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Mutter-Tochter Beziehung ist einseitig, ist das akzeptabel?

T

Tea

Gast
Hallo,

ich hatte schon immer eine schwierige Beziehung zu meiner Mutter, doch erst jetzt (mit 40) ist mir bewusst geworden dass unser Kontakt nur durch meine Initiativen "lebt". Sie besucht mich nie (50 km Entfernung), auf Einladungen geht sie nicht ein und zu Geburtstagen meiner Kinder oder mir erscheint sie erst recht nicht.
Wenn ich mal ihre Hilfe brauche, krieg´ich immer einen Korb. In den letzten paar Jahren kommt das eine oder andere Wehwehchen gut als Ausrede hinzu, aber dies war nie anders. Wenn ich zurückdenke hatte ich nie Rückendeckung oder Unterstützung. Ich leide immer noch an ihrem "Liebesentzug" und komme trotzdem wieder angedackelt, obwohl sie mich von sich aus so gut wie nie anruft.

Nun frage ich mich, macht es Sinn Kontakt zu halten "nur" weil sie meine Mutter ist, obwohl sie sturr bleibt und ihr Verhalten nie ändern wird?
Es tut jedes Mal weh wenn ich ein "nein" bekomme und dies ist wieder so ein Tag...

Danke fürs "zuhören"...
 

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Luciette

Mitglied
Hallo :)

Dein Beitrag hat mich ziemlich traurig gemacht, es ist nicht schön, wenn die eigene Mutter so eine Haltung zeigt!

Vielleicht solltest du mit ihr beim nächsten Telefonat klar darüber sprechen. Du kannst ihr ja einfach sagen, dass du ihre Tochter bist und dich freuen würdest, deine Mutter zu sehen. Sag ihr, dass ihr eine Familie seid und vorallem, dass sie auch eine Großmutter ist. Wenn sie aber weiterhin ständig abblockt, dann solltest du ihr auch klar sagen, dass dich ihr Desinteresse traurig macht. Vielleicht wird sie sich dann dessen bewusster.

Den Kontakt abzubrechen ist schon hart, aber es ist auch doof, wenn du dich abmühst und am Ende nur traurig bist weil sie ablehnt.Vielleicht gehst du auch ersteinmal auf Distanz, musst ja nicht gleich den Kontakt für immer abbrechen. Aber du kannst ja auch deiner Mutter deutlich sagen, dass du auf Distanz gehst WEIL nichts von ihr kommt. Um sich über sein Verhalten Gedanken zu machen, brauchen manche Menschen klare Worte. Man sieht sich selber ja immer anders.

Wenn sie allerdings wirklich stur bleibt und sich nicht ändert und sie dir nur weh tut dann wäre es vielleicht wirklich besser auf Distanz zu gehen. Vielleicht merkt sie es ja dann selber?

Hoffe konnte irgendwie helfen...

Alles Gute weiterhin!
 
T

Tea

Gast
Hallo Luciette,

danke für Deinen Beitrag. Es würde sicher helfen mit einer vernünftigen Person darüber zu sprechen, aber...
sie ist ziemlich unreif, obwohl sie über 60 ist, ein Telefonat würde sie nur beleidigen. Sie hat für alles sowieso ihre eigene Erklärung. Einmal habe ich es versucht mit ihr zu sprechen und gesagt (unter anderem), dass ich als es mir ganz dreckig ging (finanziell) jedes Wochenende zu ihr gefahren bin mit den Kindern, ob sie nicht zu schätzen weiß was mich das alles kostet, nicht nur zeitlich (mit der Bahn 2,5 Stunden hin), warum es immer von mir kommen muss? Sie hat es natürlich falsch verstanden, ich habe die Einseitigkeit gemeint, sie nur das finanzielle herausgehört. Seitdem gibt sie einem der Kinder fast jedes Mal Taschengeld! Und ich nehme es hin obwohl es mich beleidigt. Sie möchte mich entschädigen sozusagen. Jetzt ist auch von meiner Seite seltener geworden, alle 2-3 Wochen besuche ich sie nun. Sie hat uns sogar unterstellt dass bei einem Besuch vor x-Jahren das Kind gesagt hätte, die Oma solle gehen und das dieser Spruch sicherlich von uns Eltern gekommen ist. (Ach ja, meinen Mann kann sie nicht ausstehen! )

