Ich war jung und dumm und hatte keine Ahnung, und ich habe geglaubt, wenn dieser Mensch sagt, er hat eine Kassenzulassung, dann hat er eine. Hatte er aber nicht, dafür ein repräsentatives "Praxisschild".
Was ich sagen wollte war: Wenn man es "mündlich" hat, dass die "Krankenkasse das bezahlen wird", dann heißt das gar nichts, außer man hat Zeugen, aber wer geht schon mit einem Zeugen zum Therapeuten.
Wie ich bereits sagte: Einen guten, niedergelassenen Therapeuten mit Kassenzulassung findet man selten ohne Wartezeit.
Ein paar Jahre später habe ich dann doch einen bekommen, weil es offensichtlich war, dass es notwendig war. Wahrscheinlich war es dann auch nicht so schwierig für sie, ein Gutachten zu schreiben, denn so ein Gutachten muss auch erst einmal angenommen werden von der Kasse.
Wenn der/die TherapeutIN dann unsicher ist, ob sie das durch bekommt, nimmt er/sie sich manchmal lieber einen "eindeutigeren" Fall, oder um es krasser auszudrücken: Wenn Du echt durchgeknallt bist und Dich wirklich auffällig verhältst, dann steigt die Chance, dass Du als Kassenpatient eine Therapie bewilligt bekommst proportional mit der Verrücktheit.
(Einfach nur ein wenig niedergeschlagen sein, das ist hier fast jeder in Deutschland, das reicht nicht wirklich, dafür schwingen Therapeuten nicht gerne ihren Montblanc-Füller, um ein Gutachten zu schreiben. Verschwendete Zeit und so, damit die Kasse zahlt, muss man eher oft schon "richtige" Symptome haben. Leider.)