinen Informationen zwar das Recht, Deine Wünsche zu äußern, aber Dein Wohnort wird von Deinen Eltern bestimmt und das vorzugsweise von dem Elternteil, bei dem Du bisher hauptsächlich gewohnt hast. Das wäre Deine Mutter. Es ist vielleicht nicht so sinnvoll, solche "schlafenden Hunde" zu wecken.
Deshalb solltet ihr kurzfristige Lösungen suchen, die nicht so viel Staub aufwirbeln. Verfügt Dein Vater über die finanziellen Mittel, Dir einige Kleidungsstücke sofort zu kaufen? Bei einer "Erstausstattung" sind schnell mal 1.000,-€ weg. Dann wäre der Druck schon geringer. Dann kommen noch Sachen für Deine Schule hinzu, und, und, und. Das wären erst einmal die unmittelbar notwendigen Dinge, oder?
Und dann sollte möglichst rasch eine "versöhnliche Kommunikation" beginnen. Kommunikation ist wichtig, auch und gerade bei einem nicht ausgeschlossenen Gerichtsverfahren. Es wäre gut, wenn Du in einer Art Tagebuch die Ereignisse aufschreibst. Versuche sie so zu schildern, wie sie waren und schreibe über Deine Gefühle, aber übertreibe nicht, auch wenn Dir danach ist.
Wäre ein Treffen an einem neutralen Ort möglich? Manche Dinge bespricht man besser persönlich. Oder vielleicht macht ein Brief Sinn, in dem Du schreibst, dass Du sie um z.B. 6 Monate Bedenkzeit für Deinen Entschluss bittest. Dies ist ein absehbarer Zeitraum und ein kleines Zugeständnis von Deiner Seite. Wenn Deine Mutter einwilligt, mildert das die Gefahr einer gerichtlichen Eilentscheidung. Verstehst Du, was ich mit solchen Schritten bezwecke? Die Konfrontation sollte abgemildert werden, die Fronten aufgeweicht, damit weitere Zugeständnisse erreicht werden können.
Haustiere sind etwas sehr Emotionales. Vielleicht solltet ihr diese Fragen im Augenblick noch hinten anstellen. Kriegst Du das hin?
Auf die Herausgabe der Möbel würde ich nicht bestehen, denn damit würde Deine Mutter Fakten schaffen, dass Du nicht mehr zu ihr kommen sollst. Das wird sie wohl eher nicht tun. Werde kreativ! Es gibt gute Second-hand-Möbel, Verschiedene caritative Möbelhäuser geben Möbel gratis ab, wenn das Geld knapp sein sollte. Ein paar Monate mit der Matratze auf dem Boden schlafen geht durchaus.
Je weniger Entscheidungen Ihr von Deiner Mutter abhängig macht, um so schneller findet ihr Lösungen.
Wenn Du die letzten Jahre Deinen Vater wenig gesehen hast, dann braucht ihr Zeit, euch wieder neu kennen zu lernen. In Deinem Alter ändert sich immer wieder sehr viel, er wird "seine Kleine" wohl in einigen Punkten kaum wieder erkennen und Du ihn auch nicht. Dein Blick auf ihn hat sich gewandelt. Dann fehlen ihm viele Infos über Dich, so vieles ist für ihn nicht mehr selbstverständlich. Das kann zu Spannungen und unbewussten Erwartungen führen, die viel Geduld und Übung erfordern, die ihr beiden noch nicht oder gerade nicht habt.
Versuche einen versöhnlichen Ton mit Deiner Mutter zu finden. Bitte Sie um Verständnis, auch wenn die Chance dafür gerade gering sein mag. Jetzt ist kluges Handeln notwendig. Mit 13 Jahren ist das ein ziemlicher Brocken. Du klingst sehr strukturiert und klar, das hilft schon einmal. Doch auch Deine Wut ist zwischen Deinen Zeilen ebenfalls klar erkennbar. Jeder wird das verstehen, aber Wut ist ein schlechter Ratgeber.
Sprichst Du Deine Gedanken mit Deinem Vater ab? Klappt eure Kommunikation?
Du scheinst eine Kämpferin zu sein. Alle Achtung. Aber die beste Schlacht ist immer noch die, die man NICHT schlagen muss, gerade innerhalb der Familie. Vergiss das nicht, auch wenn es ein altkluger Rat ist.
verzeih mir, aber als "Etwas" möchte ich Dich nicht anreden, das klingt mir zu abfällig.
Solche Streitereien sind schädlich für alle und im Grunde müssen sie alle "ausbaden", am meisten Du. Warum Deine Mutter Dich so beschimpft und abwertet, kann ich nicht nachvollziehen und wenn, es ist einfach nicht OK, so mit seinem Kind zu reden. Ob sie einfach nicht intelligent genug ist (verzeih mir bitte), ob sie keinen Anstand besitzt, oder sich so in die Enge getrieben fühlt, dass sie nur noch um sich schlägt, das kann ich nicht beurteilen.
Aber als Vater weiß ich, wie furchtbar bedrohlich und beängstigend es sich anfühlt, wenn man befürchten muss, sein Kind zu verlieren. In der Pubertät kommt es vermehrt zu Streitereien aus so vielen Gründen. Oft ist man nicht wachsam und weise genug, die Anfänge zu erkennen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen und der Zorn gewinnt die Oberhand, befeuert von der Angst zu verlieren. Und am Ende verlieren alle, egal wer am lautesten gebrüllt hat.