Es geht hier nicht um meine Mühe und die Fahrerei, es macht mich traurig wenn meine kleine Tochter fragt warum die Oma nie kommt. Besonders wenn ich andere Großmütter mit Kindern sehe kommen mir die Tränen fast. Es ist nicht das gleiche, wenn ich sie besuche und wenn sie sich zumindest ab und zu bei uns um die Kinder kümmern würde, sich für ihre Schule oder KiGa interessieren würde, mal etwas von sich aus fragen würde. Einmal im Jahr wäre schon ein Fortschritt für mich.
Über die Probleme meines Bruders dagegen jammert sie mich stundenlang voll am Telefon und fragt dabei tagelang nicht wo sind die Kinder, wie geht es ihnen, wie geht es mir. Nein, ich bin immer die Starke, die keine Zuneigung braucht und die egoistisch nur an sich denkt. Diese Meinung hat sie über mich und deshalb büßen meine Kinder mit Oma-Entzug.
Sie hat mir mal sogar einen Brief geschrieben indem sie mir Egoismus vorwirft und Vernachlässigung meines alteren Kindes! Er hätte sich verändert und sei komisch! Obwohl sie ihn so selten sieht unterstellt sie mir so etwas und ich schlucke alles und komme angedackelt!

Durch ihre jahrelange Sorge um die Probleme meines Bruders ist sie ziemlich angeschlagen (mittlerweile hat er praktisch den Kontakt mit ihr abgebrochen aus den gleichen Gründen) Blutdruck etc. Das einzige was mich abhält auch den Kontakt abzubrechen ist dass sie alleine ist, ohne Bekannte und Freunde, wenn etwas mit ihr wäre könnte ich mir selbst nie verzeihen. Ich kann die Schwere ihrer Krankheit nicht einschätzen, ob sie mich manipuliert oder nicht. Sie nimmt betablocker wie viele Leute auch und diese besuchen trotzdem ihre Kinder. Sie aber will nirgendwo hin, jeder soll sie gefälligst besuchen!

Ich habe kürzlich nach einer Absage meiner Einladung nicht mehr angerufen und da kommt nach 6 Tagen die Nachricht ob ich beleidigt sei, ob sie Anrufe bekommt nur wenn sie brav ist und sonst nicht? Als ob ich verpflichtet wäre täglich anzurufen und als ob sie sonst immer "ja" sagen würde und ich sie deshalb anrufen würde? Wie krank ist das denn? Ich habe nichts geantwortet, ich weiß echt nicht mehr wie ich reagieren soll.

Ich habe diesmal keinen Bock wieder das Luder zu spielen, als ob nichts geschehen ist. Dann haben aber meine Kinder gar keinen Kontakt mehr mit Verwandten!? Eine schwere Entscheidung für mich, loszulassen. Ich hoffe wahrscheinlich immer noch auf eine Wende obwohl ich weiß dass es keine geben wird. :(

Danke für´s "zuhören".
 
G

Gast

Gast
Hallo, ich kann deine Gefühle sehr gut nachvollziehen. Da hat man eine Familie aber es läuft nicht wie man es sich wünschen würde. Vielleicht beruhigt es dich: Unter jedem Dach ein "Ach".

Wenn andere Familien mit ihren Großeltern so harmonisch aussehen, ist es meist nur das was man selber sieht. Aber die Dinge sind oft nicht wie sie scheinen. Man vergleicht sich damit bzw. mit der Vorstellung die man hat und schneidet meist schlechter ab... Dann geht es einem schlecht, denn Vergleich ist das Ende vom Glück und der Anfang der Unzufriedenheit.

Schau nicht zu anderen und akzeptiere, dass du deine Mutter nicht ändern kannst. In jeder Beziehung ist einer stärker engagiert als der andere. Erwarte nichts von ihr das erspart dir die Enttäuschung. Wenn du das Bedürfnis hast sie zu sehen, fahr zu ihr und genieße die Zeit für dich und deine Kinder.

Halte es ihr nicht vor, denn du machst es ja auch für deine Kinder und für dich. Vorhaltungen kommen immer falsch an. Jeder lebt in seiner Welt und sie ist halt mit sich selbst beschäftigt. Sie wird oft einsam sein und muss damit täglich auch für sich zurecht kommen.

Du hast deine Familie ... nimm es so wie es ist und erwarte nichts von anderen. So brauchst du nicht mit ihr zu brechen, denn das kann belastender sein, als sich nur ab und zu sehen oder zu hören.
 

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