In der Diplomatie lernt man, dass "recht haben" Beziehungen eher trennt, als festigt. Diplomatie ist die Kunst, Kompromisse zu vermitteln, die sich wie Siege anfühlen. Wie schon geschrieben wurde: brich nicht mit Deiner Mutter, denn Familie ist wichtig. Abgesehen von den rechtlichen Gegebenheiten (Haben Deine Eltern das gemeinsame Sorgerecht für Dich? Dein Eigentum bleibt Dein Eigentum und es kann herausgeklagt werden, aber das dauert.) sollte es immer auch darum gehen, andere Menschen nicht zu sehr zu verletzen. Man weiß nie, was noch kommt.
Die ganze Situation hat sich aus vielen Ereignissen und Entscheidungen so ergeben. Ich verstehe gut, dass Du eine schnelle Lösung erreichen möchtest, weil auch Dich das alles sehr belastet, aber das wird wohl eher nicht geschehen. Wenn ihr das Gericht oder das Jugendamt einschaltet, können sich ebenfalls Entscheidungen ergeben, die nicht in Deinem Sinn sind. Z.B. müssen Deine beiden Eltern einen Schulwechsel zustimmen. Hat diese nur Dein Vater entschieden? Dann kann das rückgängig gemacht werden. Auch Dein Wohnungswechseln kann rückgängig gemacht werden. Ab dem Alter von 14 hast Du nach meinen Informationen zwar das Recht, Deine Wünsche zu äußern, aber Dein Wohnort wird von Deinen Eltern bestimmt und das vorzugsweise von dem Elternteil, bei dem Du bisher hauptsächlich gewohnt hast. Das wäre Deine Mutter. Es ist vielleicht nicht so sinnvoll, solche "schlafenden Hunde" zu wecken.
Deshalb solltet ihr kurzfristige Lösungen suchen, die nicht so viel Staub aufwirbeln. Verfügt Dein Vater über die finanziellen Mittel, Dir einige Kleidungsstücke sofort zu kaufen? Bei einer "Erstausstattung" sind schnell mal 1.000,-€ weg. Dann wäre der Druck schon geringer. Dann kommen noch Sachen für Deine Schule hinzu, und, und, und. Das wären erst einmal die unmittelbar notwendigen Dinge, oder?
Und dann sollte möglichst rasch eine "versöhnliche Kommunikation" beginnen. Kommunikation ist wichtig, auch und gerade bei einem nicht ausgeschlossenen Gerichtsverfahren. Es wäre gut, wenn Du in einer Art Tagebuch die Ereignisse aufschreibst. Versuche sie so zu schildern, wie sie waren und schreibe über Deine Gefühle, aber übertreibe nicht, auch wenn Dir danach ist.
Wäre ein Treffen an einem neutralen Ort möglich? Manche Dinge bespricht man besser persönlich. Oder vielleicht macht ein Brief Sinn, in dem Du schreibst, dass Du sie um z.B. 6 Monate Bedenkzeit für Deinen Entschluss bittest. Dies ist ein absehbarer Zeitraum und ein kleines Zugeständnis von Deiner Seite. Wenn Deine Mutter einwilligt, mildert das die Gefahr einer gerichtlichen Eilentscheidung. Verstehst Du, was ich mit solchen Schritten bezwecke? Die Konfrontation sollte abgemildert werden, die Fronten aufgeweicht, damit weitere Zugeständnisse erreicht werden können.
Haustiere sind etwas sehr Emotionales. Vielleicht solltet ihr diese Fragen im Augenblick noch hinten anstellen. Kriegst Du das hin?
Auf die Herausgabe der Möbel würde ich nicht bestehen, denn damit würde Deine Mutter Fakten schaffen, dass Du nicht mehr zu ihr kommen sollst. Das wird sie wohl eher nicht tun. Werde kreativ! Es gibt gute Second-hand-Möbel, Verschiedene caritative Möbelhäuser geben Möbel gratis ab, wenn das Geld knapp sein sollte. Ein paar Monate mit der Matratze auf dem Boden schlafen geht durchaus.
Je weniger Entscheidungen Ihr von Deiner Mutter abhängig macht, um so schneller findet ihr Lösungen.
Wenn Du die letzten Jahre Deinen Vater wenig gesehen hast, dann braucht ihr Zeit, euch wieder neu kennen zu lernen. In Deinem Alter ändert sich immer wieder sehr viel, er wird "seine Kleine" wohl in einigen Punkten kaum wieder erkennen und Du ihn auch nicht. Dein Blick auf ihn hat sich gewandelt. Dann fehlen ihm viele Infos über Dich, so vieles ist für ihn nicht mehr selbstverständlich. Das kann zu Spannungen und unbewussten Erwartungen führen, die viel Geduld und Übung erfordern, die ihr beiden noch nicht oder gerade nicht habt.
Versuche einen versöhnlichen Ton mit Deiner Mutter zu finden. Bitte Sie um Verständnis, auch wenn die Chance dafür gerade gering sein mag. Jetzt ist kluges Handeln notwendig. Mit 13 Jahren ist das ein ziemlicher Brocken. Du klingst sehr strukturiert und klar, das hilft schon einmal. Doch auch Deine Wut ist zwischen Deinen Zeilen ebenfalls klar erkennbar. Jeder wird das verstehen, aber Wut ist ein schlechter Ratgeber.
Sprichst Du Deine Gedanken mit Deinem Vater ab? Klappt eure Kommunikation?
Du scheinst eine Kämpferin zu sein. Alle Achtung. Aber die beste Schlacht ist immer noch die, die man NICHT schlagen muss, gerade innerhalb der Familie. Vergiss das nicht, auch wenn es ein altkluger Rat ist.
Zuletzt bearbeitet: